homöopathie

Wie man Krebs unterstützend mit Homöopathie behandeln kann: Case Report von und Interview mit Dr. Heinrich Hümmer

Es gibt über 1.000 Homöopathie-Studien. Viele sind vor allem Fachleuten bekannt, da Studien fast nur in Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Doch für die Akzeptanz der Homöopathie ist es wichtig, dass Forschung (in verständlicher Form beschrieben) auch auf den Handys weiterer Zielgruppen ankommt: den der Patienten und Politiker. Daher stelle ich im Homoeopathiewatchblog ausgewählte Studien und Case Reports vor und unterhalte mich mit den Autoren über die Hintergründe ihrer Arbeit, beispielsweise mit Dr. Heinrich Hümmer. Der homöopathische Arzt aus Bayern hat in der Fachzeitschrift  „Complementary Medicine Research“ einen Case Report veröffentlicht, wie er mit Kollegen eine Patientin mit einer bösartigen Tumorerkrankung unterstützend und erfolgreich mit Homöopathie behandelt hat. Darüber wollte ich mehr wissen und fragte ihn.

Dr. Hümmer berichtet auch, dass sich auch mehrere (Fach-) Medien geweigert haben, über seinen Erfahrungsbericht zu schreiben. Nach dem Motto, was nicht sein darf, das nicht sein kann. Das Thema Krebsbehandlung mit Homöopathie scheint die sowieso schon vorhandenen Vorbehalte gegenüber Homöopathie bei Journalisten noch einmal zu toppen. Also ein guter Grund, dass sich der Homoeopathiewatchblog des Themas annimmt. Schließlich gibt das Gesundheitssystem weltweit 100 Milliarden US-Dollar für konventionelle Krebsmedikation aus, das ist der größte Posten in den Gesamtausgaben von 800 Milliarden US-Dollar für konventionelle Arzneimittel (laut brand eins).


Case Report von Heinrich Hümmer, Timm Wiecken, Katharina Pachmann: 

Unmittelbare Remission eines mit großzelligem B-Non-Hodgkin-Lymphom befallenen inguinalen Lymphknotens unter alleiniger homöopathischer Behandlung mit Conium: Wann ist eine alleinige adjuvant-homöopathische Tumortherapie zulässig und sinnvoll?

Abstract: Bei einer 63-jährigen Patientin wird mittels Biopsie eines linksinguinalen Lymphknotens ein großzelliges B-Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert. Unmittelbar nach Beginn einer homöopathischen Therapie mit Conium C 30 beginnt sich der Lymphknoten in der linken Leiste zurückzubilden. Bei Exzision des Lymphknotens vierzehn Tage nach Therapiebeginn können histologisch keine Residuen des Tumors mehr nachgewiesen werden und es darf von einer vollständigen Remission ausgegangen werden. Die Patientin bleibt in der Folge rezidivfrei. Das homöopathische Mittel Conium (Schierling) kommt in der adjuvanten homöopathischen Tumortherapie und bei vergrößerten Lymphknoten als häufig indiziertes Mittel zur Anwendung.

Link zur Veröffentlichung bei Karger: https://doi.org/10.1159/000500122


 

Christian J. Becker: Was war die Ausgangslage und Problemstellung Ihrer Untersuchung?

Dr. Heinrich Hümmer: „Diese Einzelfallstudie verdankt ihre Existenz einem glücklichen Zufall: Um die Zeit bis zur fest terminierten Chemotherapie durch die Onkologin  zum Wohl der Patientin best möglich zu nutzen, wurde entsprechend ihrem früheren guten Ansprechen auf das homöopathische Mittel Conium und dem aktuell wiederum für selbiges Mittel sprechend klinischen Befund quasi „neo-adjuvant“ (d.h. neuartig-UNTERSTÜTZEND) mit homöopathischer Behandlung begonnen. 

Dass einen (!) Tag nach Beginn der homöopathischen Behandlung die Rückbildung des Tumors beginnt, war zwar nach unseren Erfahrungen von der theoretischen Wirkweise der Homöopathie (sofortiger (wahrnehmbarer) Wirkbeginn) zu erhoffen aber keinesfalls a priori zu erwarten gewesen.

Christian J. Becker: Wie haben Sie die Erkrankung behandelt?

Dr. Heinrich Hümmer: „Da sich die Rückbildung des tumorös befallenen Lymphknotens in den folgenden Tagen unter fortlaufender ausschließlich homöopathischer Behandlung stetig weiter vollzog, wurde in Übereinkunft mit der Onkologin der Beginn der Chemotherapie verschoben und vom Befund der Gewebe-Untersuchung des jetzt vollständig zu entfernenden Lymphknotens abhängig gemacht.

Christian J. Becker: Welches Ergebnis hatte die Behandlung?

Dr. Heinrich Hümmer: „Im mikroskopisch und histochemisch untersuchten Gewebe fanden sich  zum ungläubigen Staunen der Onkologin sowie des Pathologen keinerlei Zeichen mehr für das ursprünglich in der Feinnadel-Probe nachgewiesene sog. Non-Hodkin-Lymphom. Die Therapie konnte also (bei regelmäßigen engstmaschigen (!) onkologischen Kontrollen ) weiterhin rein homöopathisch erfolgen, der Beginn der geplanten Chemotherapie wäre in diesem speziellen (!) Fall einer Körperverletzung bzw. einem ärztlichen Kunstfehler gleichgekommen.

Christian J. Becker: Wie würden Sie das Ergebnis in den Kontext ähnlicher Untersuchungen einordnen und bewerten?

Dr. Heinrich Hümmer: „Natürlich ist dieser Fallverlauf als Einzelfall ohne (!) die geringste Empfehlung zur Verallgemeinerung des therapeutischem Vorgehen auch in ähnlich gelagerten Fällen zu sehen. Und natürlich wird von den Wissenschaftlern sofort auf die vereinzelt beobachteten spontanen Rückbildungen solcher Krebsformen z.B. auch nach Punktion eines befallenen Lymphknoten hingewiesen (wobei eine im Hintergrund laufende homöopathische Begleittherapie nie definitiv ausgeschlossen wurde). 

Was aber  in diesem Fall deutlich wird ist, dass die Rückbildung nicht nach der Punktion sondern unmittelbar nach Beginn der homöopathischen Therapie einsetzte. Dies macht im übrigen eine Placebowirkungs – Theorie zumindest ziemlich unwahrscheinlich. 

Und dieser Fallverlauf ist ebenso wie gleichartige Ergebnisse einer früheren Fallverlaufsstudie ein kleiner weiterer Stein für das homöopathische Evidenzgebäude.

Dass sich ein Journalist wie Per Hinrichs von der WELT (der über die Veröffentlichung in Kenntnis gesetzt wurde) in der email-Korrespondenz immer noch am scheinbaren Verdünnungs- bzw. Potenzierungs-Paradox stößt, erscheint wie die Hand von Madame Curie, die nicht verbrannt sein durfte, da die Röntgenstrahlen nicht (als Materie) nachweisbar waren…Ihm ist allerdings zugute zu halten, dass er sich im Gegensatz zu fast allen seiner journalistischen Kollegen zumindest eingehend (unvoreingenommen?) mit der Fallstudie auseinandergesetzt hat. Im Gegensatz auch zum Deutschen Ärzteblatt, dessen Chefredakteur der medizinsch-wissenschaftlichen Abteilung Prof. Baethke fast drohend antwortete, wir sollten die Entscheidung  des zuständigen Redakteurs, die Fallstudie nicht zu besprechen, „an (unserer) Stelle akzeptieren“. 

Und obwohl die Mitautorin in höchstrangigen Journalen veröffentlicht hat und deren Ergebnisse auch schon im Deutschen Ärzteblatt besprochen wurden, reiht sich die Behandlung des „aussätzigen“ Themas Homöopathie in die schon leidlich bekannte Vorgehensweise ein, obwohl nahezu 50% der niedergelassenen Ärzte (Zwangsbezieher des Ärzteblatts) auch homöopathisch behandeln. Als kleiner Lichtblick kann das Interesse einer CAM-Expertin an den Details der Fallstudie gewertet werden, aber am erfreulichsten ist natürlich, dass die Patientin weiterhin gesund ist.“

Hintergrund zu Dr. Heinrich Hümmer:
Nach abgeschlossenem Dipl. Bauingenieurstudium Studium der Medizin und anschließend Ausbildung in Pädiatrie, Chirurgie, Gynäkologie und innerer Medizin. Facharzt für Allgemeinmedizin. Von 1986 bis 2016 homöopathisch ausgerichtete Allgemeinarztpraxis mit dem Anspruch Schulmedizin und Homöopathie in verantwortlicher und kritischer Weise bzgl. den jeweiligen Grenzen zu kombinieren. Nach Veräusserung der Praxis weiterhin angestellt als Sicherstellungsassistent in selbiger Allgemeinarztpraxis. Spezialisierung auf adjuvant homöopathische Tumortherapie, homöopathische Therapie bei Kindern und Autoimmunerkrankungen. Homöopathische Ausbildung u.a. bei Vithoulkas. Homöopathie-Diplom und Weiterbildungsberechtigung für Homöopathie.

 

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