rettet homöopathie petition

Eil: Große Koalition leitet Verbot von Homöopathie bei Krankenkassen ein

Neun Jahre nach seinen ersten Versuch unternimmt SPD-Politiker Karl Lauterbach – mit Gesundheitsminister Jens Spahn – eine zweiten Anlauf:

heute meldet der Tagesspiegel exklusiv, dass Lauterbach gesetzlichen Krankenkassen die Kostenerstattung von Homöopathie verbieten möchte.

Darüber werde er mit Gesundheitsminister Jens Spahn „demnächst sprechen“, so Lauterbach. Auslöser des neuen Vorstoßes von Lauterbach sei die Entscheidung in Frankreich, wo die Gesundheitsbehörde HAS der Regierung in einem Gutachten empfohlen habe, die Erstattung zu verbieten. Der Präsident Emmanuel Macron werde darüber entscheiden.
Lauterbach definiert auch schon den konkreten Weg, den er gehen werde. Nach Überwindung von möglichen Widerständen in SPD und CDU „genüge eine Rechtsverordnung mit entsprechender Anweisung ans Bundesversicherungsamt“. Darüber wolle Lautbach mit Spahn reden.

Lauterbachs Argument für das Verbot der Homöopathie: „Im Sinne der Vernunft und der Aufklärung sowie des Patientenschutzes ist es auch in Deutschland falsch, dass Kassen aus Marketinggründen Homöopathie bezahlen“. 

Als Fürsprecher für den Antrag dienen dem Tagesspiegel die zitierten Lobbyisten: GBA-Chef Hecken (der über Pflichtleistungen von Krankenkassen entscheidet) sowie die Anti-Homöopathie-Lobbyisten Grams und Lübbers.

Lauterbach hatte schon bei seinem ersten Versuch 2010, Homöopathie bei Kassen zu verbieten, Unterstützung von Jens Spahn erhalten (Link). Vor neun Jahren war Lauterbach mit einem ersten Verbotsversuch an Widerständen in den eigenen Reihen gescheitert.

Karl Lauterbach legt nach Erscheinen des Tagesspiegel-Artikels heute noch einmal nach und bezeichnet Homöopathie als „Zauberei“ auf seinem Twitter-Account:

homöopathie lauterbach

Über Ärzte für Homöopathie sagt Lauterbach aktuell im Blog der Skeptiker, Med watch: „Es ist skandalös, dass die sich mit Zusatzbezeichnungen selbst vermarkten, ein peinlicher Vorgang für jeden Kollegen“.


Der Tagesspiegel verschickt eine Pressemeldung über den Artikel an andere Medien (Link), um Lauterbachs Botschaft breit zu streuen.

Hinweis: Bereits im Oktober 2018 hatte ich im Homoeopathiewatchblog davor gewarnt, dass die GroKo genau diesen Weg einschlagen wird, den sie heute gestartet hat, und habe entsprechende Public Affairs- und PR-Maßnahmen ins Spiel gebracht. Was haben die zuständigen Homöopathie-Verbände unternommen, um die Homöopathie für Patienten et al. gegen die absehbare GroKo-Absicht zu schützen? Nichts.

Solch ein politischer Vorstoß von Lauterbach und Spahn ist auch ein Test (wie schon bei den Wahltarifen), wie sehr sich die Homöopathie-Branche wehrt. Ab heute hat sie genug zu tun, um zu zeigen, dass sie die Homöopathie gegen GroKo für die Patienten verteidigen kann.

 

 


 

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