Welche politische Wirkung können Leser des Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog tatsächlich erreichen? Die letzten Wochen liefern zwei konkrete Beispiele politischer Resonanz. Im Januar hatte der Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) seine neue Politik zu Zusatzleistungen wie Homöopathie nach öffentlichem Druck und Nachfrage des Homoeopathiewatchblog im Blog erstmals öffentlich gemacht (Link).
Und nun folgt heute eine zweite Reaktion aus einem anderen politischen Lager. Der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir reagiert öffentlich auf den offenen Brief der Homöopathie-Gemeinschaft (aktuell mehr als 330 Unterzeichner) im Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog.
Das Bemerkenswerte an Özdemirs öffentlicher Reaktion: Der offene Brief ist noch nicht einmal offiziell überreicht worden (die Übergabe ist erst für Ende Februar geplant) und erzielt bereits politische Wirkung.
Özdemir reagierte heute auf meinen Hinweis auf abgeordnetenwatch, dass demnächst ein offener Brief zur Homöopathie an ihn übergeben wird. (Link: Seine Reaktion auf Abgeordnetenwatch auf meinen Hinweis)
Damit existiert erstmals eine zitierbare Position Özdemirs zur aktuellen Debatte um Homöopathie im Kontext der bevorstehenden Wahl am 8. März in Baden-Württemberg. Eine solche öffentliche Einordnung eines politischen Spitzenkandidaten wäre ohne den offenen Brief und seine Unterstützer – die Leser des Homoeopathiewatchblog – kaum in dieser Form zustande gekommen.
Es zeigt sich erneut: Sichtbarkeit der Homöopathie-Gemeinschaft erzeugt politische Reaktionen. Genau dieser Mechanismus wird hier greifbar.
Einordnung der Aussage
Auf abgeordnetenwatch äußert sich Cem Özdemir heute auf meine Anfrage und meinen Hinweis auf den offenen Brief (stellvertretend für die Unterzeichner des offenen Briefs im Watchblog) zur Nutzung komplementärer Behandlungen und erklärt, dass aus seiner Sicht nichts dagegen spreche, wenn Menschen solche Methoden bevorzugen oder ergänzend nutzen möchten.
Die Antwort ist im Ton moderat und verweist auf individuelle Entscheidungsfreiheit bei der Nutzung komplementärer Methoden. Konkrete gesundheitspolitische Aussagen enthält sie jedoch nicht.
Insbesondere äußert sich Özdemir weder zu den Parteitagsbeschlüssen der Grünen vom November, die eine Einschränkung der Rolle der Homöopathie im Gesundheitssystem vorsehen, noch zu Fragen von Kassenleistungen, Arzneimittelstatus oder zur Zukunft des Heilpraktikerberufs.
Inhaltlich bleibt die Antwort damit auf einer allgemeinen Ebene persönlicher Wahlfreiheit und vermeidet jede Festlegung zur konkreten Gesundheitspolitik.
Eine erkennbare Abweichung Özdemirs von bestehenden Parteipositionen, wie sie der Grünen-Parteitag im November 2025 beschlossen hatte (Streichung der Homöopathie aus Kassenleistungen und Infragestellung des Arzneimittelstatus), lässt sich daraus nicht ableiten.
Foto: Screenshot Abgeordnetenwatch 18.2.
Einordnung
Politische Kommunikation beginnt selten erst mit einer offiziellen Übergabe.
Sie beginnt in dem Moment, in dem sichtbar wird, dass ein Thema nicht nur Einzelpersonen betrifft, sondern eine Gemeinschaft. Genau das ist hier passiert. Der offene Brief steht nicht für eine Einzelmeinung, sondern für eine wachsende Gemeinschaft aus Patienten, Heilpraktikern, Ärzten und weiteren Homöopathie-Freunden, die politisch wahrgenommen werden will.
Özdemirs Reaktion schon vor der Übergabe des offenen Briefs zeigt weniger eine inhaltliche Kursänderung als vielmehr, dass dieses Signal politisch registriert wurde. Genau darin liegt der kommunikative Effekt des offenen Briefs.
Offener Brief kann weiterhin unterzeichnet werden: #rettedeinehomöopathie
Wer den offenen Brief (aktuell über 330 Unterschriften) noch unterstützen möchte, kann dies bis zur Übergabe Ende Februar tun (Link zum Unterschreiben). Mit der offiziellen Übergabe wird die politische Einordnung konkreter erfolgen müssen.
Denn die erste Reaktion zeigt bereits: Sichtbarkeit wirkt.
Und je deutlicher sichtbar wird, dass hinter dem Thema nicht Einzelstimmen stehen, sondern eine größere Gemeinschaft – die Homöopathie-Gemeinschaft –, desto schwerer wird es, diese Debatte politisch zu marginalisieren.
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Christian J. Becker
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