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Wie kam es dazu, dass Homöopathie in der Türkei eine Rolle spielt bei der Covid-19-Behandlung? Interview mit Apothekerin und BÜTAD-Gründerin Fatma Henden, dem Kopf hinter dieser Entwicklung

Am 9. April hatten türkische Wissenschaftler der Forschungsgemeinschaft BÜTAD die weltweit erste Studie zum Thema „Homöopathie gegen Corona“ vorgelegt (Bericht mit Grafiken im Watchblog). Ihr Ergebnis: 83 % der Covid-19-Patienten profitierten nach Einnahme von Homöopathika und gesundeten in kurzer Zeit. Die Studie hat positive Folgen im Gesundheitssystem: immer mehr Ärzte und Apotheker setzen auf Homöopathie.

Wie kam es zu dieser Entwicklung und was können andere Länder von der Türkei lernen? Dazu befragte ich den Kopf hinter dieser Entwicklung in der Türkei, die Apothekerin Fatma Henden. Im Interview zeigt sie den Weg auf. Sie machte eine Homöopathie-Ausbildung in Deutschland, dann verbreitete sie das erworbene Wissen in der Türkei an andere Apotheker und Ärzte – und organisierte aktuell eine Kooperation von BÜTAD mit der Hahnemann-Gesellschaft zur Behandlung von Covid-19.

Fatma Henden ist Apothekerin mit eigener Apotheke und lebt in Bursa in der Türkei. Nach dem Besuch und Abschluss des Gymnasiums in der Türkei hat sie Pharmazie in München und Eskişehir studiert. 2015 hat sie bei der Hahnemann-Gesellschaft eine Homöopathie-Ausbildung absolviert. Seitdem unterrichtet sie Homöopathie an drei Universitäten in der Türkei für Ärzte, Zahnärzte und Apotheker. Und sie gründete die Forschungsgemeinschaft BÜTAD. Fatma Henden ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Durch Fatma Hendens Aktivitäten und die daraus resultierenden Einsätze von Ärzten und Apothekern in der Türkei konnten bereits viele Menschen mit Homöopathie behandelt und gerettet werden. Und die Entwicklung in der Türkei nimmt weiter Fahrt auf, wie Sie im folgenden Interview lesen können.

Christian J. Becker: Die Forschungsorganisation BÜTAD von Ärzten und Apothekern hat die erste Studie zum Thema „Behandlung von Covid-19 mit Homöopathie“ veröffentlicht. Das wichtigste Ergebnis ist, dass 25 von 30 Patienten mit der Behandlung durch Homöopathie gesundeten. Wie bewerten Sie das Studienergebnis? 

Fatma Henden: Dieses Ergebnis haben wir in rund 20 Tagen erreichen können. Es waren zum größten Teil ambulante Patienten. Wir haben hier gesehen, dass die Homöopathie bei der Behandlung von Coronainfektion eine relevante Möglichkeit ist. Die anderen Patienten sind immer noch in Behandlung. Ich hoffe, dass alle genesen werden. Weitere Studien sind erforderlich, um genauere Schlussfolgerungen zu ziehen. Dafür werden wir unsere Studien fortsetzen.


Christian J. Becker: Weltweit wird nach Medikamenten gegen Covid-19 gesucht. Die Homöopathie-Community legt als erste Therapieform die Ergebnisse
von konkreten Behandlungen mit Medikamenten vor. Wie schätzen Sie die Homöopathie als mögliche Therapie gegen Covid-19 kurz- und langfristig ein?

Fatma Henden: Nach meiner Ansicht sind die Ergebnisse der Homöopathie kurzfristig sehr erfolgreich und sinnvoll. Für langfristige Ergebnisse sollten Forschungen und Studien an Krankenhäusern im großen Stil durchgeführt werden, um vergleichen zu können, wie die Ergebnisse bei schwer erkrankten Corona-Patienten sind und wie Homöopathie gegenüber anderen Therapiemöglichkeiten abschneidet. Dann können wir evidenzbasierte Schlussfolgerung in kürzeste Zeit konkret vorlegen. Aber auf der anderen Seite haben wir im Moment gegen Coronavirus keine effektiveren Medikamente in der Schulmedizin. Homöopathie ist hier viel effektiver und präziser. Die Corona Symptome sind von Patient zu Patient verschieden. Hier kann Homöopathie wieder gute Ergebnisse bringen, weil Homöopathie patientenspezifisch individualisiert.


Christian J. Becker: In der Studie werden die Ergebnisse von 30 Fallberichten ausgewertet. Vielleicht können Sie einen Fall konkret schildern, der zeigt, wie wirkungsvoll die Homöopathie gegen Covid-19 sein kann und welche Leistungen dabei die Ärzte und Apotheker von BÜTAD bringen. 

Fatma Henden: Bei dieser Studie haben verschiedene Fachärzte zusammengearbeitet. Die homöopathischen Ärzte haben die Fallberichte meist von den Krankenhäusern geschickt bekommen. Die Ergebnisse von den homöopathischen Apothekern haben wir hier bei dieser Studie nicht hinzugefügt, weil diese nur ambulante und leichter erkrankte Fälle behandelten, von Menschen, die sie näher kannten, was selbstverständlich noch erfolgreicher war. Das Ergebnis eines Falles dieser Studie war für mich sehr interessant. Bei einer Familie wurden alle, Vater, Mutter, Tochter krank. Die Tochter hat nur Homöopathie benutzt und am nächsten Tag war sie fast gesund. Der Vater hat Homöopathie und Schulmedizin ohne Analgetikum zusammen benutzt und er war am vierten Tag fast gesund. Die Mutter hat Homöopathie und Schulmedizin und dazu Analgetikum zusammen benutzt und ihre Behandlung dauert noch über zehn Tage. Alle waren am gleichen Tag erkrankt.

Christian J. Becker: Sie haben in Deutschland bei der Hahnemann-Gesellschaft eine der umfangreichsten Ausbildung in ärztlicher Homöopathie gemacht. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine solche hochwertige homöopathische Ausbildung, damit die Homöopathie sich weltweit noch mehr etablieren kann?

Fatma Henden: Ja, ich habe 2015 in Stuttgart bei der Hahnemann Gesellschaft die Homöopathie Ausbildung gemacht. Ich habe den Dreimonatskurs gemacht und habe einen Monat in einem Krankenhaus hospitiert. Danach wurde meine Ausbildung von den türkischen Behörden anerkannt. Homöopathie ist seit Oktober 2015 in der Türkei staatlich anerkannt und hat damit einen Rechtsstatus. Bei uns findet die Homöopathie-Ausbildung an bestimmten Universitäten nur für Ärzte, Zahnärzte und Apotheker statt und wird vom Gesundheitsministerium zertifiziert.

Seit Anfang 2017 unterrichte ich Homöopathie in der Türkei an drei verschiedenen Universitäten. Seitdem habe ich über vierhundert Ärzte, Zahnärzte und Apothekern absolviert. Es ist eine enorme Zahl. Einige dieser Absolventen sind jetzt Dozierende geworden. Ich tue mein Bestes dafür, dass die Homöopathie sich in der Türkei entwickeln kann. Deswegen haben wir hier vor einem Jahr eine Gesellschaft gegründet. Im Moment haben wir über vierhundert Mitglieder. Hier haben wir drei verschiedene Homöopathie Gesellschaften und sie erteilen auch Homöopathie-Unterricht. Eines muss ich sagen: wir haben fast um das Zehnfache mehr Mitgliederzahl als die anderen Gesellschaften hier, obwohl wir die jüngste sind. Wir sind so erfolgreich, weil man von unseren Dozenten die bessere Ausbildung erhält. Unsere Ausbildungsbasis steht auf dem Curriculum der Hahnemann-Gesellschaft und auf meiner Ausbildung. Bei der Hahnemann-Gesellschaft bekommt man Informationen von neuestem Wissenstand mit besten Heilergebnissen. Der Beweis dafür ist unsere Leistung hier. Von der Hahnemann Gesellschaft bekommt man nicht nur die Homöopathie Ausbildung, sondern man wird immer in allen Bereichen gefördert. Man hat immer Unterstützung, wo man Hilfe braucht. Homöopathie ist ein sehr großes Feld. Man kann nicht alles in einer Ausbildung lernen. Man lernt auch aus den Krankheitsfällen. Da meistens hoffnungslose Fälle zur Homöopathie kommt, braucht man tiefer greifende Ausbildungsform und Unterstützung, was ich bei der Hahnemann-Gesellschaft bestens erhalte. Ich bedanke mich sehr dafür bei der Hahnemann-Gesellschaft und bei der Ärztin Ulrike Fröhlich.

Zum Beispiel: Corona ist neu. Wir hatten keinerlei Erfahrung damit. Wir haben Unterstützung gebraucht. Die Ärztin Ulrike Fröhlich hat innerhalb weniger Tage ein Online- Seminar ausgearbeitet und am 19.03. 2020 durchgeführt. Danach haben wir sofort mit der Studie angefangen. Jetzt haben wir ein kurzes Corona-Repertorium Computerprogramm gemacht. Es wird in Kürze in Englisch und Deutsch verfügbar sein. Wir wollen, dass diese wertvollen Informationen für jeden zu erreichen ist.

Christian J. Becker: Vielen Dank für das Gespräch.

(In eigener Sache: Ich freue mich besonders, dass dieses Interview als 600ster Artikel seit Gründung des Homoeopathiewatchblog im September 2018 erscheint. Aktuell lesen 20.000 Leser täglich die Artikel des Watchblog. Damit ist der Homoeopathiewatchblog das Medium zum Thema Homöopathie mit der größten Reichweite. 80 % der Leser kommen aus Deutschland, die weiteren 20 % kommen aus 50 Ländern weltweit) 

 


Foto: Fatma Henden, privat

 

 


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2 Kommentare

  1. Pingback: Akutbehandlung Covid-19 - Dreimonatskurs der Hahnemann Gesellschaft

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