Haben leitende DZVHAe-Ärzte die Homöopathie schon aufgegeben? Sieben Anzeichen für Ja

7.000 Ärzte für Homöopathie gibt es in Deutschland. Die Hälfte lässt sich berufspolitisch vom Arztverein DZVHAE vertreten.

In letzter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass der Vorstand des DZVHAe nicht mehr mit dem Überleben der Homöopathie rechnet. So hat die Vorständin Michaela Geiger (die den Vorsitz des Verbandes im Mai übernimmt) im letzten Jahr öffentlich verkündet, dass die Ärzte des DZVHAE als Allgemeinmediziner ein großes Portfolio hätten, in dem „auch Homöopathie“ vertreten sei. Diesen Satz gesagt zu haben, hat sie auf Nachfrage dieses Blogs nicht dementiert.

Die Kernkompetenz des Arztvereins ist das Verhandeln mit Krankenkassen über Verträge zu Integrierten Versorgung im Bereich Homöopathie. Auch dabei zeigt der Verein schon einen Strategiewechsel. So hatte die zuständige Krankenkassen-Verhandlerin des Vereins beim DZVHAE-Vorstand den Antrag gestellt, dass sie nicht nur die Homöopathie-Verträge, sondern auch die naturheilkundlichen Verträge verhandeln dürfe, wie dem Watchblog vorliegende Unterlagen zeigen. Die Verhandlerin ist mit dem ehemaligen Vorstand des DZVHAE, Curt Kösters, verheiratet. Die Verhandlerin ist außerdem Patentante eines Kindes des DZVHAE-Pressesprechers.

Dieser Pressesprecher hat in der Kommunikation des DZVHAE bereits umgestellt, so nutzt er auf Twitter immer weniger den Hashtag (Suchbegriff) #Homöopathie, sondern steigt immer häufiger auf den Suchbegriff #IntegrativeMedizin um, womit er Tweets markiert.

Und der Verein hat die eigenständige Pressearbeit zum Thema Homöopathie weitgehend eingestellt, wie ein Blick in eine Pressedatenbank zeigt (letzte Medienveröffentlichung am 5.3. im Meininger Tagblatt). In den letzten Pressemitteilungen des DZVHAE ist die Integrative Medizin ausführlich dargestellt, die Homöopathie kommt nur noch am Rande vor.

Der Verein hat auch die politische Arbeit für Homöopathie eingestellt und lässt sich offiziell von der Hufelandgesellschaft vertreten. Diese vertritt Ärzte für Integrative Medizin.

Der Arztverein DZVHAE agiert auch aktiv gegen Versuche, die Homöopathie in Deutschland zu retten. So hat er eine Petition Pro Homöopathie-Wahltarife öffentlich boykottiert und seinen Mitgliedern nahe gelegt, diese nicht zu unterzeichnen. Gleichzeitig hat er den Heilpraktikerverband VKHD unter Druck gesetzt, sodass dieser sich dem Boykott angeschlossen hat.

Auch auf Landesverbandsebene setzt der Vorstand DZVHAE seine Strategie um. So unterdrückt er alle Anstrengungen von Landesverbänden (z.B. Bayern), die sich für Homöopathie öffentlich einsetzen wollen. Dem Watchblog liegt ein Brandbrief eines bayr. Arztes an den Vorstand vor, in dem er diesen Boykott gegen Landesverbände und die Passivität des Vorstandes kritisiert.

Die Folgen der Abkehr von der Homöopathie sind bereits messbar: Wie der Homoeopathiewatchblog auf Basis von Daten der Bundesärztekammer analysiert hat (Link zum Bericht), steigen aktuell immer mehr Ärzte für Homöopathie auch auf Akupunktur um.

So ist es nur eine Frage der Zeit, dass der Arztverein DZVHAE (gegründet 1829) sich umbenennt. Seit 190 Jahren hatte er Homöopathie im Namen. Die Umbenennung in „Deutscher Zentralverein für Integrative Medizin DZVIM“ ist bei dem beschriebenen Strategiewechsel konsequent. Eine Verpuppung folgt, wie im Bild oben.

Doch es geht auch anders: In Frankreich setzen homöopathische Ärzte eine andere Strategie um. Sie engagieren sich zusammen mit Herstellern, Wissenschaftlern und Patienten in der Kampagne #MonHomeoMonChoix, um die Homöopathie vor Bedrohungen zu retten (Link).

Ein Kommentar

Ich freue mich auf Ihren Kommentar, bitte beachten Sie die Kommentarregeln und die DSGVO (siehe Menü). Danke und viel Freude

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.