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Wer ist für Heilpraktiker aktiv, wenn es in Medien und Politik ernst wird? Ein Vergleich mit 2 Fallstudien zwischen Gesamtkonferenz und Newsblog und deren Relevanz

heilpraktiker

2 Themen, 2 Akteure, 1 sichtbarer Unterschied: Kurzfassung für eilige Leser

Der Vergleich zwischen der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände und dem Heilpraktiker-Newsblog / Homoeopathiewatchblog zeigt ein klares Muster:
Bei zentralen Konflikten der vergangenen Monate – Grüner-Parteitagsbeschluss, ZDF-Magazin Royale – haben die Blogs öffentlich informiert, eingeordnet und konkrete Handlungsoptionen für Heilpraktiker sichtbar gemacht. Diese Aktivitäten waren zeitnah, öffentlich nachvollziehbar dokumentiert und wurden von Heilpraktikern aktiv genutzt.
Bei der Gesamtkonferenz sind zu denselben Themen in öffentlich zugänglichen Quellen keine dokumentierten Aktivitäten auffindbar. Weder Erstinformationen noch politische oder mediale Interventionen sind für Heilpraktiker öffentlich sichtbar belegt.
Der Vergleich bewertet keine Motive und stellt keine Unterstellungen an. Er beantwortet eine einfachere, aber entscheidende Frage:
Was war für Heilpraktiker tatsächlich wahrnehmbar – und was nicht?
Er macht deutlich, dass Interessenvertretung heute ohne öffentliche Kommunikation an Wirkung verliert. Relevanz entsteht nicht durch Anspruch oder Struktur, sondern durch sichtbare Wirkung in Situationen, in denen Orientierung und Handlungsfähigkeit gefragt sind.

Der Vergleich zeigt vor allem eines:
Relevanz entsteht nicht durch Selbstzuschreibung, sondern durch sichtbare Wirkung. Und diese Wirkung entscheidet sich zunehmend dort, wo Information, Einordnung und Beteiligung zusammenkommen.

Warum ein öffentlicher Vergleich möglich und notwendig ist

Blogs wie der Heilpraktiker-Newsblog und Organisationen wie die Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände haben eine zentrale Gemeinsamkeit:
Sie treten öffentlich in Erscheinung und beanspruchen öffentliche Relevanz.

Die Gesamtkonferenz beansprucht, im Namen von Heilpraktikern zu sprechen. Newsblog und Watchblog möchten für Heilpraktiker relevante Informationen, Einordnungen und Positionierungen u.a. aus den Themenbereichen Politik und Medien bereitstellen. Beide wenden sich – direkt oder indirekt – an Öffentlichkeit, Medien, Politik und an Heilpraktiker selbst. Genau daraus ergibt sich eine Konsequenz: Ihre Aktivitäten sind öffentlich nachvollziehbar, überprüfbar und damit auch vergleichbar.

Bei der Gesamtkonferenz kommt noch eine Besonderheit hinzu. Sie erhebt in ihrer Selbstdarstellung den Anspruch, für alle rund 47.000 Heilpraktiker zu sprechen. Auf der Website schreibt sie dazu unter anderem:
„Wir sind viele. Wir sprechen mit einer Stimme. Wir erreichen mehr.“
Weiter heißt es, man wolle „zum Wohle unseres Berufsstandes unsere Kräfte und Interessen bündeln und wirkungsvolle Politik- und Öffentlichkeitsarbeit machen“ sowie Politik und Behörden „Expertise und konkrete Vorschläge“ anbieten und „aktiv an Entscheidungsprozessen mitwirken“.

Diese öffentlich formulierten Ansprüche bilden die Vergleichsgrundlage dieses Artikels.

In diesem Beitrag messe ich als Journalist die Gesamtkonferenz ausschließlich an ihren eigenen öffentlich formulierten Aussagen und vergleiche diese mit den öffentlich nachvollziehbaren Aktivitäten von Watchblog und Newsblog.

Dieser Vergleich ist kein moralisches Urteil und keine Bewertung von Absichten oder internen Prozessen. Er beschränkt sich auf dokumentierte, öffentlich sichtbare Aktivitäten in einem klar definierten Zeitraum – und auf die Frage, was für Heilpraktiker tatsächlich wahrnehmbar war.

Auslöser für diesen Vergleich war eine Presseanfrage an den BDH. In seiner Antwort vom 22. Januar 2026 schrieb mir der BDH-Bundesvorsitzende Christian Blumbach:
„Der BDH kommentiert Beiträge und Fragestellungen privater Blogs grundsätzlich nicht. Auch zu den von Ihnen aufgeworfenen Themenkomplexen geben wir keine Einzelstellungnahmen ab. Unsere Kommunikation richtet sich an unsere Mitglieder, Gremienpartner sowie an relevante politische und institutionelle Stellen. Die entsprechende Arbeit erfolgt kontinuierlich, professionell und in enger Abstimmung mit den Partnerverbänden der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände und Fachgesellschaften (GDHP), der derzeit 41 Berufs- und Fachverbände angehören.“

Diese Aussage von Herrn Blumbach ist klar. Sie enthält zugleich einen Anspruch:
Professionelle Öffentlichkeits- und politische Kommunikation findet statt – jedoch überwiegend außerhalb öffentlich einsehbarer Kommunikationsräume.

Ich nutze diese Aussage von Herrn Blumbach, um eine sachliche Diskussion über Relevanz, Sichtbarkeit und Wirkung von Öffentlichkeits- und Politikarbeit zu führen. Gern hätte ich dazu Herrn Blumbach befragt und seine Meinung veröffentlicht. Da er eine weitergehende Stellungnahme gegenüber diesem Blog ausdrücklich nicht in Aussicht stellt, diskutiere ich das Thema öffentlich. Das ist sein gutes Recht; der folgende Vergleich bezieht sich deshalb ausschließlich auf öffentlich sichtbare Kommunikation und erhebt keinen Anspruch, interne Arbeit, vertrauliche Gespräche oder nicht veröffentlichte Schritte abzubilden.

Genau hier setzt dieser Vergleich an. Wenn Kommunikation professionell, kontinuierlich und relevant ist, muss sie in irgendeiner Form öffentlich nachvollziehbar sein: durch veröffentlichte Stellungnahmen, dokumentierte Interventionen oder sichtbar gewordene Reaktionen in Medien und Politik. Wo dies nicht der Fall ist, stellt sich nicht die Frage nach Schuld, sondern nach Wirkung.

Der folgende Vergleich untersucht daher anhand zweier zentraler Herausforderungen für Heilpraktiker im Zeitraum November 2025 bis Januar 2026 – Grüner-Parteitagsbeschluss, ZDF-Magazin Royale – wie zwei Akteure öffentlich agiert haben:
der Heilpraktiker-Newsblog / Homoeopathiewatchblog auf der einen Seite
und die Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände auf der anderen.

Infokasten

Was wurde wo sichtbar getan? (November 2025 – Januar 2026)

Fallstudie  1: Grüner-Bundesparteitag 28.11.2025 – Beschluss gegen Homöopathie und Binnenkonsens

Heilpraktiker-Newsblog / Homoeopathiewatchblog
– Vorab-Berichterstattung bereits im September 2025 über einen geplanten Antrag bei Bündnis 90/Die Grünen
– Unmittelbare Berichterstattung nach dem Parteitag mit Darstellung von Inhalt und Tragweite des Beschlusses
– Mehrere Einordnungsartikel zur politischen Bedeutung und zu möglichen Folgen für Heilpraktiker
– Konkrete Mitmachaktion (offener Brief), öffentlich einsehbar und unterzeichnungsfähig
– Laufende Leserreaktionen und Kommentare dokumentiert

Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände
– Auf der öffentlich zugänglichen Website keine dokumentierte Nachricht zum Parteitagsbeschluss
– Keine öffentlich einsehbare Einordnung der politischen Bedeutung
– Keine dokumentierten öffentlichen Stellungnahmen oder Aktionen zum Thema

Fallstudie 2: ZDF Magazin Royale vom 19.12.2025 – Darstellung von Heilpraktikern

Heilpraktiker-Newsblog / Homoeopathiewatchblog
– Zeitnahe Berichterstattung zur Sendung mit Zusammenfassung von Inhalt und Stoßrichtung
– Mehrere Analysebeiträge zur medialen Wirkung und möglichen Folgen für den Berufsstand
– Erklärung des formellen Programmbeschwerdeverfahrens beim ZDF-Fernsehrat
– Bereitstellung von Mustern, Hinweisen und Dokumentation eigener Schritte
– Sichtbare Beteiligung von Heilpraktikern und Patienten (Kommentare, Zuschriften)

Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände
– Auf der öffentlich zugänglichen Website keine dokumentierte Nachricht zur Sendung
– Keine öffentlich einsehbare mediale oder medienrechtliche Einordnung
– Keine dokumentierten Hinweise auf Programmbeschwerden oder vergleichbare Schritte

Hinweis zur Methodik
Dieser Überblick basiert ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Quellen (Website der Gesamtkonferenz, Stand 28.1.2026, 11 Uhr). Er trifft keine Aussage über mögliche interne Gespräche oder nichtöffentliche Aktivitäten, sondern beschreibt, was für Heilpraktiker und Öffentlichkeit sichtbar nachvollziehbar war.

Wichtig: „Nicht dokumentiert/ nicht auffindbar“ bedeutet in diesem Artikel ausschließlich: in den von mir geprüften, öffentlich zugänglichen Quellen war dazu im genannten Zeitraum kein entsprechender Nachweis sichtbar.


Anhang: Analyse und Vergleich im Detail

Zwei Fallstudien

Fallstudie 1: Grünen-Bundesparteitag am 28. November 2025 – Beschluss gegen Homöopathie und Binnenkonsens

Warum das für Heilpraktiker relevant ist

Der Beschluss von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Bundesparteitag am 28. November 2025, homöopathische Leistungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu drängen und den sogenannten Binnenkonsens politisch infrage zu stellen, betrifft Heilpraktiker unmittelbar. Der Beschluss richtet sich nicht nur gegen ärztliche Zusatzqualifikationen, sondern berührt die politische und gesellschaftliche Legitimation homöopathischer Behandlung insgesamt. Parteitagsbeschlüsse dieser Art wirken als politische Leitlinien: Sie prägen zukünftige Anträge, Koalitionsverhandlungen und gesundheitspolitische Positionierungen auf Bundes- und Landesebene. Für Heilpraktiker stellt sich damit die Frage, wer diesen Beschluss erklärt, einordnet und öffentlich adressiert.

Aktivitätsvergleich: Heilpraktiker-Newsblog / Homoeopathiewatchblog vs. Gesamtkonferenz

1. Information: Was wurde beschlossen?

Heilpraktiker-Newsblog / Homoeopathiewatchblog
Unmittelbar nach dem Grünen-Bundesparteitag berichtete der Watchblog über Inhalt, Wortlaut und politische Tragweite des Beschlusses. Der Artikel machte deutlich, dass es sich nicht um eine symbolische Positionierung handelt, sondern um einen konkreten gesundheitspolitischen Richtungsentscheid.
Datum: Ende November 2025
Link: [Artikel zum Grünen-Parteitag im Watchblog]
Kernaussage: Der Parteitagsbeschluss stellt eine politische Weichenstellung mit Folgen für Heilpraktiker, Ärzte und Patienten dar.

Bereits im September 2025 hatte der Homoeopathiewatchblog als erstes journalistisches Medium öffentlich darauf hingewiesen, dass innerhalb von Bündnis 90/Die Grünen ein Antrag vorbereitet wird, der Homöopathie und Binnenkonsens politisch angreift. Ziel dieser frühen Berichterstattung war es, Betroffene vorab zu informieren, bevor politische Fakten geschaffen werden.

Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände
Auf der öffentlich zugänglichen Website der Gesamtkonferenz findet sich keine dokumentierte Information zum Grünen-Bundesparteitag 2025 oder zu dessen Homöopathie-Beschluss.

2. Einordnung: Was bedeutet der Beschluss konkret?

Newsblog / Watchblog
In weiteren Beiträgen wurde erläutert, welche Bedeutung Parteitagsbeschlüsse für die politische Praxis haben und warum der Beschluss vom 28. November 2025 nicht isoliert zu betrachten ist. Die Einordnung stellte klar, dass solche Beschlüsse politische Anschlussfähigkeit erzeugen und langfristig Versorgungsrealitäten beeinflussen können.
Datum: Dezember 2025
Link: [Einordnungsartikel im Watchblog]

Gesamtkonferenz
Eine öffentlich dokumentierte Einordnung des Parteitagsbeschlusses, seiner Tragweite oder seiner möglichen Folgen für Heilpraktiker ist nicht auffindbar.

3. Öffentliche Reaktion und Mitmachmöglichkeit

Newsblog / Watchblog
Im direkten Anschluss an den Parteitag wurde im Watchblog gemeinsam mit dem FDH eine Brief- und Mitmachaktion veröffentlicht. Heilpraktiker, Patienten und Unterstützende konnten sich beteiligen und den Grünen-Beschluss sachlich adressieren. Ziel war es, Betroffenen eine konkrete, niedrigschwellige Reaktionsmöglichkeit zu geben und den Beschluss politisch nicht unwidersprochen stehen zu lassen.
Datum: Ende November / Dezember 2025
Link: [FDH-Briefaktion im Watchblog]

Gesamtkonferenz
Auf der Website der Gesamtkonferenz sind im Zusammenhang mit dem Grünen-Parteitag keine öffentlich dokumentierten Aktionen, Briefe oder Stellungnahmen verzeichnet.

4. Wirkung und Resonanz

Newsblog / Watchblog
In Kommentaren und Rückmeldungen wurde deutlich, dass viele Heilpraktiker den Parteitagsbeschluss erst durch Information und Einordnung als relevant für ihren Berufsalltag wahrgenommen haben. Die Möglichkeit zur Beteiligung wurde als sinnvoll und handhabbar beschrieben.

Gesamtkonferenz
Eine öffentlich nachvollziehbare Wirkung oder Resonanz im Zusammenhang mit dem Grünen-Bundesparteitag ist nicht dokumentiert.

Zwischenfazit zum Grünen-Bundesparteitag 28.11.2025

Am Beispiel des Grünen-Parteitags zeigt sich ein klarer Unterschied: Während Newsblog und Watchblog frühzeitig informiert, eingeordnet und gemeinsam mit dem FDH eine konkrete öffentliche Reaktionsmöglichkeit eröffnet haben, sind entsprechende Aktivitäten der Gesamtkonferenz in öffentlich zugänglichen Quellen nicht dokumentiert. Der Vergleich beschränkt sich auf überprüfbare Fakten – und auf das, was für Heilpraktiker sichtbar war.


Fallstudie 2: ZDF Magazin Royale von Jahn Böhmermann – Angriff auf Heilpraktiker und Homöopathie

Warum das für Heilpraktiker relevant ist

Die Sendung von ZDF Magazin Royale vom 19. Dezember 2025 hat Heilpraktiker und homöopathisch arbeitende Behandler nicht nur kritisch thematisiert, sondern in einer Form dargestellt, die viele aus der Praxis als pauschalisierend und rufschädigend empfinden. Solche reichweitenstarken Formate prägen öffentliche Wahrnehmung nachhaltig – bei Patienten, Medien und Politik. Für Heilpraktiker hat das unmittelbare Folgen: Vertrauensverlust, Rechtfertigungsdruck im Praxisalltag und politische Anschlussdebatten. Anders als Einzelkritik an Methoden richtet sich eine solche Sendung faktisch gegen einen ganzen Berufsstand. Entsprechend stellt sich die Frage, wer in einer solchen Situation informiert, einordnet und handelt.

Aktivitätsvergleich: Heilpraktiker-Newsblog / Watchblog vs. Gesamtkonferenz

1. Information: Was ist passiert?

Heilpraktiker-Newsblog / Homoeopathiewatchblog
Unmittelbar nach Ausstrahlung der Sendung erschien ein erster berichtender Artikel, der Inhalt, Tonlage und Stoßrichtung der Sendung zusammenfasste und für Heilpraktiker verständlich einordnete.
Datum: Dezember 2025
Link: [Artikel zur Böhmermann-Sendung im Watchblog]
Kernaussage: Die Sendung ist nicht nur satirische Kritik, sondern entfaltet eine strukturelle Wirkung gegen Heilpraktiker und Homöopathie.

Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände
Auf der öffentlich zugänglichen Website der Gesamtkonferenz ist zu diesem Zeitpunkt keine Nachricht zur Sendung von ZDF Magazin Royale dokumentiert.

2. Einordnung: Was bedeutet das konkret?

Newsblog / Watchblog
In weiteren Beiträgen wurde die mediale Wirkung der Sendung analysiert: Reichweite, journalistische Mittel, politische Anschlussfähigkeit und mögliche Folgen für Heilpraktiker im Praxisalltag. Die Beiträge erklärten, warum diese Sendung mehr ist als ein Einzelfall und warum sie medienrechtlich relevant sein könnte.
Datum: Dezember 2025 / Januar 2026
Link: [Analyseartikel zur Tragweite der Sendung]
Einordnung: Medienkritik allein reicht nicht aus – strukturelle Antworten sind notwendig.

Gesamtkonferenz
Eine öffentlich dokumentierte inhaltliche Einordnung zur Sendung, ihrer Wirkung oder ihrer Bedeutung für Heilpraktiker ist nicht auffindbar.

3. Aktivität gegenüber Institutionen

Newsblog / Watchblog
Der Watchblog hat Leser darüber informiert, dass das formelle Instrument der Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat der einzige medienrechtlich relevante Weg ist. Es wurden Mustertexte bereitgestellt, das Verfahren erklärt und die Rolle des Fernsehrats transparent gemacht.
Datum: Januar 2026
Links:
– Erklärung des Programmbeschwerdeverfahrens
– Musterbeschwerde
– Dokumentation eigener Beschwerde

Zudem wurde ein ausführlicher Beschwerdebrief erarbeitet, der rechtliche, journalistische und sachliche Aspekte systematisch aufarbeitet.

Gesamtkonferenz
Auf der Website der Gesamtkonferenz sind keine dokumentierten Programmbeschwerden, keine öffentlichen Stellungnahmen an den ZDF-Fernsehrat und keine Hinweise auf medienrechtliche Schritte verzeichnet.

4. Wirkung: Was ist sichtbar passiert?

Newsblog / Watchblog
Die Berichterstattung führte zu einer Vielzahl individueller Programmbeschwerden durch Heilpraktiker und Patienten. In Kommentaren und Zuschriften wurde deutlich, dass viele erstmals verstanden haben, wie ein solches Verfahren funktioniert und warum bloße Protestschreiben wirkungslos sind. Der Watchblog wurde dabei als koordinierende Informationsplattform genutzt.

Gesamtkonferenz
Eine öffentlich nachvollziehbare Wirkung – etwa in Form von Reaktionen, Stellungnahmen oder dokumentierten Maßnahmen – ist nicht ersichtlich.

5. Reaktionen aus der Heilpraktikerschaft

Reaktionen auf Newsblog / Watchblog
Zahlreiche Heilpraktiker äußerten, dass sie sich erstmals konkret handlungsfähig fühlten. Rückmeldungen bezogen sich auf die Verständlichkeit der Einordnung, die Klarheit der Handlungsschritte und die Transparenz des Vorgehens.

Reaktionen auf die Gesamtkonferenz
Öffentlich dokumentierte Reaktionen von Heilpraktikern auf Aktivitäten der Gesamtkonferenz im Zusammenhang mit der Böhmermann-Sendung sind nicht auffindbar.

Zwischenfazit zum Thema Böhmermann

Am Beispiel der Böhmermann-Sendung zeigt sich ein klarer Unterschied zwischen zwei Ansätzen: Während Newsblog und Watchblog informiert, eingeordnet und konkrete Handlungsoptionen eröffnet haben, sind entsprechende Aktivitäten der Gesamtkonferenz öffentlich nicht nachvollziehbar dokumentiert. Der Vergleich bewertet keine Motive, sondern stellt fest, was sichtbar geschehen ist – und was nicht.


Auswertung der  zwei Fallstudien: Aussagen und Grenzen dieser Auswertung

Was dieser Vergleich zeigt – und was offen bleibt*

Der Vergleich über mehrere Themenfelder hinweg zeigt ein konsistentes Muster.
In allen untersuchten Fällen – Grüner-Bundesparteitag 2025, Böhmermann-Sendung – haben Heilpraktiker-Newsblog und Homoeopathiewatchblog öffentlich informiert, eingeordnet und konkrete Handlungsoptionen sichtbar gemacht. Die Berichterstattung erfolgte zeitnah, war dokumentiert und für Heilpraktiker nachvollziehbar. Reaktionen aus der Praxis zeigen, dass diese Form der Kommunikation Orientierung geschaffen und Handlung ermöglicht hat.

Demgegenüber sind bei der Gesamtkonferenz zu denselben Themen in öffentlich zugänglichen Quellen keine dokumentierten Aktivitäten auffindbar. Weder Erstinformationen noch Einordnungen noch sichtbare politische oder mediale Interventionen sind auf der Website oder in anderen öffentlich einsehbaren Formaten verzeichnet.

Dieser Befund erlaubt ausdrücklich keine Aussage darüber, ob hinter den Kulissen Gespräche geführt wurden. Er erlaubt jedoch eine klare Aussage darüber, was für Heilpraktiker öffentlich sichtbar war – und was nicht. Für die Bewertung von Wirksamkeit ist diese Unterscheidung zentral.

Damit berührt der Vergleich einen grundlegenden Punkt moderner Interessenvertretung: Öffentlichkeit ist kein Zusatz mehr, sondern ein zentrales Wirkungsfeld. Politische Kommunikation, die ausschließlich in nichtöffentlichen Räumen stattfindet, verliert an Bindungskraft gegenüber der eigenen Basis – insbesondere in Situationen, in denen Heilpraktiker Orientierung, Einordnung und konkrete Optionen erwarten.

Offen bleibt, wie die Gesamtkonferenz ihren Anspruch auf Koordination, Krisenberatung und politische Vertretung künftig öffentlich nachvollziehbar machen will. Ebenso offen bleibt, ob Verbände die wachsende Rolle von Blogs und Leser-Communities als Ergänzung begreifen – oder weiterhin als Randphänomen behandeln.

Der Vergleich zeigt vor allem eines:
Relevanz entsteht nicht durch Selbstzuschreibung, sondern durch sichtbare Wirkung. Und diese Wirkung entscheidet sich zunehmend dort, wo Information, Einordnung und Beteiligung zusammenkommen.


Laut Website der Gesamtkonferenz sind Verbände Mitglied der Gesamtkonferenz. Ich werde an jeden der genannten Verbände eine Presseanfrage zu ihrer Mitgliedschaft stellen. Jeder der Verbände erhält die Möglichkeit, sich öffentlich zu seiner Mitgliedschaft zu äußern. Themen sind beispielsweise: Mögliche Finanzierung der GK über Zwangsabgaben von allen Heilpraktikern, die die Mitgliedsverbände einziehen sollen, Mitgliedschaft (gibt es nachweislich von jedem Verband eine schriftliche Eintrittsbestätigung), Formalia (die Gesamtkonferenz ist laut eigener Aussage auf der Webseite ein nicht eingetrager Verein, ich werde in der Anfrage fragen, ob jedes Mitglied die Satzung erhalten hat, ob die Formalia wie rechtszeitig Einladung zur Mitgliederversammlung, Protokoll der Mitgliederversammlung übermittelt an jedes Mitglied etc.) eingehalten wurden und weitere Fragen wie Fragen zu Aktivitäten im Bereich PR und politischer Kommunikation und der Zufriedenheit der Verbände mit ihrer Mitgliedschaft.

 

Hier ist die an 41 Organisationen verschickte Presseanfrage:

Von: christian.j.becker.redaktion@homoeopathiewatchblog.de
Betreff: Presseanfrage zur Mitgliedschaft Ihres Verbandes in der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände/ Frist 2.2.2026
Datum: 28. Januar 2026 um 12:24:50 MEZ
An: 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

laut der öffentlich zugänglichen Website der Gesamtkonferenz Deutscher Heilpraktikerverbände wird Ihr Verband als Mitglied der Gesamtkonferenz geführt.

Im Rahmen einer journalistischen Berichterstattung zur Arbeitsweise, Struktur und öffentlichen Wirksamkeit der Gesamtkonferenz (Hintergrund: Homoeopathiewatchblog, 28.01.2026, https://homoeopathiewatchblog.de/2026/01/28/wer-ist-fuer-heilpraktiker-aktiv-wenn-es-in-medien-und-politik-ernst-wird-ein-vergleich-mit-3-fallstudien-zwischen-gesamtkonferenz-und-newsblog-und-deren-relevanz/)

wende ich mich daher mit der Bitte um eine kurze Stellungnahme an Sie. Ich möchte den Mitgliedsverbänden die Möglichkeit eröffnen,

sich öffentlich in die Diskussion um die Gesamtkonferenz einzubringen. Diese Bitte richte ich daher an die Mitgliedsverbände der Gesamtkonferenz.

Konkret bitte ich um Auskunft zu folgenden Punkten:

  1. Mitgliedschaft
    Besteht eine formelle Mitgliedschaft Ihres Verbandes in der Gesamtkonferenz? Seit wann?
    Liegt hierfür eine schriftliche Eintritts- oder Beitrittserklärung Ihres Verbandes vor?
  2. Formalia
    Die Gesamtkonferenz wird auf ihrer Website als nicht eingetragener Verein beschrieben.
    Hat Ihr Verband eine Satzung der Gesamtkonferenz erhalten?
    Erhalten Sie regelmäßig Einladungen zu Mitgliederversammlungen sowie Protokolle über gefasste Beschlüsse?
  3. Finanzierung
    Sind Ihrem Verband Konzepte oder Planungen bekannt, wonach die Finanzierung der Gesamtkonferenz über Beiträge oder Abgaben erfolgen soll, die von Heilpraktikern über die Mitgliedsverbände eingezogen werden (z. B. pauschale Beiträge pro Heilpraktiker)?
  4. Aktivitäten und Wirkung
    Welche konkreten Aktivitäten der Gesamtkonferenz im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Medienarbeit oder politischer Kommunikation hat Ihr Verband im Zeitraum November 2025 bis Januar 2026 wahrgenommen oder unterstützt?
  5. Bewertung
    Wie bewerten Sie als Verband Ihre Mitgliedschaft in der Gesamtkonferenz insgesamt?
    Sind Sie mit der aktuellen Arbeitsweise und Sichtbarkeit der Gesamtkonferenz zufrieden?

Ich bitte um eine Rückmeldung bis 2.2.2026.

Mit freundlichen Grüßen

Christian J. Becker

| Gesundheitsjournalist | Dipl. oec. troph. |

Redakteur Homoeopathiewatchblog.de und
Heilpraktiker-Newsblog.de – seit 2018

Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für Homöopathie und Heilpraktiker


 

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