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Gemeinsam stark gegen Böhmermann und ZDF: Watchblog spricht Heilpraktikerschulen und Heilpraktiker-Verbände fürs Mitmachen an

Die Debatte um den Beitrag von ZDF Magazin Royale am 19. Dezember, in dem der Heilpraktiker-Beruf stark und aus Sicht vieler Betroffener verleumdet wurde, hat seit Januar auf meinem Blog sehr viele Rückmeldungen ausgelöst. Heilpraktikerinnen, Heilpraktiker und auch Patienten schreiben mir, dass sie sich in dieser Darstellung nicht wiederfinden. Deshalb rufe ich seit der Böhmermann-Sendung dazu auf, beim ZDF-Fernsehrat eine Programmbeschwerde einzureichen (mit einem vorbereiteten Mustertext) – ein legitimes Mittel, um eine öffentliche Sendung auf mögliche Verstöße gegen journalistische Sorgfaltspflichten prüfen zu lassen:

https://homoeopathiewatchblog.de/2026/01/05/zdf-fernsehrat-programmbeschwerde-boehmermann-heilpraktiker/

Eine Programmbeschwerde ist kein bloßer Formalakt. Der Fernsehrat überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Programmgrundsätze und kann im Ergebnis Empfehlungen aussprechen, die Gewicht haben. Beispielsweise eine öffentliche Rüge oder Löschung des Beitrages aus der Mediathek. Jede einzelne Beschwerde fließt in diese Bewertung ein. Tausende sind notwendig.

Ein Vorbild: Im Jahr 2023 hat eine Welle von vielen Programmbeschwerden dazu geführt, dass das ZDF einen Böhmermann-Beitrag gelöscht hat (Link).

Warum die Schulen und Verbände jetzt wichtig sind

Bisher haben viele Leserinnen und Leser den Mustertext genutzt, den ich bereitgestellt habe. Doch mir wurde schnell klar: Wenn es um das Berufsbild und die öffentliche Wahrnehmung geht, braucht es noch mehr Stimmen.

Darum habe ich in den vergangenen Tagen gezielt Heilpraktikerschulen in ganz Deutschland angeschrieben – von großen Ausbildungsanbietern bis zu freien Fachschulen – mit der Bitte, ihre Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeit einer Programmbeschwerde zu informieren. Parallel habe ich Heilpraktiker-Verbände kontaktiert und angeregt, auch ihre Mitglieder sachlich darauf aufmerksam zu machen. Dies geschieht im Rahmen der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.

Meine Überzeugung dabei: Wer sich im Beruf befindet oder sich darauf vorbereitet, sollte wissen, dass es dieses Recht gibt und wie man es nutzt. Eine breite Rückmeldung an den ZDF-Fernsehrat zeigt, dass die Kritik am Beitrag nicht vereinzelt, sondern strukturell wahrgenommen wird.

Was ich veröffentliche

Damit Schulen und Verbände die Information einfacher weitergeben können, stelle ich hier auch das Anschreiben online, das ich an die Heilpraktikerschulen verschickt habe. Darunter das Schreiben für Verbände. Es kann als Orientierung genutzt oder direkt an Schülerinnen und Schüler weitergeleitet werden. Mir geht es dabei nicht um Empörung oder Druck, sondern um Transparenz und eine sachliche Nutzung der vorgesehenen Beschwerdewege.

Warum Anwälte (noch) falsch am Platz sind
Einzelne Heilpraktiker-Verbände nutzen gern einen Anwalt als Multitool und als Ersatz für Pressearbeit. Doch Achtung: Sollte ein Anwalt aktuell gegen die Böhmermann-Sendung klagen, setzt der ZDF-Fernsehrat das Beschwerdeprogramm sofort aus wegen der Klage. Das gab es im letzten Jahr bereits. D.h. die vielen Programmbeschwerden von Heilpraktikern, Patienten und Ärzten wären völlig sinnlos, auch wenn es sehr viele sind. Eine juristische Klage würde erst Sinn machen, wenn das Programmbeschwerdeprogramm des ZDF-Fernsehrats zur Böhmermann-Sendung abgeschlossen ist. Genaues wissen wir nach der nächsten Sitzung des ZDF-Fernsehrats am 13. März.

Warum das Timing zählt

Der Fernsehrat wird am 13. März auch die eingegangenen Programmbeschwerden beraten. Bis dahin bleibt wenig Zeit. Umso wichtiger ist es, dass diejenigen, die sich betroffen fühlen, jetzt von dieser Möglichkeit erfahren und sie – wenn sie es für richtig halten – auch nutzen.

Mit der Entscheidung, Schulen und Verbände einzubeziehen, möchte ich die Reichweite erhöhen und zeigen: Der Berufsstand der Heilpraktiker hat ein nachvollziehbares Interesse an fairer Darstellung und an einer öffentlichen Diskussion auf Augenhöhe. Und genau dort gehört dieses Thema hin.

Hier das mögliche Schreiben, mit dem Heilpraktiker-Schulen ihre HP-Anwärter und Schüler aufmerksam machen können:

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Betreff: Wichtiger Hinweis: Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag Böhmermann gegen Heilpraktiker

Liebe Schülerinnen und Schüler,

viele von Ihnen haben den aktuellen ZDF-Beitrag von Jan Böhmermann gegen Heilpraktiker am 19.12.25 gesehen. Er vermittelt ein Bild, das dem Beruf nicht gerecht wird. Wer sich sachlich dagegen wehren möchte, kann eine Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat einreichen.

Hier finden Sie eine kurze Erklärung und einen vorformulierten Beschwerdetext, den Sie anpassen und versenden können:

https://homoeopathiewatchblog.de/2026/01/05/zdf-fernsehrat-programmbeschwerde-boehmermann-heilpraktiker/

Es geht nicht um Empörung, sondern um Fairness und korrekte Darstellung. Jede einzelne Beschwerde wird vom ZDF-Fernsehrat registriert und fließt in die Bewertung des Beitrags ein. Möglich ist bei vielen Programmbeschwerden eine öffentliche Rüge des ZDF-Intendanten an Jan Böhmermann oder sogar eine Löschung des Beitrags aus der Mediathek des ZDF. Bei tausenden Programmbeschwerden ist das möglich. Am 13. März tagt der Fernsehrat und wird vermutlich eine Entscheidung zu Böhmermann fällen.

Vielen Dank fürs Mitmachen.

Ihre Heilpraktiker-Schule

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Newsletter-Text für einen Heilpraktiker-Verband

Betreff-Vorschlag:
Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag – Ihre Stimme ist wichtig

Newsletter-Text:

Liebe Mitglieder,

viele von Ihnen haben uns auf die ZDF-Sendung vom 19. Dezember angesprochen. Die Darstellung unseres Berufsstandes hat viele irritiert, einige auch persönlich getroffen. Wir verstehen das sehr gut.

Der ZDF-Fernsehrat wird dieses Thema am 13. März noch einmal beraten. Dort besteht die Möglichkeit, kritisch zu prüfen, ob die Berichterstattung ausgewogen war und welchen Eindruck sie in der Öffentlichkeit erzeugt.

Eine wirksame Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen, ist die Programmbeschwerde. Sie ist ausdrücklich vorgesehen und ein legitimes Mittel, wenn Berichterstattung als unfair oder verzerrend erlebt wird.

Wir möchten Sie ermutigen, von diesem Recht Gebrauch zu machen – sachlich, ruhig und persönlich formuliert. Ein hilfreiches Muster finden Sie hier:

https://homoeopathiewatchblog.de/2025/12/19/nach-der-boehmermann-sendung-gegen-homoeopathie-warum-jetzt-der-zdf-fernsehrat-gefragt-ist-hier-ein-musterbrief-fuer-sie/

Je mehr Rückmeldungen der Fernsehrat erhält, desto besser kann er einschätzen, welche Wirkung diese Sendung auf die Betroffenen hatte.

Danke, dass Sie sich engagiert, respektvoll und konstruktiv einbringen.
Das ist wichtig für unseren Beruf und für eine faire öffentliche Diskussion.

Herzliche Grüße
Ihr Verband

 


Dieser Artikel ist ein Teil der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
Der Homoeopathiewatchblog arbeitet dafür mit seinen Lesern
aus der Homöopathie-Gemeinschaft zusammen.
Wir wollen zusammen die Sichtbarkeit der Homöopathie und
seiner Patienten, Heilpraktiker, Ärzte und Wissenschaftler verbessern.
Und wir wollen ein Auge auf die Homöopathie-Gegner haben. 


 

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Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger

Aktiv für die Homöopathie seit 2018
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