Erste Ärztekammer streicht Zusatzbezeichnung Homöopathie

Homöopathische Ärzt*innen brauchen die Anerkennung ihrer Landesärztekammer, um sich Arzt/Ärztin für Homöopathie nennen zu können. Nach drei Jahren öffentlichem Druck durch die Anti-Homöopathie-Lobby der weltweit organisierten Skeptiker-Organisation streicht die Bremer Ärztekammer als erste Ärztekammer die Zusatzbezeichnung Homöopathie für Ärzte.

Die Delegierten der Bremer Ärztekammer haben am 9. September eine neue Weiterbildungsordnung WBO verabschiedet, die am 1. Juli 2020 in Kraft treten soll. Wie die Kammer in einer Presseinformation (Link) bekannt gab, haben die Delegierten in der neuen WBO die Zusatzbezeichnung Homöopathie gestrichen, „da wissenschaft­li­che Nachweise ihrer Wirksamkeit fehlen“. Die Bremer Ärztekammer weicht damit von der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer ab, die eine Zusatzbezeichnung vorsieht. Entscheidend für das Zertifikat sind aber die Landesärztekammern. In Bremen wird es daher ab Juli 2020 keine Weiterbildungen oder Zertifizierung für Homöopathie mehr geben.

Ähnliche Absichten hat die Berliner Ärztekammer angekündigt. Ihr Präsident Günther Jonitz hatte im Oktober 2018 in einem Medienbericht angedeutet, die Fortbildungspunkte für Homöopathie von der Ärztekammer streichen zu wollen. Jonitz war offensichtlich auch frühzeitig über die Absicht der Bremer Ärztekammer informiert, wie sich aus einem Tweet von ihm an den Vorstand der Anti-Homöopathie-Lobby INH Lübbers vom August schließen lässt:

homöopathie bremen

Ein Kommentar

  1. Eigentlich ist es Aufgabe einer Ärztekammer in allen Therapiebereichen die Qualifizierung der Ärzte sicher zu stellen. Da ist doch nicht zielführend wenn sich die Kammer aus der Verantwortung zieht und dass nur aus reinem Wissenschaftsdogmatismus. Übrigens bei Medizin sollte es um Patienten und ihr Wohl gehen und nicht um Dogmen.

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