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Warum die Homöopathie keine Chance hatte – und keine hat: Nicht wegen der Gegner, sondern wegen des Versagens der Homöopathie-Verbände / Hier ein Beispiel von heute

Der Newsletter des DZVhÄ ist der Beleg für das anhaltende Versagen der Homöopathie-Verbände

Der aktuelle Newsletter des DZVhÄ-Landesverbandes Bayern (LINK auf Website des Verbandes, Erscheinungsdatum 17.4, verantwortlich: Vorsitzender Ulf Riker, zugleich 2. Vorsitzender des Bundesverbandes) zeigt exemplarisch, warum die Homöopathie politisch derzeit keine Chance hat. Nicht, weil es an Argumenten und Möglichkeiten fehlt – sondern weil die eigenen Homöopathie-Verbände die Lage weiter nicht erfassen, keine Strategie entwickeln und im falschen Modus kommunizieren.

Auch Leser des Homoeopathiewatchblog kommentieren diesen Newsletter des DZVHAE. Zu lesen unter diesem Artikel. Ich zitiere die Kommentarschreiber: „Wer solche Verbandsfreunde hat, braucht keine Feinde.“ Und weiter ein anderer Leser: „Eine unglaubliche Agonie.“.

 

1. Der entscheidende Punkt fehlt: Der Gesetzentwurf

Seit dem 16. April liegt ein konkreter Referentenentwurf vor.

Im Newsletter vom 17.4.: kein Wort dazu.

Stattdessen:

  • Finanzkommission
  • Pressekonferenz
  • „Vorschlag Nr. 66“ (Falsch: Es ist Vorschlag Nr. 20 von 66 Vorschlägen)

Das ist nicht mehr die Realität.

Die politische Phase hat sich geändert:

  • von Debatte zu Gesetzgebung
  • von Argumenten zu Entscheidungen

Der Verband DZVHAE kommuniziert weiter, als wäre alles offen.

2. Kommunikation im falschen Modus

Die Inhalte des DZVHAE bleiben:

  • Evidenz-Diskussion
  • Australien-Studie
  • Verweis auf Studienlage

Problem:

Diese Argumente sind politisch bereits bewertet und verworfen.

Der Gesetzentwurf enthält die klare Begründung:

„keine hinreichende wissenschaftliche Evidenz“

Das ist keine Diskussionsgrundlage mehr. Das ist eine politische Festlegung.

3. Ablenkung statt Fokus

Der Newsletter des DZVHAE relativiert:

  • „unterer Millionenbereich“
  • Verweis auf Pharmaindustrie

Das verschiebt die Debatte weg vom Kern:

Die Entscheidung ist gefallen – unabhängig von der Höhe der Einsparung.

4. Aktivität des DZHAE wird behauptet, nicht gezeigt

Formulierungen im Newsletter des DZHAE:

  • „wir sind im Kontakt“
  • „strategischer Austausch“
  • „nicht alle Schritte kommunizierbar“

Das ist klassische Aktivitätsrhetorik.

Was fehlt:

  • konkrete Adressaten
  • konkrete Maßnahmen
  • konkrete Zeitachsen
  • keine Erwähnung, dass Homöopathie und Anthroposophie laut Gesetz gestrichen wird
  • die angekündigte Kampagne „Von Seiten der Verbände wird es eine fundierte und abgestimmte Initiative gegen“ fehlt völlig.

Hinzu kommt: Der Newsletter erfüllt damit vor allem eine interne Funktion. Er soll den eigenen Mitgliedern vermitteln, dass „etwas passiert“. Aktivität wird suggeriert, ohne dass eine klar erkennbare, wirksame Strategie sichtbar und Maßnahmen belegt werden.

5. Keine Fokussierung auf die Entscheidungsträger

Realität:

  • Entscheidung liegt bei wenigen Personen (aktuell bei drei politischen Entscheidern)

Im Newsletter:

  • diffuse Ansprache
  • „Politiker vor Ort“
  • „Bundestagsabgeordnete“

Problem:

Der politische Hebel wird von DZVHAE nicht erkannt.

6. Verantwortung wird nach unten an seine Mitglieder delegiert

Der Verband fordert von seinen Mitgliedern (die pro Mitglied im Jahr 250 Euro für politische Aktivitäten des Verbandes bezahlen):

  • Schreiben Sie Briefe
  • Mobilisieren Sie Patienten
  • Nutzen Sie Social Media

ohne:

  • zentrale Koordination
  • gemeinsame Linie
  • klare Zielrichtung

Ergebnis:

zersplitterte Einzelaktivität statt wirksamer Kampagne

7. Keine Anpassung des DZVHAE an die neue Phase

Die Lage ist:

  • Gesetz liegt vor
  • Zeitfenster klar
  • Entscheidung konkret

Die Reaktion des DZHAE:

  • alte Narrative
  • alte Argumente
  • alte Struktur

keine strategische Anpassung

8. Der eigentliche Befund

Dieser Newsletter des DZHVAE zeigt:

  • keine Lageerfassung
  • keine Priorisierung
  • keine politische Strategie
  • keine eigenen belegbaren Maßnahmen, sondern Verlagerung auf Mitglieder

Fazit

Die Homöopathie scheitert nicht an Gegnern.

Sie scheitert daran, dass ihre eigenen Organisationen wie der DZVHAE:

  • die Situation nicht richtig einschätzen
  • im falschen Modus kommunizieren
  • keine wirksame Strategie entwickeln

zugespitzt:

Während die politische Entscheidung konkret wird,
kommuniziert der Verband noch, als wäre es eine offene Debatte.

 

Meine persönliche Meinung

Für diesen amateurhaften, verantwortungslosen Unsinn des DZVHAE , wie er ihn im Newsletter beschreibt, habe ich eine Bundestagspetition auf Wunsch des DZHVAE und von weils hilft abgesagt (Link). Sie hatten behauptet, die Verbände würden eine stärkere Petition auf die Beine stellen können als der Watchblog. Ich habe Stefan Schmidt-Troschke von weils hilft und Ulf Riker und Mona Kölsch vom DZVHAE einen Vertrauensvorschuss gegeben, dass sie sich verantwortlich für die Homöopathie einsetzen. Ich ärgere mich heute noch sehr, dass ich diesen Drei vertraut habe.


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2 Kommentare

  1. Ich kann nur allen zahlenden Mitgliedern dringend raten: treten Sie sofort aus dem DZVHAE bei „weils hilft“ aus, da ist jeder Euro zum Fenster rausgeworfen! Wer solche Verbandsfreunde hat, braucht keine Feinde.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Wegmann

  2. Genau so kenne ich diese Pfeifen von Verbänden. Bei den Ärzten und bei den Heilpraktikern. Das war vor 30 Jahren schon so. Eine unglaubliche Agonie. Das ist so peinlich. Und die meisten Homöopath:innen träumen auch ihren woken Traum.
    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Ulbrich

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