Die Petition #rettedeinehomöopathie auf Openpetition ist vorzeitig von mir als Initiator beendet worden. Nach knapp zwei Tagen lagen 867 Unterschriften vor. Das ist keine fehlende Resonanz. Es zeigt im Gegenteil, dass Unterstützung vorhanden ist. Das ist nun schon die zweite gescheiterte Homöopathie-Petition innerhalb von drei Wochen.
Die entscheidende Frage ist daher: Warum ist auch dieser zweite Anlauf gescheitert?
Aus meiner Sicht liegt die Ursache nicht bei den Unterstützern, sondern in den Rahmenbedingungen. Eine zuvor von mir am 30. März gestartete Bundestagspetition wurde auf Wunsch von Homöopathie-Verbänden weils hilft und DZVHAE gestoppt. Sie haben mir diese Aufforderung schriftlich mitgeteilt. Mein Appell an die Verbände, die Petition im Sinne der Homöopathie zu unterstützen oder wenigstens nicht zu bremsen, verpuffte. Die anschließende von mir gestartete Petition #rettedeinehomöopathie auf der Plattform openPetition ab 21.4. wurde von den Homöopathie-Verbänden aktiv boykottiert: Verbände wie der VKHD haben ihre Mitglieder aktiv per E-Mail aufgerufen, die Petition nicht zu unterzeichnen. Wieder war mein Appell an die Verbände, im Sinn der Homöopathie gemeinschaftlich zu handeln, verpufft.
Unter diesen Bedingungen mit Verbänden als Petitionsgegnern wie weils hift, DZHAE und VKHD mit ihrem Millionenbudget und Reichweite an ihre Mitglieder gegen die beiden Petitionen war es für mich als einzelner Initiator realistischerweise nicht möglich, die Dynamik zu erreichen, die für 30.000 Unterschriften nötig gewesen wäre.
Die beendete Petition auf Openpetition ist weiter einsehbar inklusive aller Unterschriften und aller Kommentare – als Mahnmal für die Homöopathie-Gemeinschaft: https://www.openpetition.de/petition/online/rettedeinehomoeopathie-sagen-sie-nein-zur-streichung-von-homoeopathie-bei-krankenkassen
Ich habe diese Entwicklung in einer E-Mail an die Unterstützer bei Openpetition beschrieben und erläutert, die über openPetition versendet werden soll. Sie finden Sie unter diesem Artikel. Darin formuliere ich einen grundsätzlichen Punkt, der über diesen konkreten Fall hinausgeht:
„Dafür ist es notwendig, dass Eigeninteressen von Organisationen hinter dem gemeinsamen Ziel für die Homöopathie zurückstehen – sowohl beim Unterstützen als auch beim Verhindern oder Initiieren von Aktionen.“
Und weiter:
„Eine Petition darf nicht von Organisationen verhindert werden, weil sie negative Auswirkungen auf das eigene Image befürchten.
Ebenso darf eine Petition nicht von Organisationen gestartet werden, um politische Aufmerksamkeit für die eigene Vermarktung, etwa von Kongressen oder Veranstaltungen, zu nutzen.“
Die Mail ist als direkte Information an die Unterstützer gedacht. Ob sie in dieser Form über die Plattform Openpetition freigegeben wird, ist offen.
Im Folgenden die E-Mail an die 867 Unterzeichner der Petition auf Openpetition im Wortlaut:
Betreff: Danke für Ihre Unterstützung der Petition #rettedeinehomöopathie
Liebe Unterstützer,
ich möchte mich zuerst ganz herzlich bei Ihnen bedanken. 867 Menschen haben die Petition #rettedeinehomöopathie in sehr kurzer Zeit unterschrieben. Das ist ein starkes Signal – und es zeigt, dass das Thema viele bewegt.
Umso mehr bedaure ich, dass ich die Petition vorzeitig beenden musste.
Hintergrund ist eine Entwicklung, die viele von Ihnen nicht sehen konnten: Bereits eine zuvor von mir gestartete Petition beim Deutschen Bundestag wurde auf Wunsch von Homöopathie-Verbänden gestoppt. Die daraufhin gestartete Petition auf der Plattform openPetition wurde nach meiner Wahrnehmung ebenfalls nicht unterstützt, sondern aktiv boykottiert.
Unter diesen Bedingungen war es für mich als einzelner Initiator nicht möglich, die notwendige Dynamik zu erreichen, um das Quorum von 30.000 Unterschriften zu schaffen. Als Patient, Homöopathie-Nutzer und unabhängiger Journalist habe ich weder die zeitlichen noch die finanziellen Ressourcen, einen solchen doppelten Gegenwind auszugleichen.
Mir ist wichtig, dass Sie wissen: Ihr Engagement war nicht umsonst. Die hohe Beteiligung in so kurzer Zeit zeigt, dass es eine reale Unterstützung für die Homöopathie gibt. Gleichzeitig macht der Verlauf deutlich, wie schwierig es aktuell ist, diese Unterstützung sichtbar und wirksam zu bündeln.
Gerade in einer Phase, in der politische Entscheidungen unmittelbar bevorstehen, wären gemeinsame, sichtbare Signale entscheidend. Dafür müssten Eigeninteressen von Organisationen hinter dem gemeinsamen Ziel zurückstehen.
Eine Petition darf nicht von Organisationen verhindert werden, weil sie negative Auswirkungen auf das eigene Image befürchten.
Ebenso darf eine Petition nicht von Organisationen gestartet werden, um politische Aufmerksamkeit für die eigene Vermarktung, etwa von Kongressen oder Veranstaltungen, zu nutzen.
Ich danke Ihnen sehr für Ihre Unterstützung, Ihr Vertrauen und die Zeit, die Sie sich genommen haben.
Weitere Aktionen für die Homöopathie habe ich bereits gestartet. Diese finden Sie im Homoeopathiewatchblog.de.
Herzliche Grüße
Christian J. Becker

