heilpraktiker

Hochleistungssport liebt Heilpraktiker: Warum ein Profi-Eishockey-Spieler trotz Böhmermann in die Heilpraktiker-Schule geht

Immer mehr Spitzensportler setzen auf ganzheitliche Medizin und den Heilpraktiker – und was das über die Attraktivität des Heilpraktiker-Berufs sagt

Die Debatte um Homöopathie und Heilpraktiker wird derzeit laut, zugespitzt und oft verzerrt geführt. Spätestens seit Jan Böhmermann den Heilpraktiker-Beruf unter dem Deckmantel der Satire verleumdet hat, entsteht in der Öffentlichkeit ein Bild, das mit der Realität vieler Patienten nur wenig zu tun hat. Statt differenzierter Diskussionen dominieren Pointen und Zuspitzungen.

Gerade im Spitzensport zeigt sich seit Jahren, dass Athleten zunehmend auf ganzheitliche Medizin und Heilpraktiker setzen. Nicht als Ersatz für die Schulmedizin, sondern als Ergänzung. Leistungssport ist ein Hochleistungsumfeld mit enormem körperlichem und mentalem Druck. Wer dort bestehen will, sucht nach Lösungen, die über reine Symptombehandlung hinausgehen.

Umso bemerkenswerter ist es, wenn ein ehemaliger Profi-Eishockeyspieler wie Philipp Riefers nach 17 Jahren im Leistungssport nicht den Weg ins Trainerbüro oder Management wählt, sondern sich bewusst für die Ausbildung zum Heilpraktiker entscheidet. Genau das tut Philip Riefers, der bis 2025 noch für die Krefeld Pinguine spielte und heute die Heilpraktiker-Schule besucht. Von ihm handelt dieser Artikel.

Sein Beispiel steht stellvertretend für eine Entwicklung, die in der öffentlichen Debatte kaum vorkommt: Der Heilpraktiker-Beruf ist längst im Spitzensport angekommen. Und er wird von Menschen gewählt, die den menschlichen Körper aus Extremsituationen kennen – aus Training, Wettkampf, Verletzung und Regeneration.

Dieses Beispiel und die Relevanz dahinter für den Heilpraktikerberuf zeigt exemplarisch:

Was dem Heilpraktiker-Beruf fehlt, ist nicht Relevanz – sondern mehr Sichtbarkeit durch Öffentlichkeitsarbeit und politische Kommunikation.

Die Themen sind da. Die Erfahrungen sind da. Die Beispiele sind da – wie das aus dem Eishockey eindrucksvoll zeigt. Sie müssen nur besser erzählt werden. Denn wer den Heilpraktiker-Beruf nur aus satirisch-verleumderischen Fernsehsendungen kennt, bekommt ein Bild, das weder der Praxis noch den Patientenerfahrungen gerecht wird.

Der folgende Beitrag erzählt deshalb eine andere Geschichte: die eines Spitzensportlers, der nach seiner Karriere nicht nur an Fitness denkt, sondern an Gesundheit im umfassenden Sinne. Und er zeigt an vielen Beispielen aus dem Hochleistungssport, wie eng das Thema Heilpraktiker mit dem Sport verknüpft ist.

————————————————-

Warum ein Spitzensportler Heilpraktiker werden möchte

„Gesundheit, Ernährung und Schlaf waren für mich immer schon ein Thema“

Das Ende seiner aktiven Eishockey-Karriere kam für Philipp Riefers im April 2025 im Playoff-Halbfinale mit den Pinguinen aus Krefeld. Dass es sein letztes Spiel sein würde, wusste Riefers damals noch nicht.

„Da wusste ich aber noch nicht, dass es das letzte Spiel in meiner Karriere war“, sagt Rieders in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung am 8.1. (Artikel abrufbar unter dem Link https://www.wz.de/sport/eishockey/krefeld-pinguine/krefeld-vom-eishockey-profi-zum-heilpraktiker_aid-141956535) .
„Es gab im Sommer einige Anfragen. Wenn es gepasst hätte, dann hätte ich auch weitergemacht, eventuell in der Oberliga. Es gab aber nichts in der Nähe – und die Familie mit meinem vierjährigen Sohn Theo und meiner Lebensgefährtin Lea ist für mich ein großer Punkt.“

Also entschied er sich, einen Weg weiterzugehen, den er schon lange vorbereitet hatte. Den Weg zum Heilpraktiker-Beruf. „Den Anstoß dazu hat meine Mutter gegeben. Gesundheit, Ernährung und Schlaf waren für mich immer schon ein Thema. Ein Medizinstudium wäre aber ein sehr langer Prozess gewesen.“

Der Leistungssport hat ihn früh für ganzheitliche Ansätze sensibilisiert. Schon in seiner Zeit bei den Kölner Haien arbeitete er mit Leistungsoptimierern aus dem Spitzensport zusammen, die sich mit Athletik, Regeneration, Schlaf und Ernährung beschäftigten. Der Heilpraktiker-Beruf erschien ihm deshalb nicht als Bruch – sondern als logische Weiterentwicklung.

Heilpraktiker-Ausbildung statt Vereinswechsel

Statt noch einmal den Verein zu wechseln, entschied sich Riefers bewusst für die Ausbildung.„Dann habe ich mich entschlossen, meine Ausbildung voranzutreiben.“

Sein Alltag ist weiterhin durchgetaktet wie zu Profi-Zeiten. Vormittags ist er regelmäßig in der Yayla-Arena, schaut dem Athletik-Trainer der Pinguine über die Schulter, sammelt Praxiserfahrung. Danach geht es in die Schule. „Als Eishockey-Profi bist du etwa sechs Stunden im Stadion. Danach ging es kurz nach Hause oder aber gleich auf die Schulbank.“

Die Ausbildung erlebt er als anspruchsvoll. „Der Heilpraktiker muss den Menschen ganzheitlich betrachten, das macht die Sache umfangreich – mit ein Grund für eine hohe Durchfallquote sowohl bei der mündlichen als auch schriftlichen Prüfung.“ Wer meint, Heilpraktiker sei ein einfacher Nebenjob, wird hier schnell eines Besseren belehrt.

Ein Gesamtpaket für die Zeit nach dem Profisport

Riefers plant seine Zukunft mit einem breiten Ansatz: Ernährungsberatung, Fitness, Coaching, Schlaf, Heilpraktiker-Wissen. Ob er sich später selbstständig macht oder in ein bestehendes Team einsteigt, lässt er offen. „Das viele Lernen ist etwas nervig, aber es ist eine gute Sache und es macht mir Spaß.“

Genau diese Haltung findet man zunehmend bei ehemaligen Leistungssportlern: Nicht nur Symptome behandeln, sondern Menschen ganzheitlich begleiten.

Kein Einzelfall: Heilpraktiker und Spitzensport

Der Weg von Philip Riefers steht exemplarisch für eine Entwicklung, über die der Heilpraktiker-Newsblog seit Jahren mit vielen Beispielen (siehe weiter unten) berichtet. Der Leistungssport ist ein Hochleistungsumfeld. Wer dort bestehen will, sucht jede legale und sinnvolle Unterstützung. Und immer mehr Athleten erleben, dass ganzheitliche Medizin kein Widerspruch zur modernen Trainingswissenschaft ist, sondern deren Ergänzung.

Trotz Böhmermann: Der Heilpraktiker-Beruf bleibt attraktiv

Vor diesem Hintergrund wirkt die Böhmermann-Kampagne gegen Heilpraktiker fast aus der Zeit gefallen. Während im Fernsehen polemisiert wird, entscheiden sich Menschen mit jahrelanger Erfahrung im Hochleistungsbereich ganz bewusst für diesen Beruf. Philip Riefers kennt den Körper, die Belastung, den Druck, die Verletzungen. Er weiß, wie entscheidend Regeneration, Schlaf, Ernährung und mentale Stabilität sind. Und er weiß, dass Gesundheit mehr ist als ein Rezept.

Dass ein DEL-Profi nach 17 Jahren Leistungssport sagt: Ich werde Heilpraktiker – ist ein starkes Signal. Nicht gegen die Schulmedizin. Sondern für eine Medizin, die den Menschen als Ganzes sieht.

Der Heilpraktiker-Beruf ist damit nicht nur lebendig. Er entwickelt sich weiter – mitten im Spitzensport.

 

Der Eishockeyprofi ist kein Einzelfall: Heilpraktiker und Spitzensport haben längst eine Verbindung

Der Fall des Eishockeyprofis, der nach einer medizinischen Odyssee schließlich bei einem Heilpraktiker Hilfe fand, steht nicht isoliert für sich. Er ist Teil einer Entwicklung, die in der Öffentlichkeit oft unterschätzt wird: Heilpraktiker und komplementärmedizinische Verfahren sind im Spitzensport längst angekommen. Nicht als exotische Randerscheinung, sondern als ernstzunehmende Ergänzung zur klassischen Sportmedizin – vor allem dort, wo Belastung, Regenerationsdruck und Verletzungsanfälligkeit an Grenzen führen.

Seit Jahren berichten Leistungssportler, Vereine und Trainer darüber, dass sie gezielt mit Heilpraktikern zusammenarbeiten. Häufig nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur schulmedizinischen Betreuung. Gerade in Phasen, in denen konventionelle Therapien ausgeschöpft sind oder keine Fortschritte mehr bringen, suchen Athletinnen und Athleten nach neuen Impulsen. Die folgenden Beispiele zeigen, dass der Eishockeyspieler Teil eines größeren Bildes ist.

Ein besonders eindrücklicher Fall ist der eines Klettersportlers, der nach schweren Lähmungserscheinungen bereits aufgegeben hatte. Nach einer langen Odyssee durch Kliniken und Facharztpraxen wandte er sich an einen Heilpraktiker – und fand dort einen neuen Therapieansatz, der ihm half, Schritt für Schritt zurück ins Leben zu finden.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2020/06/23/heilpraktiker-hilft-klettersportler-mit-laehmungen-der-nach-einer-odysee-durch-die-schulmedizin-schon-aufgegeben-wurde/

Auch im Hochleistungssport ist die Zusammenarbeit längst kein Tabu mehr. In einem Interview berichten Volker und Florian Müller, die mit Spitzenathleten arbeiten, wie Heilpraktiker in Trainingssteuerung, Regeneration und Verletzungsprophylaxe eingebunden werden. Der Fokus liegt dabei auf individueller Betreuung und langfristiger Leistungsfähigkeit.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/05/29/heilpraktiker-helfen-hochleistungssportlern-interview-mit-volker-und-florian-mueller/

Dass auch Prominente aus Musik- und Sportwelt Heilpraktiker konsultieren, ist ebenfalls kein Geheimnis mehr. Ein Beitrag stellt mehrere bekannte Persönlichkeiten vor – darunter Rockmusiker und Leistungssportler –, die offen über ihre Erfahrungen mit Heilpraktikern sprechen.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/04/10/welche-promis-zum-heilpraktiker-gehen-drei-beispiele-mit-rockstar-und-sportlern/

Wie weit die Integration inzwischen reicht, zeigt das Beispiel von Eintracht Frankfurt. Der Bundesligaverein setzt Heilpraktiker offiziell im medizinischen Team ein. Damit sind komplementäre Verfahren nicht mehr nur private Zusatzoption, sondern Teil einer strukturierten sportmedizinischen Betreuung.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/09/19/fussballverein-eintracht-frankfurt-setzt-auf-heilpraktiker-im-medizinischen-team/

Auch im olympischen Spitzensport spielen Heilpraktiker eine Rolle. Eine Beachvolleyball-Olympiasiegerin plant ihr Comeback mit Unterstützung eines Heilpraktikers – nach einer Phase, in der ihre sportliche Karriere bereits auf der Kippe stand.
https://heilpraktiker-newsblog.de/2019/06/28/beachvolleyball-olympiasiegerin-plant-comeback-dank-heilpraktiker/

Diese Beispiele zeigen: Der Eishockeyprofi ist kein Sonderfall. Heilpraktiker sind für viele Spitzensportler Ansprechpartner auf Augenhöhe, wenn es um Regeneration, Belastungssteuerung, Verletzungsfolgen und mentale Stabilität geht. Sie arbeiten dort, wo klassische Medizin an Grenzen stößt – und oft genau dort, wo der Leistungsdruck am höchsten ist.

Gerade deshalb ist die aktuelle politische Debatte um den Arzneimittelstatus und die Zukunft der Heilpraktiker-Versorgung nicht nur eine Frage der Berufsordnung, sondern auch eine Frage der Versorgungsrealität im Spitzensport. Denn wer heute selbstverständlich Teil medizinischer Teams ist, könnte morgen aus strukturellen Gründen verdrängt werden.

 

Illustration: Heilpraktiker-Newsblog (Die Illustration ist ein Symbolbild und stellt keine realen Personen dar)


Dieser Artikel ist ein Teil der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie.
Der Homoeopathiewatchblog arbeitet dafür mit seinen Lesern
aus der Homöopathie-Gemeinschaft zusammen.
Wir wollen zusammen die Sichtbarkeit der Homöopathie und
seiner Patienten, Heilpraktiker, Ärzte und Wissenschaftler verbessern.
Und wir wollen ein Auge auf die Homöopathie-Gegner haben. 


 

Unterstützen Sie diese Arbeit mit einem Kaffee  

Was Sie hier gelesen haben, entsteht durch Zeit, Recherche – und durch Leserinnen und Leser, die diese Arbeit möglich machen. Beispielsweise für die Kampagne 2026 #rettedeinehomöopathie.

Der Homoeopathiewatchblog ist ein unabhängiges Informations- und Analyseangebot, das ich neben meinem Beruf als Gesundheitsjournalist betreibe. Er schaut genau hin, ordnet ein und regt zu Aktionen an.

Mit einer kleinen Kaffeespende unterstützen Sie diese Arbeit ganz konkret. Mit den Spenden ist es mir möglich, den Blog technisch und anwaltlich gegen Angriffe der Homöopathie-Gegner abzusichern. Erst im Januar 2026 gab es wieder einen Versuch eines Anwaltes der Skeptiker, meine Berichterstattung mit anwaltlichem Druck zu unterdrücken (Link zum Beispiel).

👉 Ein Kaffee kostet 5 Euro, gern auch mehrere.
Über den QR-Code gelangen Sie direkt zur PayPal-Spendenseite.
Und hier der Direktlink zur Paypal-Spendenseite: Link.
Wenn Sie eine andere Spendenmöglichkeit bevorzugen, schreiben Sie mir gern:
redaktion(at)homoeopathiewatchblog.de

Vielen Dank für Ihren Rückhalt.

Ihr
Christian J. Becker
Gesundheitsjournalist, Blogger

Aktiv für die Homöopathie und Heilpraktiker seit 2018
mit dem
Homoeopathiewatchblog.de – Haltung. Fakten. Öffentlichkeit für die Homöopathie – und die Heilpraktiker mit dem Heilpraktiker-Newsblog


Entdecke mehr von HomoeopathieWatchblog

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Ich freue mich auf Ihren Kommentar, bitte beachten Sie die Kommentarregeln (Link zu Regeln: https://wp.me/PagN8d-2Ct) und die DSGVO (siehe Menü).

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.