homöopathie

Weltweit erstmals wurde eine Homöopathin zur Präsidentin aller Ärzte gewählt: Yvonne Gilli führt 40.000 konventionelle und komplementäre Ärzt*innen der Schweiz

Den 1. Februar können sich Ärzte für Homöopathie und die Homöopathie-Community rot im Kalender anstreichen. An diesem Tag wird – weltweit erstmals – eine Ärztin für Homöopathie Präsidentin des größten Arztverbandes eines Landes. Dr. med. Yvonne Gilli wird an diesem Tag die oberste Ärztin von 40.000 Schweizer Ärzten und Ärztinnen als Präsidentin des Arztverbandes FMH. Eine Homöopathin leitet dann die Politik aller konventionellen und komplementären Ärzte – das gibt es nicht einmal in Indien, dem weltweit einzigen Land mit einem Homöopathie-Ministerium. 

Seit 2018 gehört die Homöopathie nach einem Volksbegehren von 2009 zur Grundversorgung der Krankenkassen in der Schweiz. Bereits 2012 hatte sich Yvonne Gilli als Parlamentarierin der Grünen dafür eingesetzt, dass jeder Arzt eine Grundausbildung in komplementärer Medizin erhält und diese Ausbildung im Gesetz verankert ist.

Schon vor ihrem Amtsantritt am 1. Februar wird die Ärztin für Homöopathie von Lobbyisten der konventionellen Medizin und der Schweizer Skeptiker-Lobby in den Medien öffentlich angefeindet. Themen sind u.a. ihre Haltung zur Masern-Impfung und zur Homöopathie. Die Lobbyisten drohen damit, dass Ärzte den Verband FMH nach Gillis Amtsantritt verlassen könnten. Die Realität sieht jedoch anders aus, wie der aktuelle FMH-Präsident Jürg Schlup meldet: «Die Ärztekammer der FMH hat mit Frau Gilli eine ausgewiesene Medizinerin (…) an die Spitze des Verbands gewählt. Ihre Kandidatur hat daher eine überwiegende Mehrheit der Delegierten der Ärztekammer der FMH überzeugt.» Die kritischen Stimmen scheinen dabei in der Minderheit zu sein, denn: «Die FMH verzeichnet in den letzten Monaten einen kontinuierlichen Zuwachs an Mitgliedern.»


(Foto: Yvonne Gilli/FMH)