homöopathie antibiotika

Bayerns Landtag gab heute grünes Licht für Studie „Homöopathie als Antibiotika-Ersatz“ – gegen massiven Widerstand der Anti-Homöopathie-Lobby

Bayerns Landtag hat heute Mittag um 14.03 Uhr dem Antrag der CSU und Freien Wähler zugestimmt (120 : 47 Stimmen), Homöopathie als Ersatz oder Ergänzung für Antibiotika in einer Studie zu untersuchen (Link zum Antrag). Für die Studie stimmten auch die Grünen, gegen die Studie stimmten SPD, AfD und FDP, wie sie in ihren Reden ankündigten.

Die Anti-Globuli-Lobby hatte gegen den Antrag lobbyiert, u.a. mit einem bedrohlich wirkenden Brief an alle Abgeordneten des Landtages. Die Anti-Lobby muss mit der Studie schon die zweite politische Niederlage binnen einer Woche einstecken. Sie war bereits mit ihrem Versuch gescheitert, die Grünen zu einem Anti-Globuli-Antrag auf deren Parteitag zu bewegen. Nach Engagement der Homöopathie-Community stimmen die Grünen nicht gegen Globuli und versetzten der Skeptiker-Bewegung in dieser Woche einen ersten politischen Dämpfer.

Dies führt zu der übergeordneten Frage, warum es Aktivitäten gegen Homöopathie gibt, besonders mit Blick auf Antibiotika. Die Gründe für das mögliche Engagement der Industrie gegen Homöopathie sind einfach zu ermitteln, dafür muss man nur die Themen der Anti-Homöopathie-Lobby analysieren und mit Produktgruppen der Pharmaindustrie vergleichen, mit denen diese großen Umsatz macht. (Ergänzung: Der Homoeopathiewatchblog hatte die Namen zweier Lobbyisten der Anti-Homöopathie-Lobby veröffentlicht, die von zwei Pharmakonzernen finanziert wurden bzw. werden (Link).

Der (heute gescheiterte) Einsatz einzelner Anti-Homöopathie-Lobbyisten für Antibiotika und gegen die Homöopathie-Studie der CSU und Freien Wähler wirkt demnach nachvollziehbar. Weltweit sind Antibiotika für Pharmakonzerne eine Cashcow mit wenig Ausgaben für Forschung und hoher Gewinnspanne für alte Lizenzen. Aus der teuren Antibiotika-Forschung haben sich die großen Pharmakonzerne mittlerweile zurückgezogen, wie die „Tagesschau“ recherchierte.

Umsatz mit Antibiotika und Einsatz von Homöopathie

Pharmaunternehmen machen ca. 800 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr weltweit. Davon entfallen 100 Milliarden auf konventionelle Krebsmedikamente, 40 Milliarden Umsatz auf Antibiotika. Die Zahlen entstammen Wirtschaftszeitschriften wie Brand eins. Bei beiden Medikamentengruppen sind Homöopathika starke Konkurrenten, die den Umsatz der Pharmaindustrie bedrohen.

Ausgehend von der Landwirtschaft wird beispielsweise auch beim Menschen der exzessive Einsatz von Antibiotika in Frage gestellt. In Bayern setzt schon jeder dritte Landwirt Globuli statt Antibiotika ein und kann damit 90% seiner Medikamentenkosten sparen, wie die Tierhomöopathin Birgit Gnadl hier im Watchblog berichtete. Auch beim Menschen ist die die Entwicklung ähnlich. Die Krankenkasse IKK Südwest hat, wenig beachtet, eine Zahl veröffentlicht, wonach sie 36% ihrer Medikamentenkosten für Kinder bei Antibiotika durch Einsatz von Globuli einspart. Schweizer Krankenkassen haben durch Analyse ihrer Versichertendaten ermittelt, dass Ärzte mit Homöopathie 53% der Kosten für Antibiotika sparen (Link).

Würde man weltweit eine medizinische Kampagne starten, um Antibiotika bei Mensch und Tier durch Globuli zu ersetzen oder zu ergänzen, wären 40 Milliarden Dollar Umsatz der Pharmaindustrie bedroht.

Medien und Lobby gegen Homöopathie

Die Anti-Homöopathie-Lobby wurde bei ihrem Lobbying in Bayern gegen Globuli auch vom öffentlich-rechtlichen Sender Bayrischer Rundfunk unterstützt. Beispielsweise kamen in einem Radiobeitrag von Bayern 2 heute zwei bekannten Anti-Homöopathie-Lobbyisten zu Wort. Einer wird sogar offen als Mitglied der Lobby vorgestellt. Im Beitrag kommt kein Homöopathie-Experte zu Wort, nur Gegner.

Die beiden Niederlagen für die Skeptiker-Lobby legen bei der Lobby die Nerven blank, was bei einzelnen ihrer Akteure zu aggressiverem Auftreten führt. So ruft die Skeptiker-Lobby beispielsweise ihre Trolle dazu auf, in einer Art Stasi-Manier an den Heilpraktiker-Newsblog, der auch über Skeptiker-Kampagne gegen Heilpraktiker berichtet, gefälschte Patienten-Geschichten zu schicken, was aber aufgefallen ist und abgewehrt wurde (Link).

Die Entscheidung des bayrischen Landtages ist auch ein großer politischer Erfolg für die Homöopathie-Community (bereits der Zweite nach dem Grünen-Antrag) und sollte von ihr mit allen Kräften unterstützt werden. Denn die Anti-Homöopathie-Lobby wird nicht ruhen, die Studie zu bekämpfen.

Ein Kommentar

Ich freue mich auf Ihren Kommentar, bitte beachten Sie die Kommentarregeln (sachlich, Meinung ohne Beleidigung etc.) und die DSGVO (siehe Menü).

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.