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25 Jahre britische Patientendaten zur Homöopathie: Jede zweite Patientin berichtet von deutlichen Verbesserungen

Ein Vierteljahrhundert Versorgungsforschung zur Homöopathie ist ungewöhnlich. In Großbritannien wurden Patienten homöopathischer Einrichtungen bereits Ende der 1990er-Jahre systematisch danach gefragt, mit welchen Beschwerden sie zur Behandlung kamen und wie sich ihr Gesundheitszustand anschließend entwickelte. Nun setzt eine im September 2026 veröffentlichte Studie diese lange Reihe fort. Sie wertet die Erfahrungen von 1.025 Patienten aus zwölf homöopathischen Ambulanzen aus und vergleicht sie mit früheren großen Erhebungen aus Tunbridge Wells von 2000, Liverpool von 2001, Bristol von 2005 sowie fünf britischen NHS-Homöopathiekliniken von 2008. Die größte dieser Untersuchungen umfasste allein 6.544 Patienten.

So entsteht ein über rund 25 Jahre reichender Einblick in die homöopathische Versorgung Großbritanniens: Wer sucht sie auf, mit welchen Beschwerden kommen die Patienten und wie beurteilen sie selbst den Verlauf ihrer Behandlung?

Was berichten die Patienten über ihre Behandlung?

Die aktuelle Untersuchung umfasst 1.025 Patienten und 2.523 Konsultationen aus den Jahren 2017 bis 2023. Für gut die Hälfte der Patienten lagen Angaben darüber vor, wie sich ihre Hauptbeschwerde im weiteren Verlauf entwickelt hatte. Rund 81 Prozent dieser Patienten berichteten zumindest eine Verbesserung. Bei 50 Prozent war sie so deutlich, dass sie sich auch im Alltag bemerkbar machte. Nur vier Patienten gaben eine Verschlechterung an.

Der Blick auf die älteren Untersuchungen macht diese Zahlen besonders interessant. In Liverpool 2001 berichteten 60,3 Prozent eine bedeutsame Verbesserung, in Tunbridge Wells 2000 waren es 55 Prozent und in der großen Bristol-Erhebung von 2005 50,7 Prozent. In der Untersuchung von fünf NHS-Homöopathiekliniken 2008 waren es beim sechsten Besuch 59,3 Prozent.

Die Erhebungen unterscheiden sich in ihrer Methodik und die Prozentwerte sind deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Patientenbefragungen können zudem nicht klären, welchen Anteil die homöopathische Behandlung an einer Verbesserung hatte. Über die 25 Jahre zeigt sich dennoch ein auffallend ähnliches Bild: In jeder der Untersuchungen berichtete mindestens etwa jeder zweite ausgewertete Patient von einer deutlichen Verbesserung. Mit 50 Prozent liegt die neue Studie von 2026 ziemlich genau in diesem Bereich.

Hat sich verändert, weshalb Patienten Homöopathie suchen?

Weniger konstant erscheinen die Beschwerden, mit denen die Patienten in die homöopathischen Einrichtungen kommen. Um die Jahrtausendwende standen chronische körperliche Erkrankungen häufig weit oben. In Liverpool gehörten Arthrose, Ekzeme, chronische Erschöpfung, Asthma und Reizdarm zu den häufigsten Behandlungsanlässen. In Tunbridge Wells waren es unter anderem Ekzeme, Psoriasis, Arthritis und Asthma. Die große Bristol-Erhebung nennt Ekzeme, Asthma, Migräne, Reizdarm und Wechseljahresbeschwerden. Auch bei der Untersuchung der fünf NHS-Kliniken 2008 spielten Ekzeme, chronische Erschöpfung, Wechseljahresbeschwerden und Arthrose eine große Rolle.

In der neuen Studie steht dagegen eine psychische Erkrankung an erster Stelle: Angststörungen machen 10,3 Prozent der Konsultationen aus. Danach folgen Ekzeme mit 5,5 Prozent und Depressionen mit 3,6 Prozent. Insgesamt betrifft inzwischen jede fünfte Konsultation psychische Beschwerden.

Ob sich hier tatsächlich ein langfristiger Wandel vollzogen hat, lässt sich aus den unterschiedlich erhobenen Daten nicht sicher ableiten. Auffällig ist der Unterschied dennoch. Angst tauchte in den älteren Untersuchungen nur in Liverpool unter den häufigsten Beschwerden auf, Depression in der Erhebung der fünf NHS-Kliniken. Heute stehen beide weit oben. Möglicherweise suchen Patienten homöopathische Unterstützung inzwischen häufiger bei Angst, Depression und anderen psychischen Belastungen, während früher chronische körperliche Erkrankungen stärker das Bild bestimmten.

Wer sind die Patienten?

Bei der Frage, wer Homöopathie in Anspruch nimmt, hat sich dagegen erstaunlich wenig verändert. Schon in Liverpool waren 75 Prozent der Patienten Frauen, in Tunbridge Wells 76 Prozent. In Bristol lag der Frauenanteil bei 64 Prozent, bei der Untersuchung der fünf NHS-Kliniken bei 78 Prozent. Auch das Alter lag häufig um die Lebensmitte. Ein Vierteljahrhundert später sieht es kaum anders aus: In der neuen Untersuchung entfallen 75,3 Prozent der Konsultationen auf Frauen, das Durchschnittsalter beträgt 48 Jahre.

25 Jahre britische Versorgungsforschung zeigen damit vor allem eine erstaunliche Kontinuität: Die Patienten sind überwiegend Frauen mittleren Alters und in den verschiedenen Erhebungen berichtet mindestens etwa jeder Zweite von einer deutlichen Verbesserung. Neu ist der auffallend hohe Stellenwert psychischer Beschwerden.

Quelle: Philippa Fibert, Jenny Thomas, Androulla Pillos-Smith: Homeopathy UK Clinics: Patient Characteristics and Outcomes from a Six-Year Cohort Study. Homeopathy, September 2026. DOI: 10.1055/a-2849-2350


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