Froehlich

Homöopathie-Verband Hahnemann-Gesellschaft fordert mehr gemeinschaftliche Aktivitäten für die Homöopathie

Der Homoeopathiewatchblog hat in den letzten beiden Wochen 28 (!) Artikel zum drohenden GKV-Aus der Homöopathie veröffentlicht, um seine Leser zu informieren. Zusätzlich hat der Blog sechs Mitmachaktionen gestartet, damit sich die Homöopathie-Gemeinschaft mehr Gehör bei der Politik verschafft. Damit lässt sich auch belegen, dass sich der Blog und seine Leser aktiv für den Erhalt der Homöopathie einsetzen. Zusätzlich hatte der Blog eine Bundestagspetition gestartet, die aber von den beiden Verbänden weils hilft und DZVHAE wieder gestoppt wurde, weil sie eine eigene Petition starten wollten.

Was tun die Homöopathie-Verbände? Weil sich die Homöopathie-Verbände bislang auffallend zurückhaltend verhalten, hat der Homoeopathiewatchblog fünf von ihnen um Stellungnahmen gebeten: DZVhÄ, weils hilft, WissHom, BPH und die Hahnemann-Gesellschaft. Trotz mehrfacher Nachfragen haben nur zwei von fünf Verbänden eine Antwort auf das drohende GKV-Aus der Homöopathie. Auf die zentralen Fragen des Watchblogs nach Bewertung und Konsequenzen für das drohende Aus der Homöopathie fanden die Verbände DZVhÄ, weils hilft und BPH keine Antwort. Sie finden keine Antwort auf die beiden Fragen „Wie bewerten? Was tun?“ des Watchblog.

Nur die Hahnemann-Gesellschaft und die Homöopathie-Fachgesellschaft WissHom (Link zu Artikel und Statement) haben Antworten.

Die Hahnemann-Gesellschaft vertritt klassisch homöopathisch behandelnde Ärzte und wird in Medien häufiger als „Deutschlands führende Homöopathie-Organisation“ bezeichnet, etwa vom Deutschlandfunk Kultur im Jahr 2021. Gegenüber dem Homoeopathiewatchblog äußerte sich die Vorsitzende der Hahnemann-Gesellschaft, die Ärztin für Homöopathie Ulrike Fröhlich, ausführlich und deutlich zum möglichen GKV-Aus.

Die Hahnemann-Gesellschaft hat auf die Empfehlung der Finanzkommission Gesundheit, Homöopathie aus der GKV zu streichen, mit deutlicher Kritik reagiert. Vorsitzende Ulrike Fröhlich warnt vor einem politischen Reflex, der am Ende nicht nur die Homöopathie trifft, sondern auch andere Therapierichtungen unter Druck setzt. Der Verband sieht in dem Vorstoß keinen Beitrag zur Lösung der Probleme im Gesundheitssystem, sondern einen symbolpolitischen Angriff auf eine nach wie vor nachgefragte Behandlungsmethode.

„Vor dem Hintergrund eines solidarisch finanzierten Gesundheitssystems fordern wir, dass die wirksame, sichere und kostengünstige Homöopathie […] sicher in der GKV bleibt“, heißt es in der Stellungnahme. Fröhlich verbindet diese Forderung mit dem Vorwurf, die Politik vergeude „wertvolle Zeit mit politischen Entscheidungsprozessen“, die auf die eigentlichen Strukturprobleme des Systems keinen spürbaren Einfluss hätten. Der Verband stellt die Homöopathie damit ausdrücklich als Teil einer solidarischen Versorgung dar.

Besonders deutlich wird die Hahnemann-Gesellschaft in ihrer Bewertung des weiteren politischen Prozesses. Der Wegfall der Leistungen würde nach ihrer Einschätzung „den Druck auf die anderen besonderen Therapierichtungen steigen“ lassen, die dann „wie Dominosteine auch aus unserem Gesundheitssystem gedrängt werden“ könnten. Der Verband zeichnet damit das Bild einer schrittweisen Verdrängung komplementärer Verfahren aus der Versorgung.

„Mit der gleichen Argumentationslogik wird dann willkürlich alles folgen, was nicht verdeckten Interessen folgt“, warnt Fröhlich. Die Hahnemann-Gesellschaft verbindet diese Linie mit dem Appell, sich nicht auf einen einzelnen Konflikt zu beschränken, sondern breiter politisch aktiv zu werden. Besonders der letzte Absatz ihres Statements liest sich wie ein Mobilisierungsaufruf an die Homöopathie-Gemeinschaft.

Dort heißt es: „Diese Entwicklung wird natürlich dazu führen, dass sich die Patienten, die Therapeuten und die Wissenschaft zusammenschließen und Druck auf die Politik machen.“ Und weiter: „Es geht um unsere Gesundheit, unsere Kinder und Enkelkinder und die Art, wie wir in unserer Gesellschaft miteinander leben.“ Der Verband macht damit klar, dass er die Debatte um die GKV nicht als Fachfrage, sondern als gesellschaftspolitischen Konflikt versteht.

Am Ende setzt Fröhlich einen kämpferischen Schlusspunkt: „Dies wird großartig!“ Für die Hahnemann-Gesellschaft ist die geplante Streichung also kein Anlass zum Rückzug, sondern ein Signal für mehr Vernetzung, mehr öffentliche Präsenz und mehr politischen Druck zugunsten der Homöopathie.

 


 

 

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Gesundheitsjournalist, Blogger

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