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Liebe Kolleginnen und Kollegen, seit ich als Homöopath praktiziere habe ich ein sehr enges Verhältnis zu den Osteopathen, da ich sie immer wieder meinen Patienten weiterempfehle, wenn sie nach meinem Urteil besser durch einen Osteopathen behandelt werden sollten. Und ich bin kein Einzelfall, ich kenne viele Homöopathen, die Patienten an Osteopathen überweisen, sei es aufgrund eines Geburtstraumas, einer bestimmten Blockade im Bewegungsapparat, etc. Ich muss mich wirklich aufregen, wenn ich wieder davon höre, dass die Osteopathie-Verbände versuchen, eine staatlich geregelte Ausbildung mit Gesetzesrahmen zu verwirklichen und die Heilpraktiker-Verbände einfach stillschweigen. Alle Osteopathen, die nicht Ärzte sind, müssen Heilpraktiker sein, um ihre Arbeit durchführen zu können. Also müssen es wieder tausende sein, die durch diese politische Maßnahme betroffen sein werden und unsere Verbände bleiben wieder stumm, als würde es sie nicht betreffen. Die vielen Heilpraktiker, die osteopathisch arbeiten, werden dann ein Problem bekommen, wenn sie nicht die Kriterien erfüllen, die dieser gesetzliche Rahmen fordert. Die Verbände müssten auf Hochtouren arbeiten, damit es eine Anpassung/Gleichstellung aller Osteopathen gäbe, falls sich dieser gesetzliche Rahmen verwirklichen sollte. So ist es auch in der Schweiz passiert, die Homöopathie wurde zur Kassenleistung und die existierenden Heilpraktiker, die klassische Homöopathie angeboten haben, wurden einer staatlichen Prüfung unterzogen, um mit den „neuen“ Kollegen gleichgestellt zu sein. Warum passiert hier nichts in Deutschland? Wieso versuchen unsere Verbände nicht, den Heilpraktiker Beruf so zu regeln, dass auch wir, falls Interesse bestünde, im Kassensystem mit agieren könnten. Wir sind ca. 50.000 in ganz Deutschland, versorgen ca. 30 Millionen Patientinnen und Patienten jedes Jahr. Was spricht dagegen und warum macht sich die Heilpraktikerschaft nicht stark, um diese Möglichkeit zu ermöglichen. Dafür wären die Verbände da, vielleicht hätten sie dann auch mehr Zulauf, weil sich dann jeder von uns gut repräsentiert fühlen würde.