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Ein Heilpraktiker widerspricht dem ZDF-Intendanten: Damit beginnt jetzt offiziell das Verfahren des ZDF-Fernsehrats gegen Böhmermann

Kurzfassung

Der ZDF-Intendant stellte sich gestern hinter Jan Böhmermann und erklärt die pauschale Abwertung von Heilpraktikern zur zulässigen Satire. Ein per Los als Leitbeschwerdeführer bestimmter Heilpraktiker akzeptierte heute diese Stellungnahme nicht. Er hält seine Programmbeschwerde in einem Schreiben ans ZDF ausdrücklich aufrecht. Damit geht das Verfahren gegen „ZDF Magazin Royale“ in die nächste Stufe: Der ZDF-Fernsehrat muss nun inhaltlich prüfen und entscheiden.

Die Ausgangslage: Der Intendant verteidigt Böhmermann

Am 4. Februar hatte sich der ZDF-Intendant Norbert Himmler öffentlich hinter die Sendung ZDF Magazin Royale gestellt. In der Sendung vom 19. Dezember 2025 hatte Jan Böhmermann den Berufsstand der Heilpraktiker in einer rund 25-minütigen, pauschalisierenden Schmähkritik angegriffen und zugleich politische Konsequenzen bis hin zur Abschaffung des Berufs gefordert. Der Intendant sieht darin die durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geschützte Freiheit der Satire.

Die Rolle des Fernsehrats und des Leitbeschwerdeführers

Der ZDF-Fernsehrat hat diese Stellungnahme am 5. Februar dem Leitbeschwerdeführer vorgelegt und ihn gefragt, ob er sie akzeptiert oder seine Programmbeschwerde aufrechterhält. Der Leitbeschwerdeführer wurde vom ZDF per Los aus zahlreichen Programmbeschwerden bestimmt. Es handelt sich um einen praktizierenden Heilpraktiker aus Hessen.

Die Entscheidung des Heilpraktikers

Der Heilpraktiker hat ebenfalls am 5. Februar gegenüber dem ZDF schriftlich erklärt, dass er die Stellungnahme des ZDF-Intendanten nicht akzeptiert und seine Programmbeschwerde daher ausdrücklich aufrechterhält. Das Schreiben vom 5. Februar liegt dem Homoeopathiewatchblog im Original vor.

Warum das eine entscheidende Schwelle ist

Damit ist eine entscheidende Schwelle überschritten. Ab diesem Punkt läuft das Verfahren gegen Böhmermann offiziell auf Ebene des ZDF-Fernsehrats weiter – bis zu einer Entscheidung in den nächsten Monaten. Das Verfahren ist nicht mehr durch eine bloße Intendanten-Stellungnahme zu beenden. Die Programmbeschwerde wird nun inhaltlich fortgeführt, der ZDF-Fernsehrat trägt ab jetzt die Verantwortung für Prüfung und Entscheidung.

Bedeutung für Heilpraktiker und Patienten

Für das ZDF, für Jan Böhmermann – und für rund 47.000 Heilpraktiker sowie zahlreiche Patienten, die Programmbeschwerden eingereicht haben – ist das kein formaler Nebenschritt. Erstmals wird die pauschale Abwertung eines gesetzlich geregelten Berufsstands, des Berufs des Heilpraktikers, in einem öffentlich-rechtlichen Satireformat nicht nur kritisiert, sondern formal weiterverfolgt.

Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens hat das Thema eine neue Dimension der Öffentlichkeitsarbeit: Viele Heilpraktiker zusammen definieren gegenüber Journalisten eine rote Linie, die Journalisten zukünftig in der Berichterstattung zum Beruf nicht überschreiten sollten. Das ist neu: Denn bisher glaubten Journalisten, sie könnten die Linie beliebig weit ausdehnen, so wie Böhmermann es versucht hat. Diese neue von Heilpraktikern definierte rote Linie wird bleiben, auch nach dem Ende des Verfahrens gegen Jan Böhmermann.

Wie es jetzt weitergeht

Der Heilpraktiker hat gegenüber dem Fernsehrat eine ausführliche schriftliche Erwiderung auf die Stellungnahme des Intendanten angekündigt. Diese wird derzeit mit journalistischer Unterstützung des Homoeopathiewatchblog erarbeitet und soll die zentralen Kritikpunkte systematisch darlegen – insbesondere die Frage der Gesamtwirkung der Sendung sowie die Nichtberücksichtigung der zum Zeitpunkt der Ausstrahlung bereits vorliegenden staatlichen Erkenntnislage.

Der Ausgang des Verfahrens vor dem ZDF-Fernsehrat ist offen.
Dass es weitergeführt wird, ist es nicht.

Foto: ZDF Fernsehrat, Torsten Silz


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Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger

Aktiv für die Homöopathie und Heilpraktiker seit 2018
mit dem Heilpraktiker-Newblog und dem
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