US-Gesundheitsminister Kennedy kritisiert staatliche Repressalien gegen Ärzte wegen Corona-Maßnahmen in Deutschland / Rehabilitation von Ärzten für Homöopathie gefordert
Redaktioneller Hinweis vorab: Viele Leserinnen und Leser zucken zusammen, wenn Namen wie Trump oder Kennedy fallen. Zu groß ist die politische Aufladung, zu laut der ideologische Lärm. Trotzdem gilt für mich als Journalist ein einfacher Grundsatz: berichten, was ist. Nicht bewerten, sondern einordnen. Nicht ausblenden, sondern hinschauen. Robert F. Kennedy Jr. ist heute Gesundheitsminister der USA. Wenn er sich mit einem Brief an die deutsche Gesundheitsministerin wendet und dabei die juristische Aufarbeitung der Corona-Zeit kritisiert, dann ist das eine Nachricht. Genauso wie die Reaktion der Bundesregierung. Und genauso wie der offene Brief von Ärzten um Sven Nevermann, die in Deutschland eine Rehabilitation verfolgter Mediziner fordern. Dieser Artikel dokumentiert, was gesagt wird – von allen Seiten. Ohne Scheuklappen. Ohne Ideologie. Und mit offenem Blick für die Folgen für Ärzte, Patienten und die Homöopathie.
Das ist sauberer Journalismus nach dem angelsächsischen Prinzip ohne Ideologie: Sagen, was ist. Nachricht und Kommentar trennen. Alle Seiten zu Wort kommen lassen. Der Leser kann sich mit allen Informationen selbst ein Bild machen.
US-Gesundheitsminister Kennedy kritisiert staatliche Repressalien gegen Ärzte wegen Corona-Maßnahmen in Deutschland / Rehabilitation von Ärzten für Homöopathie gefordert
Der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat mit einem am 11.1. veröffentlichten Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ein deutliches Signal nach Deutschland gesendet. Kennedy kritisiert darin das juristische Vorgehen gegen Ärztinnen und Ärzte, die während der Corona-Pandemie medizinische Ausnahmen ermöglicht hatten. Zeitgleich fordern in Deutschland Ärzte um den Homöopathen Sven Nevermann die vollständige Rehabilitation verfolgter Mediziner.
Beide Initiativen rücken ein Thema in den Fokus, das in Deutschland bislang kaum öffentlich aufgearbeitet wurde: die straf- und berufsrechtlichen Folgen der Corona-Politik für Ärzte, Heilpraktiker und ihre Patienten.
„Mehr als tausend deutsche Ärzte stehen vor Strafverfolgung“
Kennedy veröffentlichte seinen Brief an Warken am 11. Januar und erläuterte ihn in einer Videobotschaft (Link). Darin sagte er, er habe erfahren, dass „mehr als tausend deutsche Ärzte und Tausende ihrer Patienten derzeit strafrechtlich verfolgt und bestraft werden, weil sie während der Pandemie Ausnahmen vom Tragen von Masken oder von Covid-19-Impfungen ausgestellt haben.“
Nach Kennedys Darstellung geht es dabei nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem. Er verweist auf Berichte aus Deutschland, die aus seiner Sicht zeigen, „dass eine Regierung die Autonomie der Patienten beiseiteschiebt und die Möglichkeiten der Menschen einschränkt, bei medizinischen Entscheidungen nach ihren eigenen Überzeugungen zu handeln.“
In seinem Schreiben an die Bundesgesundheitsministerin wird Kennedy grundsätzlich. Er sieht die Arzt-Patient-Beziehung in Gefahr: „Die deutsche Regierung verletzt die heilige Beziehung zwischen Arzt und Patient und ersetzt sie durch ein gefährliches System, das Ärzte zu Vollstreckern staatlicher Politik macht.“
Kennedy fordert einen gesundheitspolitischen Kurswechsel. Deutschland müsse die medizinische Autonomie wiederherstellen, politisch motivierte Strafverfolgungen beenden und entzogene ärztliche Zulassungen zurückgeben. Außerdem müsse den Bürgern wieder ermöglicht werden, „ihre eigenen fundierten medizinischen Entscheidungen zu treffen.“
Kennedys Vorstoß ist das bislang deutlichste internationale Signal, dass die juristische Corona-Aufarbeitung in Deutschland auch außerhalb der Bundesrepublik aufmerksam verfolgt wird.
Bundesregierung verteidigt bisherigen Kurs
Das Bundesgesundheitsministerium weist die Vorwürfe zurück. Aus Berlin heißt es, es habe keine Strafverfolgung von Ärzten wegen ihrer medizinischen Überzeugungen gegeben. Ermittlungen seien ausschließlich in Fällen von Betrug und Urkundenfälschung geführt worden, etwa bei falschen Impf- oder Maskenbescheinigungen.
Eine Verpflichtung zur Durchführung von Covid-Impfungen habe es nie gegeben, so das BMG. Ärztinnen und Ärzte hätten frei entscheiden können, ob sie Impfungen anbieten oder nicht.
Offener Brief aus Deutschland fordert Rehabilitation verfolgter Ärzte, auch von Ärzten für Homöopathie
Parallel zu Kennedys Intervention ist in Deutschland ein offener Brief veröffentlicht worden, der eine umfassende Rehabilitation verfolgter Ärztinnen und Ärzte sowie Heilberufler fordert. Der Aufruf stammt von der „Initiative für Rehabilitation verfolgter Ärzte und Heilberufler“ in Zusammenarbeit mit den Gruppen „Ärzte für Aufklärung“ und „Ärzte stehen auf“. Unterzeichnet ist das Schreiben unter anderem vom Arzt für Homöopathie Sven Nevermann.
Adressiert ist der Brief an die Vorstände der Bundesärztekammer, der Landesärztekammern, der Bundespsychotherapeutenkammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie der Kassenärztlichen Vereinigungen.
In dem Schreiben heißt es, während der Corona-Jahre seien Ärztinnen, Ärzte und Heilberufler „für ihr gewissenhaftes Handeln und ihre kritischen Stimmen verfolgt, diffamiert und teils existenziell geschädigt“ worden. Viele Kolleginnen und Kollegen seien erstmals in ihrem Berufsleben mit Straf- und Disziplinarverfahren konfrontiert worden – mit bis heute anhaltenden beruflichen, finanziellen und psychischen Folgen.
Nevermann und die Mitunterzeichner berichten von Urteilen, Disziplinarverfahren bis hin zum Entzug der Approbation sowie von Haus- und Praxisdurchsuchungen im laufenden Praxisbetrieb. Die juristischen Vorwürfe hätten sich vor allem auf Maskenatteste, Impfunfähigkeitsbescheinigungen sowie Impf- und Immunitätszertifikate bezogen.
Die Initiative fordert: „Vollständige Rehabilitation und Einstellung aller laufenden Corona-Verfahren.“
Und weiter: „Wir fordern Sie auf, Kraft Ihres Amtes dafür einzusetzen, dass entstandenes Unrecht vollumfänglich zurückgenommen und wiedergutgemacht wird, dass noch laufende Gerichts- und berufsrechtliche Verfahren umgehend eingestellt werden und dass die Kosten für Gerichtsverfahren und Folgekosten vollständig erstattet werden.“
Viele betroffene Ärzte aus dem Bereich Homöopathie
Nach Angaben der Initiative gehören zu den betroffenen Medizinern auch zahlreiche Ärzte aus dem Bereich der Homöopathie und der Komplementärmedizin. In diesen Kreisen wird seit Monaten auf mehrere Verfahren verwiesen, in denen Mediziner wegen Maskenattesten und Impfunfähigkeitsbescheinigungen verurteilt wurden.
Als bekanntester Fall gilt eines bayerischen Arztes, der wegen entsprechender Atteste strafrechtlich verurteilt wurde und dessen Approbation zeitweise ruhte. Nevermann und die Initiative betonen, die betroffenen Ärzte hätten nach eigener Darstellung im Einklang mit Berufsordnung, Genfer Ärztegelöbnis und Nürnberger Kodex gehandelt. Ihre Motivation sei gewesen, Patienten vor Schaden zu bewahren.
Internationale Aufmerksamkeit für deutsche Corona-Verfahren
Mit dem Eingreifen des US-Gesundheitsministers erhält die deutsche Debatte über die juristische Aufarbeitung der Corona-Zeit nun internationale Aufmerksamkeit. Während die Bundesregierung auf den Rechtsstaat und die Unabhängigkeit der Justiz verweist, fordern Kennedy und die Initiative für Rehabilitation der Arztes für Homöopathie Sven Nevermann eine politische Neubewertung der Verfahren.
Beide Vorstöße eint die Forderung nach mehr medizinischer Freiheit, nach Respekt für die Arzt-Patient-Beziehung und nach einer ehrlichen Aufarbeitung der Corona-Politik. Ob es zu einer Neubewertung kommt, ist offen. Klar ist jedoch: Die juristischen Nachwirkungen der Pandemie werden die Gesundheitspolitik in Deutschland weiter beschäftigen – nun auch unter den Augen der internationalen Öffentlichkeit.
Für Hersteller von Homöopathika stehen 450 Millionen Euro auf dem Spiel – und niemand sagt etwas. Warum eigentlich? Hier das Dossier für Hersteller, das analysiert, was passiert, wenn Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verliert
Rund 450 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften Hersteller mit Sitz in Deutschland jedes Jahr mit homöopathischen Arzneimitteln. Große Mittelständler, Familienunternehmen, Traditionsfirmen. Ein eigener Industriezweig, gewachsen über Jahrzehnte, mit Forschung, Produktion, Export, Arbeitsplätzen und internationaler Präsenz.
Und doch herrscht auffällige Stille. Doch Hersteller können auch anders. Während Corona hat der Hersteller DHU mit ganzseitigen Anzeigen in Tageszeitungen dafür geworben, sich impfen zu lassen. Diese Kampagne hat dem Hersteller viel Kritik innerhalb der Homöopathie beschert.
Während Politik und Teile der Wissenschaft seit Monaten offen darüber diskutieren, der Homöopathie den Arzneimittelstatus zu entziehen, während Krankenkassen aussteigen, Erstattungen gekürzt werden und die regulatorische Schraube immer weiter angezogen wird, bleibt die Herstellerseite öffentlich bemerkenswert zurückhaltend. Keine Kampagnen. Keine klaren Positionspapiere. Keine sichtbare Gegenoffensive. Keine gemeinsame Stimme.
Mein Eindruck: Erstens nehmen Hersteller die Bedrohung nicht wahr. Zweitens: Hersteller denken global – wenn Deutschland fällt, dann wird eben der Vertrieb im Ausland erhöht. Das ist aber zu kurzfristig gedacht. Und einfach so 450 Millionen Umsatz zu opfern, ist auch den eigenen Mitarbeitern gegenüber nicht verantwortungsvoll.
Dabei geht es nicht um ein Randsegment. Es geht nicht um ein paar Nischenprodukte. Es geht um einen Markt von fast einer halben Milliarde Euro jährlich – allein in Deutschland. Ein Markt, der bei einem Verlust des Arzneimittelstatus über Nacht seine rechtliche Grundlage verlieren würde. Keine Zulassung mehr. Kein Apothekenvertrieb mehr. Kein Arzneimittelrecht. Kein Heilmittelstatus. Kein Vertrauen mehr bei Ärzten, Heilpraktikern und Patienten.
Kurz: Es geht um die Existenz eines ganzen Industriezweigs.
Und trotzdem: Schweigen der Hersteller und ihrer beiden Verbände Pharma Deutschland und BPI.
Warum?
Warum erleben wir keine geschlossene Herstellerfront?
Warum schweigen die Herstellerverbände Pharma Deutschland und BPI?
Warum keine deutlichen Worte an Politik und Öffentlichkeit?
Warum überlassen die Unternehmen die öffentliche Debatte fast vollständig ihren Gegnern?
Warum wird zugeschaut, während das eigene Geschäftsmodell politisch demontiert wird?
Man kann das als strategische Zurückhaltung interpretieren. Man kann es als Hoffnung verstehen, dass „es schon nicht so schlimm kommen wird“. Man kann es als Angst vor weiterer Polarisierung deuten. Oder als Versuch, unter dem Radar zu bleiben.
Aber man muss auch nüchtern feststellen: Noch nie war der regulatorische Druck auf die Homöopathie in Deutschland so hoch wie heute. Noch nie war der politische Wille so offen formuliert, diesen Markt grundlegend zu verändern. Und noch nie stand für die Hersteller so viel auf dem Spiel wie jetzt.
450 Millionen Euro sind kein ideologisches Symbol.
450 Millionen Euro sind Produktionslinien, Labore, Lieferketten, Mitarbeiter, Exportmärkte, Investitionen.
450 Millionen Euro sind ein Wirtschaftsfaktor.
Dieses Dossier fragt deshalb nicht nur, was für die Hersteller passiert, wenn die Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verliert.
Es fragt auch: Warum kämpfen sie nicht sichtbar um ihr eigenes Überleben?
Denn wenn ein Industriezweig mit dieser Größenordnung still bleibt, während seine rechtliche Grundlage politisch zur Disposition steht, dann ist das mindestens erklärungsbedürftig.
Und genau darum geht es in diesem Dossier. Auf 23 Seiten.
DOSSIER (23 Seiten)
Politische Weichenstellung: Was eine mögliche Veränderung des Arzneimittelstatus für homöopathische Hersteller bedeuten würde
Von Christian J. Becker, Gesundheitsjournalist und PR-Berater
Kurzüberblick
Dieses Dossier beschreibt für Hersteller, warum die Frage nach dem Arzneimittelstatus der Homöopathie politisch näher gerückt ist. Es zeigt, wie politische Prozesse schrittweise Veränderungen vorbereiten und warum der Status dabei weniger juristische Technik als politisches Symbol ist.
Anhand von vier realistischen Szenarien wird deutlich, wie Regulierung ohne große Ankündigungen Wirkung entfalten kann. Das Dossier erklärt, welche konkreten Folgen das für Hersteller haben kann – von Mitarbeiter-kommunikation über Marketing bis hin zur strategischen Positionierung. Es unterscheidet zwischen Komplex- und Einzelmittelherstellern und zeigt gemeinsame Risiken.
Drei typische Fehlannahmen werden analysiert und widerlegt. Abschließend beschreibt das Dossier, wie Unternehmen sich sachlich vorbereiten können, ohne Panik zu erzeugen, und warum Sichtbarkeit kein Risiko, sondern ein verantwortlicher Beitrag zur öffentlichen Debatte ist.
Inhaltsverzeichnis
Über den Autor
1. Einleitung: Warum dieses Thema plötzlich ganz nah gerückt ist
2. Was politisch tatsächlich diskutiert wird – und was nicht
3. Der Arzneimittelstatus als politisches Signal
4. Vier realistische Szenarien – und warum sie harmlos wirken können
5. Was passiert in Unternehmen, wenn sich der Status verschiebt?
6. Herstellergruppen im Vergleich: Komplexmittel und Einzelmittel
7. Drei verbreitete Illusionen
8. Mitarbeiterkommunikation: Sicherheit ohne Beschwichtigung
9. Was Führungskräfte jetzt vorbereiten sollten
10. Fazit: Sichtbarkeit als Pflicht
Über den Autor
Christian J. Becker (Jahrgang 1965) ist Gesundheitsjournalist, PR-Berater und Herausgeber des Homoeopathiewatchblog. Mit dem Blog hat er ein Medium für die Homöopathie aufgebaut, das 2025 rund eine Million Seitenaufrufe erreichte. Ziel ist es, Themen und Botschaften rund um die Homöopathie unabhängig von homöopathiekritischen Leitmedien zu veröffentlichen. Der Blog versteht sich als Mischung aus Informations- und Aktionsplattform. Für 2026 hat er gemeinsam mit seinen Leserinnen und Lesern die Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie gestartet. Seit 2018 bloggt er zur Homöopathie im Homoeopathiewatchblog, seit 2019 zusätzlich zu Themen rund um Heilpraktiker mit dem Heilpraktiker-Newsblog. Sein Engagement für die Homöopathie ist ehrenamtlich – aus persönlicher Dankbarkeit für erlebte Behandlungserfolge. Über Kaffeespenden finanziert er einen Anwalt sowie IT-Unterstützung, um die Blogs gegen Angriffe von Homöopathie-Gegnern abzusichern.
Seit 2018 analysiert und dokumentiert Becker politische Entwicklungen rund um die Homöopathie – mit besonderem Fokus darauf, wie Entscheidungen in Gremien, Parteien und Ministerien vorbereitet und kommuniziert werden. In diesem Zusammenhang hat er wiederholt Hintergrundpapiere für Mitglieder seines Blogs, für Verbände, Hersteller sowie interessierte Fachkreise verfasst. Allen Arbeiten liegt ein gemeinsames Ziel zugrunde: komplexe Prozesse transparent zu machen, Risiken realistisch einzuordnen und Akteuren aus Praxis und Industrie eine sachliche Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Christian J. Becker ist studierter Ernährungswissenschaftler (Diplomarbeit über Vitamin D und Calcium). Nach dem Studium begann er seine berufliche Laufbahn in der Pharmabranche – zunächst im Außendienst, später im Innendienst und Produktmanagement. Anschließend wechselte er in Journalismus und Public Relations sowie Public Affairs, unter anderem in verschiedene Agenturen in Berlin und Hamburg. Er war unter anderem Pressesprecher der Versandapotheke DocMorris.
Seit Jahrzehnten arbeitet Becker als Journalist und PR-Berater für die Gesundheitsbranche, unter anderem für die Hörakustik und für Verbraucherschutzorganisationen. Und auch im Bereich Anwalts-PR.
Becker setzt Blogs gezielt als PR-Instrument ein. Für einen Blog über Hamburg hat er einen Publikumspreis des Radiosenders Hamburg Zwei erhalten.
Dossier: Politische Weichenstellung: Was eine mögliche Veränderung des Arzneimittelstatus für homöopathische Hersteller bedeuten würde
1. Einleitung: Warum dieses Thema plötzlich ganz nah gerückt ist
Über viele Jahre war die Frage nach dem Arzneimittelstatus homöopathischer Präparate eine theoretische Debatte. Sie tauchte in Talkshows auf, in wissenschaftlichen Streitgesprächen, in kommentierenden Artikeln. Doch sie blieb immer auf Distanz. Man konnte sie beobachten und zur Seite legen.
Seit einiger Zeit hat sich das verändert.
Mehrere politische Signale deuten darauf hin, dass Homöopathie in eine neue Kategorie politischer Aufmerksamkeit gerückt ist. Parteien positionieren sich deutlicher. Gremien diskutieren offener. Und in den Hintergrundgesprächen wird weniger gefragt, ob man Homöopathie begrenzen sollte, sondern zunehmend wie sich das umsetzen ließe, ohne großen gesellschaftlichen Widerstand auszulösen.
Gleichzeitig entsteht nach außen das Gefühl einer paradoxen Ruhe. Offiziell heißt es vielerorts, man beobachte aufmerksam, es gebe keinen akuten Handlungsbedarf und im Zweifel werde man frühzeitig informieren. Diese Botschaften wirken beruhigend. Sie vermitteln Stabilität. Aber sie erzeugen auch eine Illusion: die Illusion, dass Zeit automatisch Sicherheit bedeutet.
Genau hier setzt dieses Dossier an.
Es will nicht dramatisieren und es folgt keiner Alarmlogik. Stattdessen versucht es, politisches Handeln, jurische Möglichkeiten und branchenspezifische Folgen nebeneinanderzustellen. Es richtet sich an diejenigen, die in Unternehmen Entscheidungen vorbereiten, Kommunikation verantworten, Marken führen und Mitarbeiter informieren sollen.
Denn für Hersteller ist der Arzneimittelstatus kein abstrakter Begriff. Er prägt Positionierung, Wahrnehmung, Vertriebswege und das Selbstverständnis einer ganzen Branche. Wer ihn diskutiert, diskutiert nicht nur Etiketten. Er diskutiert die Rolle der Homöopathie im Gesundheitssystem.
Dieses Dossier stellt deshalb drei Leitfragen:
- Wie ernsthaft wird politisch über Veränderungen nachgedacht?
- Welche realistischen Szenarien sind möglich?
- Was würde das für Hersteller konkret bedeuten – kurzfristig, mittelfristig, langfristig?
Die Antworten sind differenziert. Es gibt keine schnelle Erklärung. Aber es gibt klare Bewegungen, die man erkennen kann, wenn man politisches Handeln über längere Zeit beobachtet. Und genau diese Bewegungen sollen hier sichtbarer werden.
2. Was politisch tatsächlich diskutiert wird – und was nicht
In politischen Debatten entsteht leicht ein verzerrtes Bild. Schlagzeilen, TV-Debatten und Social-Media-Kommentare erzeugen den Eindruck, Entscheidungen stünden unmittelbar bevor. In Wirklichkeit sind Prozesse meist komplexer.
Aktuell wird nicht überall offen über ein sofortiges Ende des Arzneimittelstatus diskutiert. In vielen Papieren taucht diese Formulierung gar nicht auf. Stattdessen wird an mehreren Stellen in kleinen Schritten gearbeitet:
• an der Frage der Erstattungsfähigkeit
• an der Ausgestaltung von Hinweisen und Kennzeichnungen
• an Anforderungen an Transparenz, Dokumentation und Studienbezug
• an der politischen Frage, welche Medizinbilder der Staat fördern möchte
Das Muster ist immer ähnlich:
Zunächst wird die Legitimität infrage gestellt, anschließend die Notwendigkeit, und am Ende stellt sich fast automatisch auch die Statusfrage.
Dabei spielt ein weiterer Faktor eine Rolle: Homöopathie wird zunehmend mit anderen Themen verknüpft. Sie taucht auf in Kontexten wie Heilpraktikerrecht, Patientensicherheit, Desinformation und Qualitätssicherung. So entsteht ein politischer Rahmen, der weit größer ist als die Methode selbst.
In diesem Rahmen wird Homöopathie nicht mehr als einzelne Therapieform betrachtet, sondern als Symbol. Und Symbole sind politisch besonders attraktiv, weil sie klare Botschaften ermöglichen.
Gleichzeitig gibt es im politischen Raum eine Zurückhaltung, radikale Schritte offen zu formulieren. Man weiß um die gesellschaftliche Breite von Homöopathie. Man weiß auch, dass viele Bürgerinnen und Bürger sie nicht als Ideologie, sondern als Alltagspraxis erleben. Deshalb zeigt sich ein Vorgehen, das man als schrittweise Normalisierung von Einschränkungen beschreiben könnte.
Für Hersteller entsteht damit eine doppelte Realität:
Offiziell bleibt vieles stabil.
In Hintergrundprozessen wird gleichzeitig an neuen Rahmen gedacht.
Dieses Dossier versucht, diese zweite Ebene nachvollziehbar zu machen – ohne sie größer zu reden, als sie ist, aber auch ohne sie kleinzureden.
3. Der Arzneimittelstatus als politisches Signal
Rein juristisch definiert der Arzneimittelstatus, unter welchen Bedingungen ein Produkt in Verkehr gebracht werden darf, welche Sicherheitsanforderungen gelten und wie es gekennzeichnet wird.
In der gesellschaftlichen Wahrnehmung bedeutet er jedoch weit mehr.
Er signalisiert:
• staatliche Akzeptanz
• Einbindung in ein geregeltes System
• Beteiligung an Versorgungslogiken
• Verantwortung gegenüber Apotheken, Ärzten und Patienten
Darum wird der Status politisch oft nicht als technischer Begriff, sondern als Vertrauensmarker wahrgenommen. Er steht – ob beabsichtigt oder nicht – für die Botschaft:
„Diese Präparate gehören zur medizinischen Landschaft, auch wenn sie anders funktionieren als klassische Arzneimittel.“
Wenn der Status infrage gestellt wird, wird damit nicht nur über Verpackungen diskutiert. Es wird über die grundsätzliche Legitimität eines medizinischen Ansatzes gesprochen.
Politisch hat das Folgen. Eine Debatte über den Status verschiebt Machtverhältnisse:
• Ärzte und Apotheken verlieren Handlungsspielräume
• Krankenkassen gewinnen Argumente für Einschränkungen
• Behörden erhalten breitere Prüfkompetenzen
• Kritiker können sich auf staatliche Signale stützen
Deshalb ist die Statusfrage nicht isoliert zu betrachten. Sie ist nicht nur juristische Auslegung, sondern immer auch politische Positionsbestimmung.
Viele politische Akteure wissen genau, dass eine direkte, offene Abschaffung gesellschaftlich polarisierend wäre. Daher wird häufiger der Weg gewählt, an symbolischen Stellschrauben zu drehen: Hinweistexte, Kategorien, Abgrenzungen, Informationspflichten.
Offiziell bleibt der Status bestehen. Inhaltlich verliert er Stück für Stück an Bedeutung.
Für Hersteller ergibt sich daraus eine schwierige Lage:
Nach außen heißt es, alles bleibe im Prinzip, wie es sei. In der Praxis verschieben sich jedoch Erwartungen, Wahrnehmungen und Regeln.
Wer nur auf den formalen Satz schaut, übersieht, wie still politischer Wandel organisiert werden kann.
4. Vier realistische Szenarien – und warum sie auf den ersten Blick harmlos wirken
Wenn man politische Prozesse über Jahre beobachtet, erkennt man ein wiederkehrendes Muster: Fundamentale Änderungen beginnen selten laut. Sie entwickeln sich schrittweise, scheinbar unscheinbar, oft gut begründet – und am Ende ist eine neue Realität entstanden.
Für den Arzneimittelstatus der Homöopathie lassen sich derzeit vier Szenarien beschreiben. Keines davon ist reine Theorie. Alle tauchen in Diskussionen, Gutachten oder politischen Gedankenspielen auf.
Der Unterschied liegt nicht in der Richtung, sondern im Tempo und in der Tiefe.
Szenario 1: Symbolische Eingriffe – der Status bleibt, die Botschaft ändert sich
In diesem Szenario bleibt der formale Arzneimittelstatus unverändert.
Stattdessen wird an der Kommunikation gedreht.
Denkbar sind:
• zusätzliche Hinweise auf Packungen
• erweiterte Pflichttexte zur wissenschaftlichen Einordnung
• stärkere Hervorhebung, dass keine „klassische arzneiliche Wirksamkeitsprüfung“ erfolgt
Juristisch lässt sich das relativ leicht umsetzen. Politisch wirkt es entschlossen. Und kommunikativ entfaltet es eine klare Wirkung:
„Homöopathie ist da – aber man sollte ihr nicht zu viel Bedeutung beimessen.“
Für Hersteller bedeutet das keinen unmittelbaren Markteinbruch. Aber es verändert die Gesprächssituation:
Apotheken beraten zurückhaltender.
Ärzte agieren vorsichtiger.
Medien übernehmen die neue Tonlage.
Es ist das stille Verschieben einer Wahrnehmungsgrenze.
Und genau deshalb wird es oft unterschätzt.
Szenario 2: Schrittweise Regulierung – mehr Dokumentation, weniger Freiheit
In diesem Szenario wird der Status ebenfalls nicht direkt angegriffen.
Stattdessen steigen kontinuierlich die Anforderungen im Hintergrund.
Beispiele, die diskutiert werden:
• zusätzliche Dokumentationspflichten
• strengere Vorgaben für Informationsmaterialien
• engere Abgrenzungen zu anderen Produktkategorien
• neue Prüfschritte bei Zulassungsverfahren
Offiziell lautet die Begründung:
„Wir verbessern Qualität und Transparenz.“
In der Praxis entsteht jedoch ein zunehmender Verwaltungsdruck.
Unternehmen müssen mehr nachweisen, mehr kontrollieren, mehr dokumentieren. Der Effekt ist nicht spektakulär, aber nachhaltig:
Es wird aufwendiger, homöopathische Arzneimittel im bisherigen Umfang verfügbar zu halten.
Dieses Szenario ist attraktiv für die Politik, weil es wenig Widerstand provoziert. Es schafft Fakten – ohne große Schlagzeilen.
Szenario 3: Neuordnung – Homöopathie in einer eigenen Kategorie
Hier wird die Weichenstellung deutlicher. Der Arzneimittelstatus bleibt zwar formal erhalten, doch er wird neu strukturiert. Homöopathische Präparate werden in eine Unterkategorie verschoben, die sich klar von „regulären Arzneimitteln“ abgrenzt.
Das hätte mehrere Folgen:
• geänderte Kennzeichnung
• neue Informationspflichten
• andere Erwartungen an Studien- und Evidenzbezug
• mögliche Einschränkungen in der Apothekenpraxis
Politisch ließe sich das als „modernes Update“ darstellen: Man schaffe Ordnung, Transparenz und Klarheit.
Tatsächlich wäre es eine grundlegende Verschiebung: Homöopathie bliebe formal im Arzneimittelrecht – würde aber symbolisch und praktisch an den Rand gerückt.
Für Hersteller wäre das ein tiefer Einschnitt. Nicht von heute auf morgen – aber dauerhaft.
Szenario 4: Abschaffung – der Status fällt
Dieses Szenario ist das radikalste. Homöopathische Präparate würden rechtlich in andere Produktgruppen überführt, etwa Nahrungsergänzungsmittel, Gesundheitsprodukte oder völlig neue Kategorien.
Das würde bedeuten:
• veränderte Vertriebskanäle
• neue Qualitätsanforderungen
• massive Umstellungen in Kennzeichnung und Marketing
• unklare Positionierung im medizinischen System
Ein solcher Schritt wäre politisch riskant und juristisch komplex. Er würde Debatten auslösen, möglicherweise Gerichtsverfahren nach sich ziehen und internationale Vergleiche verstärken.
Daher erscheint er kurzfristig nicht wahrscheinlich. Aber: Er ist prinzipiell diskutabel geworden.
Und allein diese Tatsache verändert die Lage. Denn wenn ein Szenario denkbar ist, beginnen Akteure, ihre Positionen danach auszurichten – lange bevor eine Entscheidung sichtbar wird.
Warum all diese Szenarien oft unterschätzt werden
Gemeinsam ist den vier Szenarien, dass sie nicht dramatisch aussehen, wenn man sie isoliert betrachtet.
Ein Hinweis hier.
Eine neue Pflicht dort.
Ein neu sortiertes Kapitel im Gesetz.
Doch in der Summe entsteht ein neues Bild: Homöopathie verliert ihre selbstverständliche Zugehörigkeit zur Arzneimittelwelt – nicht abrupt, sondern still. Hersteller, die diese Dynamik nur als Reihe kleiner Einzelfragen sehen, laufen Gefahr, die strategische Dimension zu verpassen.
5. Was passiert in Unternehmen tatsächlich, wenn sich der Status verschiebt?
Politische Entscheidungen entstehen in Ausschüssen, Ministerien und Parlamenten. Ihre Wirkung entfalten sie jedoch in ganz anderen Räumen:
in Besprechungszimmern von Marketingabteilungen,
in Telefonaten mit Apotheken,
in Teammeetings von Außendienst und Vertrieb.
Eine Veränderung des Arzneimittelstatus – egal in welcher Tiefe – läuft deshalb nie nur über Paragrafen. Sie übersetzt sich in Kommunikation, Prozesse und Identität.
5.1 Kurzfristig: Die Nachfrage nach Orientierung steigt
Sobald offizielle Diskussionen sichtbar werden, passiert in Unternehmen fast immer das Gleiche. Zuerst kommen die Fragen.
Mitarbeitende möchten wissen, was die Debatte bedeutet. Apotheken erkundigen sich, ob sie Produkte weiterhin wie gewohnt empfehlen dürfen. Ärzte wollen wissen, was sie ihren Patienten erklären sollen. Journalisten fragen nach Stellungnahmen.
Nichts davon ist dramatisch. Aber die Frequenz steigt. Und sie steigt in einer Phase, in der Antworten noch unsicher sind.
In solchen Momenten wird Kommunikation zu einer stabilisierenden Größe. Unternehmen, die intern klare Linien vorgeben, wirken ruhiger. Unternehmen, die versuchen zu beruhigen, ohne zu erklären, wirken nervös – selbst wenn sie es nicht sind.
5.2 Mittelfristig: Strukturen beginnen, sich zu verändern
Wenn politische Prozesse konkreter werden, verschiebt sich der Schwerpunkt. Dann geht es nicht mehr nur um Erklärungen, sondern um Anpassungen.
Das kann bedeuten:
• Überarbeitungen von Etiketten und Textbausteinen
• Abstimmungen mit Juristen und Behörden
• neue Dokumentationswege
• veränderte Anforderungen an Schulungsmaterialien für Außendienst und Service
Diese Prozesse sind arbeitsintensiv. Sie binden Ressourcen, die anderswo fehlen, und erzeugen Unsicherheit:
„Bleibt das so? Kommt noch mehr?“
Hinzu kommt ein Effekt, den viele Branchen kennen: Sobald ein Bereich strenger reguliert wird, steigt automatisch die Sensibilität in anderen Bereichen. Man will keine Fehler riskieren. Vorsicht wird zur Leitlinie.
5.3 Langfristig: Die Frage nach der Rolle im System
Der tiefere Einschnitt entsteht nicht durch einzelne Formulierungen, sondern durch die Frage, die sich irgendwann zwangsläufig stellt: „Welche Rolle soll unser Unternehmen in einem Gesundheitssystem haben, das sich politisch neu sortiert?“
Diese Frage betrifft:
• Markenidentität
• strategische Ausrichtung
• Forschungs- und Innovationswege
• nationale und internationale Positionierung
Sie wird nicht von heute auf morgen beantwortet. Aber sie prägt langfristig Entscheidungen – oft still, manchmal unbewusst.
Je stärker der Arzneimittelstatus politisiert wird, desto mehr geraten homöopathische Hersteller in eine Art Zwischenraum: Sie bewegen sich einerseits in der Arzneimittelwelt, andererseits werden sie zunehmend als Sonderfall behandelt.
Diesen Zwischenraum klar zu definieren, ist eine Führungsaufgabe.
5.4 Die unsichtbare Belastung: Dauererklärungen
Ein Punkt wird in vielen Unternehmen unterschätzt: die kommunikative Dauerbelastung.
Wenn die Debatte an Fahrt gewinnt, erklären Marketing- und Kommunikationsteams immer wieder dieselben Zusammenhänge. Sie müssen Texte anpassen, Presseanfragen beantworten, interne Rundmails formulieren, Informationsmaterial neu ausrichten.
Das geschieht oft parallel zu normalem Tagesgeschäft.
Die eigentliche Herausforderung besteht dann nicht in der rechtlichen Umsetzung, sondern in der Fähigkeit, über Monate hinweg konsistent, ruhig und verständlich zu kommunizieren.
Unternehmen, die diese Phase gut gestalten, gewinnen Vertrauen.
Unternehmen, die sie unterschätzen, verlieren es – ohne formale Fehler gemacht zu haben.
Bis hierhin habe ich beschrieben, was politisch denkbar ist und wie sich das im Inneren von Unternehmen bemerkbar macht.
Im nächsten Schritt wird der Blick differenzierter:
6. Herstellergruppen im Vergleich: Komplexmittel und Einzelmittel – ähnliche Risiken, unterschiedliche Logiken
Auf den ersten Blick wirken homöopathische Hersteller wie eine relativ homogene Branche. Tatsächlich bewegen sie sich aber in unterschiedlichen Welten – mit eigenen Traditionen, Zielgruppen und Kommunikationskulturen.
Das spielt eine größere Rolle, als es auf den ersten Blick scheint. Denn politische Entscheidungen treffen zwar alle gleichzeitig, aber sie wirken nicht auf alle gleich.
6.1 Komplexmittel: Nähe zu Medizin und Versorgung
Unternehmen, die überwiegend Komplexmittel herstellen, stehen in einem engen Austausch mit medizinischen Strukturen. Ihre Produkte sind stärker in Therapiekonzepte eingebettet, sie werden in Praxen, Kliniken und Fortbildungen diskutiert und sie tauchen häufiger in fachlichen Kontexten auf.
Für diese Hersteller bedeutet eine Verschiebung des Arzneimittelstatus mehr als nur ein Etiketten-Problem. Sie berührt unmittelbar die Frage, wie Homöopathie in medizinischen Behandlungen wahrgenommen wird.
Wird sie als Ergänzung verstanden?
Als alternative Option?
Oder zunehmend als Randphänomen?
Gleichzeitig stehen Komplexmittel-Hersteller häufig stärker unter Beobachtung. Von ihnen wird erwartet, dass sie wissenschaftliche Aktivitäten dokumentieren, Praxisdaten darstellen und Qualitätsprozesse transparent erklären.
Damit verfügen sie über Chancen – aber auch über eine höhere kommunikative Verantwortung.
6.2 Einzelmittel: Tradition, Vertrautheit, Beständigkeit
Einzelmittelhersteller bewegen sich historisch in einem anderen Narrativ. Ihre Produkte begleiten Patientinnen und Patienten oft über lange Zeiträume hinweg. Sie sind Teil einer vertrauten Anwendungspraxis – sowohl in Haushalten als auch in therapeutischen Kontexten.
In öffentlichen Debatten wird dieser Bereich weniger über klinische Daten diskutiert, sondern stärker über die Frage: „Soll diese Form der Medizin politisch weiterhin ihren Platz behalten?“
Für Einzelmittelhersteller ist der Arzneimittelstatus deshalb besonders eng mit Identität und Vertrauen verbunden. Er signalisiert nicht nur rechtliche Ordnung, sondern Zugehörigkeit zum medizinischen System. Wenn dieser Status infrage gestellt wird, trifft es nicht nur Produkte, sondern das Gefühl von Legitimität.
6.3 Warum beide Gruppen eine gemeinsame Herausforderung teilen
Trotz aller Unterschiede verbindet beide Herstellergruppen eine zentrale Herausforderung: Sie stehen in einer Debatte, die zunehmend politisch bewertet wird — unabhängig davon, wie sie intern arbeiten oder welche Qualitätsstandards sie setzen.
Das bedeutet:
• Selbst vorbildliche Dokumentation schützt nicht vor politischen Dynamiken.
• Tradition und Patiententreue sichern keine politische Akzeptanz.
• Gute Verbandsarbeit ersetzt keine eigene strategische Vorbereitung.
Der Unterschied liegt lediglich darin, wie sichtbar und in welcher Form die jeweiligen Risiken auftreten. Komplexmittel geraten stärker in wissenschaftliche und medizinische Diskussionen.
Einzelmittel eher in symbolische und politische.
Für die Zukunft bedeutet das:
Hersteller werden sich stärker bewusst positionieren müssen — nicht gegeneinander, sondern in Abstimmung mit ihren spezifischen Rollen.
Im nächsten Abschnitt gehe ich einen Schritt weiter und spreche über ein Thema, das die Branche oft unterschätzt:
7. Drei verbreitete Illusionen – und warum sie gefährlich sein können
In Gesprächen mit Herstellern, Apotheken, Politikern und Verbänden begegnen immer wieder ähnliche Argumentationsmuster. Sie klingen plausibel. Sie beruhigen. Und doch führen sie in eine falsche Sicherheit.
Dieses Kapitel versucht, einige dieser Illusionen zu benennen. Nicht als Vorwurf, sondern als Einladung, realistischer zu denken.
Illusion 1: „Im Zweifel kann man Homöopathie doch immer noch als Nahrungsergänzung verkaufen.“
Der Gedanke dahinter ist verständlich: Wenn der Arzneimittelstatus tatsächlich entfiele, gäbe es doch alternative Produktkategorien.
Doch dieser Vergleich greift zu kurz. Nahrungsergänzungsmittel unterliegen einem völlig anderen Rahmen. Ihre Position basiert auf Ernährung, nicht auf Therapie. Sie sind Teil eines Verbrauchermarktes — nicht Teil eines medizinischen Versorgungssystems.
Würde Homöopathie in diesen Bereich wechseln, ginge mehr verloren als ein juristischer Status. Es ginge um:
• den Bezug zu Ärzten und Apotheken
• die Wahrnehmung als Therapieoption
• die Einordnung in Krankheitskontexte
• die Erwartung an Qualität und Verantwortung
Homöopathie würde in weiten Teilen aufhören, als Medizin verstanden zu werden.
Illusion 2: „Andere Länder machen es anders — also bleibt Deutschland stabil.“
Der internationale Vergleich wird oft als Beruhigungsargument genutzt. In manchen Ländern ist Homöopathie sichtbar eingebunden, in anderen politisch akzeptiert. Aber Politik orientiert sich nicht immer an Stabilität.
Sie orientiert sich an Stimmungen, an Koalitionen, an Narrativen.
Deutschland bewegt sich zudem in einem öffentlichen Klima, das stark auf Evidenz, Kontrolle und Patientenschutz setzt. Themen, die einmal als Problembereich markiert sind, verschwinden selten wieder. Sie wandern stattdessen Schritt für Schritt in regulative Debatten.
Ein stabiler Status quo ist deshalb keine Garantie. Er ist lediglich ein Zustand — solange, bis er neu bewertet wird.
Illusion 3: „Wenn es wirklich kritisch wird, werden die Verbände schon warnen.“
Verbände haben zweifellos eine wichtige Funktion. Sie beobachten Prozesse, sprechen mit Politikern, geben Einschätzungen weiter.
Aber sie arbeiten zwangsläufig generalistisch. Sie können keine tiefgehenden Risiko-Analysen für jedes einzelne Unternehmen liefern. Und sie können nicht verhindern, dass politische Dynamiken schneller werden, als man erwartet.
Hinzu kommt: Verbände sind Teil politischer Kompromisse. Sie müssen moderieren, abwägen, Brücken bauen. Ihre Botschaften sind daher oft diplomatisch – nicht alarmierend.
Das ist legitim. Aber es ersetzt keine eigene strategische Vorsorge.
Zwischenergebnis
Diese drei Illusionen zeigen: Sicherheit entsteht nicht durch das Ignorieren von Risiken, sondern durch das bewusste Durchdenken von Möglichkeiten.
Ein Unternehmen, das seine Lage realistisch betrachtet, steht in politischen Umbruchphasen stabiler da — unabhängig davon, welches Szenario am Ende Wirklichkeit wird.
Im nächsten Kapitel wechsle ich die Perspektive und schaue gezielt in die Unternehmen hinein:
8. Mitarbeiterkommunikation: Sicherheit schaffen, ohne zu beschwichtigen
Politische Veränderungen erreichen ein Unternehmen nicht zuerst in der Rechtsabteilung, sondern in Gesprächen auf den Fluren, in Pausenräumen und Teamsitzungen. Mitarbeiter spüren, wenn sich etwas verschiebt, selbst wenn noch keine Entscheidung gefallen ist.
Sie lesen Schlagzeilen.
Sie hören Meinungen im privaten Umfeld.
Sie erleben Fragen von Kunden.
Wenn Führungskräfte diese Stimmung ignorieren, entsteht ein stilles Vakuum. In diesem Vakuum verbreiten sich Gerüchte, Halbwissen und Ängste. Die Folge ist nicht Panik, sondern eine diffuse Verunsicherung, die auf Dauer Motivation und Loyalität schwächen kann.
8.1 Beschwichtigung ist kein Führungsinstrument
Der erste Reflex vieler Organisationen lautet: „Wir sollten das Thema klein halten. Sonst machen wir es größer, als es ist.“
Kurzfristig beruhigt diese Strategie.
Langfristig untergräbt sie Vertrauen.
Denn Mitarbeitende merken, wenn wichtige Themen nicht offen angesprochen werden. Sie interpretieren Zurückhaltung als Hinweis darauf, dass die Lage ernster sein könnte, als offiziell gesagt wird.
Vertrauen entsteht dagegen aus Transparenz. Und Transparenz bedeutet in diesem Kontext:
• erklären, was politisch wirklich diskutiert wird
• klar benennen, was man derzeit nicht weiß
• offen darstellen, auf welche Szenarien man sich vorbereitet
Diese Form der Kommunikation wirkt erwachsen. Sie respektiert Mitarbeitende als Menschen, die Zusammenhänge verstehen wollen — und können.
8.2 Typische Fragen – und wie man ihnen begegnen kann
In Unternehmen tauchen in solchen Phasen immer wieder ähnliche Fragen auf:
„Ist mein Arbeitsplatz gefährdet?“
Eine ehrliche Antwort ist: Aktuell gibt es politische Bewegungen, aber keine konkreten Beschlüsse. Wir bereiten uns vor, damit wir handlungsfähig bleiben, egal, wie entschieden wird.
„Warum steht Homöopathie plötzlich so stark in der Kritik?“
Weil die Debatte nicht nur medizinisch, sondern politisch geführt wird. Es geht um Grundsatzfragen im Gesundheitssystem.
„Bedeutet das, dass unsere Produkte verschwinden könnten?“
Das ist kein realistisches Szenario von heute auf morgen. Aber der Rahmen kann sich verändern. Genau deshalb analysieren wir und denken voraus.
„Was tut das Unternehmen konkret?“
Wir beobachten politische Signale, bewerten Szenarien, sprechen mit Partnern und bereiten Informationen vor, um sicher und transparent zu bleiben.
Solche Antworten sind weder dramatisch noch beschönigend. Sie schaffen Orientierung.
8.3 Kommunikation ist auch Fürsorge
Wer ein Unternehmen führt, trägt Verantwortung für wirtschaftliche Stabilität – aber auch für psychologische Stabilität. In unsicheren Zeiten suchen Menschen Halt. Dieser Halt entsteht nicht durch fertige Lösungen, sondern durch das Gefühl, dass die eigene Organisation wach, aufmerksam und ehrlich mit Entwicklungen umgeht.
Deshalb ist Mitarbeiterkommunikation kein Nebenthema. Sie ist ein zentraler Baustein unternehmerischer Resilienz.
Der nächste Abschnitt führt den Gedanken weiter – von innen nach außen:
9. Was Führungskräfte jetzt konkret vorbereiten sollten
Viele Unternehmen reagieren erst dann, wenn politische Entscheidungen gefallen sind. Das ist nachvollziehbar – aber riskant. Vorbereitung bedeutet nicht, dass man Entscheidungen vorwegnimmt. Vorbereitung bedeutet, dass man nicht überrascht wird.
Im Kontext der Homöopathie-Debatte lassen sich drei Bereiche unterscheiden, in denen vorausschauendes Handeln sinnvoll ist: Information, Prozesse und Haltung.
9.1 Informationsbasis: Ein eigenes Lagebild entwickeln
Unternehmen sollten nicht ausschließlich auf öffentliche Aussagen oder Verbandsinformationen angewiesen sein. Beides ist wichtig – aber es bildet die Realität nur teilweise ab.
Sinnvoll ist ein internes Lagepapier, das regelmäßig aktualisiert wird und folgende Punkte bündelt:
• relevante politische Beschlüsse und Ankündigungen
• Entwicklungen in Ausschüssen und Fachgremien
• juristische Einschätzungen
• mögliche Auswirkungen auf das eigene Portfolio
Dieses Dokument ist kein abgeschlossenes Werk, sondern ein Arbeitstool.
Es schafft Übersicht und verhindert, dass Wissen zufällig verteilt bleibt.
9.2 Prozesse: Klarheit für den Ernstfall
Wenn regulatorische Änderungen kommen, müssen Entscheidungen schnell und dennoch geordnet getroffen werden. Dafür braucht es vorher definierte Abläufe.
Dazu gehört unter anderem:
• Wer prüft rechtliche Anpassungen?
• Wer entscheidet über neue Formulierungen?
• Wer spricht mit Apotheken und Ärzten?
• Wer verantwortet externe Statements?
Klare Zuordnungen nehmen in kritischen Momenten Druck heraus.
Sie verhindern, dass Zeit mit internen Abstimmungen verloren geht, während draußen Unsicherheit wächst.
9.3 Kommunikation: Eine Linie entwickeln, bevor man sie braucht
Texte, die unter Zeitdruck entstehen, klingen oft unsicher. Sie reagieren statt zu erklären.
Besser ist es, vorab über Kernbotschaften nachzudenken:
• Wie erklären wir ruhig und sachlich, was sich politisch verändert?
• Wie unterscheiden wir zwischen Fakten und Spekulationen?
• Wie signalisieren wir Verantwortung, ohne zu dramatisieren?
Solche Vorüberlegungen lassen sich später anpassen.
Aber sie geben Orientierung – intern wie extern.
9.4 Haltung: Verantwortung sichtbar machen
In politischen Konflikten ist nicht nur entscheidend, was ein Unternehmen sagt, sondern wie es wahrgenommen wird. Ein Hersteller, der transparent, reflektiert und dialogbereit wirkt, gewinnt Vertrauen – auch bei Menschen, die ihm kritisch gegenüberstehen.
Eine Haltung nach dem Motto: „Wir sagen möglichst wenig, um keinen Fehler zu machen“ ist menschlich verständlich, wirkt aber schnell defensiv.
Die Erfahrung zeigt: Unternehmen, die Verantwortung sichtbar übernehmen, haben in unsicheren Zeiten die besseren Karten.
10. Fazit: Warum Sichtbarkeit kein Risiko, sondern Pflicht ist
Die Diskussion um den Arzneimittelstatus homöopathischer Präparate ist kein isoliertes Spezialthema. Sie steht stellvertretend für eine größere Entwicklung: Das Gesundheitssystem sortiert neu, welche Methoden welche Rolle spielen sollen. Und diese Sortierung folgt immer stärker politischen Logiken.
Für Hersteller bedeutet das: Sie bewegen sich nicht nur in einem Markt, sondern in einem Deutungsraum.
Dieser Deutungsraum entscheidet darüber,
• wie Produkte wahrgenommen werden,
• wie Ärztinnen und Apotheken sie einordnen,
• und welche Erwartungen Politik an sie stellt.
In solchen Phasen ist Schweigen keine neutrale Position. Es ist eine Einladung, die Deutung anderen zu überlassen.
Sichtbarkeit bedeutet in diesem Zusammenhang nicht Lautstärke. Sie bedeutet: erklären, einordnen, Verantwortung zeigen.
Sie bedeutet, zu zeigen, dass Homöopathie nicht nur historisch gewachsen ist, sondern Teil eines geordneten, reflektierten Umgangs mit Patienten und Therapien sein kann.
Und sie bedeutet, rechtzeitig zu sagen, was politische Veränderungen praktisch bedeuten würden – für Hersteller, für Praxen, für Apotheken und für diejenigen, die Homöopathie anwenden.
Dieses Dossier versucht, dafür einen Beitrag zu leisten: Indem es Szenarien beschreibt, Illusionen hinterfragt und deutlich macht, dass Vorbereitung kein Zeichen von Angst ist, sondern Ausdruck professioneller Führung.
Wie sich die politische Linie am Ende tatsächlich entwickelt, ist offen.
Aber eines lässt sich schon heute sagen:
Unternehmen, die wach, informiert und dialogfähig bleiben, werden mit Veränderungen besser umgehen – egal, wie weit sie gehen.
– Hamburg, 6.1.2026 —
Trumps neue Pharmapolitik: warum das für die Homöopathie in Deutschland eine Chance sein kann/ Eine unideologische Analyse
Der Name Donald Trump polarisiert. Für viele ist er ein rotes Tuch, für andere eine Art Heilsbringer. Genau deshalb lohnt es sich, bei diesem Thema einmal einen Schritt zurückzutreten. Als Journalist ist es meine Aufgabe, Entwicklungen wahrzunehmen, Fakten einzuordnen und daraus abzuleiten, was sie konkret bedeuten könnten. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich bewerte Politik nicht nach Sympathie, sondern nach Wirkung. Mich interessiert nicht, ob jemand gefällt oder provoziert. Mich interessiert, was seine Entscheidungen auslösen können. Und welche Folgen sie möglicherweise für Menschen haben, die heute in deutschen Praxen sitzen, in Apotheken stehen oder ihre Gesundheitskosten selbst bezahlen müssen.
Während viele Debatten über Trump vor allem moralisch oder ideologisch geführt werden, möchte ich hier bewusst nüchtern und analytisch auf das Thema schauen. Ohne Scheuklappen. Aber auch ohne Lobgesang. Und anders denken als viele Journalisten, nicht so ideologisch, sondern praktisch. So, wie es die Leserinnen und Leser des Homoeopathiewatchblog kennen: aufmerksam hinschauen, Entwicklungen früh erkennen und rechtzeitig als erster Journalist als Dienst für die Leser fragen, was sie für die Homöopathie bedeuten könnten.
Denn große Politik wirkt oft leise. Und manchmal beginnt sie weit entfernt – und landet am Ende doch im Alltag.
Mich interessiert Ihre Meinung dazu. Gern können Sie Ihre Meinung als Kommentar unter diesem Artikel veröffentlichen. So können auch andere Leser Ihre Meinung wahrnehmen und sich mit diesem Artikel und den Meinungen und Einschätzungen anderer Leser ein eigenes Bild machen.
Trumps neue Pharmapolitik: warum das für die Homöopathie in Deutschland eine Chance sein kann
Analyse
Von Christian J. Becker, Gesundheitsjournalist
Kurzfassung für Schnellleser
Donald Trump will die Arzneimittelpreise in den USA deutlich senken. Für Pharmaunternehmen bedeutet das geringere Gewinne in ihrem wichtigsten Markt. Der wirtschaftliche Druck, Einnahmen in anderen Regionen auszugleichen, wächst. Europa rückt damit stärker in den Blick. Für Deutschland könnte das vor allem im Bereich der Selbstmedikation spürbar werden. Genau hier kann Homöopathie an Bedeutung gewinnen – als überschaubare, selbstbestimmte Option für Patientinnen und Patienten. Voraussetzung ist allerdings, dass sie verständlich erklärt und realistisch eingeordnet wird.
Warum Donald Trump hier überhaupt eine Rolle spielt
Donald Trump hat im Dezember erneut angekündigt, die hohen Arzneimittelpreise in den USA deutlich senken zu wollen. Medikamente sollen sich künftig stärker an internationalen Vergleichspreisen orientieren. Für die Pharmaindustrie wäre das ein spürbarer Einschnitt in ihrem bislang wichtigsten und profitabelsten Markt.
Was dabei oft übersehen wird: Große Pharmakonzerne denken nicht in nationalen Grenzen. Wenn in den USA weniger verdient wird, entsteht der wirtschaftliche Druck, diese Verluste in anderen Märkten auszugleichen. Europa gehört dabei zu den naheliegenden Zielregionen. Und damit auch Deutschland. Trumps Pharmapolitik ist deshalb kein rein amerikanisches Thema. Sie kann wirtschaftliche Folgen haben, die bis in deutsche Apotheken und Praxen hineinreichen.
Wenn internationale Pharmapolitik den Alltag verändert
Gesundheitspolitik wirkt selten sofort. Sie verändert zunächst die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Und diese verändern nach und nach das Verhalten der Menschen. Sollten Pharmaunternehmen in den USA künftig geringere Preise akzeptieren müssen, ist es naheliegend, dass sie versuchen, Einnahmeverluste in anderen Regionen auszugleichen. Für Deutschland bedeutet das keinen plötzlichen Preisschock. Aber ein zunehmender Kostendruck ist möglich – vor allem im Bereich der rezeptfreien Arzneimittel.
Und genau dieser Bereich betrifft Patientinnen und Patienten unmittelbar. Hier wird selbst bezahlt, hier wird verglichen, hier wird abgewogen.
Wenn Medikamente teurer werden, denken Patienten anders
Sobald Arzneimittel teurer werden oder zumindest als teurer wahrgenommen werden, verändern sich Entscheidungen. Menschen fragen nicht nur, was hilft, sondern auch, was sie sich leisten können. Gesundheit wird stärker zu einer Frage der Planung. Das ist kein Ausdruck von Misstrauen gegenüber Medizin, sondern eine normale Reaktion auf steigende Lebenshaltungskosten.
In diesem Umfeld kann Homöopathie sichtbarer werden. Nicht als Gegenentwurf zur Schulmedizin, sondern als eine von mehreren Möglichkeiten im Bereich der Selbstmedikation. Viele homöopathische Arzneimittel sind vergleichsweise günstig, über längere Zeit nutzbar und ohne Rezept erhältlich. Dieser Vorteil wirkt allerdings nur, wenn er bekannt ist. Wer nicht weiß, wofür Homöopathie gedacht ist, was sie kostet und wo ihre Grenzen liegen, wird sie im Zweifel einfach nicht berücksichtigen.
Wo hier eine Chance für die Homöopathie liegen kann
Steigende Arzneimittelpreise führen nicht automatisch dazu, dass mehr Menschen homöopathische Mittel kaufen. Sie führen zunächst dazu, dass genauer hingeschaut wird. In der Praxis zeigt sich schon heute, dass Patientinnen und Patienten sensibler auf Kosten reagieren. Gespräche drehen sich häufiger um Budgets, um Prioritäten und um die Frage, was langfristig tragbar ist.
In solchen Situationen wird Homöopathie nur dann in Betracht gezogen, wenn sie verständlich eingeordnet wird. Wer offen darüber spricht, was eine Begleitung kostet, über welchen Zeitraum sie sinnvoll ist und was realistisch zu erwarten ist, schafft Vertrauen. Wer auch klar sagt, wo Homöopathie an ihre Grenzen stößt, wirkt glaubwürdiger als jemand, der alles verspricht. Gerade in einem teurer werdenden Gesundheitssystem gewinnt diese Form der Einordnung an Bedeutung.
Die stille Gefahr: dass Homöopathie einfach übersehen wird
Die größere Gefahr liegt nicht in offenen Angriffen auf die Homöopathie, sondern darin, dass sie in einer Phase steigender Kosten schlicht unter den Tisch fällt. Menschen sparen zuerst dort, wo sie unsicher sind. Was unklar ist, wird aufgeschoben. Was nicht greifbar ist, wird weggelassen. Das kann auch dort passieren, wo Homöopathie bislang akzeptiert war – nicht aus Ablehnung, sondern aus Orientierungslosigkeit.
Für Patientinnen und Patienten ist diese Situation zwiespältig. Einerseits wächst der Wunsch nach Eigenverantwortung und sanfteren Wegen. Andererseits steigt die Verunsicherung durch öffentliche Debatten und widersprüchliche Schlagzeilen. In diesem Umfeld wird Orientierung wichtiger als Überzeugung. Menschen wollen verstehen, was sie tun – und warum.
Trumps Deal entscheidet nicht – aber er verändert den Rahmen
Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Trumps Pharmapolitik der Homöopathie hilft oder schadet. Die entscheidende Frage ist, ob Homöopathie in einem teurer werdenden Gesundheitssystem verständlich präsent bleibt. Chancen entstehen hier nicht automatisch. Sie entstehen nur dann, wenn Entwicklungen erkannt und eingeordnet werden. Sonst verpuffen sie leise, ohne dass jemand bewusst dagegen entschieden hätte.
Noch ist diese Entwicklung eher eine Verschiebung im Hintergrund als eine spürbare Krise im Praxisalltag. Aber genau dann lohnt es sich hinzuschauen. Denn was heute nicht erklärt wird, wird morgen oft nicht mehr mitgedacht. Und Sichtbarkeit entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch Verständlichkeit.
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Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger
Aktiv für die Homöopathie und Heilpraktiker seit 2018
mit dem
Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie und die Heilpraktiker mit dem Heilpraktiker-Newsblog.de
Service für Heilpraktiker: Mit Praxis-Handzettel die Patienten über neues Gutachten des Gesundheitsministeriums aktiv informieren / Hier downloadbar als PDF
Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben das empirische Gutachten des Gesundheitsministeriums zum Heilpraktikerwesen mit gemischten Gefühlen erwartet. Zu präsent waren in den vergangenen Jahren einseitige Medienberichte, Zuspitzungen und persönliche Angriffe, die den Berufsstand in ein falsches Licht gerückt haben.
Nun liegt das Gutachten vor – und es zeichnet ein deutlich anderes Bild, wie ich in diesem Artikel (Link) ausführlich analysiere. Es bestätigt, was viele Patienten seit Jahren aus eigener Erfahrung wissen: Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll, strukturiert und mit klarer Orientierung am Wohl der Menschen.
Im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöpathie stelle ich als Gesundheitsjournalist allen Heilpraktikern jetzt einen kostenlosen Praxis-Handzettel zur Verfügung, mit dem Sie Ihre Patienten sachlich, verständlich und positiv informieren können. Inklusive Feld für Ihren Praxisstempel, damit Sie den Handzettel personalisieren können.
Warum ein Praxis-Handzettel jetzt wichtig ist
Viele Patientinnen und Patienten haben in den letzten Jahren kritische Berichte über Heilpraktiker gesehen oder davon gehört. Manche fragen verunsichert nach. Andere behalten ihre Zweifel für sich.
Das Empirische Gutachten des Gesundheitsministeriums bietet erstmals eine bundesweit fundierte Datengrundlage. Es wurde genau deshalb beauftragt, weil es bisher zu wenig belastbare Zahlen gab. Nun liegen sie vor – und sie sprechen eine klare Sprache.
Ein Handzettel in der Praxis wirkt dort, wo Vertrauen entsteht: im persönlichen Gespräch. Er gibt Orientierung, schafft Transparenz und zeigt, dass Heilpraktiker offen und selbstbewusst informieren.
Was das Gutachten zeigt – in verständlicher Sprache
Das Gutachten kommt zu einem klaren Ergebnis:
Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll, professionell und mit hoher Orientierung an der Sicherheit ihrer Patientinnen und Patienten. Es gibt keine Hinweise auf eine systematische Gefährdung. Ausbildung, Überprüfung und Berufsausübung sind deutlich strukturierter, als oft behauptet.
Untersucht wurden tausende Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker bundesweit, zusätzlich Gesundheitsämter, Schulen und weitere Stellen. Es ist die bislang umfassendste Untersuchung zum Heilpraktikerwesen in Deutschland.
Für viele Patientinnen und Patienten ist dieses Ergebnis eine Bestätigung ihrer eigenen positiven Erfahrungen.
Der Praxis-Handzettel: Information, die Vertrauen schafft
Auf Basis des Gutachtens haben wir einen hochwertigen DIN-A4-Handzettel für die Praxis entwickelt:
- warmes, freundliches Design
- auch auf Schwarz-Weiß-Druckern gut lesbar
- Feld für den Praxisstempel rechts oben
- klare, verständliche Sprache
- positive Einordnung ohne Verteidigungsrhetorik
Der Text ist bewusst so formuliert, dass er nicht wie eine Rechtfertigung klingt, sondern wie eine selbstverständliche Information aus einer Position der Stärke.
So können Sie den Handzettel in Ihrer Praxis einsetzen
Der Handzettel ist vielseitig nutzbar. Hier einige bewährte Einsatzmöglichkeiten:
1. Auslegen im Wartezimmer
Legen Sie den Handzettel dort aus, wo Ihre Patientinnen und Patienten Zeit haben, ihn in Ruhe zu lesen. Viele nehmen ihn gern mit nach Hause.
2. Im Behandlungszimmer bereithalten
Gerade bei neuen Patientinnen und Patienten kann der Zettel helfen, Vertrauen aufzubauen und mögliche Unsicherheiten aufzugreifen.
3. Aktive Kommunikation
Wenn Patientinnen oder Patienten Fragen zu Medienberichten oder öffentlichen Diskussionen stellen, können Sie den Handzettel gezielt überreichen:
„Dazu gibt es jetzt ein neues Gutachten des Gesundheitsministeriums – hier sind die wichtigsten Ergebnisse verständlich zusammengefasst.“
4. Mit Praxisstempel personalisieren
Das Feld rechts oben ist bewusst hellgrau gehalten, damit Ihr Praxisstempel klar im Vordergrund steht. So wird aus dem Handzettel ein persönliches Informationsblatt Ihrer Praxis.
Warum ich diese Arbeit mache
Seit 2018 berichten der HomoeopathieWatchblog und der Heilpraktiker-Newsblog über politische Entwicklungen, Medienkampagnen und Hintergründe rund um Komplementärmedizin und Heilpraktikerwesen. Unser Ziel ist Information und Aufklärung – nicht Empörung und nicht Lagerdenken.
Das Gutachten des Gesundheitsministeriums ist eine Chance für eine neue Sachlichkeit. Mit dem Praxis-Handzettel möchten die beiden Blogs beitragen, dass diese Informationen dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Patientinnen und Patienten.
Der Handzettel als PDF zum Download
Der Praxis-Handzettel steht allen Heilpraktikern als druckfertiges PDF zur Verfügung. Über eine Spende für die Kaffee-Kasse freue ich mich.
Sie können ihn direkt herunterladen, ausdrucken und in Ihrer Praxis einsetzen:
👉 Download des Handzettels für Heilpraktiker hier als PDF (Download-Link: Handzettel-EmpirGutachten-Heilpraktiker-Praxis-BECKER. Damit er funktioniert, können Sie sich per E-Mail an mich wenden redaktion (at) homoeopathiewatchblog.de
Es wäre nett und eine Sache der Wertschätzung, wenn Sie mir im Gegenzug, dass Sie den Handzettel erhalten und nutzen können, eine Kaffee-Spende zukommen lassen. Ich denke, dass eine Kaffee-Spende von 5 Euro für jeden Nutzer des Handzettels leistbar ist. Danke
Wie Sie helfen können
Der Watchblog und der Heilpraktiker-Newsblog sind unabhängige journalistische Projekte. Recherche, Analyse, Gestaltung und Bereitstellung solcher Materialien kosten Zeit und Geld. Und Unterstützung durch einen Anwalt, um mich und die Blogs gegen Angriffe der Gegner von Homöopathie und Heilpraktiker verteidigen zu können.
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Die Spendenmöglichkeit finden Sie ebenfalls im Anschluss an diesen Artikel.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung. Christian J. Becker
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BMG-Gutachten stärkt Heilpraktiker: Analyse der Ergebnisse des empirischen Gutachtens zum Heilpraktikerwesen / Kurzfassung und ausführliche Analyse / Wie ist Ihre Meinung?
Am 13. Dezember 2025 hat das Bundesministerium für Gesundheit das sogenannte Empirische Gutachten zum Heilpraktikerwesen veröffentlicht. Aus meiner Sicht als Gesundheitsjournalist finde ich es erstaunlich, dass bis heute – mehr als drei Wochen nach der Veröffentlichung – kein Medium und kein Verband über die Inhalte berichtet und die Heilpraktiker informiert hat. Denn es ist kein Hexenwerk, sich durch die über 300 Seiten zu arbeiten. Es ist einfach eine journalistische Fleißarbeit. Da ich es wichtig finde, dass Heilpraktiker gut informiert sind, finden Sie hier meine Zusammenfassung und Analyse des Empirischen Gutachtens. Verbände mögen das Gutachten anders zusammenfassen und analysieren – und das ist auch wichtig, dass Verbände ihre Interpretation veröffentlichen. Daher betone ich extra, dass dies meine Analyse als Gesundheitsjournalist ist.
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Fazit des Gutachtens in drei Sätzen: Das Gutachten zeigt: Heilpraktiker arbeiten verantwortungsvoll, es gibt keine Hinweise auf eine systematische Gefährdung von Patientinnen und Patienten. Die Ausbildung und Überprüfung sind deutlich strukturierter, als oft behauptet, und die meisten Heilpraktiker bereiten sich intensiv und professionell auf ihren Beruf vor. Insgesamt bestätigt das Gutachten, dass es keinen sachlichen Grund gibt, den Heilpraktikerberuf pauschal infrage zu stellen.
Um mich durch 300 Seiten BMG-Gutachten zu kämpfen, habe ich viel Kaffee gebraucht. Vielleicht haben Sie noch ein wenig Kaffee von Weihnachten übrig. Ich würde mich über eine Kaffee-Spende freuen. Den Link dazu finden Sie unter dem Artikel.
Vielen Dank, Christian J. Becker, Gesundheitsjournalist und Kaffee-Heavy-User.
Sie können hier erst eine Kurzzusammenfassung und danach eine längere Analyse mit mehr Details lesen:
Kurze Analyse: Was das empirische Gutachten zum Heilpraktikerwesen wirklich zeigt
Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben dem empirischen Gutachten zum Heilpraktikerwesen mit Sorge entgegengesehen. Die Befürchtung war verbreitet, das Gutachten könne als Vorlage dienen, um den Berufsstand grundsätzlich infrage zu stellen oder pauschal als Risiko darzustellen.
Nach sorgfältiger Lektüre lässt sich jedoch festhalten: Diese Sorge ist nach dem vorliegenden Gutachten unbegründet. Das Papier zeichnet ein deutlich differenzierteres, sachlicheres Bild, als es die öffentliche Debatte der vergangenen Jahre oft vermuten ließ.
Worum es in dem Gutachten geht – und worum nicht
Das Gutachten wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstellt, weil es bislang kaum belastbare Daten über Heilpraktiker gab. Ziel war ausdrücklich keine Bewertung einzelner Therapieverfahren, sondern eine empirische Bestandsaufnahme: Wer arbeitet als Heilpraktiker? Wie bereiten sie sich vor? Wie üben sie ihren Beruf aus? Und gibt es Hinweise auf Risiken für Patientinnen und Patienten?
Untersucht wurden Heilpraktiker mit Vollerlaubnis sowie sektorale Heilpraktiker in den Bereichen Psychotherapie und Physiotherapie. Die Datengrundlage ist breit: Befragungen, Interviews, Behördenabfragen und Recherchen über mehrere Jahre.
Ein Berufsstand, der anders ist als oft behauptet
Ein zentrales Ergebnis: Heilpraktiker sind keine homogene Gruppe, sondern kommen aus sehr unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. Viele haben zuvor in Gesundheits-, Sozial- oder pädagogischen Berufen gearbeitet. Der Heilpraktikerberuf ist für die meisten kein Schnellentschluss, sondern ein bewusster zweiter Berufsweg.
Auffällig ist auch die demografische Struktur: Der Beruf wird überwiegend von Frauen ausgeübt, häufig im mittleren Lebensalter. Das passt zu dem Bild eines verantwortungsvoll gewählten Tätigkeitsfeldes – nicht zu dem eines ungeregelten Randbereichs.
Ausbildung und Überprüfung: weniger Chaos, als oft unterstellt
Das Gutachten bestätigt zwar, dass es keine staatlich einheitliche Ausbildung gibt. Gleichzeitig zeigt es aber, dass die große Mehrheit der Anwärter sich systematisch, zeitintensiv und kostenintensiv vorbereitet – häufig über Heilpraktikerschulen, ergänzt durch Selbststudium.
Ein wichtiger Befund: Wer eine strukturierte Ausbildung absolviert, hat bessere Chancen, die Überprüfung zu bestehen. Auch medizinische oder naturwissenschaftliche Vorkenntnisse wirken sich positiv aus.
Die Überprüfungen selbst dienen der Gefahrenabwehr – genau das zeigen die Daten. Sie sind seit den bundesweiten Leitlinien deutlich vereinheitlicht worden. Das Bild einer willkürlichen oder folgenlosen Prüfung lässt sich empirisch nicht halten.
Patientensicherheit: keine Hinweise auf systematische Gefährdung
Besonders relevant ist der Abschnitt zur Patientensicherheit. Hier fällt das Ergebnis nüchtern, aber klar aus:
Es gibt keine empirischen Hinweise auf eine systematische Gefährdung von Patientinnen und Patienten durch Heilpraktiker.
Strafrechtliche Verurteilungen mit Berufsbezug sind selten. Zivilrechtliche Verfahren bewegen sich auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig berichten viele Heilpraktiker, dass sie Patientinnen und Patienten bewusst an Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeuten verweisen, wenn Grenzen erreicht sind.
Das Gutachten weist zwar darauf hin, dass die behördliche Datenerfassung lückenhaft ist. Doch genau diese Offenheit stärkt die Aussagekraft: Die vorhandenen Daten widersprechen alarmistischen Pauschalurteilen.
Therapeutische Praxis und wirtschaftliche Realität
Die angewendeten Methoden sind vielfältig und reichen von naturheilkundlichen Verfahren über manuelle und gesprächsorientierte Ansätze bis hin zu komplementärmedizinischen Verfahren. Das Gutachten bewertet diese Methoden nicht, sondern dokumentiert ihre Anwendung.
Wirtschaftlich arbeiten die meisten Heilpraktiker selbstständig in kleinen Praxen, häufig in Teilzeit. Die Umsätze sind moderat. Patientenkontakte sind oft zeitlich begrenzt, nicht dauerhaft. Auch das passt nicht zu gängigen Zerrbildern.
Ein Gutachten ohne Angriffston
In der Gesamtschau ist bemerkenswert, was nicht im Gutachten steht:
Keine Forderung nach Abschaffung. Keine pauschalen Schuldzuweisungen. Keine Dramatisierung.
Stattdessen liefert das Gutachten erstmals eine belastbare Datengrundlage. Und diese zeigt: Der Heilpraktikerberuf ist vielfältig, verantwortungsbewusst ausgeübt und empirisch nicht als Risiko belegt.
BMG-Gutachten stärkt Heilpraktiker: Analyse der Ergebnisse des empirischen Gutachtens zum Heilpraktikerwesen
Eine ausführliche Analyse von Christian J. Becker, Gesundheitsjournalist
1. Ziel und Bedeutung des Gutachtens
Das empirische Gutachten wurde vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragt, weil es bislang zwar viele Debatten, aber kaum belastbare Daten zum Heilpraktikerwesen gab. Ziel war ausdrücklich keine Bewertung einzelner Methoden, sondern eine Bestandsaufnahme auf empirischer Grundlage. Untersucht wurden drei Gruppen:
- Heilpraktiker mit Vollerlaubnis
- sektorale Heilpraktiker für Psychotherapie
- sektorale Heilpraktiker für Physiotherapie
Erhoben wurden Daten zu Berufsstruktur, Ausbildung, Berufsausübung, Patientensicherheit, angewendeten Methoden sowie zur wirtschaftlichen Einbindung ins Gesundheitssystem. Methodisch stützt sich das Gutachten auf Online-Befragungen, Nachfassaktionen, Interviews, Behördenabfragen und eine umfangreiche Desktop-Recherche. Es handelt sich damit um die bislang umfassendste Datenerhebung zum Heilpraktikerwesen in Deutschland
2. Berufsstruktur: Wer sind Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker?
Ein zentrales Ergebnis ist die klare soziodemografische Struktur des Berufsstands.
- Rund 72–75 % der Heilpraktiker sind weiblich, nur etwa ein Viertel männlich
- Der Beruf wird überwiegend im mittleren Lebensalter ergriffen
- Viele Heilpraktiker bringen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium aus anderen Bereichen mit
Der Heilpraktikerberuf ist in hohem Maß ein Zweit- oder Umstiegsberuf. Nur eine Minderheit entscheidet sich direkt nach der Schule dafür. Diese Struktur gilt in ähnlicher Weise auch für die sektoralen Heilpraktiker, insbesondere im Bereich Psychotherapie, wo viele vorher in pädagogischen, sozialen oder psychologischen Berufen tätig waren
Das Gutachten beschreibt den Berufsstand insgesamt als heterogen, sowohl hinsichtlich Vorbildung als auch hinsichtlich der späteren Tätigkeitsschwerpunkte. Eine einheitliche „typische Heilpraktikerbiografie“ gibt es nicht.
3. Ausbildung und Überprüfung: Uneinheitlich, aber nicht beliebig
Ein häufig kritisierter Punkt ist die fehlende staatliche Ausbildung. Das Gutachten bestätigt zwar, dass es keine gesetzlich geregelte Ausbildung gibt, relativiert aber gleichzeitig verbreitete Annahmen.
- Die große Mehrheit der Anwärter bereitet sich systematisch und über längere Zeiträume vor
- Heilpraktikerschulen spielen eine zentrale Rolle, daneben gibt es strukturiertes Selbststudium
- Die Kosten für Ausbildung und Vorbereitung liegen meist im mehreren Tausend-Euro-Bereich
Entscheidend ist ein empirisch wichtiger Befund:
Der Besuch einer Heilpraktikerschule erhöht die Bestehenswahrscheinlichkeit der Überprüfung, insbesondere bei der Vollerlaubnis. Auch eine medizinische oder naturwissenschaftliche Vorbildung wirkt sich positiv aus.
Die Überprüfungen selbst sind bundesweit nicht vollständig einheitlich, haben sich aber seit den Leitlinien von 2016 deutlich angeglichen. Sie zielen ausdrücklich auf Gefahrenabwehr und nicht auf therapeutische Exzellenz. Das Gutachten stellt fest, dass diese Zielsetzung in der Praxis auch umgesetzt wird
Bei den sektoralen Heilpraktikern zeigt sich ein gemischtes Bild:
- Psychotherapie: überwiegend formale Überprüfung
- Physiotherapie: teilweise Erlaubnis nach Aktenlage
Das Gutachten weist hier ausdrücklich auf regulatorische Inkonsistenzen hin, ohne daraus unmittelbar politische Forderungen abzuleiten.
4. Berufsausübung und Patientensicherheit
Ein zentraler politischer Streitpunkt ist die Frage der Patientensicherheit. Hier liefert das Gutachten wichtige, oft übersehene Befunde.
Straf- und Zivilverfahren
- Sehr geringe Fallzahlen berufsbezogener strafrechtlicher Verurteilungen
- Keine belastbaren Hinweise auf systematische Gefährdung von Patientinnen und Patienten
- Zivilrechtliche Verfahren sind selten und in ihrer Zahl nicht höher als in anderen Gesundheitsberufen
Die Autoren betonen allerdings, dass die Datenlage insgesamt lückenhaft ist, weil es keine zentrale statistische Erfassung gibt. Dennoch widersprechen die verfügbaren Daten klar der These eines strukturell gefährlichen Berufsstands
Berufliches Verhalten
- Heilpraktiker berichten häufige Weiterverweisungen an Ärztinnen und Ärzte, wenn Grenzen erreicht sind
- Kooperationen mit anderen Gesundheitsberufen sind verbreitet
- Werbung und Außendarstellung bewegen sich überwiegend im rechtlich zulässigen Rahmen
Das Gutachten kommt zu dem nüchternen, aber wichtigen Schluss, dass keine empirische Grundlage für pauschale Sicherheitsvorwürfe existiert.
5. Therapiemethoden: Vielfalt statt Einheitsbild
Die angewendeten Methoden sind ausgesprochen vielfältig. Das Gutachten unterscheidet klar zwischen:
- wissenschaftlich orientierter Medizin
- Komplementärmedizin
- Alternativmedizin
In der Praxis werden häufig mehrere Ansätze kombiniert. Besonders verbreitet sind naturheilkundliche Verfahren, manuelle Methoden, Gesprächs- und Ordnungstherapien sowie in geringerem Umfang auch klassische Homöopathie.
Wichtig ist ein methodischer Punkt:
Das Gutachten bewertet nicht die Wirksamkeit einzelner Verfahren, sondern dokumentiert deren Anwendung. Es stellt fest, dass die Auswahl der Methoden meist indikationsbezogen erfolgt und über Fort- und Weiterbildungen vertieft wird
Eine Untergruppe, insbesondere Osteopathen mit Heilpraktikererlaubnis, ist vermutlich unterrepräsentiert, was die Autoren offen benennen. Das spricht eher für methodische Transparenz als für eine Verzerrungsabsicht
6. Wirtschaftliche Einbindung und Versorgungspraxis
Heilpraktiker arbeiten überwiegend:
- selbstständig
- in kleinen Praxen
- häufig in Teilzeit
Die Umsätze sind im Durchschnitt moderat und liegen deutlich unter ärztlichen Vergleichswerten. Die Behandlungskosten werden größtenteils privat getragen, teils über private Krankenversicherungen oder Satzungsleistungen einzelner Krankenkassen.
Patientenkontakte sind häufig punktuell oder zeitlich begrenzt, nicht dauerhaft. Das widerspricht der Vorstellung eines systematischen „Abschottens“ von Patienten vom regulären Gesundheitssystem.
7. Gesamtfazit des Gutachtens
Das empirische Gutachten zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild des Heilpraktikerwesens als die öffentliche Debatte.
- Der Berufsstand ist heterogen, aber strukturiert
- Ausbildung und Überprüfung sind uneinheitlich, aber keineswegs ungeregelt
- Hinweise auf systematische Patientengefährdung finden sich nicht
- Die Datenlage ist lückenhaft, aber die vorhandenen Daten sprechen gegen alarmistische Narrative
Zentral ist ein Satz, der zwischen den Zeilen immer wieder deutlich wird:
Politische Entscheidungen zum Heilpraktikerwesen sollten sich künftig auf Daten stützen – nicht auf Annahmen.
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Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger
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ZDF-Fernsehrat eröffnet Verfahren gegen Jan Böhmermann wegen seiner Sendung gegen Heilpraktiker / Auslöser sind Programmbeschwerden von Lesern des Homoeopathiewatchblog
Nach zahlreichen Programmbeschwerden von Lesern des HomoeopathieWatchblog hat der ZDF-Fernsehrat ein Prüfverfahren gegen die Anti-Heilpraktiker-Sendung von Jan Böhmermann im ZDF-Magazin Royale vom 19.12.2025 eingeleitet. Das bestätigte der ZDF-Fernsehrat heute schriftlich. (siehe Fernsehrat-Schreiben unter dem Artikel).
Das Verfahren gegen Böhmermann hat nun mit ersten formalen Schritten im Sender begonnen. Dazu fordert der ZDF-Fernsehrat den ZDF-Intendanten auf, innerhalb eines Monats zur Sendung gegen Heilpraktiker Stellung zu nehmen. Danach wird sich der Fernsehrat mit dem Fall befassen, prüfen und ein Urteil fällen.
Auslöser der Beschwerdewelle ist eine Initiative des Homoeopathiewatchblog mit seinen Lesern. Nach Veröffentlichung eines Artikels mit der Aufforderung und Anleitung, Programmbeschwerden einzureichen, nutzten zahlreiche Heilpraktiker, Ärzte, Patienten und Zuschauer den Blogservice und reichten formelle Programmbeschwerden beim ZDF-Fernsehrat ein. Wegen der ungewöhnlich hohen Zahl an Eingaben wird nun sogar ein Sonderverfahren zur Böhmermann-Sendung angewendet.
Ein ähnliches Verfahren hat das ZDF im Jahr 2023 gegen eine Böhmermann-Sendung eingesetzt. Nach einem Urteil des Fernsehrats hat das ZDF die Böhmermann-Sendung aus Archiv und Mediathek gelöscht.
Weitere Programmbeschwerden sind möglich und empfohlen. Link zur Anleitung.
Mich interessiert Ihre Meinung dazu. Gern können Sie Ihre Meinung als Kommentar unter diesem Artikel veröffentlichen. So können auch andere Leser Ihre Meinung wahrnehmen und sich mit diesem Artikel und den Meinungen und Einschätzungen anderer Leser ein eigenes Bild machen.
Sonderverfahren wegen außergewöhnlich vieler Beschwerden
In einem Schreiben an einen Beschwerdeführer, das dem Watchblog vorliegt, teilt der ZDF-Fernsehrat mit:
„Wegen der zahlreichen zu dieser Sendung eingegangenen Beschwerden habe ich entschieden, das Verfahren der Mehrfachbeschwerden anzuwenden (§ 25 Abs. 8 der ZDF-Satzung).“
Dieses Verfahren kommt nur dann zum Einsatz, wenn deutlich mehr Programmbeschwerden eingehen als üblich. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 registrierte der ZDF-Fernsehrat laut seinen Quartalsberichten insgesamt nur 135 Programmbeschwerden zu allen ZDF-Sendungen zusammen.
Dass nun zu einer einzelnen Ausgabe von ZDF Magazin Royale ein Sonderverfahren eröffnet wird, ist daher ein Ausnahmefall.
Eine Beschwerde als Musterverfahren
Eine der eingegangenen Programmbeschwerden wird nun als sogenannte Leitbeschwerde geführt. Sie steht stellvertretend für alle weiteren Eingaben und bildet die Grundlage für die inhaltliche Prüfung der Sendung.
Der Fernsehrat schreibt dazu:
„Ihre Beschwerde wird als Leitbeschwerde geführt, das heißt stellvertretend für die übrigen Beschwerden behandelt.“
Damit wird die Kritik vieler Zuschauer in einem formellen Prüfverfahren gebündelt.
ZDF-Intendant muss sich erklären
Nach den Vorgaben des ZDF-Staatsvertrags liegt die Verantwortung für das Programm beim Intendanten. Entsprechend muss sich nun die ZDF-Spitze mit der Beschwerde befassen.
Der Fernsehrat teilt mit:
„Die Verantwortung für das Programm des ZDF trägt gemäß § 27 Abs. 1 des ZDF-Staatsvertrages der Intendant. Entsprechend der Beschwerdeordnung habe ich ihm Gelegenheit gegeben, Ihre Programmbeschwerde zu prüfen und innerhalb eines Monats zu beantworten.“
Der Intendant hat damit vier Wochen Zeit für eine formelle Stellungnahme.
Danach entscheidet der Fernsehrat
Sollte der Beschwerdeführer mit der Antwort des Intendanten nicht zufrieden sein, kann er verlangen, dass sich der Fernsehrat mit dem Fall befasst. Dann wird die Beschwerde im zuständigen Ausschuss beraten und anschließend im Plenum des Fernsehrats behandelt.
Weitere Programmbeschwerden weiterhin möglich
Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Weitere Programmbeschwerden können weiterhin eingereicht werden und werden dem laufenden Verfahren zugeordnet. Jede zusätzliche Beschwerde erhöht den politischen und institutionellen Druck auf den Sender. Link zur Anleitung.
Aufruf an Zuschauer, Heilpraktiker und Patienten
Der Fall zeigt: Programmbeschwerden sind kein wirkungsloses Ritual. Sie sind ein demokratisches Kontrollinstrument – und sie wirken, wenn viele Menschen davon Gebrauch machen.
Wer die Darstellung des Heilpraktiker-Berufs in der Böhmermann-Sendung für unfair, verzerrt oder unsachlich hält, sollte jetzt handeln und ebenfalls Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat einreichen. Link zur Anleitung.
Infokasten: Was bisher passiert ist
19.12.2025 – Ausstrahlung der Böhmermann-Sendung über Heilpraktiker
19.12.2025 – Start der Leserinitiative im Homoeopathiewatchblog mit Programmbeschwerden
Dezember und Januar 2026 – Zahlreiche Programmbeschwerden beim ZDF-Fernsehrat
09.01.2026 – Fernsehrat eröffnet Sonderverfahren
bis Februar 2026 – Stellungnahme des ZDF-Intendanten erwartet
danach – mögliche Beratung im Fernsehrat
Quelle: Schreiben des ZDF-Fernsehrat vom 9.1.2026 an einen Beschwerdeführer zur Böhmermann-Sendung am 19.12.2025:
Dieser Artikel ist ein Teil der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
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seiner Patienten, Heilpraktiker, Ärzte und Wissenschaftler verbessern.
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Strategie der Homöopathie-Gemeinschaft mit Watchblog: Vom Feuerwehrmann zum Architekten mit #rettedeinehomöopathie
Warum der Homoeopathiewatchblog jetzt den nächsten Schritt geht – gemeinsam mit seinen Leserinnen und Lesern
Die letzten Wochen waren keine normale Phase für die Homöopathie in Deutschland. Sie waren eine Ausnahmesituation. Wer sie aufmerksam verfolgt hat, weiß: Das war kein punktuelles Störfeuer, sondern eine Kette politischer, medialer und standespolitischer Angriffe, wie wir sie in dieser Dichte lange nicht erlebt haben.
Seit dem 15. November ging es Schlag auf Schlag.
Erst die Grünen, die die Homöopathie erneut zum ideologischen Feindbild erklärten und den politischen Druck weiter erhöhten. Dann die Böhmermann-Sendung, die den Heilpraktiker-Beruf öffentlich delegitimierte und mit journalistischen Mitteln nichts mehr zu tun hatte. Kurz darauf Gassen, der als oberster Kassenarztsprecher den nächsten Baustein für den Ausschluss der Homöopathie aus der Versorgung lieferte. Und schließlich der CDU-Schwenk gegen Homöopathie, der zeigte, dass selbst der bisherige parteiübergreifende Binnenkonsens zur Therapiefreiheit brüchig wird.
Vier Punkte, die man nicht isoliert betrachten darf. Zusammengenommen markieren sie einen Wendepunkt.
Feuerwehrmann-Modus: Wenn man nicht reagieren darf, sondern muss
In einer solchen Lage gibt es keine Zeit für lange Strategiepapiere. Dann geht es darum, da zu sein. Zu erklären. Einzuordnen. Alarm zu schlagen. Werkzeuge an die Hand zu geben. Öffentlichkeit herzustellen, wo sonst Schweigen herrscht.
Genau das war der Auftrag des Watchblogs mit seinen Lesern in den vergangenen Wochen.
Programmbeschwerden zum ZDF, juristische Einordnungen, politische Analysen, Hintergrundrecherchen, Einordnung von Lobbystrukturen, Aufklärung über die realen Folgen für Heilpraktiker, Ärzte und Patienten. Das war keine Lust an der Eskalation, sondern notwendige Verteidigungsarbeit.
Das war notwendige Feuerwehrarbeit der Homöopathie-Gemeinschaft.
Wer nicht löscht, lässt brennen. Und wer nicht widerspricht, überlässt das Feld denen, die Homöopathie und Heilpraktiker am liebsten aus dem Gesundheitswesen verdrängen würden.
Dass so viele Leserinnen und Leser diesen Weg mitgegangen sind, Kommentare geschrieben, Artikel geteilt, Programmbeschwerden eingereicht, Mails verschickt und den Watchblog mit Kaffee unterstützt haben, war nicht selbstverständlich. Es war ein starkes Zeichen. Und dafür möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich Danke sagen.
Ohne diese Homöopathie-Gemeinschaft wäre diese Phase nicht zu stemmen gewesen.
Warum Feuerwehrarbeit allein nicht reicht
So notwendig diese Reaktionsphase war, so klar ist auch: Dauer-Alarm kann kein Zustand sein. Wer ständig nur Brände löscht, kommt nie dazu, ein Haus zu bauen.
Und genau an diesem Punkt stehen wir jetzt.
Die Angriffe der vergangenen Wochen haben eines sehr deutlich gemacht: Homöopathie ist kein Randthema mehr. Sie ist ein politisches Symbolthema geworden. Sie wird benutzt, um Machtfragen, Weltbilder und Deutungshoheit im Gesundheitssystem auszutragen.
Das bedeutet aber auch: Wer Homöopathie erhalten will, darf nicht nur reagieren. Er muss gestalten.
Er muss eigene Themen setzen. Eigene Allianzen schmieden. Eigene Öffentlichkeit aufbauen. Und er muss aufhören, sich nur zu verteidigen.
Vom Feuerwehrmann zum Architekten
Deshalb wird sich der Fokus des Watchblogs in den kommenden Wochen bewusst verschieben. Nicht weg von der kritischen Beobachtung. Nicht weg von der journalistischen Begleitung. Aber hin zu einem konstruktiven, strategischen, aufbauenden Modus.
Weg vom reinen Alarmismus. Hin zu einer gemeinsamen Bewegung. Eine Bewegung von Patienten, Heilpraktikern, Ärzten, Ausbildern, Wissenschaftlern und Unterstützern, die nicht mehr nur hoffen, dass „es schon nicht so schlimm kommt“, sondern die aktiv dafür sorgen, dass Homöopathie auch in Zukunft ihren Platz im Gesundheitswesen behält.
Das ist kein Hinterzimmerprojekt. Das ist kein Verbandsspiel. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe.
Und sie beginnt hier.
#rettedeinehomöopathie – eine Kampagne aus der Mitte der Homöopathie-Gemeinschaft
Unter dem Motto #rettedeinehomöopathie startete am 1.1. ein Mitmachkampagne, die genau diesen Perspektivwechsel vollziehen will. Nicht aus einer Geschäftsstelle heraus, nicht aus Parteibüros, sondern aus der Mitte derjenigen, die Homöopathie täglich anwenden, lehren, erforschen und nutzen.
Menschen, für die Homöopathie keine Ideologie ist, sondern Teil ihrer Gesundheitsbiografie. Menschen, die erlebt haben, was Therapiefreiheit bedeutet. Und die wissen, was verloren geht, wenn man sie aufgibt.
Der Watchblog versteht sich dabei nicht als Kommandozentrale, sondern als Plattform. Als Ort, an dem Information, Vernetzung und Aktion zusammenkommen. Als journalistischer Resonanzraum für eine Bewegung, die größer ist als einzelne Organisationen.
Gemeinsam bauen
Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie schnell politische Mehrheiten kippen können, wenn eine laute Minderheit das Feld besetzt und die schweigende Mehrheit sich zurückzieht. Das darf nicht noch einmal passieren.
Jetzt ist der Moment, in dem aus Feuerwehrleuten Architekten werden. In dem aus Abwehr Gestaltung wird. In dem aus Empörung Organisation entsteht. Der Watchblog wird diesen Weg begleiten. Mit Recherche, Analyse, Öffentlichkeit und – wo nötig – auch weiterhin mit klarer Kante.
Aber vor allem gemeinsam mit seinen Leserinnen und Lesern.
Denn Homöopathie hat eine Zukunft.
Wenn wir sie als Homöopathie-Gemeinschaft zusammen bauen.
Hochleistungssport liebt Heilpraktiker: Warum ein Profi-Eishockey-Spieler trotz Böhmermann in die Heilpraktiker-Schule geht
Immer mehr Spitzensportler setzen auf ganzheitliche Medizin und den Heilpraktiker – und was das über die Attraktivität des Heilpraktiker-Berufs sagt
Die Debatte um Homöopathie und Heilpraktiker wird derzeit laut, zugespitzt und oft verzerrt geführt. Spätestens seit Jan Böhmermann den Heilpraktiker-Beruf unter dem Deckmantel der Satire verleumdet hat, entsteht in der Öffentlichkeit ein Bild, das mit der Realität vieler Patienten nur wenig zu tun hat. Statt differenzierter Diskussionen dominieren Pointen und Zuspitzungen.
Gerade im Spitzensport zeigt sich seit Jahren, dass Athleten zunehmend auf ganzheitliche Medizin und Heilpraktiker setzen. Nicht als Ersatz für die Schulmedizin, sondern als Ergänzung. Leistungssport ist ein Hochleistungsumfeld mit enormem körperlichem und mentalem Druck. Wer dort bestehen will, sucht nach Lösungen, die über reine Symptombehandlung hinausgehen.
Umso bemerkenswerter ist es, wenn ein ehemaliger Profi-Eishockeyspieler wie Philipp Riefers nach 17 Jahren im Leistungssport nicht den Weg ins Trainerbüro oder Management wählt, sondern sich bewusst für die Ausbildung zum Heilpraktiker entscheidet. Genau das tut Philip Riefers, der bis 2025 noch für die Krefeld Pinguine spielte und heute die Heilpraktiker-Schule besucht. Von ihm handelt dieser Artikel.
Sein Beispiel steht stellvertretend für eine Entwicklung, die in der öffentlichen Debatte kaum vorkommt: Der Heilpraktiker-Beruf ist längst im Spitzensport angekommen. Und er wird von Menschen gewählt, die den menschlichen Körper aus Extremsituationen kennen – aus Training, Wettkampf, Verletzung und Regeneration.
Dieses Beispiel und die Relevanz dahinter für den Heilpraktikerberuf zeigt exemplarisch:
Was dem Heilpraktiker-Beruf fehlt, ist nicht Relevanz – sondern mehr Sichtbarkeit durch Öffentlichkeitsarbeit und politische Kommunikation.
Die Themen sind da. Die Erfahrungen sind da. Die Beispiele sind da – wie das aus dem Eishockey eindrucksvoll zeigt. Sie müssen nur besser erzählt werden. Denn wer den Heilpraktiker-Beruf nur aus satirisch-verleumderischen Fernsehsendungen kennt, bekommt ein Bild, das weder der Praxis noch den Patientenerfahrungen gerecht wird.
Der folgende Beitrag erzählt deshalb eine andere Geschichte: die eines Spitzensportlers, der nach seiner Karriere nicht nur an Fitness denkt, sondern an Gesundheit im umfassenden Sinne. Und er zeigt an vielen Beispielen aus dem Hochleistungssport, wie eng das Thema Heilpraktiker mit dem Sport verknüpft ist.
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Warum ein Spitzensportler Heilpraktiker werden möchte
„Gesundheit, Ernährung und Schlaf waren für mich immer schon ein Thema“
Das Ende seiner aktiven Eishockey-Karriere kam für Philipp Riefers im April 2025 im Playoff-Halbfinale mit den Pinguinen aus Krefeld. Dass es sein letztes Spiel sein würde, wusste Riefers damals noch nicht.
„Da wusste ich aber noch nicht, dass es das letzte Spiel in meiner Karriere war“, sagt Rieders in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung am 8.1. (Artikel abrufbar unter dem Link https://www.wz.de/sport/eishockey/krefeld-pinguine/krefeld-vom-eishockey-profi-zum-heilpraktiker_aid-141956535) .
„Es gab im Sommer einige Anfragen. Wenn es gepasst hätte, dann hätte ich auch weitergemacht, eventuell in der Oberliga. Es gab aber nichts in der Nähe – und die Familie mit meinem vierjährigen Sohn Theo und meiner Lebensgefährtin Lea ist für mich ein großer Punkt.“
Also entschied er sich, einen Weg weiterzugehen, den er schon lange vorbereitet hatte. Den Weg zum Heilpraktiker-Beruf. „Den Anstoß dazu hat meine Mutter gegeben. Gesundheit, Ernährung und Schlaf waren für mich immer schon ein Thema. Ein Medizinstudium wäre aber ein sehr langer Prozess gewesen.“
Der Leistungssport hat ihn früh für ganzheitliche Ansätze sensibilisiert. Schon in seiner Zeit bei den Kölner Haien arbeitete er mit Leistungsoptimierern aus dem Spitzensport zusammen, die sich mit Athletik, Regeneration, Schlaf und Ernährung beschäftigten. Der Heilpraktiker-Beruf erschien ihm deshalb nicht als Bruch – sondern als logische Weiterentwicklung.
Heilpraktiker-Ausbildung statt Vereinswechsel
Statt noch einmal den Verein zu wechseln, entschied sich Riefers bewusst für die Ausbildung.„Dann habe ich mich entschlossen, meine Ausbildung voranzutreiben.“
Sein Alltag ist weiterhin durchgetaktet wie zu Profi-Zeiten. Vormittags ist er regelmäßig in der Yayla-Arena, schaut dem Athletik-Trainer der Pinguine über die Schulter, sammelt Praxiserfahrung. Danach geht es in die Schule. „Als Eishockey-Profi bist du etwa sechs Stunden im Stadion. Danach ging es kurz nach Hause oder aber gleich auf die Schulbank.“
Die Ausbildung erlebt er als anspruchsvoll. „Der Heilpraktiker muss den Menschen ganzheitlich betrachten, das macht die Sache umfangreich – mit ein Grund für eine hohe Durchfallquote sowohl bei der mündlichen als auch schriftlichen Prüfung.“ Wer meint, Heilpraktiker sei ein einfacher Nebenjob, wird hier schnell eines Besseren belehrt.
Ein Gesamtpaket für die Zeit nach dem Profisport
Riefers plant seine Zukunft mit einem breiten Ansatz: Ernährungsberatung, Fitness, Coaching, Schlaf, Heilpraktiker-Wissen. Ob er sich später selbstständig macht oder in ein bestehendes Team einsteigt, lässt er offen. „Das viele Lernen ist etwas nervig, aber es ist eine gute Sache und es macht mir Spaß.“
Genau diese Haltung findet man zunehmend bei ehemaligen Leistungssportlern: Nicht nur Symptome behandeln, sondern Menschen ganzheitlich begleiten.
Kein Einzelfall: Heilpraktiker und Spitzensport
Der Weg von Philip Riefers steht exemplarisch für eine Entwicklung, über die der Heilpraktiker-Newsblog seit Jahren mit vielen Beispielen (siehe weiter unten) berichtet. Der Leistungssport ist ein Hochleistungsumfeld. Wer dort bestehen will, sucht jede legale und sinnvolle Unterstützung. Und immer mehr Athleten erleben, dass ganzheitliche Medizin kein Widerspruch zur modernen Trainingswissenschaft ist, sondern deren Ergänzung.
Trotz Böhmermann: Der Heilpraktiker-Beruf bleibt attraktiv
Vor diesem Hintergrund wirkt die Böhmermann-Kampagne gegen Heilpraktiker fast aus der Zeit gefallen. Während im Fernsehen polemisiert wird, entscheiden sich Menschen mit jahrelanger Erfahrung im Hochleistungsbereich ganz bewusst für diesen Beruf. Philip Riefers kennt den Körper, die Belastung, den Druck, die Verletzungen. Er weiß, wie entscheidend Regeneration, Schlaf, Ernährung und mentale Stabilität sind. Und er weiß, dass Gesundheit mehr ist als ein Rezept.
Dass ein DEL-Profi nach 17 Jahren Leistungssport sagt: Ich werde Heilpraktiker – ist ein starkes Signal. Nicht gegen die Schulmedizin. Sondern für eine Medizin, die den Menschen als Ganzes sieht.
Der Heilpraktiker-Beruf ist damit nicht nur lebendig. Er entwickelt sich weiter – mitten im Spitzensport.
Der Eishockeyprofi ist kein Einzelfall: Heilpraktiker und Spitzensport haben längst eine Verbindung
Der Fall des Eishockeyprofis, der nach einer medizinischen Odyssee schließlich bei einem Heilpraktiker Hilfe fand, steht nicht isoliert für sich. Er ist Teil einer Entwicklung, die in der Öffentlichkeit oft unterschätzt wird: Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren sind im Spitzensport längst angekommen. Nicht als exotische Randerscheinung, sondern als ernstzunehmende Ergänzung zur klassischen Sportmedizin – vor allem dort, wo Belastung, Regenerationsdruck und Verletzungsanfälligkeit an Grenzen führen.
Seit Jahren berichten Leistungssportler, Vereine und Trainer darüber, dass sie gezielt mit Heilpraktikern zusammenarbeiten. Häufig nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur schulmedizinischen Betreuung. Gerade in Phasen, in denen konventionelle Therapien ausgeschöpft sind oder keine Fortschritte mehr bringen, suchen Athletinnen und Athleten nach neuen Impulsen. Die folgenden Beispiele zeigen, dass der Eishockeyspieler Teil eines größeren Bildes ist.
Ein besonders eindrücklicher Fall ist der eines Klettersportlers, der nach schweren Lähmungserscheinungen bereits aufgegeben hatte. Nach einer langen Odyssee durch Kliniken und Facharztpraxen wandte er sich an einen Heilpraktiker – und fand dort einen neuen Therapieansatz, der ihm half, Schritt für Schritt zurück ins Leben zu finden.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2020/06/23/heilpraktiker-hilft-klettersportler-mit-laehmungen-der-nach-einer-odysee-durch-die-schulmedizin-schon-aufgegeben-wurde/
Auch im Hochleistungssport ist die Zusammenarbeit längst kein Tabu mehr. In einem Interview berichten Volker und Florian Müller, die mit Spitzenathleten arbeiten, wie Heilpraktiker in Trainingssteuerung, Regeneration und Verletzungsprophylaxe eingebunden werden. Der Fokus liegt dabei auf individueller Betreuung und langfristiger Leistungsfähigkeit.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/05/29/heilpraktiker-helfen-hochleistungssportlern-interview-mit-volker-und-florian-mueller/
Dass auch Prominente aus Musik- und Sportwelt Heilpraktiker konsultieren, ist ebenfalls kein Geheimnis mehr. Ein Beitrag stellt mehrere bekannte Persönlichkeiten vor – darunter Rockmusiker und Leistungssportler –, die offen über ihre Erfahrungen mit Heilpraktikern sprechen.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/04/10/welche-promis-zum-heilpraktiker-gehen-drei-beispiele-mit-rockstar-und-sportlern/
Wie weit die Integration inzwischen reicht, zeigt das Beispiel von Eintracht Frankfurt. Der Bundesligaverein setzt Heilpraktiker offiziell im medizinischen Team ein. Damit sind komplementäre Verfahren nicht mehr nur private Zusatzoption, sondern Teil einer strukturierten sportmedizinischen Betreuung.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/09/19/fussballverein-eintracht-frankfurt-setzt-auf-heilpraktiker-im-medizinischen-team/
Auch im olympischen Spitzensport spielen Heilpraktiker eine Rolle. Eine Beachvolleyball-Olympiasiegerin plant ihr Comeback mit Unterstützung eines Heilpraktikers – nach einer Phase, in der ihre sportliche Karriere bereits auf der Kippe stand.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/06/28/beachvolleyball-olympiasiegerin-plant-comeback-dank-heilpraktiker/
Diese Beispiele zeigen: Der Eishockeyprofi ist kein Sonderfall. Heilpraktiker sind für viele Spitzensportler Ansprechpartner auf Augenhöhe, wenn es um Regeneration, Belastungssteuerung, Verletzungsfolgen und mentale Stabilität geht. Sie arbeiten dort, wo klassische Medizin an Grenzen stößt – und oft genau dort, wo der Leistungsdruck am höchsten ist.
Gerade deshalb ist die aktuelle politische Debatte um den Arzneimittelstatus und die Zukunft der Heilpraktiker-Versorgung nicht nur eine Frage der Berufsordnung, sondern auch eine Frage der Versorgungsrealität im Spitzensport. Denn wer heute selbstverständlich Teil medizinischer Teams ist, könnte morgen aus strukturellen Gründen verdrängt werden.
Illustration: Heilpraktiker-Newsblog (Die Illustration ist ein Symbolbild und stellt keine realen Personen dar)
Dieser Artikel ist ein Teil der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
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Was es für Patienten bedeutet, wenn Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verliert – eine Analyse von Christian J. Becker
Die Debatte um den Arzneimittelstatus der Homöopathie wird oft so geführt, als sei sie eine fachliche Auseinandersetzung zwischen Politik, Ärzteschaft und Krankenkassen. Für Patienten wirkt sie auf den ersten Blick abstrakt. Viele denken: Solange Homöopathie nicht verboten ist, kann ich sie doch weiter nutzen. Genau hier liegt der Trugschluss. Denn der Arzneimittelstatus ist nicht nur eine juristische Kategorie, sondern die Grundlage dafür, dass Patienten Homöopathie heute sicher, begleitet und verlässlich in Anspruch nehmen können. Fällt dieser Rahmen weg, verändern sich nicht nur Produkte, sondern ganze Versorgungswege – mit direkten Folgen für den Alltag von Millionen Menschen.
Kurzfassung: Was Patienten erwartet, wenn der Arzneimittelstatus fällt
Wenn Homöopathie in Deutschland den Arzneimittelstatus verliert, entsteht kein offizielles Therapieverbot. Aber der Rahmen bricht weg, der heute Versorgung, Haftung und Verantwortung zusammenhält. Präparate rutschen in Grauzonen, Apotheken verlieren ihre Rolle, Behandler werden vorsichtiger, Einrichtungen begrenzen Angebote und Patientinnen und Patienten weichen in unsichere Kanäle aus. Das ist kein politischer „Knall“, sondern ein stiller Strukturwandel. Die Methode verschwindet nicht, doch sie verliert Schritt für Schritt ihren Platz in einer geschützten, begleiteten Versorgung. Um das zu verhindern habe ich als Journalist – und auch als Patient – die Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie mit den Lesern des Homoeopathiewatchblog gestartet.
Wie realistisch ist dieses Szenario politisch – und warum betrifft es Patientinnen und Patienten jetzt schon?
Für viele Patientinnen und Patienten klingt die Debatte um den Arzneimittelstatus zunächst abstrakt. Politik, Gesetzgebung, Fachbegriffe – das scheint weit entfernt vom eigenen Alltag. Tatsächlich ist der Arzneimittelstatus der Homöopathie jedoch kein unveränderlicher Grundsatz, sondern Teil des einfachen Gesetzesrechts. Er beruht auf dem Binnenkonsens, der Homöopathie und Anthroposophie als „Besondere Therapierichtungen“ in das Arzneimittelrecht einbindet. Dieser Rahmen kann politisch geändert werden, ohne besondere Hürden oder Mehrheiten. Über Weihnachten 2025 hat auch die CDU ihre Einstellung zur Homöopathie geändert und steht nun auf der Seite der Gegner. Zusammen mit den Homöopathie-Gegnern Grüne, SPD, Linke hat sie als Regierungspartei eine Mehrheit von 75 Prozent im Bundestag. Damit lässt sich jedes Gesetz abschaffen, auch der Binnenkonsens aus den 70er Jahren, der Homöopathie und Anthroposophie als Arzneimittel schützt.
Zudem zeigt die jüngste Entwicklung, dass strukturelle Veränderungen oft beginnen, bevor ein Gesetz beschlossen ist. Der wahrnehmbare Rückzug der Krankenkassen und Ärzte aus der homöopathischen Versorgung über Kassen ist ein erstes ein politisches Signal, dessen Folgen Patienten bereits heute spüren: Innerhalb weniger Jahre nahm die Zahl der Ärzte, die Homöopathie über die Krankenkasse abrechnen und Patienten über die GKV behandeln um 66 Prozent ab (Details). Weniger Behandler, längere Wege und mehr Selbstzahlung sind keine Theorie, sondern Realität. Genau so würden sich auch weitere politische Schritte zuerst indirekt und schrittweise im Alltag bemerkbar machen, lange bevor ein formales Verbot im Gesetzblatt stünde.
Was heißt das politisch konkret für mich als Patientin oder Patient?
Auch ohne neues Gesetz verändert sich die Versorgung bereits durch politische Signale. Behandler werden vorsichtiger, Apotheken passen ihr Angebot an, und der Zugang zu homöopathischer Behandlung kann schwieriger werden. Für Patientinnen und Patienten zeigt sich Politik nicht zuerst im Parlament, sondern im Wartezimmer. Und zusätzlich könnte der vom Gesetzgeber abgeschaffte Binnenkonsens den Arzneimittelstatus der Homöopathie und Anthroposophie bereits in 2026 oder 2027 gefährden.
Was Patienten heute oft unterschätzen
Heute ist es für viele selbstverständlich, dass sie homöopathische Arzneimittel in Apotheken erhalten, dass Ärzte oder Heilpraktiker sie verordnen bzw. empfehlen dürfen und dass es klare Regeln zu Qualität, Herstellung, Dokumentation und Haftung gibt. All das existiert nicht zufällig, sondern weil Homöopathie rechtlich als Arzneimittel eingeordnet ist. Dieser Status sorgt dafür, dass Patientenschutz greift, dass es Rückrufsysteme gibt, dass Herkunft und Zusammensetzung nachvollziehbar sind und dass Behandler Verantwortung übernehmen können. Wenn dieser Status entfällt, bleibt die Methode theoretisch erlaubt, aber der Schutzrahmen verschwindet – und genau das trifft Patientinnen und Patienten unmittelbar.
Die erste direkte Folge: weniger Behandler, weniger Anlaufstellen
Die wichtigste Veränderung beginnt nicht beim Produkt, sondern bei der Versorgung. Wenn Ärzte und Heilpraktiker keine homöopathischen Arzneimittel mehr rechtssicher einsetzen können, ziehen sich viele aus der Behandlung zurück – nicht aus mangelnder Überzeugung, sondern aus Haftungs- und Rechtsgründen. Den empfiehlt ein Behandler ein nicht rechtssicheres Produkt, springt seine Berufshaftpflichtversicherung bei Komplikationen nicht ein, der Behandler würde persönlich haften, was er nicht macht. Für Patienten bedeutet das: weniger Praxen, längere Wege, längere Wartezeiten oder gar keine qualifizierte Begleitung mehr. Schon der Rückgang der ärztlichen Kassenverträge um rund 66 Prozent in wenigen Jahren hat gezeigt, wie schnell Versorgungsstrukturen ausdünnen. Ein Verlust des Arzneimittelstatus würde diesen Effekt verstärken und auf alle Patientengruppen ausweiten.
Was bedeutet das konkret für Patienten?
Wenn Homöopathie keinen Arzneimittelstatus mehr hat, wird es schwieriger, Ärzte oder Heilpraktiker zu finden, die homöopathisch behandeln. Viele ziehen sich aus rechtlichen Gründen zurück. Wege werden länger, Termine knapper, Begleitung seltener. Homöopathische Mittel könnten weiterhin erhältlich sein, aber nicht mehr als Arzneimittel. Damit entfällt ein Teil des Schutzes, den Apotheken, Qualitätskontrollen und klare Verantwortlichkeiten heute bieten. Wer sich selbst behandelt, trägt künftig mehr Verantwortung allein. Kurz gesagt: Homöopathie verschwindet nicht – aber sie wird unübersichtlicher, unsicherer und schwerer begleitet.
Was das konkret für die Behandlung bedeutet
Homöopathie ist keine reine Produkttherapie. Sie lebt von Anamnese, Verlaufsbeobachtung, Anpassung der Mittel und persönlicher Begleitung. Wenn Behandler fehlen oder sich zurückziehen, bleibt Patientinnen und Patienten oft nur noch die Selbstorganisation. Das kann funktionieren, solange stabile Rahmen existieren. Wenn diese aber wegfallen, steigt das Risiko von Fehlanwendungen, falschen Dosierungen oder unklaren Therapiewegen. Die Verantwortung verlagert sich vom System auf den Einzelnen – und damit oft auf Menschen, die gerade krank und verletzlich sind.
Selbstmedikation: Freiheit oder Risiko?
Viele Patientinnen und Patienten greifen heute bereits selbstständig zu homöopathischen Arzneimitteln, häufig ergänzend zur Behandlung. Diese Form der Selbstmedikation ist bislang vergleichsweise sicher, weil die Produkte Arzneimittel sind, apothekenpflichtig abgegeben werden und klaren Regeln unterliegen. Fällt dieser Status weg, verändert sich die Selbstmedikation grundlegend. Produkte würden zu Konsumartikeln ohne medizinischen Kontext. Beratungspflichten entfallen, Warnsysteme verlieren ihre Grundlage, und die Grenze zwischen Therapie und Wellness verschwimmt. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das mehr Freiheit auf dem Papier – aber weniger Orientierung und weniger Schutz in der Praxis.
Nahrungsergänzungsmittel als Ersatz? Ein riskanter Irrweg
Ein häufiges Argument lautet: Dann nimmt man eben Nahrungsergänzungsmittel mit Homöopathie. Doch Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel. Sie dürfen keine Krankheitsbezüge haben, keine therapeutischen Wirkungen versprechen und folgen einer völlig anderen Logik als Arzneimittel. Homöopathische Zubereitungen passen strukturell kaum in dieses System. Für Patienten bedeutet der Wechsel in diesen Bereich, dass Produkte nicht mehr als Therapie gedacht sind, sondern als Lifestyle- oder Wellnessartikel. Wer sie dennoch therapeutisch nutzt, tut dies ohne den Schutz, den das Arzneimittelrecht bislang bietet.
Import aus dem Ausland: Lösung oder neue Unsicherheit?
Ein weiterer Gedanke ist der Import aus dem Ausland. Tatsächlich könnten Patienten in begrenztem Umfang Arzneimittel für den Eigenbedarf importieren. Zunächst. Doch dieser Weg ist politisch steuerbar und rechtlich fragil. Wenn ein Staat eine Produktgruppe bewusst aus dem regulierten System nimmt, können Importwege eingeschränkt oder kontrolliert werden. Für Patienten entsteht damit eine unsichere Versorgungslage: wechselnde Verfügbarkeit, Zollprobleme, fehlende Rückverfolgbarkeit und im Ernstfall niemand, der Verantwortung übernimmt.
Graumärkte statt Patientenschutz
Wenn regulierte Wege verschwinden, entstehen Graumärkte. Online-Plattformen, informelle Bezugsquellen und private Empfehlungen treten an die Stelle strukturierter Versorgung. Für Patienten ist das besonders problematisch, weil Qualität, Herkunft und Zusammensetzung von Produkten schwer überprüfbar werden. Gleichzeitig fehlen Ansprechpartner im Schadensfall. Der Schutz, den Arzneimittelrecht, Apotheken und Behandler bislang gemeinsam gewährleistet haben, löst sich auf – nicht durch ein Verbot, sondern durch den Rückzug des Systems.
Weichen Patienten auf andere Therapien aus?
Viele werden das tun. Manche wenden sich anderen Formen der Komplementärmedizin zu, andere kehren vollständig in die konventionelle Versorgung zurück, oft jedoch mit dem Gefühl, dass dort wichtige Bedürfnisse unberücksichtigt bleiben. Wieder andere ziehen sich in Selbstbehandlung, Foren und soziale Netzwerke zurück. Die Folge ist nicht zwingend bessere Versorgung, sondern häufig Fragmentierung. Die Rolle der therapeutisch begleiteten Homöopathie geht verloren.
Die provokante Frage: Müssen Patienten künftig ins Ausland reisen?
Die Vorstellung klingt überspitzt, ist aber nicht völlig abwegig. Sollte homöopathische Behandlung in Deutschland strukturell ausgehöhlt werden, während sie in anderen Ländern integraler Bestandteil der Versorgung bleibt, wird diese Frage realer. Für die meisten Patienten wäre das keine Lösung, sondern ein Symbol dafür, dass eine Versorgungsform im eigenen Land verloren gegangen ist.
Fazit: Die Frage ist nicht, ob Homöopathie bleibt – sondern wie
Für Patienten lautet die entscheidende Frage nicht, ob Homöopathie erlaubt bleibt. Die Frage ist, ob sie weiterhin als Teil einer geschützten, begleiteten und verantwortbaren Versorgung existiert. Wenn der Arzneimittelstatus fällt, bleibt die Methode sichtbar, aber sie verliert ihren Platz im System. Zurück bleibt mehr Freiheit auf dem Papier – und weniger Sicherheit im Alltag.
Redaktioneller Hinweis: Diese Analyse habe ich aus meinem Blick als Gesundheitsjournalist mit 30 Jahren Erfahrung in der Gesundheitspolitik sowie als Blogger für die Homöopathie und Heilpraktiker (seit 2018) geschrieben. Sie ersetzt bei rechtlichen Fragen keine Beratung durch einen Anwalt.
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Christian J. Becker
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Gemeinsam stark gegen Böhmermann und ZDF: Watchblog spricht Heilpraktikerschulen und Heilpraktiker-Verbände fürs Mitmachen an
Die Debatte um den Beitrag von ZDF Magazin Royale am 19. Dezember, in dem der Heilpraktiker-Beruf stark und aus Sicht vieler Betroffener verleumdet wurde, hat seit Januar auf meinem Blog sehr viele Rückmeldungen ausgelöst. Heilpraktikerinnen, Heilpraktiker und auch Patienten schreiben mir, dass sie sich in dieser Darstellung nicht wiederfinden. Deshalb rufe ich seit der Böhmermann-Sendung dazu auf, beim ZDF-Fernsehrat eine Programmbeschwerde einzureichen (mit einem vorbereiteten Mustertext) – ein legitimes Mittel, um eine öffentliche Sendung auf mögliche Verstöße gegen journalistische Sorgfaltspflichten prüfen zu lassen:
Eine Programmbeschwerde ist kein bloßer Formalakt. Der Fernsehrat überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Programmgrundsätze und kann im Ergebnis Empfehlungen aussprechen, die Gewicht haben. Beispielsweise eine öffentliche Rüge oder Löschung des Beitrages aus der Mediathek. Jede einzelne Beschwerde fließt in diese Bewertung ein. Tausende sind notwendig.
Ein Vorbild: Im Jahr 2023 hat eine Welle von vielen Programmbeschwerden dazu geführt, dass das ZDF einen Böhmermann-Beitrag gelöscht hat (Link).
Warum die Schulen und Verbände jetzt wichtig sind
Bisher haben viele Leserinnen und Leser den Mustertext genutzt, den ich bereitgestellt habe. Doch mir wurde schnell klar: Wenn es um das Berufsbild und die öffentliche Wahrnehmung geht, braucht es noch mehr Stimmen.
Darum habe ich in den vergangenen Tagen gezielt Heilpraktikerschulen in ganz Deutschland angeschrieben – von großen Ausbildungsanbietern bis zu freien Fachschulen – mit der Bitte, ihre Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeit einer Programmbeschwerde zu informieren. Parallel habe ich Heilpraktiker-Verbände kontaktiert und angeregt, auch ihre Mitglieder sachlich darauf aufmerksam zu machen. Dies geschieht im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
Meine Überzeugung dabei: Wer sich im Beruf befindet oder sich darauf vorbereitet, sollte wissen, dass es dieses Recht gibt und wie man es nutzt. Eine breite Rückmeldung an den ZDF-Fernsehrat zeigt, dass die Kritik am Beitrag nicht vereinzelt, sondern strukturell wahrgenommen wird.
Was ich veröffentliche
Damit Schulen und Verbände die Information einfacher weitergeben können, stelle ich hier auch das Anschreiben online, das ich an die Heilpraktikerschulen verschickt habe. Darunter das Schreiben für Verbände. Es kann als Orientierung genutzt oder direkt an Schülerinnen und Schüler weitergeleitet werden. Mir geht es dabei nicht um Empörung oder Druck, sondern um Transparenz und eine sachliche Nutzung der vorgesehenen Beschwerdewege.
Warum Anwälte (noch) falsch am Platz sind
Einzelne Heilpraktiker-Verbände nutzen gern einen Anwalt als Multitool und als Ersatz für Pressearbeit. Doch Achtung: Sollte ein Anwalt aktuell gegen die Böhmermann-Sendung klagen, setzt der ZDF-Fernsehrat das Beschwerdeprogramm sofort aus wegen der Klage. Das gab es im letzten Jahr bereits. D.h. die vielen Programmbeschwerden von Heilpraktikern, Patienten und Ärzten wären völlig sinnlos, auch wenn es sehr viele sind. Eine juristische Klage würde erst Sinn machen, wenn das Programmbeschwerdeprogramm des ZDF-Fernsehrats zur Böhmermann-Sendung abgeschlossen ist. Genaues wissen wir nach der nächsten Sitzung des ZDF-Fernsehrats am 13. März.
Warum das Timing zählt
Der Fernsehrat wird am 13. März auch die eingegangenen Programmbeschwerden beraten. Bis dahin bleibt wenig Zeit. Umso wichtiger ist es, dass diejenigen, die sich betroffen fühlen, jetzt von dieser Möglichkeit erfahren und sie – wenn sie es für richtig halten – auch nutzen.
Mit der Entscheidung, Schulen und Verbände einzubeziehen, möchte ich die Reichweite erhöhen und zeigen: Der Berufsstand der Heilpraktiker hat ein nachvollziehbares Interesse an fairer Darstellung und an einer öffentlichen Diskussion auf Augenhöhe. Und genau dort gehört dieses Thema hin.
Hier das mögliche Schreiben, mit dem Heilpraktiker-Schulen ihre HP-Anwärter und Schüler aufmerksam machen können:
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Betreff: Wichtiger Hinweis: Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag Böhmermann gegen Heilpraktiker
Liebe Schülerinnen und Schüler,
viele von Ihnen haben den aktuellen ZDF-Beitrag von Jan Böhmermann gegen Heilpraktiker am 19.12.25 gesehen. Er vermittelt ein Bild, das dem Beruf nicht gerecht wird. Wer sich sachlich dagegen wehren möchte, kann eine Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat einreichen.
Hier finden Sie eine kurze Erklärung und einen vorformulierten Beschwerdetext, den Sie anpassen und versenden können:
Es geht nicht um Empörung, sondern um Fairness und korrekte Darstellung. Jede einzelne Beschwerde wird vom ZDF-Fernsehrat registriert und fließt in die Bewertung des Beitrags ein. Möglich ist bei vielen Programmbeschwerden eine öffentliche Rüge des ZDF-Intendanten an Jan Böhmermann oder sogar eine Löschung des Beitrags aus der Mediathek des ZDF. Bei tausenden Programmbeschwerden ist das möglich. Am 13. März tagt der Fernsehrat und wird vermutlich eine Entscheidung zu Böhmermann fällen.
Vielen Dank fürs Mitmachen.
Ihre Heilpraktiker-Schule
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Newsletter-Text für einen Heilpraktiker-Verband
Betreff-Vorschlag:
Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag – Ihre Stimme ist wichtig
Newsletter-Text:
Liebe Mitglieder,
viele von Ihnen haben uns auf die ZDF-Sendung vom 19. Dezember angesprochen. Die Darstellung unseres Berufsstandes hat viele irritiert, einige auch persönlich getroffen. Wir verstehen das sehr gut.
Der ZDF-Fernsehrat wird dieses Thema am 13. März noch einmal beraten. Dort besteht die Möglichkeit, kritisch zu prüfen, ob die Berichterstattung ausgewogen war und welchen Eindruck sie in der Öffentlichkeit erzeugt.
Eine wirksame Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen, ist die Programmbeschwerde. Sie ist ausdrücklich vorgesehen und ein legitimes Mittel, wenn Berichterstattung als unfair oder verzerrend erlebt wird.
Wir möchten Sie ermutigen, von diesem Recht Gebrauch zu machen – sachlich, ruhig und persönlich formuliert. Ein hilfreiches Muster finden Sie hier:
Je mehr Rückmeldungen der Fernsehrat erhält, desto besser kann er einschätzen, welche Wirkung diese Sendung auf die Betroffenen hatte.
Danke, dass Sie sich engagiert, respektvoll und konstruktiv einbringen.
Das ist wichtig für unseren Beruf und für eine faire öffentliche Diskussion.
Herzliche Grüße
Ihr Verband
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Minus 66 Prozent: Die Zahl der Ärzte im Homöopathie-Kassenvertrag bricht ein – Folgen für Patienten und Versorgung / Es gibt 7.000 Ärzte für Homöopathie, nur 10 Prozent sind im GKV-System
Zusammenfassung für Schnellleser
In den letzten Jahren ist die Zahl der Ärztinnen und Ärzte mit Homöopathie-GKV-Verträgen um 66 Prozent eingebrochen. Im Jahr 2026 arbeiteten nur noch 784 Ärzte in diesem System, im Jahr 2018 waren es noch über 2.300 Ärzte. Und dies, obwohl es in Deutschland insgesamt rund 7.000 homöopathisch qualifizierte Ärzte gibt (Quelle: Ärztekammer/Ärztezeitung). Das bedeutet: Nur ein kleiner Bruchteil dieser Fachgruppe ist in der GKV-Versorgung aktiv – und dieser Anteil schrumpft rapide. Dieser Rückgang hat konkrete Folgen für die Versorgung: In vielen Regionen sinkt die Erreichbarkeit homöopathischer Angebote, Wartelisten wachsen, und Patienten wechseln zu Selbstzahlerleistungen. Die Ursachen sind vielschichtig: Überalterung, Renteneintritte, Nachwuchsmangel, unattraktive Vertragsbedingungen und politischer Druck, sowie mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit und politische Kommunikation für die Therapie und Therapeuten. Der Verlust von Vertragsärzten ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil einer strukturellen Entwicklung, die ohne koordinierte fachpolitische Antworten weitergeht. Verbände und Fachgesellschaften stehen vor der Frage, wie sie diese Lücke adressieren und Homöopathie als Versorgungskomponente stärken können. Die Analyse zeigt: Ohne aktive Strategien droht die Integration homöopathischer Angebote im gesetzlichen System weiter zu schwinden. Eine mögliche Strategie habe ich in den letzten Tagen entwickelt und heute ergänzt: Hier die Details.
Die Details ausführlich:
Vor kurzem habe ich in Hamburg recherchiert, wie viele Ärzte für Homöopathie es gibt. Doch während ich mich durch Suchseiten und Listen klickte, fiel mir etwas auf, das ich bisher nur geahnt hatte: Es werden immer weniger Ärztinnen und Ärzte, die Homöopathie überhaupt noch über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnen.
Und wie das bei mir oft ist: Wenn mir etwas auffällt, höre ich nicht mehr auf, darüber nachzudenken. Also habe ich als Journalist nachgefragt, gezählt, verglichen, alte Unterlagen angeschaut, digitale Archive durchforstet. Das Ergebnis ist deutlich – und ehrlich gesagt auch ein Warnsignal.
Ich habe recherchiert, dass die Zahl der Ärzte für Homöopathie (bundesweit), die über die GKV abrechnen, um 66 Prozent in wenigen Jahren (seit 2018) zurückgegangen ist.
Das heißt, zwei von drei Ärzten für Homöopathie von 2018 sind für Patienten über das GKV-System in 2026 nicht mehr erreichbar.
Aber: Es gibt in Deutschland insgesamt 7.000 Ärzte für Homöopathie laut Ärztekammer. Und nur 784 Ärzte von ihnen nutzen das GKV-System. Das sind etwa zehn Prozent.
Hier die Recherche, Schritt für Schritt.
Eine Liste aus 2018 – und eine Zahl, die man zweimal lesen muss
Es gibt ein offizielles Dokument, das viele von uns kennen: die Ärzteliste „Selektivverträge Homöopathie“. Stand: 1. November 2018. Herausgegeben von der Managementgesellschaft des DZVHAE. Diese Gesellschaft organisiert die Verträge mit den Kassen.
Seitenweise Namen. Postleitzahlen. Fachrichtungen. Jede Zeile ein Arzt, eine Ärztin, die über die Selektivverträge homöopathisch behandeln konnte.
Als ich die Liste durchgegangen bin, kam ich auf rund 2.300 Ärztinnen und Ärzte für Homöopathie in 2018, die über die GKV abrechneten.
Diese Zahl ist wichtig, weil sie ein Stück Realität bildet: So sah die vertraglich organisierte Homöopathie in Deutschland vor wenigen Jahren aus.
Dann der zweite Blick. Auf der Website der Managementgesellschaft, die diese Verträge betreut, steht heute schwarz auf weiß:
784 Ärztinnen und Ärzte für Homöopathie rechnen in 2026 mit der GKV ab.
Wenn man beide Zahlen nebeneinanderstellt, ergibt sich etwas, das man kaum übersehen kann:
Von 2018 bis 2026 ist die Zahl der teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte für Homöopathie um ungefähr 66 Prozent gesunken.
Allerdings: Es gibt in Deutschland insgesamt 7.000 Ärzte für Homöopathie laut Ärztekammer. Und nur 784 Ärzte nutzen das GKV-System. Das sind etwa zehn Prozent.
Das ist keine kleine Schwankung. Das ist ein Strukturbruch.
Was steckt dahinter – und warum das niemand groß erklärt
Natürlich kann so ein Rückgang viele Ursachen haben. In Gesprächen mit Ärztinnen und Ärzten tauchen bestimmte Themen immer wieder auf, fast unabhängig von Region oder Fachrichtung.
Viele berichten, dass der bürokratische Aufwand rund um Verträge, Dokumentationen und Abrechnungen gewachsen ist. Gleichzeitig stehen Praxen ohnehin unter enormem Zeitdruck, weil die Regelversorgung immer dichter wird und Termine oft bis an die Grenze geplant sind.
Hinzu kommt ein Klima, das manche als belastend beschreiben: öffentlicher Druck, politische Debatten, Medienberichte, die Homöopathie grundsätzlich infrage stellen. Manche sagen offen, sie hätten einfach keine Lust mehr, sich zusätzlich angreifbar zu machen.
Ein weiterer Punkt ist sehr nüchtern: die Wirtschaftlichkeit. Wenn der Zusatzaufwand durch Verträge und Dokumentationen nicht angemessen vergütet wird, entscheiden einige Praxen schlicht, dass sich die Teilnahme nicht lohnt.
Und schließlich spielt die Demografie eine Rolle. Viele homöopathisch erfahrene Ärztinnen und Ärzte gehören zu einer Generation, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand geht. Nachfolgerinnen und Nachfolger sind nicht automatisch da – und wenn sie existieren, arbeiten sie nicht zwangsläufig mit Homöopathie weiter.
Was auffällt: Offiziell spricht kaum jemand darüber. Auch der verantwortliche Verband nicht. Er macht es nicht öffentlich (obwohl die Zahlen öffentlich verfügbar sind). Er erklärt es nicht. ER sagt nicht, was er dagegen unternimmt. Zahlen verschwinden still aus Listen, statt öffentlich erklärt zu werden. Und hinter den Zahlen stehen Menschen, nämlich Ärzte. Genau deshalb habe ich eine Presseanfrage an die Managementgesellschaft des DZVHAE gestellt – mit der simplen Bitte um Transparenz.
Die Analyse zeigt: Ohne aktive Strategien droht die Integration homöopathischer Angebote im gesetzlichen System weiter zu schwinden. Eine mögliche Strategie habe ich in den letzten Tagen entwickelt und heute ergänzt: Hier die Details.
Was das konkret für Patientinnen und Patienten bedeutet – in Kurzform
Für viele gesetzlich Versicherte waren die Selektivverträge lange ein Türöffner. Wer Homöopathie nutzen wollte, konnte sich an teilnehmende Ärztinnen und Ärzte wenden und musste die Behandlung nicht vollständig privat zahlen. Wenn aber zwei Drittel dieser Vertragsärzte wegfallen, passiert etwas, das man im Alltag sofort spürt. Patienten müssen plötzlich deutlich weiter fahren. Sie brauchen mehr Geduld bei der Terminvergabe. Und nicht selten landen sie am Ende doch im Privatbereich, weil die nächstgelegene Kassenpraxis keinen Vertrag mehr bietet. Das bedeutet: Die Frage ist nicht, ob Menschen Homöopathie weiterhin nachfragen. Das tun sie.
Die Frage ist, ob der Zugang sozial ausgewogen bleibt oder still in eine Zwei-Klassen-Situation rutscht.
Dieser Trend hat konkrete Auswirkungen: Patientinnen und Patienten mit homöopathischen Versorgungswünschen stoßen in vielen Regionen auf ein drastisch kleineres Angebot im GKV-Bereich, weil die Zahl der Vertragsärztinnen und -ärzte stark gesunken ist. Zugleich zeigt der Vergleich zur Gesamtzahl der homöopathisch qualifizierten Ärztinnen und Ärzte (rund 7 000 laut Ärztekammer), dass nur ein Bruchteil der Fachgruppe überhaupt in die gesetzliche Versorgung eingebunden ist – und dieser Bruchteil wird immer kleiner.
Das hat Folgen für Praxis, Ausbildung, Nachwuchs und die Sichtbarkeit der Homöopathie im Gesundheitssystem.
Zeichen einer größeren Entwicklung
Dieser Rückgang ist mehr als eine Zahl in einer Tabelle. Er ist ein Signal dafür, wie sich die Rahmenbedingungen verändern. Krankenkassen, Politik, öffentliche Debatten – all das wirkt zusammen, und am Ende entscheiden einzelne Praxen leise, ob sie bleiben oder gehen. Gerade deshalb ist Transparenz jetzt so wichtig.
Wir müssen wissen: Welche Gründe werden offiziell genannt? Welche Änderungen gab es in den Verträgen? Welche Perspektive sehen die Vertragspartner für die Zukunft?
Denn die Frage betrifft nicht nur Ärztinnen und Ärzte. Sie berührt Patientinnen und Patienten, die Versorgungslandschaft und letztlich die Position von integrativer Medizin im deutschen Gesundheitswesen insgesamt.
Der Rückgang um rund 66 Prozent in der Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die Homöopathie im Rahmen eines GKV-Vertrags anbieten, ist alarmierend – und hat Folgen für die Versorgung, die sich nicht allein mit Verbandspolitik oder „strukturellen Faktoren“ erklären lassen. Denn dieser Rückgang betrifft einen Bereich, der ohnehin nur einen kleinen Teil der homöopathischen Versorgung in Deutschland umfasst.
Auch in diesem Kontext ist wichtig: Nach Angaben der deutschen Ärztekammer und entsprechender Berufsverbände gibt es in Deutschland insgesamt rund 7 000 Ärztinnen und Ärzte, die die Zusatzbezeichnung Homöopathie führen und homöopathische Leistungen in ihrer Praxis anbieten. Diese Zahl bezieht sich auf alle Vertrags- und Privatpraxen, unabhängig davon, ob sie aktuell einen Kassenvertrag haben oder nicht. (Quelle: Deutscher Ärztetag/Ärztekammer-Statistiken; vgl. Ärztezeitung.de).
Das bedeutet: Selbst wenn sich alle 7 000 homöopathisch qualifizierten Ärzte gleichmäßig über GKV, PKV und Selbstzahleraktivitäten verteilen würden, käme nur ein relativ kleiner Teil (etwa zehn Prozent) dieser Gruppe überhaupt für einen Kassenvertrag mit den gesetzlichen Krankenkassen in Frage. Insofern zeigt der Rückgang um 66 Prozent nicht nur einen dramatischen Verlust an Vertragsärzten, sondern auch, dass aus einer ohnehin spezialisierten Minderheit nur noch ein verschwindend kleiner Teil im gesetzlichen Versorgungssystem aktiv ist.
Wie es weitergeht
Sobald die Managementgesellschaft auf meine Anfrage antwortet, werde ich die Antworten hier im Blog einordnen. Ich werde mir ansehen, ob die Erklärungen plausibel sind, welche Argumente genannt werden – und wo vielleicht Lücken bleiben.
Bis dahin bleibt festzuhalten:
2018 rund 2.300 Vertragsärzte.
Heute 784.
Minus 66 Prozent.
Aber es gibt 7.000 Ärzte für Homöopathie insgesamt. Von denen nur noch 784 im GKV-System sind.
Das ist kein Randthema. Das ist ein Stück Realität, das zeigt, wohin die Reise gehen könnte, wenn niemand rechtzeitig nachfragt.
Was minus 66 Prozent ganz praktisch für mich als Patienten heißt – in der ausführlichen Analyse
Weil ich nicht nur Journalist bin, sondern selbst Patient, möchte ich diesen Punkt ausdrücklich noch einmal herausziehen und ausführlicher machen, denn die Zahl minus 66 Prozent klingt abstrakt, bis man sie auf den eigenen Alltag herunterbricht. Wenn von drei homöopathisch tätigen Ärzten im Vertragssystem nur noch einer übrig bleibt, dann bedeutet das für mich als Patient zunächst, dass sich die Suche nach einem passenden Arzt in vielen Regionen von einer einfachen Adressrecherche in eine Art Detektivarbeit verwandelt: Man klickt sich durch Suchmasken, ruft Praxen an, klärt am Telefon, ob noch über den Vertrag abgerechnet wird oder ob das inzwischen nur noch privat geht, und erlebt nicht selten, dass die eigentlich gewünschte Praxis entweder ganz aufgehört hat oder die Homöopathie nur noch im Rahmen einer Selbstzahlerleistung anbietet.
Gleichzeitig verändert sich die Geografie der Versorgung, denn während ich früher im Idealfall eine homöopathisch arbeitende Vertragsarztpraxis in erreichbarer Nähe finden konnte, rutsche ich mit jedem wegfallenden Arzt ein Stück weiter in einen Radius hinein, der auf einmal eine halbe Stunde oder eine Stunde Anfahrt bedeutet, was für berufstätige Menschen, Eltern mit kleinen Kindern oder ältere Patienten nicht nur unbequem, sondern im Zweifel eine faktische Hürde ist. Wenn ich dann noch zu einem akuten Infekt, starken Beschwerden oder einem geschwächten Allgemeinzustand gleichzeitig eine lange Anreise organisieren muss, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ich diesen Weg überhaupt noch gehe und Homöopathie unter Kassenbedingungen in Anspruch nehme.
Hinzu kommt eine finanzielle Verschiebung, die man deutlich spürt, sobald man nicht mehr nur über „Leistungen“ spricht, sondern über Beträge auf dem eigenen Kontoauszug. Wenn zwei Drittel der Vertragsärzte aussteigen und die homöopathische Behandlung im ärztlichen Bereich zunehmend in den Privatsektor wandert, stehen Patienten vor der Entscheidung, ob sie zusätzlich zum regulären Kassenbeitrag noch Geld für homöopathische Konsultationen aufbringen können oder wollen; für manche Familien ist das machbar, für andere bedeutet es, dass Homöopathie zwar theoretisch weiter existiert, praktisch aber nur noch denen offensteht, die die entsprechenden Mittel haben, und genau an dieser Stelle entsteht die von der Politik gern bestrittene Zwei-Klassen-Situation, in der nicht die medizinische Präferenz entscheidet, sondern der Geldbeutel.
Psychologisch verändert sich mit diesem Schwund außerdem die Botschaft, die beim Patienten ankommt, selbst wenn sie niemand so offen ausspricht: Wenn Krankenkassen Verträge auslaufen lassen, Praxen aus Angst vor Regressen oder Anfeindungen zurückrudern und Listen mit teilnehmenden Ärzten Jahr für Jahr dünner werden, dann entsteht der Eindruck, dass meine Behandlungsform – also Homöopathie – politisch und institutionell nicht mehr gewollt ist; das verunsichert, es schwächt das Vertrauen und kann dazu führen, dass Menschen, die gute Erfahrungen gemacht haben, sich fragen, ob sie sich mit ihrer Entscheidung für Homöopathie künftig rechtfertigen müssen und ob sie überhaupt noch Ärztinnen und Ärzte finden, die fachlich zu ihnen passen und gleichzeitig im Kassensystem verankert sind.
Minus 66 Prozent sind deshalb nicht nur eine Kennziffer für Insider, sondern eine Veränderung, die sich für mich als Patient in ganz konkreten Alltagserfahrungen niederschlägt: in längeren Wegen, knapperen Terminen, höheren Eigenanteilen, mehr Unsicherheit und in dem leisen, aber spürbaren Gefühl, dass eine Form der Versorgung, die ich persönlich schätze, Stück für Stück aus dem öffentlichen Raum in eine Nische gedrückt wird, in der sie zwar offiziell noch existiert, für viele Menschen faktisch aber kaum noch erreichbar ist.
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Welche Bedeutung hätte es für Heilpraktiker, wenn Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verliert? / Eine Analyse von Christian J. Becker
Die politische Debatte klingt zunächst technisch: Der Arzneimittelstatus für homöopathische Präparate könnte geändert oder gestrichen werden. Für viele Heilpraktiker und ihre Patienten klingt das nach Formalie, nach einer Frage der Etiketten oder einer neuen Kategorie im Regal. Doch wer genauer hinschaut, merkt sehr schnell, dass es sich um einen tiefen Eingriff in Versorgung, Haftung, Dokumentation und Therapiepraxis handelt. Juristisch wäre Homöopathie zwar formal weiterhin erlaubt, praktisch aber rutschte sie Schritt für Schritt aus der regulierten medizinischen Sphäre heraus – ein Prozess, der einem funktionalen Verbot nahekommt.
In dieser Analyse stelle ich als Gesundheitsjournalist dar, was es für Heilpraktiker und Patienten konkret bedeuten würde, wenn Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verliert.
Betroffen wäre jeder zweite Heilpraktiker, da etwa 50 Prozent der Heilpraktiker Homöopathie einsetzen. Betroffen wären 30 Millionen Patienten, die Homöopathie nutzen.
Worum es wirklich geht: Der Rahmen, der Therapie erst möglich macht
Homöopathische Arzneimittel sind heute Teil eines klar strukturierten Systems. Sie werden nach arzneimittelrechtlichen Standards hergestellt, sind rückverfolgbar, unterliegen Apotheken- und Qualitätsregeln und können von Heilpraktikern verantwortbar in Therapiekonzepte integriert werden. Dieser Rechtsrahmen sorgt nicht nur für Ordnung, sondern auch für Sicherheit: Er definiert Zuständigkeiten, schützt vor Graumärkten und macht deutlich, wer wann Verantwortung trägt.
Wenn der Arzneimittelstatus entfällt, verändert sich nicht nur eine juristische Kategorie. Präparate verlieren ihre reguläre Verkehrsfähigkeit, rutschen in rechtliche Graubereiche, und Institutionen beginnen sich zurückzuziehen, weil Haftung und Verantwortlichkeit unklarer werden. Homöopathie bleibt auf dem Papier erlaubt – doch sie wird schwerer praktikabel, bürokratisch riskanter und ökonomisch fragiler.
Heilpraktiker zwischen Behandlung, Dokumentation und Haftung
Für Heilpraktiker bedeutet der Verlust des Arzneimittelstatus vor allem eines: ein massiver Anstieg rechtlicher Unsicherheit. Solange Homöopathika Arzneimittel sind, lässt sich jede Gabe sauber dokumentieren, in bestehende Sorgfaltsstandards einordnen und im Zweifel gegenüber Versicherern und Behörden begründen. Ohne diesen Status geraten Behandler häufiger in die Situation, erklären zu müssen, warum sie Produkte einsetzen, die formal nicht mehr Teil des medizinischen Regelsystems sind.
Kommt es zu Komplikationen oder Streitfällen, prüfen Versicherungen besonders streng, ob das angewendete Mittel rechtlich zulässig war, ob gegen Vorgaben verstoßen wurde und ob der Einsatz möglicherweise als „außerhalb des Systems“ einzustufen ist. Je weiter Homöopathie aus dem Rechtsrahmen gedrängt wird, desto leichter können Versicherer Deckung verweigern und Risiken auf die Behandler verlagern. Das Berufsbild bleibt bestehen, wird aber verletzlicher, kontrollintensiver und stärker von juristischen Diskussionen geprägt.
Wie realistisch ist dieses Szenario – und wann könnte es politisch passieren?
Die Frage, ob Homöopathie ihren Arzneimittelstatus verlieren könnte, ist längst keine theoretische Planspielerei mehr, sondern ein politisch greifbares Szenario. Der entscheidende Punkt heißt Binnenkonsens: Er sorgt bislang dafür, dass homöopathische Arzneien als Arzneimittel geführt werden, obwohl ihre Wirksamkeit innerhalb der eigenen Therapierichtung bewertet wird. Genau dieser Schutzmechanismus ist politisch veränderbar. Seit der Positionsverschiebung der CDU über die Feiertage 2025 existiert erstmals eine stabile Mehrheit von etwa drei Vierteln des Bundestags gegen Homöopathie (CDU, Grüne, SPD, Linke), die für Verschärfungen offen erscheint. Nach heutiger Lage wäre es deshalb realistisch, den Binnenkonsens bereits 2026 oder 2027 durch eine einfache Gesetzesmehrheit zu ändern oder ganz abzuschaffen – ein Verfahren, das über ein Änderungsgesetz zum Arzneimittelgesetz, Beratungen im Gesundheitsausschuss und anschließende Lesungen im Parlament laufen könnte. Damit entstünde kein abruptes Verbot, wohl aber ein schrittweiser Umbau der Rahmenbedingungen, der Versorgung, Haftung und Verfügbarkeit nachhaltig verschiebt.
Patienten zwischen Eigenverantwortung, Kosten und Vertrauensverlust
Viele Patientinnen und Patienten verlassen sich bislang auf ein einfaches Grundprinzip: Was sie in der Apotheke erhalten, ist geprüft, geregelt und rückverfolgbar. Wenn Homöopathie kein Arzneimittel mehr wäre, verlagerte sich Verantwortung zunehmend in den privaten Bereich. Patienten müssten Produkte vergleichen, Qualität beurteilen und Marketingversprechen einordnen, während gleichzeitig Teile des bisherigen Schutzsystems – etwa dokumentierte Lieferketten und klare Rückrufwege – schwächer würden.
Hinzu kommt ein finanzieller Aspekt: Fällt der Arzneimittelstatus, werden homöopathische Präparate fast vollständig zu Produkten, die privat bezahlt werden müssen, und zwar ohne den bisherigen gesundheitssystemischen Rahmen. Für viele Familien und chronisch Erkrankte bedeutet das höhere Belastungen, häufigere Therapieabbrüche und ein wachsendes Gefühl, auf sich gestellt zu sein. Vertrauen leidet nicht nur durch die Kosten, sondern auch durch das politische Signal, dass diese Therapieform offenbar als verzichtbar gilt.
Die verbreiteten Mythen: Drogerie, Onlinehandel, Ausland – alles einfache Lösungen?
In der öffentlichen Diskussion tauchen immer wieder vermeintliche Ausweichstrategien auf. Eine der beliebtesten Erzählungen lautet, die Produkte wanderten einfach ins Drogerieregal. Das ist rechtlich kaum haltbar. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und dürfen weder Heilversprechen machen noch sich wie Arzneimittel verhalten. Viele homöopathische Zubereitungen passen strukturell überhaupt nicht in dieses Lebensmittelrecht. Wahrscheinlicher als ein „Wellness-Umzug“ wäre das Entstehen grauer Märkte mit unklaren Verantwortlichkeiten.
Auch die Idee mit Bestellungen im Ausland klingt pragmatisch, greift aber zu kurz. Der Eigenimport ist zwar in engen Grenzen möglich, doch sobald der Gesetzgeber erkennt, dass Importwege systematisch genutzt werden, kann er diese begrenzen oder untersagen. Behandler, die aktiv zum Bezug nicht verkehrsfähiger Mittel raten, geraten zudem in Haftungsrisiken. Ihre Berufshaftpflichtversicherung springt bei Komplikationen nicht mehr ein, jeder Heilpraktiker würde persönlich mit seinem Vermögen haften. Kurz gesagt: Weder Drogerie noch Versandhandel oder Ausland sind stabile, rechtssichere Alternativen, wenn der politische Wille zur Einschränkung klar ist.
Verschiebungen im Berufsbild – und mögliche Kettenreaktionen
Ein formales Berufsverbot für Heilpraktiker wäre mit dem Verlust des Arzneimittelstatus zwar nicht verbunden. Dennoch würde ein zentraler Bereich ihrer Arbeit entwertet, und Behörden erhielten neue Argumente, die methodische Einbindung in Strukturen der Gesundheitsversorgung weiter zu hinterfragen. Institutionen wie Kliniken, Versicherer oder größere Praxen reagieren erfahrungsgemäß sensibel auf rechtliche Unsicherheit und Haftungsfragen und neigen dazu, riskante Bereiche aus Compliance-Gründen zu begrenzen, lange bevor es zu einem ausdrücklichen Verbot kommt. Gleichzeitig könnte es zu Gegenbewegungen kommen. Manche Patienten entwickeln in Phasen regulatorischer Einschränkung erst recht Interesse an komplementären Verfahren, suchen zusätzliche Beratung oder fragen nach alternativen Methoden innerhalb der Naturheilkunde. Ob diese Dynamik Homöopathie tatsächlich stärkt oder lediglich in weniger regulierte Nischen verschiebt, wird stark davon abhängen, wie transparent und professionell Heilpraktiker kommunizieren und welche rechtlichen Spielräume bestehen.
Akzeptanz der Komplementärmedizin insgesamt – Stärkung oder Erosion?
Die Frage, ob die Entziehung des Arzneimittelstatus nur Homöopathie betrifft oder langfristig die gesamte Komplementärmedizin beeinflusst, ist zentral. Politisch würde mit einer solchen Maßnahme ein Präzedenzfall geschaffen: Man zeigt, dass Therapierichtungen, die bislang einen eigenen, historisch gewachsenen Schutzrahmen hatten, grundsätzlich umdefiniert werden können. Diese Signalwirkung könnte misstrauischer machen, neue Kontrollen anstoßen und die öffentliche Diskussion weiter polarisieren.
Gleichzeitig wäre nicht auszuschließen, dass sich Praxen verstärkt anderen Verfahren zuwenden und Patienten alternative komplementäre Angebote stärker nachfragen. Doch auch hier gilt: Ohne klaren Rechtsrahmen, definierte Verantwortlichkeiten und verlässliche Qualitätsstrukturen bleibt jedes Wachstum fragil. Ein System, das auf schleichende Verdrängung setzt, stärkt selten Vertrauen, sondern erzeugt Unsicherheit – sowohl bei Behandlern als auch bei Patienten. Und es ist möglich, dass die Politik es nicht bei Einschränkungen der Homöopathie belässt, sondern auch andere Therapien der Komplementärmedizin einschränken möchte. Das Thema Eigenblut ist ein gutes weiteres Beispiel für diese politische Einschränkungsstrategie.
Was Heilpraktiker jetzt realistisch tun können
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass es in den nächsten Jahren weniger um spektakuläre Verbote gehen dürfte, sondern um langsame Strukturveränderungen. Heilpraktiker sollten deshalb frühzeitig damit beginnen, ihre Dokumentation zu präzisieren, Patienten transparent über rechtliche Zusammenhänge zu informieren, Haftung und Versicherbarkeit regelmäßig zu prüfen und sich stärker in Berufsverbänden, Fortbildungen und fachlichen Netzwerken zu bewegen. Und sich über politische Zusammenhänge informieren, z.B. im Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog. Oder sich bei der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie beteiligen. Je besser Praxen erklären können, warum sie was tun, desto stabiler bleiben Vertrauen und Therapiekontinuität.
Fazit: Kein abruptes Ende – aber ein riskanter Systemumbau
Der Verlust des Arzneimittelstatus wäre kein rein technisches Detail, sondern ein Eingriff in Berufsrollen, Patientenschutz, Märkte und Haftungsverhältnisse. Homöopathie würde wohl nicht verboten, doch sie verlöre Schritt für Schritt ihren Platz in der regulierten medizinischen Versorgung und wanderte in Graubereiche, die niemandem wirklich nützen: nicht den Patienten, nicht den Heilpraktikern und nicht dem Gesundheitssystem, das auf nachvollziehbare Strukturen angewiesen ist.
Wer das versteht, erkennt: Es geht nicht nur um politische Symbolik, sondern um sehr konkrete Folgen für den Alltag in den Praxen – und um die Frage, wie komplementäre Medizin in Zukunft verantwortbar und vertrauenswürdig eingebettet bleibt.
Redaktioneller Hinweis: Diese Analyse habe ich aus meinem Blick als Gesundheitsjournalist mit 30 Jahren Erfahrung in der Gesundheitspolitik sowie als Blogger für die Homöopathie und Heilpraktiker (seit 2018) geschrieben. Sie ersetzt bei rechtlichen Fragen keine Beratung durch einen Anwalt.
Dieser Artikel ist ein Teil der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
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Christian J. Becker
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Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie
Warum die Homöopathie jetzt einen strukturierten Dialog mit der Politik braucht: Hier eine Idee der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie für Verbände
Ein Vorschlag an die Verbände: Dialogforum Gesundheit 2040 – Schwerpunkt Homöopathie
Vor wenigen Tagen habe ich hier im Homoeopathiewatchblog – im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie – einen Rettungsplan vorgestellt: Was Verbände und Hersteller jetzt konkret tun könnten, um die Homöopathie politisch zu stabilisieren und handlungsfähig zu bleiben. Wer ihn nachlesen möchte, findet ihn hier:
Der Gedanke, den ich heute weiterführe, knüpft daran direkt an: Wenn wir nicht ständig nur reagieren wollen, braucht die Homöopathie einen klar strukturierten Gesprächsrahmen mit der Politik. Kein symbolischer Auftritt. Kein Strohfeuer. Sondern ein Prozess, der Ordnung schafft. Hier folgt eine Idee des Homoeopathiewatchblog für einen strukturierten Dialog mit der Politik.
Worum es gehen sollte: Fakten statt Lagerkampf
Die politische Debatte reduziert Homöopathie oft auf ein Ja-oder-Nein-Thema. Die Versorgungsrealität ist komplexer: Millionen Patienten nutzen Homöopathie ergänzend. Ärztinnen und Heilpraktiker integrieren sie verantwortungsvoll in Behandlungen. In anderen Ländern ist sie reguliert in die Versorgung eingebettet.
Spannend ist: Die wissenschaftliche Basis ist international dieselbe. Unterschiedlich sind die politischen Entscheidungen auf derselben Grundlage:
• In Indien ist Homöopathie staatlich integriert – mit Kliniken, Forschung und universitärer Ausbildung.
• In der Schweiz wurde sie bewertet, reguliert und fair eingebunden.
• In Deutschland dagegen wird sie zunehmend symbolpolitisch verhandelt. Hier droht das Aus bei Krankenkassen und das Verbot als Arzneimittel.
Das zeigt: Nicht die Daten unterscheiden sich – sondern der Umgang mit ihnen. Genau hier setzt die Idee eines Dialogforums an.
Vorschlag von #rettedeinehomöopathie an die Verbände:
Ein „Dialogforum Gesundheit 2040 – Schwerpunkt Homöopathie“
Dieses Forum wäre kein PR-Event, sondern ein moderierter Prozess über mehrere Sitzungen. Beteiligte sollten sein:
• Wissenschaft
• Politik
• Selbstverwaltung
• Patientenvertretungen
• kritische Stimmen
• internationale Expertinnen und Experten
Ziel:
Missverständnisse ausräumen, Daten transparent machen, Verantwortungsbereiche klären – und definieren, wie Homöopathie verantwortungsvoll eingebunden bleibt.
Drei Leitfragen könnten strukturieren:
Versorgungsrealität: Wo wird Homöopathie eingesetzt – und welche Erfahrungen liegen vor, national wie international?
Evidenzintegration: Wie lassen sich Studien, Register, Versorgungsforschung und Kostenanalysen fair und nachvollziehbar einbeziehen?
Rahmenbedingungen: Wie sichern wir Qualität, Patientenschutz und kontinuierliche Evaluation?
Es geht nicht um ein Pro-/Contra-Tribunal. Es geht darum, politische Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.
Warum jetzt?
Weil die Alternative klar ist: Wenn die Homöopathie nicht selbst an den Tisch kommt, wird über sie entschieden. Pauschale politische Maßnahmen lösen keine Versorgungsfragen. Sie verlagern Probleme – und nehmen Gestaltungsmöglichkeiten.
Ein Dialogforum wäre dagegen ein Signal:
Die Homöopathie ist bereit, sich transparent messen zu lassen – wie andere Verfahren auch.
Wer dieses Forum anstoßen sollte
Aus meiner Sicht braucht es eine gemeinsame Initiative der Fachverbände – mit klarem wissenschaftlichen Fokus:
• koordiniert
• professionell
• wissenschaftlich begleitet
Nicht gegeneinander. Gemeinsam.
Ich halte es für richtig, wenn die Verbände die Politik zu einem ersten Orientierungsgespräch einladen und das Forum aufsetzen. Ein entsprechender Vorschlag des Homoeopathiewatchblog liegt in Grundzügen bereits auf dem Tisch.
Was dieses Forum nicht ist
Es ist keine Lobbyschau. Es ist keine Verteidigungsrede. Und es ist kein Schönreden. Es ist ein Arbeitsrahmen: Ordnung in Evidenz, Versorgung und Regulierung bringen – bevor Symbolpolitik Fakten schafft.
Ausblick
Wenn Politik, Wissenschaft und Versorgung sich auf einen solchen Rahmen einigen, könnte das die Debatte drehen: Weg vom Dauerstreit – hin zu gestaltbarer Verantwortung.
Ich bin überzeugt: Die Homöopathie-Gemeinschaft hat das Know-how und die Ernsthaftigkeit dafür.
Jetzt braucht es nur noch den Mut, diesen Prozess offen, transparent und verlässlich zu beginnen.
Der Ball liegt bei den Verbänden.
Wie es hier weitergeht
Sollte ein Dialogforum – als Idee des Homoeopathiewatchblog und der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie – tatsächlich angestoßen werden, werde ich hier im Watchblog transparent begleiten:
• Wer sitzt am Tisch?
• Was wird vereinbart?
• Welche Ergebnisse entstehen wirklich?
Denn am Ende zählt nicht, wer schreibt.
Sondern was politisch und praktisch daraus entsteht.
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Hier der Beweis: ZDF löschte Böhmermann-Sendung 2023 nach vielen Programmbeschwerden => Ansporn gegen Anti-Heilpraktiker-Sendung
Es wird oft gesagt: „Programmbeschwerden bringen nichts.“ Der Fall aus dem Herbst 2023 zeigt das Gegenteil. Damals griff ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann das Thema „ritueller Missbrauch“ auf. Die Sendung arbeitete mit Zuspitzungen und Vereinfachungen, die Betroffene, Fachstellen und Experten als grob verzerrend kritisierten. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer legten Programmbeschwerde ein – sachlich begründet, mit konkreten Kritikpunkten.
Und diesmal passierte etwas Ungewöhnliches: Das ZDF löschte die Böhmermann-Sendung von 2023. (Link zum Beweis)
Der Fernsehrat gab den Beschwerden mehrheitlich statt. Das hatte viele weitere Folgen. Das ZDF musste Stellung nehmen, der Beitrag verschwand aus der Mediathek, und die Redaktion bekam ein deutliches Signal: Meinungsfreiheit endet nicht, aber sie braucht journalistische Sorgfalt. Gerade dann, wenn Menschen oder Berufsgruppen in der Öffentlichkeit praktisch „vorgeführt“ werden.
Das ist bemerkenswert. Über Jahre galt das Verfahren der Programmbeschwerde vielen als zahnlos. 2023 zeigte: Wenn ein Gremium erkennt, dass eine Redaktion Grenzen überschreitet, kann es handeln – und es tut es auch.
Warum das für die aktuelle Anti-Heilpraktiker-Sendung von Böhmermann wichtig ist
Auch die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember arbeitet mit Bildern, die hängen bleiben sollen. Heilpraktiker werden nicht diskutiert, sondern verleumdet. Das ist mehr als Satire. Es prägt politische Entscheidungen, Medienberichte und Debatten in Gremien.
Genau deshalb ist die Programmbeschwerde kein Nebenschauplatz. Sie ist das einzige offizielle Instrument, mit dem Zuschauer sagen können: „So kann man mit Fakten, Menschen und Berufsgruppen nicht umgehen.“
Ob der Fernsehrat am Ende einen klaren Verstoß feststellt, ist noch offen. Doch der Fall 2023 macht Hoffnung.
Aber eines steht fest: Je mehr fundierte Beschwerden eingehen, desto schwieriger wird es, die Kritik einfach wegzuwischen. Jede Beschwerde ist dokumentiert, jede landet in den Akten – und jede zwingt das ZDF, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen.
Jetzt ist der Moment
Wer glaubt, dass diese Darstellung von Heilpraktikern unfair ist, sollte das jetzt nicht nur denken – sondern formell mitteilen. Genau dafür ist das Verfahren da.
Hier erkläre ich den Ablauf und stelle einen Mustertext bereit:
Das ist keine Empörungsaktion.
Es ist ein sachlicher, legaler und wirksamer Weg, Verantwortung einzufordern.
Und der Fall 2023 zeigt: Manchmal verändert genau das eine ganze Sendung. Notwendig sind tausende Programmbeschwerden, sachlich und fundiert, aber deutlich.
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Das große Schweigen der Homöopathie: „Die Tradition der Homöopathie wird nicht durch die Anbetung der Asche, sondern durch die Weitergabe des Feuers gerettet.“ / Zwei Gründe für mehr Mut 2026
Jetzt zählt jede Stimme: Programmbeschwerde zum Böhmermann-Angriff auf Heilpraktiker an ZDF-Fernsehrat einreichen / Der 13. März ist eine große letzte Chance
Über Weihnachten und Neujahr war vieles ruhig. Praxen waren zu, Familienzeit stand im Vordergrund. Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben die „Böhmermann“-Sendung vom 19. Dezember erst jetzt gesehen. Und viele schreiben mir: „Warum liest man darüber fast nur im Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog? Heißt das, dass Böhmermann unwichtig ist? Was passiert jetzt?“
Die Böhmermann-Sendung war kein Beitrag zur Aufklärung. Sie war ein Frontalangriff gegen den Heilpraktiker-Beruf. Mit Unterstellungen, die ein Berufsbild zerstören sollen, statt sachlich zu diskutieren. Wer Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker pauschal als Risiko darstellt, greift nicht nur eine Berufsgruppe an, sondern auch die Patienten, die sich bewusst für diese Form der Behandlung entscheiden.
Doch es gibt eine Möglichkeit, sich zu wehren.
Der ZDF-Fernsehrat als formelle Beschwerdestelle für Sendungskritik tagt am 13. März wieder (Link Tagesordnungen). Dort liegt die einzige realistische Chance, dass diese Böhmermanns-Sendung noch einmal kritisch geprüft wird. Und ja: Der Fernsehrat kann den Intendanten auffordern, die Sendung aus der Mediathek zu entfernen oder zumindest klar einzuordnen. Vorbild: Im Jahr 2023 hat eine Welle von vielen Programmbeschwerden dazu geführt, dass das ZDF einen Böhmermann-Beitrag gelöscht hat (Link).
Aber das passiert nur, wenn eines passiert:
Der Fernsehrat muss spüren, dass hier ein massives Problem wahrgenommen wird. Es liegt an jedem Heilpraktiker (jedem der 50.000 in Deutschland) und an jedem seiner Verbände, dass der Fernsehrat das wahrnimmt.
Tausende Programmbeschwerden sind dafür nötig. Nicht fünfzig. Nicht hundert. Sondern viele tausend. Weiter unten finden Sie einen Link zu einem Musterbrief. Und für Heilpraktiker-Verbände einen Newsletter-Text, um ihre Mitglieder anzuschreiben und ihre Mitglieder zur Programmbeschwerde anzuregen.
📩 Programmbeschwerde jetzt einreichen
Der ZDF-Fernsehrat berät am 13. März.
Damit die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember als Angriff auf die Heilpraktiker noch einmal kritisch geprüft wird,
braucht es viele Rückmeldungen – jede einzelne zählt.
➡️
Zum Muster und zur Anleitung
Bitte teilen Sie den Link mit Kolleginnen, Kollegen und Patienten.
Mehr Stimmen bedeuten mehr Aufmerksamkeit.
Hier eine Analyse der Bedeutung der Böhmermann-Sendung:
Böhmermann 2019 gegen Homöopathie
Wer die Kampagne gegen Homöopathie seit Jahren verfolgt, erkennt sofort Parallelen. Das Muster ist gleich – nur die Zielscheibe hat sich verschoben.
2019 hat Böhmermann die Homöopathie zum Thema gemacht, in seiner Sendung „Böhmermann zerstört die Homöopathie“. Danach hat die Anti-Homöopathie-Lobby Medien, Talkshows und Kommentare so geprägt, dass fast nur noch negativ über Globuli berichtet wurde. Damit wurde die öffentliche Meinung Schritt für Schritt verschoben.
In der Folge kamen die ersten konkreten Verluste: die Abschaffung der Zusatzbezeichnung für Ärzte. Ab 2024 erreichte das Thema dann die Bundespolitik. Plötzlich standen Erstattung, Richtlinien und sogar der Arzneimittelstatus zur Disposition.
Böhmermann 2025 gegen Heilpraktiker
Heute erkenne ich als Gesundheitsjournalist (der Kampagnen analysiert) wieder genau denselben Einstieg bei der Sendung vom 19.12. – nur diesmal beim Heilpraktiker-Beruf.
Eine große, unsachliche, nur emotional erzählte Fernsehsendung am 19.12.2025 gegen Heilpraktiker mit viel Schmähkritik. Danach mediale Zuspitzung. Danach könnte politischer Druck folgen, wie bei der Homöopathie. Wenn niemand widerspricht, wird daraus „der Beweis“, dass der Beruf ein Problem sei.
Böhmermann war 2019 der Startschuss, dass Homöopathie im Jahr 2026 als Arzneimittel und bei den Kassen realistisch verboten werden kann (die Mehrheiten sind durch das Umschwenken der CDU über Weihnachten da).
Und so ist Böhmermann 2025 der Startschuss einer großen Kampagne der Anti-Heilpraktiker-Lobby – erst in den Medien, dann in der Politik. Da hilft auch das schönste Empirische Gutachten nur etwas, wenn die Heilpraktikerschaft kommuniziert. Sonst überlagern geschürte Emotionen der Heilpraktiker-Gegner die Argumente der Heilpraktiker.
Ich habe bereits erklärt, warum der Fernsehrat jetzt gefragt ist – und ein Muster für eine Programmbeschwerde vorbereitet:
• Hintergrund und Einordnung plus Musterbrief:
https://homoeopathiewatchblog.de/2025/12/19/nach-der-boehmermann-sendung-gegen-homoeopathie-warum-jetzt-der-zdf-fernsehrat-gefragt-ist-hier-ein-musterbrief-fuer-sie/
• Was die Sendung konkret ausgelöst hat:
https://homoeopathiewatchblog.de/2025/12/20/boehmermann-der-groesste-angriff-auf-heilpraktiker/
Viele Leser haben schon geschrieben. Aber es reicht noch nicht.
Warum das JETZT wichtig ist
Die politische Stimmung hat sich zuletzt deutlich gegen Heilpraktiker und komplementäre Therapien verschoben. Wenn solche Fernsehsendungen unwidersprochen bleiben, werden sie später in Debatten als „Belege“ benutzt. Dann heißt es: „Selbst das ZDF hat gezeigt, wie gefährlich Heilpraktiker sind.“
Das ist der Punkt, an dem man nicht mehr nur still den Kopf schütteln darf.
Was Sie konkret tun können
Lesen Sie die Hintergründe und das Muster.
Formulieren Sie Ihre eigene, persönliche Programmbeschwerde oder übernehmen Sie den Mustertext. Wichtig: Ihr Text muss das Wort „Programmbeschwerde“ aus formalen Gründen enthalten.
Senden Sie sie an den ZDF-Fernsehrat.
Bitten Sie Kolleginnen, Kollegen, Patienten und Bekannte, es ebenfalls zu tun.
Es geht nicht darum, „Lärm zu machen“. Es geht darum, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender fair bleiben muss. Kritik darf sein. Diffamierung nicht.
Und noch etwas:
Es wäre klug, wenn auch Heilpraktiker-Verbände dieses Thema jetzt aktiv aufgreifen und ihre Mitglieder informieren. Schweigen wird sonst als Zustimmung gelesen. Wer Verantwortung für einen Berufsstand trägt, sollte seine Mitglieder in solchen Momenten unterstützen.
Der 13. März mit der Sitzung des ZDF-Fernsehrats ist nicht weit.
Die Zeit läuft. Und jede einzelne Beschwerde zählt.
📩 Programmbeschwerde jetzt einreichen
Der ZDF-Fernsehrat berät am 13. März.
Damit die Sendung vom 19. Dezember noch Damit die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember als Angriff auf die Heilpraktiker noch einmal kritisch geprüft wird,
braucht es viele Rückmeldungen – jede einzelne zählt.
➡️
Zum Muster und zur Anleitung
Bitte teilen Sie den Link mit Kolleginnen, Kollegen und Patienten.
Mehr Stimmen bedeuten mehr Aufmerksamkeit.
Warum Anwälte (noch) falsch am Platz sind
Einzelne Heilpraktiker-Verbände nutzen gern einen Anwalt als Multitool und als Ersatz für Pressearbeit. Doch Achtung: Sollte ein Anwalt aktuell gegen die Böhmermann-Sendung klagen, setzt der ZDF-Fernsehrat das Beschwerdeprogramm sofort aus wegen der Klage. Das gab es im letzten Jahr bereits. D.h. die vielen Programmbeschwerden von Heilpraktikern, Patienten und Ärzten wären völlig sinnlos, auch wenn es sehr viele sind. Eine juristische Klage würde erst Sinn machen, wenn das Programmbeschwerdeprogramm des ZDF-Fernsehrats zur Böhmermann-Sendung abgeschlossen ist. Genaues wissen wir nach der nächsten Sitzung des ZDF-Fernsehrats am 13. März.
Hier ein Vorschlag für Verbände, um ihre Mitglieder zu aktivieren:
Newsletter-Text für einen Heilpraktiker-Verband
Betreff-Vorschlag:
Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag – Ihre Stimme ist wichtig
Newsletter-Text:
Liebe Mitglieder,
viele von Ihnen haben uns auf die ZDF-Sendung vom 19. Dezember angesprochen. Die Darstellung unseres Berufsstandes hat viele irritiert, einige auch persönlich getroffen. Wir verstehen das sehr gut.
Der ZDF-Fernsehrat wird dieses Thema am 13. März noch einmal beraten. Dort besteht die Möglichkeit, kritisch zu prüfen, ob die Berichterstattung ausgewogen war und welchen Eindruck sie in der Öffentlichkeit erzeugt.
Eine wirksame Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen, ist die Programmbeschwerde. Sie ist ausdrücklich vorgesehen und ein legitimes Mittel, wenn Berichterstattung als unfair oder verzerrend erlebt wird.
Wir möchten Sie ermutigen, von diesem Recht Gebrauch zu machen – sachlich, ruhig und persönlich formuliert. Ein hilfreiches Muster finden Sie hier:
Je mehr Rückmeldungen der Fernsehrat erhält, desto besser kann er einschätzen, welche Wirkung diese Sendung auf die Betroffenen hatte.
Danke, dass Sie sich engagiert, respektvoll und konstruktiv einbringen.
Das ist wichtig für unseren Beruf und für eine faire öffentliche Diskussion.
Herzliche Grüße
Ihr Verband
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Deutschland in der Dauerkrise: Hauptstadt ohne Strom – aber CDU, Grüne, SPD und Linke kämpfen gegen Homöopathie und inszenieren „Wag the Dog“ Teil 2
Realität vs. Symbolpolitik
Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob Politik und Wirklichkeit noch etwas miteinander zu tun haben. Während in Deutschland spürbar Sand im Getriebe steckt, liefern sich Parteien hitzige Debatten über Homöopathie. Als ginge es um den Kern unserer Sicherheits-, Finanz- oder Sozialpolitik.
Professor Thomas Jäger brachte es heute mit Blick auf den tagelangen Stromausfall in der Hauptstadt in einem Satz auf den Punkt: „In Berlin wird gerade dokumentiert, wie wenig Deutschland auf ernsthafte Gefährdungen vorbereitet ist.“
Wo es wirklich brennt
Man muss nicht lange suchen, um Beispiele zu finden. In Berlin fällt nach einem Anschlag seit Tagen der Strom großflächig aus: Durch einen Brand an einer Kabelbrücke sind seit Tagen und voraussichtlich noch für mehrere Tage Zehntausende Haushalte und Tausende Betriebe ohne Elektrizität – mitten im Winter, bei Schnee und frostigen Temperaturen. Teilweise lebten Menschen mehrere Tage ohne Strom, Heizung und Internet, weil die Reparatur der beschädigten Hochspannungskabel Tage dauern kann. Turnhallen öffnen Notunterkünfte, Suppenküchen werden eingerichtet. Nachbarn helfen Nachbarn mit Wärmestuben. Pflegeheime, soziale Einrichtungen, kleine Betriebe – alle kämpften plötzlich ums Durchhalten. Die Realität in Berlin erinnern viele Senioren an Zeiten des Weltkrieges. Keine Heizung, nichts zu essen, dunkle Strassen, Polizei auf den Strassen gegen Einbrüche.
Der Ausfall in Berlin zeigt, wie dünn die Sicherheitsnetze sind. Wenn Grundversorgung wackelt, wird es schnell existenziell. Was macht die Politik?
Und es ist kein Einzelfall: Anschläge und Sabotageakte auf Bahn- und Energieinfrastruktur haben zuletzt gezeigt, wie verwundbar Deutschland geworden ist. Versorgung und Mobilität geraten schon bei relativ kleinen Störungen ins Schleudern. Was macht die Politik?
Parallel kollabiert unser Gesundheitssystem Stück für Stück. Pflegeheime sperren Betten, weil Personal fehlt. Pflegekräfte sind am Ende ihrer Kräfte. Versicherte zahlen immer mehr und stehen gleichzeitig vor überfüllten Notaufnahmen und langen Wartezeiten. Es sind nicht nur Einzelfälle. Es ist das Bild eines Systems am Anschlag. Was macht die Politik?
Das alles passiert gleichzeitig. Und es ist real.
Eine ehrliche Feststellung – und verrutschte Prioritäten
Vor diesem Hintergrund wirkt eine Aussage des Politiker und ehemaligen Parteivorsitzenden Omid Nouripour bemerkenswert ehrlich. Er sagte der FAZ: „Die Welt da draußen brennt, die Ukraine kämpft ums Überleben, die Regierung kriselt, der Klimawandel schlägt durch – darauf wollen die Menschen unsere Antworten wissen und doch nicht, wie wir zur Homöopathie stehen.“
Man spürt: Da meldet sich jemand, der ahnt, dass die Prioritäten verrutschen.
„Wag the Dog“ – und warum das so gut passt
Viele kennen den amerikanischen Spielfilm Wag the Dog von 1997 mit Robert De Niro und Dustin Hoffmann vielleicht noch nicht (Link zum Film). Die Handlung ist schnell erzählt: Eine Regierung steckt in Schwierigkeiten, hat keine Lösungen für echte Probleme – und inszeniert deshalb als PR-Event einen künstlichen Krieg, um die Öffentlichkeit abzulenken und Stärke vorzutäuschen. Die Schlagzeilen des Scheinkrieges sollen die Realität überdecken.
Überträgt man dieses Muster nach Deutschland, wirkt es erschreckend vertraut. CDU, Grüne, SPD und Linke ringen sichtbar mit großen Problemen: Energie, Sicherheit, Migration, Pflege, Finanzen. Statt diese Baustellen konsequent anzugehen, wird ein vermeintlich „einfaches“ Thema hochgezogen. Plötzlich entsteht ein politischer „Krieg“ gegen Homöopathie.
Genau wie im Film:
Nicht das echte Problem steht im Mittelpunkt, sondern eine inszenierte Auseinandersetzung, die Stärke signalisieren soll – ohne die wirklichen Krisen lösen zu müssen.
Was macht die Politik? Globuli bekämpfen, „Wag the Dog“ Teil 2 inszenieren
Homöopathie, das bequeme Feindbild
Wenn es knirscht, wenn Vertrauen bröckelt, wenn Antworten fehlen, suchen sich Parteien ein symbolisches Thema. Eines, bei dem man Haltung zeigen kann, das moralische Punkte bringt und Schlagzeilen garantiert. Und Homöopathie wird genau dazu gemacht. Nicht als medizinische Frage. Sondern als Projektionsfläche.
Dabei wird ausgeblendet: Patienten mit guten Erfahrungen. Ärzte und Heilpraktiker, die verantwortungsvoll arbeiten. Hersteller, die streng regulierte Arzneimittel produzieren. Und eine Bevölkerung, die sich eine respektvolle Therapiedebatte wünscht – statt eines Stellvertreterkrieges.
Die offenen Flanken bleiben offen
Währenddessen bleibt das, was brennt, ungelöst: ein überlastetes Gesundheitssystem. Pflegekräfte steigen aus. Kliniken verschieben Investitionen. Regionen verlieren Versorgung. Patienten fühlen sich allein gelassen. Dazu Unsicherheit bei Energie, Infrastruktur und Digitalisierung. Jeder Ausfall zeigt, wie fragil vieles geworden ist.
Das eigentliche Problem ist also nicht Homöopathie. Es ist der politische Reflex, ein Nebenfeld zur Hauptarena zu erklären. Ein „Wag the Dog“-Moment: Man zeigt auf Globuli – damit niemand zu genau hinschaut, warum Reformen stocken und Verantwortung vertagt wird.
Für die Homöopathie wird es gefährlich
Für die Homöopathie-Gemeinschaft ist das mehr als ärgerlich. Es ist gefährlich. Wer still bleibt, wird schnell zum leichten Ziel. Sich wehren heißt nicht: laut werden. Es heißt: sichtbar sein. Fakten zeigen. Patienten zu Wort kommen lassen. Forschung erklären. Ärztliche und heilpraktische Erfahrung einordnen. Homöopathie ist kein politisches Spielzeug, sondern gelebte Therapiewirklichkeit.
Respekt statt Kulisse
Es geht um Fairness. Um Respekt vor Lebensentscheidungen. Und um eine Debatte, die nicht künstlich großgezogen wird, nur um Schlagzeilen zu produzieren. Wenn Politik Vertrauen zurückgewinnen will, muss sie reale Herausforderungen lösen: Sicherheit, Versorgung, Pflege, Stabilität im Gesundheitswesen. Dort entscheidet sich Glaubwürdigkeit. Nicht in symbolischen Kämpfen gegen Globuli.
Raus aus der Unsichtbarkeit
Deshalb braucht es jetzt eine selbstbewusste Antwort der Homöopathie-Gemeinschaft. Raus aus der Ecke, raus aus der Defensive, raus aus der Unsichtbarkeit. Zeigen, wer man ist. Erklären, was man tut. Mitreden, wenn über Gesundheit gesprochen wird. Klar, sachlich, freundlich – und entschlossen. Sonst wird Homöopathie weiter zur „Wag the Dog“-Kulisse von CDU, Grünen, SPD und Linken. Und das wäre unfair – gegenüber Patienten, Therapeuten und allen, die seriös arbeiten.
Zeit, den Vorhang zu lüften. Zeit für mehr Mut.
Zeit für mehr Sichtbarkeit für die Homöopathie.
Zeit für mehr Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie (Link) und weniger Unsichtbarkeit. Hier können Sie die Details lesen.
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