Politische Überraschung: CDU definiert Evidenz der Homöopathie neu – politisch und nicht wissenschaftlich – und widerspricht Indien und Schweiz

Kurzzusammenfassung für Schnellleser: Entscheidend für das Aus der Homöopathie bei den Kassen ist der Bewertungsmaßstab der Regierung. Die CDU begründet das geplante GKV-Aus seit Monaten mit einem scheinbar eindeutigen Argument: fehlende wissenschaftliche Evidenz. Bisher war die Linie klar. Evidenz gelte als nicht vorhanden, weil Studien keine ausreichende Wirksamkeit belegen würden. Die Begründung lief damit durchgehend über einen wissenschaftlichen Maßstab (ohne Therapeutenerfahrung und Patientenwünsche zu berücksichtigen). Am 16. April wurde dieser Evidenz-Maßstab von der CDU neu definiert. Die CDU definiert laut einer Sprecherin Evidenz nicht mehr ausschließlich wissenschaftlich, sondern beschreibt ihre Anwendung ausdrücklich als politisch. Auslöser dieser öffentlich bekannt gewordenen Verschiebung

homöopathie

Auch die SPD begründet das GKV-Aus der Homöopathie – Antwort eines Spitzenpolitikers an eine Watchblog-Leserin

Kurzfassung für Schnellleser Wochenlang lief die politische Debatte über das geplante GKV-Aus für Homöopathie weitgehend ohne die SPD. CDU-Politiker haben die Öffentlichkeit und Politik zur Homöopathie dominiert. Die Sozialdemokraten blieben auffällig zurückhaltend. Jetzt meldet sich die SPD erstmals klar zu Wort durch ihren gesundheitspolitischen Spitzenpolitiker.  Auslöser der Positionierung ist die Frage einer Leserin des Homoeopathiewatchblogs auf Abgeordnetenwatch. Der SPD-Sprecher für Gesundheitspolitik und Arzt Dr. Christos Pantazis macht deutlich: Die gesetzliche Krankenversicherung soll sich an evidenzbasierter Medizin orientieren, Leistungen ohne wissenschaftlichen Nachweis gehören aus seiner Sicht nicht in den Leistungskatalog. Das GKV-Aus für Homöopathie erscheint damit aus SPD-Sicht als folgerichtige Entscheidung.

homöopathie

Erste Homöopathie-Studie zur Mobilisierungsfähigkeit politischer Kampagnen veröffentlicht: Vergleich von Verband, Kampagne und Leserplattform

Titel der Studie: Mobilisierungsfähigkeit politischer Kampagnen im Homöopathie-Diskurs: Vergleich von Verbandsstrukturen und freiem Journalismus anhand dreier Unterschriftenkampagnen (April, Mai 2026 – veröffentlicht 2. Mai 2026) Abstract Diese Analyse untersucht die Mobilisierungsfähigkeit politischer Kampagnen dreier Akteure im Kontext der aktuellen gesundheitspolitischen Debatte: eines ärztlichen Verbands (DZVhÄ), einer organisationsgetragenen Kampagnenplattform (Weils hilft) und eines unabhängigen journalistischen Angebots als Leserplattform (Homoeopathiewatchblog). Grundlage sind öffentlich zugängliche bzw. selbst erhobene Daten zu Reichweite und Unterschriftenzahlen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mobilisierungsquoten trotz unterschiedlicher Ausgangsbedingungen in einem vergleichbaren Bereich liegen: Homoeopathiewatchblog 8,2 % (Conversion innerhalb der Leser eines Offenen Briefs), DZVhÄ 7,2 % (bezogen auf die

homöopathie

Warum staatliche Skepsis gegenüber Homöopathie und Heilpraktikern eine lange Tradition hat: Analyse von 1936 bis 2026

Hinweis zur historischen Einordnung Diese Analyse setzt keine politischen Systeme gleich. Insbesondere erfolgt keine Gleichsetzung zwischen dem NS-Staat und der heutigen Bundesrepublik. Der Bezug auf die NS-Zeit dient ausschließlich der Auswertung amtlicher Quellen und der Analyse staatlicher Regulierungsmuster im Umgang mit medizinischen Verfahren. Untersucht wird die Struktur staatlichen Handelns (Prüfung, Bewertung, Regulierung), nicht die politische Systemqualität. Warum staatliche Skepsis gegenüber Homöopathie und Heilpraktikern eine lange Tradition hat: Analyse von 1936 bis 2026 Eine umfangreiche historische Analyse (7 Seiten, 18.000 Zeichen) der staatlichen Kritik an Komplementärmedizin von 1936 bis 2026 auf Basis von amtlichen Primärquellen – von Christian J. Becker, Gesundheitsjournalist

Nächste Anti-Homöopathie-Kampagne erkennbar: Spiegel, SPD, Skeptiker attackieren Arzneimittelstatus und Apothekenpflicht  

Der Homoeopathiewatchblog beschäftigt sich seit 2018 auch mit den Gegnern der Homöopathie. Ziel der Berichterstattung ist es, die Homöopathie-Gemeinschaft über Aktivitäten der Gegenseite zu informieren und als Frühwarnsystem auf neue Entwicklungen aufmerksam zu machen. Seit Jahren ging es dabei vor allem um die GKV-Verankerung. Jetzt rückt ein neues Thema in den Mittelpunkt: der Arzneimittelstatus der Homöopathie, der von Gegnern erkennbar im April als Folgekampagne nach GKV-Aus attackiert wird. Während viele in der Homöopathie noch mit dem GKV-Aus beschäftigt sind, zeichnet sich nämlich bereits die nächste Phase der Auseinandersetzung ab. Sie läuft leiser an, ist aber in ihrer Tragweite größer. Es

Homöopathie-Gemeinschaft gibt nicht auf: Offener Brief an Gesundheitsministerin Warken wird heute mit 820 Unterschriften übergeben

Kurzfassung für Schnellleser Am Tag nach dem Kabinettsbeschluss zum GKV-Aus der Homöopathie am 29. April wird der offene Brief des Homoeopathiewatchblog heute am 30. April an Gesundheitsministerin Nina Warken übergeben – als direkte Reaktion auf die gestrige Regierungsentscheidung. 820 Freunde der Homöopathie haben sich daran mit ihrer Unterschrift beteiligt (Link). Der Brief bündelt Erfahrungen, Positionen und Erwartungen von Patienten, Ärzten, Heilpraktikern und Herstellern – und zeigt: Die Homöopathie-Gemeinschaft ist sichtbar und meldet sich zu Wort.   In eigener Sache:Wenn Sie die Arbeit des Watchblog unterstützen möchten, finden Sie hier die Möglichkeit dazu.Der Artikel geht direkt darunter weiter. ☕ Unterstützen Sie