homöopathie

Kommt Böhmermann am 19.12. doch mit Homöopathie? Meine analytische Einschätzung

Kurzfassung diese Artikels:
Seit Tagen liegt die Frage auf dem Tisch, ob Jan Böhmermann am 19.12. doch noch eine Sendung gegen Homöopathie bringt. Die Argumente sind widersprüchlich. Persönliche Fallhöhe, offene Rechnungen und Symbolik sprechen dafür. Redaktionslogik, Weihnachtszeit und institutionelles Risiko sprechen dagegen. Unterm Strich halte ich es für möglich, aber nicht für wahrscheinlich. Hier eine kurze Analyse:

Der „starke Kämpfer“ und der unerwartete Widerstand

Jan Böhmermann inszeniert sich seit Jahren als jemand, der sich mit den Großen anlegt: Rechtsextreme, autoritäre Regime, mächtige Strukturen. Homöopathie ist aus dieser Perspektive eigentlich ein einfacher Gegner. Umso bemerkenswerter ist es, dass hier sichtbar Gegenwehr entstanden ist.

Dass eine vorbereitete Sendung am 12.12. nicht ausgestrahlt wurde, nachdem sich Widerstand formiert hatte, wirkt von außen wie ein Zurückweichen. Psychologisch kann das für einen Akteur mit diesem Selbstbild unangenehm sein. Die Versuchung, das Thema schnell „abzuräumen“, ist nachvollziehbar.

Warum Redaktionen anders denken als Einzelpersonen

Aus meiner Erfahrung weiß ich allerdings: Was von außen wie eine Schmach aussieht, wird intern anders bewertet. Redaktionen denken nicht in Kategorien von Kränkung, sondern von Risiko und Absicherung.

Intern heißt es dann redaktionelle Umplanung, rechtliche Prüfung, fehlende Sendereife. Das schützt das Gesicht nach innen – und nimmt paradoxerweise den Druck, sofort nachzuliefern. Schnell zu senden würde eher den Eindruck erwecken, sich treiben zu lassen. Genau das wollen öffentlich-rechtliche Redaktionen vermeiden.

Vertragslage und reduzierte Sendungszahl erhöhen die Fallhöhe

Ein für mich zentraler Punkt ist die veränderte Vertragslage. Der Vertrag mit dem ZDF wurde für 2026 erstmals auf ein Jahr befristet verlängert , gleichzeitig die Zahl der Sendungen von 33 auf 20 reduziert. Weniger Sendungen bedeuten höhere Fallhöhe pro Ausgabe. Jede einzelne wird genauer geprüft.

Wenn in der Medienfachpresse bereits Zweifel von Senderverantwortlichen an der journalistischen Qualität einzelner Sendungen geäußert wurden, ist das kein Klima, in dem man kurz vor Weihnachten ein hochumstrittenes Thema platziert, von dem man weiß, dass es Beschwerden und interne Nachfragen auslöst.

Warum der 19.12. aus Sicht des ZDF ein ungünstiger Zeitpunkt ist

Der Zeitpunkt spricht für mich eher gegen eine Homöopathie-Sendung am 19.12. Das ZDF weiß sehr genau, was passiert, wenn kurz vor den Feiertagen ein konfliktträchtiges Thema ausgestrahlt wird.

Eingaben an den Fernsehrat von der Homöopathie-Gemeinschaft verschwinden nicht, sie stauen sich. Juristische und redaktionelle Prozesse ziehen sich ins neue Jahr. Über Weihnachten möchte eine Anstalt möglichst wenig offene Baustellen haben. Das ist ein starkes institutionelles Gegenargument.

Social Media Schweigen: kein Beweis, aber ein Signal

Auch das Schweigen auf den Social-Media-Kanälen wie Instagram von Magazin Royale fällt mir auf. Bei harmlosen oder selbstironischen Sendungen wird oft vorab angeteasert. Dass es diesmal keine Hinweise gibt, kann vieles bedeuten.

Für sich genommen ist das kein Beweis. Im Gesamtbild wirkt es für mich aber eher bremsend als beschleunigend.

Mein Fazit: möglich, aber nicht wahrscheinlich

Unterm Strich komme ich zu einer gemischten, aber klaren Einschätzung. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass Homöopathie am 19.12. Thema ist.

Wenn ich es beziffern müsste, sehe ich eine Chance von etwa 30 Prozent, dass Homöopathie klar und erkennbar Hauptthema der Sendung ist. Eine abgeschwächte Variante – ironische Anspielungen oder Meta-Kommentare – halte ich für etwas wahrscheinlicher. Dass gar nichts kommt, bleibt für mich das wahrscheinlichste Szenario.

Sicher ist nur eines: Das Thema ist nicht erledigt. Es ist vertagt, wahrscheinlich auf 2026. Und genau deshalb bleibe ich aufmerksam – ruhig, sachlich und ohne Dramatisierung.

Dabei ist es immer wichtig, dass übergeordnete Thema im Blick zu behalten:

Die aktuelle Kampagne der Anti-Homöopathie-Lobby gegen Homöopathie

Seit Mitte November bestätigt sich eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet hat und die ich hier frühzeitig beschrieben habe. Aktuell läuft wieder ein Anti-Homöopathie-Kampagne der Anti-Homöopathie-Lobby in Politik und Medien, wie die Puzzleteile wie Grüne, Böhmermann, Gassen, Apotheken Umschau etc. zeigen.

Zusammen wollen diese Puzzleteile der Homöopathie und der Homöopathie-Gemeinschaft den entscheidenden Schlag versetzen, damit sie nicht wieder aufstehen und zu Schuldigen gemacht werden, statt als Lösungen gesehen werden.

Die Politökonomin Maja Göpel ordnet solche Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang ein. Sie warnt vor dem „Kippen“ einer Gesellschaft „ins Autoritäre“, wenn nicht mehr nach Lösungen, sondern nach „Schuldigen“ gesucht werde.


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Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger

Aktiv für die Homöopathie seit 2018
mit dem
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