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Watchblog bereitet Verbände auf mögliche Anfragen des ZDF  zu Böhmermann vor

heilpraktiker

Kurzfassung für Schnellleser:
Nach der Böhmermann-Sendung zum Thema Heilpraktiker läuft beim ZDF ein formelles Programmbeschwerdeverfahren. Der Homoeopathiewatchblog hat Heilpraktikerverbände heute darüber informiert, weil der Fernsehrat im weiteren Verlauf Einschätzungen von Berufsvertretungen einholen könnte. Die Mail dient der Transparenz und der Vorbereitung.

Programmbeschwerde nach der Böhmermann-Sendung

Nach der ZDF-Sendung von Jan Böhmermann vom 19. Dezember 2025 zum Thema Heilpraktiker ist beim ZDF-Fernsehrat ein formelles Programmbeschwerdeverfahren anhängig. Der Fernsehrat hat hierfür einen Heilpraktiker als Leitbeschwerdeführer benannt.

Über den aktuellen Stand dieses Verfahrens hat der Homoeopathiewatchblog am 25. Januar 2026 die Vorstände von über 30 Heilpraktikerverbänden sowie Landesverbänden informiert.

Rolle des Watchblogs

Der Watchblog ist selbst am Verfahren beteiligt. Auch das wird in der Information offen benannt: „Mit diesem stehe ich im Austausch und unterstütze ihn – als Co-Beschwerdeführer und Journalist.“

Warum Verbände informiert wurden

Gegenstand des Verfahrens ist die medienrechtliche Prüfung, ob die Sendung den programmlichen Anforderungen des ZDF entspricht. Es geht dabei nicht um politische Bewertungen, sondern um Fragen der Darstellung und um mögliche Wirkungen einer solchen Sendung auf einen betroffenen Berufsstand.

Der Anlass für die Information der Verbände ist vorsorglich. In der Mail wird darauf hingewiesen, dass es für den Fernsehrat im weiteren Verlauf relevant sein könne, „neben der individuellen Programmbeschwerde auch einzuschätzen, welche Wirkungen eine solche Darstellung auf einen betroffenen Berufsstand entfaltet“.

In diesem Zusammenhang könne es sein, dass der Fernsehrat Einschätzungen von Berufsvertretungen einholt, etwa zu möglichen Folgen für Mitglieder der jeweiligen Verbände.

Keine Einflussnahme

Zugleich wird in der Mail ausdrücklich klargestellt, dass es sich nicht um eine Einflussnahme handelt. „Mir ist wichtig klarzustellen, dass diese Nachricht weder als Angriff noch als Form der Einflussnahme oder Druckausübung zu verstehen ist.“

Die Information diene ausschließlich der frühzeitigen Transparenz und der Vorbereitung für den Fall, dass der Fernsehrat im Rahmen seiner Prüfkompetenz auf Verbände zukommen sollte. Die Mail ging zeitgleich an über 30 Heilpraktikerverbände inklusive Landesverbänden.

Stand der weiteren Schritte

Zum Stand des Verfahrens wird ausgeführt, dass derzeit die schriftliche Erwiderung auf die Stellungnahme des ZDF-Intendanten vorbereitet wird. Diese erfolge „durch den Leitbeschwerdeführer (ein Heilpraktiker), durch mich als Journalisten und ebenfalls Beschwerdeführer und durch meinen Anwalt als fachliche Unterstützung“.

Nach deren Eingang sei mit der weiteren Befassung des Fernsehrats zu rechnen.

Einordnung der möglichen Wirkungsdimension

Im Postskriptum verweist der Watchblog auf den möglichen Wirkungsrahmen, der für die medienrechtliche Bewertung eine Rolle spielen kann. Dort wird auf eine aktuelle Auswertung verwiesen, nach der „47.000 Heilpraktiker in Deutschland laut BMG rund 29 Millionen Patientinnen und Patienten pro Jahr“ behandeln – eine Größenordnung, die in einzelnen Bereichen mit der ambulanten fachärztlichen Versorgung vergleichbar ist.

Für den Fernsehrat könne dieser Kontext insofern relevant sein, als sich die Frage stelle, welche Reichweite und Wirkung eine pauschalisierende Darstellung eines solchen Berufsstands entfalten kann.

Transparenzhinweis

Zur vollständigen Einordnung stelle ich die Information an die Heilpraktikerverbände nachfolgend im Wortlaut zur Verfügung.

Anfang der weitergeleiteten Nachricht:
Von: „christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de“ <christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de>
Betreff: Hinweis zum Programmbeschwerdeverfahren beim ZDF zur Sendung Böhmermann / 29 Millionen Patienten bei Heilpraktikern pro Jahr
Datum: 25. Januar 2026 um 06:04:18 MEZ
An: „Christian J. Becker“ <christian.j.becker@gmx.net>

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Vorstände von Verbänden der Heilpraktikerschaft,

ich möchte Sie kurz darüber informieren, dass im Zusammenhang mit der ZDF-Sendung von Jan Böhmermann zum Thema Heilpraktiker vom 19.12.2025 derzeit ein formelles Programmbeschwerdeverfahren beim ZDF-Fernsehrat anhängig ist. Der Fernsehrat hat hierfür einen Heilpraktiker als Leitbeschwerdeführer benannt. Mit diesem stehe ich im Austausch und unterstütze ihn – als Co-Beschwerdeführer und Journalist.

Gegenstand des Verfahrens ist die Prüfung, ob die Sendung den programmlichen Anforderungen des ZDF entspricht. In diesem Zusammenhang kann es für den Fernsehrat relevant sein, neben der individuellen Programmbeschwerde auch einzuschätzen, welche Wirkungen eine solche Darstellung auf einen betroffenen Berufsstand entfaltet. Zu diesem Zweck könnte der Fernsehrat im weiteren Verfahren in den nächsten Wochen Einschätzungen von Berufsvertretungen wie von Ihrem Verband einholen, insbesondere zur Frage möglicher Folgen für Mitglieder der jeweiligen Verbände.

Mir ist wichtig klarzustellen, dass diese Nachricht weder als Angriff noch als Form der Einflussnahme oder Druckausübung zu verstehen ist. Sie dient ausschließlich der frühzeitigen Information von mir als am Verfahren beteiligter Journalist und als Vorwarnung für Sie und Vorbereitung, falls der Fernsehrat im Rahmen seiner Prüfkompetenz auf Verbände zukommen sollte. Diese Information geht parallel an über 30 Heilpraktikerverbände inkl. Landesverbänden, um diese rechtzeitig auf den Stand zu bringen. Aktuell wird die schriftliche Erwiderung auf die Stellungnahme des ZDF-Intendanten durch den Leitbeschwerdeführer (ein Heilpraktiker), durch mich als Journalisten und ebenfalls Beschwerdeführer und durch meinen Anwalt als fachliche Unterstützung vorbereitet; nach deren Eingang ist mit der weiteren Befassung des Fernsehrats zu rechnen.

Den aktuellen Stand des Verfahrens finden Sie in diesem Artikel zusammengefasst: Link.

Mit freundlichen Grüßen

Christian J. Becker

| Gesundheitsjournalist | Dipl. oec. troph. |

Redakteur
Homoeopathiewatchblog.de
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PS: Zur Einordnung der möglichen Wirkungsdimension: In einer aktuellen Auswertung auf dem Homoeopathiewatchblog wurden verfügbare empirische Daten zur Versorgung durch Heilpraktiker zusammengeführt. Demnach behandeln 47.000 Heilpraktiker in Deutschland laut BMG rund 29 Millionen Patientinnen und Patienten pro Jahr – eine Größenordnung, die in einzelnen Bereichen mit der ambulanten fachärztlichen Versorgung vergleichbar ist. Für die medienrechtliche Bewertung durch den ZDF-Fernsehrat kann dieser Kontext insofern relevant sein, als sich die Frage stellt, welche Reichweite und Wirkung eine pauschalisierende Darstellung eines solchen Berufsstands entfalten kann. Der Hintergrundartikel ist hier dokumentiert: 
https://homoeopathiewatchblog.de/2026/01/24/heilpraktiker-behandeln-29-millionen-patienten-pro-jahr-eine-groessenordnung-wie-in-der-fachaerztlichen-versorgung-auswertung-empir-gutachten-plus-vergleichszahlen-aerzte/
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