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Lobbying-Erfolg: Heilpraktiker setzen sich durch gegen Natalie Grams bei FDP

Im letzten Herbst kündigte eine FDP-Arbeitsgruppe im Bundestag nach einem Treffen mit der Anti-Heilpraktiker- und Anti-Homöopathie-Lobbyistin und Mitglieder der Skeptiker-Lobby Natalie Grams an, dass der Heilpraktiker-Beruf abgeschafft gehöre. Die FDP-Haltung schien damit festgezurrt. Doch weder die FDP noch Grams haben damit gerechnet, dass sich die Heilpraktiker das nicht widerstandslos gefallen lassen. Heilpraktiker haben politische Arbeit bei der FDP gemacht und sich durchgesetzt: die Partei veröffentlichte im April ein pro-Heilpraktiker-Positionspapier. Wie es dazu kam, berichtet der Heilpraktiker-Newsblog (Link), der auch den Brief der Heilpraktiker-Gegnerin in der FDP Helling-Plahr veröffentlicht, in dem sie zähneknirschend eingesteht, dass sich Heilpraktiker gegen Natalie Grams durchgesetzt haben.

Link zum Heilpraktiker-Newsblog

Kommentar aus Sicht der Homöopathie:

Mit dem FDP-Erfolg haben die Heilpraktiker gezeigt, dass sich politische Arbeit am Bundestagsabgeordneten gegen die Skeptiker trotz aller Widerstände lohnt.

Heilpraktiker haben damit geschafft, woran Ärzte-Verbände gescheitert sind, wie das folgende Beispiel zeigt. Den Einsatz am Abgeordneten verweigert hatte irgendwann die ärztliche Hufelandgesellschaft beim Thema Wahltarife, wie sie im Gespräch bestätigte. Sie war vom Arztverein DZVhAE (der Mitglied im Vorstand der Hufeland ist) beauftragt worden, Lobbying am Abgeordneten pro Homöopathie zu machen. Dieses erstreckte sich aber faktisch nur auf die Formulierung einer Stellungnahme nach formeller Anforderung des Bundestages plus Ablesen bei Anhörung. Die Arbeit am Abgeordneten hatte die Hufelandgesellschaft irgendwann eingestellt, wie die Hufeland-Geschäftsführerin einer homöopathischen Ärztin in einem Gespräch am 19.2. bestätigte. Begründung: die Abgeordneten seien so negativ gegen Homöopathie eingestellt, da lohne sich politische Arbeit nicht mehr. Im Gespräch am 19.2. (Protokoll liegt Watchblog vor) sagte die Hufelandgeschäftsführerin auch, dass Homöopathie aus ihrer Sicht keine Evidenz habe. Die homöopathische Ärztin formulierte nach dem Gespräch, dass die versuchsweise lobbyierenden Vorstände der Hufeland keine Expertise in Homöopathie hätten.

Wer so jemanden wie der Hufeland mit dieser Einstellung und fehlenden Lobbying-Expertise das Lobbying pro Homöopathie überlässt, muss sich nicht wundern, wenn die ärztliche Homöopathie immer weiter an den Rand gedrängt wird. Zusätzlich hatte der Vorstand des Arztvereins DZVhAE zum Boykott gegen eine Petition pro Homöopathie-Wahltarife aufgerufen. Dies wirkt so, als wären homöpathische Ärzte beim Thema Wahltarif von den Verbänden, die sie vertreten, DZVHAE und Hufelandgesellschaft, im Stich gelassen worden. Es stellt sich die Frage, ob das Inkompetenz oder Absicht oder beides ist. Böse Zungen munkeln, dass der DZVHAE-Vorstand bereit ist, die Homöopathie unter der Dachmarke IntegrativeMedizin langsam auszuschleichen und dann zu opfern, weil für seine Managementgesellschaft bei den IV-Verträgen für Naturheilverfahren mehr zu holen ist als bei Hom-Verträgen. Die Hufelandgesellschaft vertritt Ärzte für Naturheilverfahren.

Doch es geht auch anders: Die Heilpraktiker haben den Ärzten beim Thema FDP gezeigt, wie sich der politische Einsatz lohnen kann.

Ein Kommentar

  1. Vielleicht sollte man besser Lobbyarbeit bei Parteien machen, die auch sicher in den nächsten Bundestag einzeihen werden. Bei der FDP scheint das doch etwas unsicher.

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