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Zweitgrößte Stadt Frankreichs wählt Ärztin für Homöopathie zur Bürgermeisterin: Dr. Michèle Rubirola ist erste Frau an Marseilles Spitze

Die Bürgermeisterwahl in Marseille brachte ein faustdicke Überraschung: Die Bewohner der Millionen-Metropole wählten erstmals eine Frau und erstmals eine Ärztin für Homöopathie als Stadtoberhaupt. Die 63-jährige Dr. Michèle Rubirola ist Mitglied der Grünen. Sie hat in Frankreich Medizin studiert und sich nach ihrem Doktor mit Spezialisierung auf Homöopathie in einer Allgemeinpraxis niedergelassen. Seit den 70er Jahren engagiert sie sich politisch. Und spielte in der Frauenmannschaft des Fußballclubs Olympique Marseille.

Heute ist Rubirola in der Patientenaufklärung und der Gesundheitspolitik aktiv. Rubirola äußert sich auch öffentlich zur Homöopathie und fordert, sie im Interesse der Patienten verstärkt einzusetzen. Und sie kritisiert öffentlich die Kampagne in Frankreich gegen Homöopathie, die dazu führe, dass die Therapie aus der medizinischen Gemeinschaft ausgeschlossen und den Patienten vorenthalten werde.

Die neue Bürgermeisterin von Marseille praktiziert seit ihrem 26. Lebensjahr Homöopathie. Sie nutzt sie, um die chronischen Krankheiten von Patienten zu unterstützen, die in einkommensschwachen Gegenden leben. Dr. Rubirola sieht in dieser alternativen Medizin viele Vorteile, darunter niedrige Kosten, Wirksamkeit, das Fehlen von Arzneimittelwechselwirkungen oder schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen usw. Die Homöopathie vermeidet auch Gesundheitsskandale. Ihre Haltung zur Homöopathie hat ihr Kritik aus der Schulmedizin eingebracht.

Homöopathie hat in Frankreich nach einer Kampagne der Anti-Homöopathie-Lobby – gestartet nach einem Treffen von Pharmakonzernen mit Frankreichs Präsidenten Macron (Bericht) – einen schweren Stand. Die Regierung hat im letzten Jahr beschlossen, dass Frankreichs Krankenkassen Homöopathie ab 2021 nicht mehr erstatten. Ärzte und Hersteller hatten mit einer Aufklärungsaktion unter dem Motto „Mon Homeopathie mon choix“ dagegen protestiert.

Marseille ist nach Paris die zweitgrößte Stadt Frankreichs mit ca. 800.000 Einwohnern und einem Metropolen-Einzugsgebiet von 3,5 Millionen Menschen. Die Stadt gilt als hartes politisches Pflaster und Sprungbrett für weitere Ämter. Mehrere Bürgermeister der Stadt stiegen weiter zu Ministern auf.

 


Foto: Michèle Rubirola, © Raphaël Bianchi für Printemps Marseillais

 

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