Über Weihnachten und Neujahr war vieles ruhig. Praxen waren zu, Familienzeit stand im Vordergrund. Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker haben die „Böhmermann“-Sendung vom 19. Dezember erst jetzt gesehen. Und viele schreiben mir: „Warum liest man darüber fast nur im Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog? Heißt das, dass Böhmermann unwichtig ist? Was passiert jetzt?“
Die Böhmermann-Sendung war kein Beitrag zur Aufklärung. Sie war ein Frontalangriff gegen den Heilpraktiker-Beruf. Mit Unterstellungen, die ein Berufsbild zerstören sollen, statt sachlich zu diskutieren. Wer Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker pauschal als Risiko darstellt, greift nicht nur eine Berufsgruppe an, sondern auch die Patienten, die sich bewusst für diese Form der Behandlung entscheiden.
Doch es gibt eine Möglichkeit, sich zu wehren.
Der ZDF-Fernsehrat als formelle Beschwerdestelle für Sendungskritik tagt am 13. März wieder (Link Tagesordnungen). Dort liegt die einzige realistische Chance, dass diese Böhmermanns-Sendung noch einmal kritisch geprüft wird. Und ja: Der Fernsehrat kann den Intendanten auffordern, die Sendung aus der Mediathek zu entfernen oder zumindest klar einzuordnen. Vorbild: Im Jahr 2023 hat eine Welle von vielen Programmbeschwerden dazu geführt, dass das ZDF einen Böhmermann-Beitrag gelöscht hat (Link).
Aber das passiert nur, wenn eines passiert:
Der Fernsehrat muss spüren, dass hier ein massives Problem wahrgenommen wird. Es liegt an jedem Heilpraktiker (jedem der 50.000 in Deutschland) und an jedem seiner Verbände, dass der Fernsehrat das wahrnimmt.
Tausende Programmbeschwerden sind dafür nötig. Nicht fünfzig. Nicht hundert. Sondern viele tausend. Weiter unten finden Sie einen Link zu einem Musterbrief. Und für Heilpraktiker-Verbände einen Newsletter-Text, um ihre Mitglieder anzuschreiben und ihre Mitglieder zur Programmbeschwerde anzuregen.
📩 Programmbeschwerde jetzt einreichen
Der ZDF-Fernsehrat berät am 13. März.
Damit die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember als Angriff auf die Heilpraktiker noch einmal kritisch geprüft wird,
braucht es viele Rückmeldungen – jede einzelne zählt.
➡️
Zum Muster und zur Anleitung
Bitte teilen Sie den Link mit Kolleginnen, Kollegen und Patienten.
Mehr Stimmen bedeuten mehr Aufmerksamkeit.
Hier eine Analyse der Bedeutung der Böhmermann-Sendung:
Böhmermann 2019 gegen Homöopathie
Wer die Kampagne gegen Homöopathie seit Jahren verfolgt, erkennt sofort Parallelen. Das Muster ist gleich – nur die Zielscheibe hat sich verschoben.
2019 hat Böhmermann die Homöopathie zum Thema gemacht, in seiner Sendung „Böhmermann zerstört die Homöopathie“. Danach hat die Anti-Homöopathie-Lobby Medien, Talkshows und Kommentare so geprägt, dass fast nur noch negativ über Globuli berichtet wurde. Damit wurde die öffentliche Meinung Schritt für Schritt verschoben.
In der Folge kamen die ersten konkreten Verluste: die Abschaffung der Zusatzbezeichnung für Ärzte. Ab 2024 erreichte das Thema dann die Bundespolitik. Plötzlich standen Erstattung, Richtlinien und sogar der Arzneimittelstatus zur Disposition.
Böhmermann 2025 gegen Heilpraktiker
Heute erkenne ich als Gesundheitsjournalist (der Kampagnen analysiert) wieder genau denselben Einstieg bei der Sendung vom 19.12. – nur diesmal beim Heilpraktiker-Beruf.
Eine große, unsachliche, nur emotional erzählte Fernsehsendung am 19.12.2025 gegen Heilpraktiker mit viel Schmähkritik. Danach mediale Zuspitzung. Danach könnte politischer Druck folgen, wie bei der Homöopathie. Wenn niemand widerspricht, wird daraus „der Beweis“, dass der Beruf ein Problem sei.
Böhmermann war 2019 der Startschuss, dass Homöopathie im Jahr 2026 als Arzneimittel und bei den Kassen realistisch verboten werden kann (die Mehrheiten sind durch das Umschwenken der CDU über Weihnachten da).
Und so ist Böhmermann 2025 der Startschuss einer großen Kampagne der Anti-Heilpraktiker-Lobby – erst in den Medien, dann in der Politik. Da hilft auch das schönste Empirische Gutachten nur etwas, wenn die Heilpraktikerschaft kommuniziert. Sonst überlagern geschürte Emotionen der Heilpraktiker-Gegner die Argumente der Heilpraktiker.
Ich habe bereits erklärt, warum der Fernsehrat jetzt gefragt ist – und ein Muster für eine Programmbeschwerde vorbereitet:
• Hintergrund und Einordnung plus Musterbrief:
https://homoeopathiewatchblog.de/2025/12/19/nach-der-boehmermann-sendung-gegen-homoeopathie-warum-jetzt-der-zdf-fernsehrat-gefragt-ist-hier-ein-musterbrief-fuer-sie/
• Was die Sendung konkret ausgelöst hat:
https://homoeopathiewatchblog.de/2025/12/20/boehmermann-der-groesste-angriff-auf-heilpraktiker/
Viele Leser haben schon geschrieben. Aber es reicht noch nicht.
Warum das JETZT wichtig ist
Die politische Stimmung hat sich zuletzt deutlich gegen Heilpraktiker und komplementäre Therapien verschoben. Wenn solche Fernsehsendungen unwidersprochen bleiben, werden sie später in Debatten als „Belege“ benutzt. Dann heißt es: „Selbst das ZDF hat gezeigt, wie gefährlich Heilpraktiker sind.“
Das ist der Punkt, an dem man nicht mehr nur still den Kopf schütteln darf.
Was Sie konkret tun können
Lesen Sie die Hintergründe und das Muster.
Formulieren Sie Ihre eigene, persönliche Programmbeschwerde oder übernehmen Sie den Mustertext. Wichtig: Ihr Text muss das Wort „Programmbeschwerde“ aus formalen Gründen enthalten.
Senden Sie sie an den ZDF-Fernsehrat.
Bitten Sie Kolleginnen, Kollegen, Patienten und Bekannte, es ebenfalls zu tun.
Es geht nicht darum, „Lärm zu machen“. Es geht darum, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender fair bleiben muss. Kritik darf sein. Diffamierung nicht.
Und noch etwas:
Es wäre klug, wenn auch Heilpraktiker-Verbände dieses Thema jetzt aktiv aufgreifen und ihre Mitglieder informieren. Schweigen wird sonst als Zustimmung gelesen. Wer Verantwortung für einen Berufsstand trägt, sollte seine Mitglieder in solchen Momenten unterstützen.
Der 13. März mit der Sitzung des ZDF-Fernsehrats ist nicht weit.
Die Zeit läuft. Und jede einzelne Beschwerde zählt.
📩 Programmbeschwerde jetzt einreichen
Der ZDF-Fernsehrat berät am 13. März.
Damit die Sendung vom 19. Dezember noch Damit die Böhmermann-Sendung vom 19. Dezember als Angriff auf die Heilpraktiker noch einmal kritisch geprüft wird,
braucht es viele Rückmeldungen – jede einzelne zählt.
➡️
Zum Muster und zur Anleitung
Bitte teilen Sie den Link mit Kolleginnen, Kollegen und Patienten.
Mehr Stimmen bedeuten mehr Aufmerksamkeit.
Warum Anwälte (noch) falsch am Platz sind
Einzelne Heilpraktiker-Verbände nutzen gern einen Anwalt als Multitool und als Ersatz für Pressearbeit. Doch Achtung: Sollte ein Anwalt aktuell gegen die Böhmermann-Sendung klagen, setzt der ZDF-Fernsehrat das Beschwerdeprogramm sofort aus wegen der Klage. Das gab es im letzten Jahr bereits. D.h. die vielen Programmbeschwerden von Heilpraktikern, Patienten und Ärzten wären völlig sinnlos, auch wenn es sehr viele sind. Eine juristische Klage würde erst Sinn machen, wenn das Programmbeschwerdeprogramm des ZDF-Fernsehrats zur Böhmermann-Sendung abgeschlossen ist. Genaues wissen wir nach der nächsten Sitzung des ZDF-Fernsehrats am 13. März.
Hier ein Vorschlag für Verbände, um ihre Mitglieder zu aktivieren:
Newsletter-Text für einen Heilpraktiker-Verband
Betreff-Vorschlag:
Programmbeschwerde zum ZDF-Beitrag – Ihre Stimme ist wichtig
Newsletter-Text:
Liebe Mitglieder,
viele von Ihnen haben uns auf die ZDF-Sendung vom 19. Dezember angesprochen. Die Darstellung unseres Berufsstandes hat viele irritiert, einige auch persönlich getroffen. Wir verstehen das sehr gut.
Der ZDF-Fernsehrat wird dieses Thema am 13. März noch einmal beraten. Dort besteht die Möglichkeit, kritisch zu prüfen, ob die Berichterstattung ausgewogen war und welchen Eindruck sie in der Öffentlichkeit erzeugt.
Eine wirksame Möglichkeit, darauf aufmerksam zu machen, ist die Programmbeschwerde. Sie ist ausdrücklich vorgesehen und ein legitimes Mittel, wenn Berichterstattung als unfair oder verzerrend erlebt wird.
Wir möchten Sie ermutigen, von diesem Recht Gebrauch zu machen – sachlich, ruhig und persönlich formuliert. Ein hilfreiches Muster finden Sie hier:
Je mehr Rückmeldungen der Fernsehrat erhält, desto besser kann er einschätzen, welche Wirkung diese Sendung auf die Betroffenen hatte.
Danke, dass Sie sich engagiert, respektvoll und konstruktiv einbringen.
Das ist wichtig für unseren Beruf und für eine faire öffentliche Diskussion.
Herzliche Grüße
Ihr Verband
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Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger
Aktiv für die Homöopathie seit 2018
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