homöopathie nordlicht

„Die Veröffentlichung des ersten Reports ist sensationell“: Ärztin Ulrike Fröhlich im Gastbeitrag über australische NHMRC-Homöopathie-Metastudie, First Report 2012

Expert*innen-Einschätzung zum First Report des NHRMC von 2012, einer Meta-Studie über Homöopathie:

Gastbeitrag von Ulrike Fröhlich (Ärztin für Homöopathie, Vorständin Hahnemann-Gesellschaft) für den Homoeopathiewatchblog.de

homöopathie fröhlich

„Die Veröffentlichung des ersten Reports aufgrund eines nicht nachlassenden öffentlichen Drucks ist sensationell, zeigt sie doch klinische Evidenz für viele Indikationen. Gerade die Linderung von Nebenwirkungen bei Strahlen- und Chemotherapien sollten vorrangig weitererforscht werden, da so viele Patientinnen und Patienten davon betroffen sind. Entsprechende Studien sind leicht durchzuführen. Extrem wichtig dabei ist die Expertise erfahrener Ärztinnen und Ärzte, die sich auf die Homöopathie spezialisiert haben.

Der endlich veröffentlichte „First Australien Report“ von 2012 zur Wirksamkeit der Homöopathie, beauftragt vom australischen NHMRC, beschreibt Evidenz für die Indikationen Fibromyalgie, Heuschnupfen, akute Mittelohrenentzündungen, Infekte der oberen Luftwege und postoperativem Ileus, die zur Replikation der Studien und der Weiterentwicklung der Methodik aufrufen! 

Auch die systematische Erforschung bei der Linderung der Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapien geben Hinweise auf einen Nutzen für unsere Patientinnen und Patienten, die dringlich weitererforscht werden sollten, da dies Viele betrifft. Diese Studien sind leicht durchzuführen da die Studiendesigns klar sind und die Beobachtungszeiten kurz (was bei der Behandlung chronisch Erkrankter nicht der Fall ist). Dabei sollte im Sinne der Effektivität die Expertise klinisch erfahrener und auf die Homöopathie spezialisierter Ärztinnen und Ärzte einfließen.

Es ist beeindruckend, welche Menge an klinischen Studien bereits zur Homöopathie durchgeführt wurden. 

Die Forschungsergebnisse und Designs der einzelnen Studien sind sehr unterschiedlich und die Ergebnisse ebenso. Durch deren Zusammenfassung in unterschiedlichen Indikationen gehen positive Effekte sehr guter Studien im Grundrauschen unter. 

In dem Bericht findet sich von wissenschaftlicher Seite der deutliche Aufruf nach mehr Forschung – nicht nach dem Einstellen derselben, wie dies fälschlich immer noch in den Medien kommuniziert wird. 

Wissenschaftliche Kritik und deren Einfließen in die Methodik ist bei der Entwicklung von Forschungsfeldern ein ganz normaler Prozess und führt zu weiterer Forschung. Das Fordern der Einstellung dieser Forschung zeugt von einem Unverständnis wissenschaftlicher Prozesse. Da sind unsere Hochschullehrenden in der Verantwortung.

Homöopathie hat bereits Evidenz seit 2005

Bei der Beurteilung dieses Übersichtsberichtes ist zu beachten, dass es sich hierbei um „Sekundäre Evidenz“ handelt.

Die höherwertige „Primäre Evidenz“ zur Wirksamkeit der Homöopathie durch die Beobachtungsstudie von Prof. Witt, Lehrstuhl Komplementärmedizin, Universität Zürich, besteht bereits seit 2005. Über 70% der chronisch erkrankten Patientinnen und Patienten werden um mehr als 50% deutlich gebessert und diese Effekte bestätigten sich auch nach 8 Jahren. Die einzig sinnvolle praktische Konsequenz dieser Forschungsergebnisse ist die Anwendung der Homöopathie bei allen chronisch Erkrankten, um zu schauen, ob sie zu den 70% Profitierenden gehören. Auffallend bei der Witt Studie ist, dass die daran beteiligten Ärztinnen und Ärzte alle auf die Homöopathie spezialisiert waren. Ein Drittel von ihnen waren Mitglieder der Hahnemann Gesellschaft. Solch einen qualifizierten Behandelnden-Pool steht den meisten klinischen Studien nicht zur Verfügung. Hier sollte die Beratung durch klinisch erfahrene Expertise bei der Planung der Studien deutlich verbessert werden (interne Validität).

Good Scientific Practice GSP – ein Wissenschaftskrimi

Skandalös ist, dass die bestehende Evidenz der Homöopathie in dem 2014 medienwirksam veröffentlichten Übersichtsbericht unterschlagen wird. Die Dreistigkeit, mit der dies geschieht ist ein Schlag in die Gesichter unserer jungen nachkommenden Wissenschaffenden, nimmt sie ihnen doch die Sinnhaftigkeit ihrer Forschungsbemühungen.

Weltweit wurden die Richtlinien zur „Good Scientific Practice“ GSP bereits unterzeichnet und wir können an dieser unsäglichen Manipulation wahrnehmen, dass wir dringend an ihrer praktischen Umsetzung arbeiten müssen.

Die Unterdrückung des „First Australian Report“ von 2012 ist ein historischer Skandal. Seine Veröffentlichung nach dreijährigem, unablässigem Druck aus Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit ist ein bedeutender Schritt hin zur „Good Scientific Practice“ GSP, zeigt dieser Erfolg doch, dass den mannigfaltigen Manipulationen durch anders motivierte Interessen Einhalt geboten werden kann.

Ein wichtiger Beitrag zum Zusammenwachsen einer gesundenden Gesellschaft.“


 

Link zum First Report von 2012 der australischen Behörde NHMRC (Meta-Studie Homöopathie mit ca. 180 Studien, 293 Seiten-PDF),
der bei zahlreichen Indikationen die Wirksamkeit von Homöopathie nachweist – anders als der Second Report von 2015, der nach willkürlichem Ausschluss von 95 % der Studien Homöopathie eine Nicht-Wirksamkeit unterstellte.

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