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Wer steckt hinter der Kampagne gegen Heilpraktiker, die den Beruf zerschlagen will? Eine Analyse

Die Frage, wer hinter der Kampagne gegen Heilpraktiker stecken könnte, führt zu der Frage, wer ein Interesse hat, es dem Heilpraktiker-Beruf so schwer wie möglich zu machen und dafür zu sorgen, dass immer mehr Heilpraktiker aufhören.

Das Gesundheitssystem ist auch ein Markt, ein Markt von 350 Milliarden Euro pro Jahr. Ein Markt, auf dem sich Teilnehmer bewegen, die miteinander konkurrieren.

Die Mitbewerber von konventionellen Ärzten, besonders HNO-Ärzten, sind … Heilpraktiker (homöopathisch praktizierende). Und an deren Einnahmen möchten manche Ärzte. Ein Grund, hier ein Beispiel: im Ärzteblatt hat ein Arzt einen Leserbrief veröffentlicht, in dem er schreibt, dass sich HNO-Ärzte nur mit IGEL- und Privat-Leistungen „am Leben“ erhalten (Link). 

Heilpraktiker behandeln viele Indikationen, die auch HNOs behandeln, vor allem im Komplex Erkältung. HNO-Ärzte stehen immer wieder im Verdacht, zu leicht und zu viele Antibiotika zu verschreiben. Das stört auch Patienten (z.B. zu lesen in vielen Begründungen auf Change.org bei der Petition Homöopathie).

So haben konventionelle Ärzte, besonders HNOs, das Problem, dass Patienten zu Heilpraktikern abwandern oder gar nicht erst zu ihnen kommen, sondern gleich zum Heilpraktiker gehen. Das stört HNO-Ärzte. Es geht um viel Geld. 40.000 Heilpraktiker machen einen Umsatz von 1 Mrd. Euro pro Jahr, 50 % davon kommt von Selbstzahlern. Dieser Kuchen interessiert konventionelle Ärzte. Also könnten sie daran interessiert sein, ihre Marktwettbewerber erst imagemäßig zu beschädigen und dann mit politischen Verschärfungen vom Markt zu verdrängen oder einzuschränken.

homöopathieAuffallend viele ärztliche Fachzeitschriften berichten kritisch über den Heilpraktiker in letzter Zeit, z.B. ZFA mit dem Artikel „Den Heilpraktikerberuf abschaffen?“. Auffallend viele Vorstände oder Unterstützer des Informationsnetzwerkes Homöopathie (der Anti-Homöopathie-Lobby) sind HNO-Ärzte (z.B. INH-Vorstand Chr. Lübbers). Und genau von diesem INH ist auch die Kampagne gegen Heilpraktiker im Oktober 2018 losgetreten worden. Erst auf Twitter mit dem Hashtag #Heilpraktikalypse durch den INH-Vorstand Natalie Grams, dann mit einem Verriss des Berufs im FOCUS, dann mit politischem Druck durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die FDP (mit dessen Chef Lindner sich Spahn die Wohnung teilt). Die FDP scheint für Spahn die politische „Schmutzarbeit“ vorzubereiten, die Spahn momentan noch nicht tun kann, aber vorbereiten lässt.

heilpraktikerÜber all dem schwebt das Verfahren Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Sie hat im Juni 2018 entschieden, den Beruf des Heilpraktikers zu überarbeiten, d.h. das Heilpraktikergesetz von 1939. Und sie hat mit der Umsetzung eine Bund-Länder-Kommission beauftragt. Das Ergebnis soll im Juni 2019 vorliegen. Am 31.1. hat sich in Magdeburg die Bund-Länder-Kommission getroffen, die diese GMK-Vorgabe durchsetzt.

homöopathieKurz vorher hat sich Natalie Grams mit der FDP-Bundestagsfraktion getroffen und dem Gesundheitspolitiker der FDP-Bundestagsfraktion Andrew Ullmann fotografieren lassen. Seitdem hetzt Ullmann zusammen mit Grams auf Twitter gegen Heilpraktiker und Homöopathie.

Welchen Beruf hat Ullmann? Er ist konventioneller Arzt.

Das INH der HNO-Ärzte fühlt sich bei der Kampagne gegen Heilpraktiker sehr siegessicher. Anders kann man es kaum erklären, warum einer der bekannten INH-Unterstützer (der Grams Buch ins Englische übersetzt hat) dies twittert:

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