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Homöopathieforschung wächst weiter: Inzwischen 708 klinische Vergleichsstudien

Wie steht es um die klinische Forschung zur Homöopathie? Eine neue wissenschaftliche Bestandsaufnahme liefert bemerkenswerte Zahlen: 708 kontrollierte klinische Studien zur Homöopathie aus 45 Jahren sind inzwischen in der internationalen HOMIS-Datenbank erfasst, 526 davon sind randomisierte kontrollierte Studien. Untersucht wurden 248 Erkrankungen und klinische Fragestellungen. 70 neue Studien kamen in den letzten Jahren hinzu.

Die kürzlich im European Journal of Integrative Medicine veröffentlichte Aktualisierung zeigt zudem: Die Homöopathie-Forschung geht weiter und sie verändert sich. Neuere Untersuchungen sind überwiegend randomisiert, häufig placebokontrolliert, die Teilnehmerzahlen steigen und seit einigen Jahren wird wieder verstärkt individualisierte Homöopathie untersucht.

Wo steht die Homöopathieforschung heute?

HOMIS steht für „Homeopathic Intervention Studies“. Die Datenbank erfasst kontrollierte klinische Studien zur Homöopathie am Menschen aus dem Zeitraum von 1980 bis Mai 2025. Mit 708 kontrollierten Studien, davon 526 RCTs, zu 248 Erkrankungen und klinischen Fragestellungen zeigt die aktuelle Bestandsaufnahme eine breite Forschungslandschaft. Das unterscheidet sich deutlich von dem in öffentlichen Diskussionen bisweilen vermittelten Eindruck, zur Homöopathie gebe es nur wenige klinische Untersuchungen.

HOMIS erfasst, welche kontrollierten Studien vorhanden sind. Damit schafft die Datenbank zugleich die Grundlage, die Forschung zu einzelnen Erkrankungen gezielt auszuwerten und in Reviews und Metaanalysen zusammenzuführen.

Entwickelt sich die Forschung weiter?

Ja. Die 708 Studien sind nicht lediglich ein über Jahrzehnte angesammelter Bestand. Die für das Update fortgeführte Recherche reicht bis Mai 2025 und zeigt, dass weiterhin neue kontrollierte klinische Studien veröffentlicht werden. Seit 2021 kamen 70 Studien hinzu. Auffällig ist, dass ein großer Teil der neueren Forschung inzwischen aus Indien kommt. Mehr als drei Viertel der zuletzt neu erfassten Studien stammen von dort. Die Homöopathie verfügt in Indien über wesentlich stärkere institutionelle Forschungsstrukturen als in Deutschland.

In welche Richtung entwickelt sich die Forschung?

Nicht nur die Zahl der Studien wächst, auch die Art der Forschung verändert sich:

  1. Neuere Untersuchungen sind überwiegend randomisiert und häufig placebokontrolliert. Fast alle wurden in wissenschaftlichen Fachzeitschriften mit Peer-Review veröffentlicht.
  2. Auch die Studien werden tendenziell größer. Die typische Teilnehmerzahl randomisierter Untersuchungen lag früher bei ungefähr 50. Bei neueren RCTs bewegt sie sich eher in Richtung 100 Teilnehmer. Die Entwicklung geht hier erkennbar zu größeren Untersuchungen.
  3. Für die homöopathische Praxis ist ein weiterer Trend interessant. Nachdem über längere Zeit Studien mit Komplexmitteln stärker vertreten waren, wird seit etwa 2015 wieder häufiger individualisierte Homöopathie untersucht. In der neueren Forschung macht sie inzwischen mehr als die Hälfte aus.

Auch die im Watchblog zuletzt vorgestellten Studien zu funktionellen Magenbeschwerden (Link) und zur viralen Mandelentzündung (Link) passen in diese Entwicklung: Beide untersuchten individualisierte Homöopathie randomisiert und placebokontrolliert.

Was bedeutet das für die Diskussion über Homöopathie?

Wer gefragt wird, wie es eigentlich um die Forschung zur Homöopathie steht, kann heute eine klare Antwort geben: Es gibt 708 kontrollierte klinische Studien, darunter 526 randomisierte Studien, zu 248 Erkrankungen und klinischen Fragestellungen. Und es wird weiter geforscht.

Auch die Entwicklung ist positiv: Neuere Studien sind überwiegend randomisiert, häufig placebokontrolliert, werden tendenziell größer und untersuchen wieder verstärkt die individualisierte Homöopathie.

Das ist die einfache Botschaft, die man mitnehmen kann: Homöopathie verfügt über eine breite klinische Forschungsbasis. Die Forschung wächst weiter und entwickelt sich methodisch weiter.

Die Behauptung der Gegner, zur Homöopathie gebe es kaum klinische Forschung, passt zu diesem aktuellen Forschungsstand nicht.

Quelle: Liechti S et al.: Bibliography of homeopathic intervention studies (HOMIS) in human diseases: An update. European Journal of Integrative Medicine, 2026.


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