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Protokoll eines Interviews: SPIEGEL als Sturmgeschütz der Demokratie agitiert für Anti-Homöopathie-Aktivistin Natalie Grams

Einer der größten Journalisten, Hajo Friedrich, hat ein Credo vorgegeben, an das sich Journalisten wie ein Gesetz halten: Journalisten sollen sich nicht mit einer Sache gemein machen.

Mit diesem Satz im Ohr betrat ich am 25. Oktober um 15.54 Uhr die große Lobby des Sturmgeschützes der Demokratie, so die Selbstbezeichnung des Spiegels. Ich freute mich, als Blogger eines kleinen Blogs über Homöopathie, den es seit 4 Wochen gibt, auf ein Interview mit Spiegel TV über Homöopathie. Ist sie vom Umsatz her doch irrelevant im Gesundheitssystem (0,2 % ihrer Medikamentenkosten geben Krankenkassen für Globuli aus). Allerdings bin ich als ex-Pressesprecher einer der größten Apotheken Europas und eines Gesundheitshandwerker-Verbandes Profi genug, um zu wissen, dass man in ein solches Gespräch mit dem heißen Thema Homöopathie immer mit zwei Szenarien geht: Harmlos und Stress.

Schon nach der Begrüßung durch die Südtiroler Journalistin Katharina Zingerle wusste ich: Plan Stress. Ohne den sonst üblichen Smalltalk oder das übliche Vorgespräch zum Thema wurde ich in einen Sessel gesetzt und musste eine Viertelstunde lang den Blog auf dem Laptop hoch und runter scrollen – mit dem Kameramann neben mir und einer schweigenden Redakteurin. Im meinem Hinterkopf schwebte der Satz „Sturmgeschütz der Demokratie“ und ich scrolle hier rum? Heute war wohl mehr Sturmgeschütz gegen Blogger angesagt, so meine Vermutung. Und tatsächlich.

Die folgenden 45 Minuten Interview drehten sich hauptsächlich um eine Thema: wie ich so unverschämt zu Natalie Grams als Kopf des Informationsnetzwerk Homöopathie sein könne. Frau Zingerle fragte viele Varianten dieser einen Frage ab. Ich wies daraufhin, dass das INH Kopf der Anti-Globuli-Kampage sei.

Ihr offensichtliches Ziel war es, mich so zu reizen, dass ich Aussagen zu Frau Grams von mir gebe, die Frau Grams nach Sendung juristisch verwenden könne.

Es gab auch Nebenthemen, die das Grams-Thema ergänzten. Warum ich so frech und aggressiv gegen Professor Edzard Ernst sei, warum ich in einem Tweet den Arbeitgeber eines Skeptikers angeschrieben hätte. Wie ich dazu käme, die Skeptiker mit Nazis zu vergleichen? Ich antwortete, dass ich die gleichen entmenschlichenden Methoden bei den Skeptikern wieder finden würde, die ich schon 2012-2016 als Leiter und Blogger (Link bei SPON) einer Initiative gegen extrem Rechte erlebt hätte. Wer das große Projekt Blog und die offenbare millionenschwere Kampagne gegen das Informationsnetzwerk Homöopathie bezahle. Ich antwortete: danke für das Lob, ich trage den Blog.

Meine weiteren Antworten in Kurzform: ich würde Natalie Grams für eine unglaubwürdige PR-Marionette der Skeptiker-Bewegung halten. Die einen unglaubwürdig erscheinenden Lebenslauf habe, auf den Journalisten immer wieder hereinfallen würden. Frau Zingerle guckte genervt. Und bisher sei ich noch zahm mit Ernst und dem Münchner Troll umgegangen, ich würde demnächst noch schärfer werden.

Mein Ziele beschrieb ich der Redakteurin:

1) Stimme der Homöopathie, von Heilpraktikern und Ärzten für Homöopathie, stärken

2) Den Geldgeber der Kampagne gegen Globuli herausfinden und vor Gericht ziehen

3) Die INH einem Ende zuzuführen.
Die Redakteurin fiel aus ihrer Rolle und sagte: „Wow“.

Dann fiel die Redakteurin auch noch auf einen Honigtopf von mir herein. Ich erwähnte den Ehemann von Frau Grams. Sie fragte nach. Ich erzählte, dass es den Ex-Ehemann als TCM-Koryphäe kaum erfreuen würde, wenn seine Ex-Ehefrau nach den Globuli als Testballon sich mit ihren Skeptikern demnächst auch TCM vornehmen würde. Die Redakteurin hakte nach. Ich erzählte, dass es eine Kampagne seit 2005 (WHO-Report) gegen Naturheilverfahren wie TCM weltweit gebe. Der Grund sei offensichtlich.

Pharma mache sich Sorgen um seine Märkte, wenn sie in die Schweiz schauen (dort ist Homöopathie seit einem Jahr in der Regelversorgung, wodurch z.B. weniger Antibiotika verwendet werden) und wenn sie nach Bayern schauen. Die Redakteurin schaute fragend. Ich erläuterte: in Bayern gibt es unter Bauern den Trend, Antibiotika durch Homöopathie zu ersetzen. Zweiter Trend bei den Bauern: Glyphosat zu streichen. Ich könne verstehen, dass weniger Glyphosat und weniger Antibiotika die Stirnen eines Unternehmens in Leverkusen in Sorgenfalten legen. Schließlich biete das Unternehmen auch Medikamente gegen Krebs an, den durch Studien belegten Folgen des Roundups. Plötzlich war das Interview vorbei. Der Tonmann nahm mir das Mikro ab.

Beim Weg hinaus durch die beeindruckende Spiegel-Lobby um 17.05 Uhr dachte ich an 2012. Damals war ich zum längsten Interview meines Lebens 6 Stunden als Experte über extrem rechte Burschenschaften bei Spiegel online (Link eines Berichtes danach). Ich erlebte danach Spiegel online als Sturmgeschütz der Demokratie gegen extrem Rechte.

Nun überlegte ich, warum dem Sturmgeschütz eine Anti-Homöopathie-Lobbyistin wie Natalie Grams so wichtig ist, dass sich das Sturmgeschütz gegen den pro-Homöopathie-Blogger richtet, der die Hintergründe von Grams, dem Leverkusener Unternehmen, den gekauften Politikern und beeinflussten Journalisten öffentlich macht. Und ich überlegte, dass Hajo Friedrich am Sturmgeschütz Katharina Zingerle und ihrem Spiegel, die sich mit der Sache von Lobbyistin Natalie Grams gemein machten, wenig Freude hätte. Der Spiegel macht sich seit langem mit der Sache der Anti-Homöopathie-Kampagne gemein, wie der Artikel „Macht der Heiler“ von Veronika Hackenbroch zeigt, wofür der SPIEGEL aktuell vor dem Presserat angeklagt ist.

Meine beiden Fragen an den hier mitlesenden Spiegel-Pressesprecher:

1)
Wie hoch ist der Umsatz durch Anzeigen, TV-Spots, Banner, Sondermaßnahmen, die ein Leverkusener Unternehmen und sein forschender Pharma-Verband im Spiegel und den dazu gehörenden Medien wie Manager Magazin schaltet?

2)
Welche Spiegel-Redakteure außer Veronika Hackenbroch erhalten Presseinformationen von der Biotechnologie-PR-Agentur akampion? Frau Hackenbroch hat mir den Empfang von Infos dieser bekannten Agentur für Spezialaufträge im Graubereich der PR  und der politischen Arbeit schriftlich bestätigt.


 

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3 Kommentare

  1. Das überrascht mich nicht. In den letzten Jahren gab es, was das Gesundheitswesen betrifft, einige Berichte die für mich die Glaubwürdigkeit des Spiegels, mehr als nur in Frage stellen.

    Sehr, sehr Schade.

  2. Spieglein, Spieglein – 2. Teil – mit großem erstaunen und offenem Mund lese ich hier „just in time“ mit. Recherchiere gerade und sehe auf den Wikipedia Einträgen folgendes Spiegel Zitat ..

    „Alle im Spiegel verarbeiteten und verzeichneten Nachrichten, Informationen, Tatsachen müssen unbedingt zutreffen. Jede Nachricht und jede Tatsache ist […] peinlichst genau nachzuprüfen.“

    Das ist der Satz für den ich diese Zeitschrift seit meiner Jugend geliebt habe. Ausgewogener Journalismus. Den Dingen auf den Grund gehen. Unabhängig bleiben von der Einflussnahme großer PR Agenturen oder Werbeeinnahmen. Ich bin Laie, Patient der die Sache von HWB unterstützen möchte weil ich die einseitige Berichterstattung gegen Homöopathie, die mir und meiner Familie und auch vielen Freunden von mir ein Leben lang hilft, so nicht mehr lesen möchte. Jetzt frage ich mich, was ist passiert, dass eine unabhängige Zeitschrift, die sich selbst dazu verpflichtet peinlichst genau alles nachzuprüfen, einen sehr glaubwürdigen freien Bürger und klugen Blogger, der vor 2 Jahren noch mit höchsten Ehren empfangen wurde, so behandelt?
    Warum wird von einem Unternehmen, das das „Sturmgeschütz der Demokratie“ sein will, so eine Show abgezogen? Was denken da die demokratiegeschulten unabhängigen Journalisten selbst im Unternehmen und außerhalb dazu?

    Frau Katharina Zingerle, wenn Sie hier mitlesen können Sie mir als Laien und bisherigen Fan des S. dazu etwas kommentieren? Mir meine Fragezeichen im Kopf auflösen?

    Ich bin ein nachhaltig denkender Mensch und versuche mich gerade in die Situation, in die anscheinend eine Gruppe die Spiegelredaktion gebracht hat, einzudecken. Was schadet meinem Ruf als Zeitschrift auf Dauer mehr? PR gefällige Berichterstattungen die einseitig und tendenziös sind, dass es sogar Laien wie ich klar erkennen, oder seriöse kritische Berichte, die gerne beide Seiten der Anti Homöopathiebewegung und der Pro Homöopathiebewegung genauestens unter die Lupe nehmen?

    Ich würde mich für 2.teres entscheiden, mich als Leser interessiert es mittlerweile sehr, ob die genannten Personen der Antihomöopathiebewegung wirklich glaubwürdig sind. Mich interessiert dieses eigenartige Netz von Friends of Science, humanistisch geprägten Gesellschaften, Konsumentenbünden die meine Interessen gar nicht vertreten, watchunternehmen die ein Auge nur auf die Naturheilkunde haben und Glyphosat, Genfood, usw. mir für harmlos verkaufen wollen, die anscheinend weltweit vernetzt, sämtliche Naturheilmedizin und Naturheilverfahren nicht genauestens und ehrlich auf ihren Nutzen prüfen, sondern komplett auslöschen wollen usw. Darüber würde ich gern etwas um genau zu sagen die nächsten Wochen viel viel mehr im S. lesen.

    Als Redakteur hätte ich keine Angst vor geringeren Werbeeinnahmen, denn seriöse Unternehmen nehmen keinen Einfluss auf das hohe Gut der Demokratie und vermarkten dieses „nicht Einflussnehmen“ auch entsprechend, denn genau das unterstreicht die Seriosität ihres Unternehmens. So wurde meines Wissens S. auch als Marke bekannt. Wer dort inserierte gehörte zum seriösen kritisch demokratisch denkenden Unternehmertum, politisch national und international hoch angesehen. Die Wahrheit kommt immer ans Licht. Eine hohe Ethik ist nachhaltig.

  3. Spieglein, Spieglein – 3. Teil – beim Lesen der heutigen online Ausgabe erfahre ich etwas sehr spannendes, die Milliardäre werden mehr. Wau. http://www.spiegel.de/wirtschaft/milliardaere-das-vermoegen-der-superreichen-waechst-und-waechst-a-1235215.html
    Wenn es eh keinem wirklich schlecht geht wo kommt dann die Angst her, einen kleinen HWBBlog, eine weltweit kleine Gruppe von Menschen von ca. 300 – 600 Millionen Naturheilkunde und Homöopathie User zu bekämpfen? Damit kein Missverständnis aufkommt. Es darf von mir aus jeder so viel Geld haben wie er mag oder verdient, was mich nur nachdenklich macht warum schreibt man das in eine unabhängige Zeitschrift? Ich muss echt sparen um mir Bio leisten zu können und mich würde als Spiegel Leser mehr interessieren wer Geld in die Homöopathie Forschung investiert, wem personalisierte individuelle Medizin für die Zukunft unseres Planeten und seine Bewohner wichtig ist. Wer innovative Projekte, wie die Forschung mit effektiven Mikroorganismen vorantreibt um die ausgelaugten Böden wieder zu renaturieren. Wer Landwirte fördert ,ihnen KI an die Seite stellt, damit sie möglichst viel bei den Tieren und für die Äcker, Wiesen, Wälder tun können und die KI ihnen diesen ganzen Verwaltungskram abnimmt usw.
    Wer Pflegepersonal mit klugen Modellen besser entlohnt, wer Preise auslobt wenn sich Menschen mehr bewegen damit nicht pro Jahr allein 49 Milliarden für die Behandlung von Rückenschmerzen ausgegeben werden müssen. Mich, lieber Spiegel, interessieren nachhaltige innovative Projekte die proaktiv die Welt verbinden – die zerstörte Gebiete renaturieren – die Energiewende und deren schnelle Umsetzung unterstützen, kluge Konzepte entwickeln für unsere Autofirmen und deren Mitarbeiter, die derzeit die Prügelknaben der Nation sein sollen, obwohl sie die größten Steuerzahler sind. Wer hilft ihnen mit seinem vielen Geld und ihren Zulieferern, dass sie die Zukunft meistern können und ihre Arbeitsplätze behalten? Wer hilft den kranken, leidenden Menschen denen die Chemie bei den Ohren rauskommt und die sich eine sanftere, unerwünschte arzneimittelwirkungsfreie Medizin so sehr wünschen? Angewendet von ehrlich und klug ausgebildeten und fortgebildeten Ärzten und Heilpraktikern ? Warum nur mag sich an dieses Thema keine „unabhängige“ Zeitschrift mehr hinwagen und schreibt hingegen seitenlange Berichte über die Menschen, für die andere ,für viel weniger Geld viel arbeiten müssen? Nachdenkliche Grüße

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