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Grüne Spitzenpolitikerin Schulz-Asche kritisiert „Diskriminierung der Homöopathie“ und verspricht, sich für Komplementärmedizin einzusetzen

In der Partei Die Grünen tobt eine Auseinandersetzung um die Homöopathie zwischen einem neoliberalen Anti- und einem sozialen Pro-Flügel. Bisher findet die Diskussion noch eher hinter den Kulissen statt, doch sie wird öffentlicher. Der neoliberale Flügel erhält ganz offen die Unterstützung der Anti-Homöopathie-Lobby der Skeptiker-Organisation (Bericht). Der soziale Flügel wird aktuell aktiver und äußert sich häufiger (z.B. Birgit Raab, Ulle Schauws).

In die Diskussion hat sich nun eine grüne Spitzen (Fach-)politikerin eingemischt: Kordula Schulz-Asche, gelernte Krankenschwester und studierte Kommunikationswissenschaftlerin, Sprecherin der Grünen für Pflegepolitik im Bundestag. Auf die Anfrage der homöopathischen Ärztin Dr. med. univ. Eva Koll äußert sich sich Schulz-Asche in einem Schreiben am 2. September (das dem Homoeopathiewatchblog vorliegt) positiv zur Homöopathie.

Darin betont die grüne Politikerin Cordula Schulz-Asche: „Deshalb werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass der komplementärmedizinische Ansatz auch zukünftig als wichtiger Ergänzungspfeiler zur klassischen Schulmedizin gesehen wird.“

Schulz-Asche schreibt zuvor, ihr sei bewusst, „dass gerade kontroverse Debatten in Politik und Gesellschaft oft emotional aufgeladen sind. Das erleben wir mit vielerlei gesundheitsbezogenen Themen. Auch beim Thema Erstattung der Komplementärmedizin ist dies der Fall.“

Sie analysiert, dass es für „die wenigsten gesundheitspolitischen Probleme … einfache Lösungen“ gebe, „schon gar nicht im Arzneimittelbereich“. Die Politikerin der Grünen ergänzt, dass es Themen gebe, die „bei weitem mehr Aufmerksamkeit verdienen.“ Sie benennt eine „Spirale des Fachkräftemangels, der insbesondere im Gesundheitswesen dramatische werden könnte.“ Mit Blick auf diese relevanten und drängenden Themen zeigt sich die Politikern Schulz-Asche verwundert: „Warum gerade in einer solchen Lage mit der Homöopathie eine Methode diskriminiert wird, an deren Wirkung viele Akteure der Gesundheitsberuf sowie Patientinnen und Patienten glauben, ist für mich schwer nachvollziehbar.“

Schulz-Asche erwähnt in ihren Schreiben auch die Abschaffung der Wahltarife für Homöopathie im Frühjahr, zu der sich ihre Fraktion in einem Entschließungsantrag so äußert, wie sie schreibt: „Die mit dem „Terminservice- und Versorgungsgesetz“ geplante Abschaffung der Wahltarife für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen bei den gesetzlichen Krankenkassen ist nicht nachvollziehbar und abzulehnen. Bei den Krankenkassen dürfen nach Rechtslage keine zusätzlichen Kosten durch die Wahltarife anfallen. Es liegt in Verantwortung der Krankenkassen die Einnahmen der Wahltarife so zu kalkulieren, dass sie kostendeckend betrieben werden können. Vor diesem Hintergrund gibt es keinen Grund dieses Angebot zu beschränken. Im Gegenteil sollten komplementäre und integrative Therapieverfahren verstärkt Einzug in das Gesundheitssystem halten.“

Homöopathie-Petition

Abschließend kritisiert die grüne Spitzenpolitikerin den Umgang der Bundespolitik mit der Petition „Rettung der Wahltarife (Nr. 90088). Sie schreibt dazu: „Die Veröffentlichung der Petition 90088 hat sich damals – aus formalistischen Gründen, die wir nicht geteilt haben – ziemlich lange hingezogen. Sie wurde dann aber am 25.03.19 veröffentlicht.“

Die Sprecherin für Pflegepolitik der Grünen, Cordula Schulz-Asche, ergreift mit ihrem Schreiben Partei für die pro-Homöopathie- und pro-Komplementärmedizin-Fraktion in ihrer Partei.

Ihr Schreiben ist eine direkte Reaktion auf den Aufruf des Homoeopathiewatchblog an Ärzte und Heilpraktiker Anfang des Jahres, sich per Abgeordnetenwatch an Politiker zu wenden, um sie zu Stellungnahmen für Homöopathie zu bewegen.


(Foto: Schulz-Asche.de)

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