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Antrag auf Parteitag: Grüne wollen Homöopathie bei Krankenkassen verbieten – mit Unterstützung der Lobbyorganisation INH

Viele Jahrzehnte war die Partei der Grünen nah an den Themen Homöopathie und Heilpraktiker. Das ändert sich in Teilen der Partei unter Lobbyeinfluss, wie das aktuelle Beispiel zeigt: immer mehr Grüne wollen Homöopathie als Kassenleistung verbieten. Um das Ziel umzusetzen, soll ein entsprechender Antrag auf dem Grünen-Parteitag im November durch die Grüne Jugend eingebracht werden. Unterstützung erfährt sie von der Anti-Homöopathie-Lobby INH sowie grünen Spitzenpolitikern. Dies zu kommentieren weigert sich eine grüne Spitzenpolitikerin gegenüber dem HomoeopathieWatchblog. Dagegen warnt eine Heilpraktikerin die Grünen, sich mit der INH „ins Bett zu legen“, das würden „die Grünen-Wähler nicht verzeihen“.

Die Details:

Im April hatte die Grüne Jugend offiziell auf ihrem Kongress einen entsprechenden Antrag gegen Homöopathie verabschiedet (Link zu Grünen-Antrag). Der Antrag enthält alle aktuellen Botschaften der Anti-Homöopathie-Lobby INH.

Für November nun sammeln Mitglieder der Jugendorganisation der Grünen, die Grüne Jugend, auf Twitter Unterstützer ein, die das Ziel mit dem offensichtlichen Motto gegen Homöopathie mit einem Antrag unterstützen. Auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen im November will die Grüne Jugend einen Antrag einbringen, dass Krankenkassen Homöopathie nicht mehr erstatten.

Der Sprecher der Anti-Homöopathie-Bewegung bei den Grünen ist Tim Demisch, wie er auf Twitter verbreitet:

homöopathie grüne jugend

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Demisch weist auch auf die Lobbyorganisation INH und deren Vorstände hin:

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Die Grüne Jugend verteidigt die Lobbyorganisation INH sogar:

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Lobby gegen Homöopathie

Weitere öffentliche Unterstützung erfährt die Grüne Jugend durch Lobbyaktivitäten der Anti-Homöopathie-Lobby INH, und zwar von ihrer Leiterin Natalie Grams (eine beim Abmahnverein Konsumentenbund plus Lobbyorganisation GWUP/die Skeptiker angestellte Lobbyistin, seit 5 Jahren nicht mehr praktizierende Medizinerin), die öffentlich verbreitet:

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Unterstützung erfährt die Grüne Jungend auch von grünen Spitzenpolitikern, wie der bayrischen Führung, die Homöopathie als „Hokuspokus“ bezeichnet:

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Grüne Jugend und bayrische Grünen-Führung Katharina Schulze sind sich nah:

homöopathie schulze

 

Einen Verbindungsmann zwischen den Grünen und der Pharmaindustrie auf Konzernebene gibt es auch schon. Nobert Schellberg, Grüner und ehemaliger Abgeordneter im Berliner Landesparlament, ist heute Lobbyist des Pharmaverbandes VFA (Link zu Porträt über ihn). Er äußert sich immer wieder kritisch über Homöopathie und positiv über Anti-Homöopathie-Lobby INH:

schellberg vfa homöopathie

Der Anti-Homöopathie-Lobbyistin Natalie Grams gratuliert der pro-Pharma-Lobbyist Schellberg zum Gewinn eines Preises:

Homöopathie schellberg

Und der Pharmalobbyst Schellberg äußert sich sofort nach Erscheinen dieses Artikels am 21.6. zum Antrag der Grünen und seinen Aktivitäten:

homöopathie vfa

 

Reaktionen

Grüne Stimmen auf Spitzenebene für die Homöopathie sind öffentlich aktuell kaum wahrnehmbar. Daher fragte ich die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen in Bayern, Christina Haubrich, nach Ihrem Standpunkt zur Homöopathie am Beispiel der Haunerschen Klinik. Sie möchte dazu keine Stellung beziehen, antwortete ihre Sprecherin und begründete die Weigerung: „Die Debatte um Homöopathie wird sehr emotional und kontrovers geführt. Die komplexe Thematik bedarf jedoch einer ausgewogenen und ausführlichen Darstellung der verschiedenen Sachverhalte im gesamten Kontext der Gesundheitspolitik.“ (Anfrage, Antwort 17.6.).

Die Zusammenarbeit von Grüner Jugend mit Anti-Homöopathie-Lobby INH kommentiert die Heilpraktikerin Antje Pietsch:

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Eine der wenigen grünen Politikerinnen, die sich für Homöopathie öffentlich ausspricht und einsetzt, ist Birgit Raab aus Bayern, die auch einen homöopathischen Verein leitet. Ihr Engagement wird von anderen Grünen öffentlich so eingeordnet:

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Vergleich Deutschland mit Frankreich

Die Grüne Jugend startet mit dem Antrag stellvertretend in der Partei ein politisches Prozedere, das im Verbot bei Krankenkassen in Deutschland enden soll. Das ist nicht unrealistisch, wenn die Grünen Teil der nächsten Bundesregierung werden.

Der gleiche politische Prozess „Globuli raus aus Kassen“ wird auch in Frankreich aktuell von der Regierung umgesetzt, am 28. Juni fällt dazu eine Entscheidung auf Basis einer Empfehlung der Gesundheitsbehörde HAS. Gestartet war dieser politische Prozess gegen Globuli im Frühjahr 2018 mit der medialen Forderung einer französischen Skeptiker-Gruppe (vergleichbar mit INH in Deutschland), die Homöopathie bei Kassen zu verbannen. Die Regierung hatte diese Forderung übernommen und von HAS überprüfen lassen. Die Gesundheitsministerin hatte angekündigt, die Empfehlung der HAS am 28. Juni zu übernehmen.

Aktion

Protestieren Sie bei Ihren lokalen Bundestagsabgeordeten der Grünen gegen die Streichung der Homöopathie als Kassenleistung und schicken ihr/ihm dazu eine E-Mail oder Brief. Verweisen Sie auf diesen Blogartikel und stellen Sie Fragen an Ihre grüne Abgeordnete dazu.

Fragen Sie Bundestagsabgeordnete der Grünen im Gesundheitsausschuss öffentlich auf Abgeordnetenwatch.de (Link zum Ausschuss mit den Grünen: Kirsten Kappert-Gonther, Maria Klein-Schmeink, Bettina Hoffmann, Kordula Schulz-Asche, Katja Dörner, Markus Kurth, Manuela Rottmann, Corinna Rüffer), wie sie zum Thema stehen.

Wenn Sie etwas unternommen haben, freue ich mich über eine Nachricht per E-Mail an redaktion (at) homoeopathiewatchblog (dot) de.

2 Kommentare

  1. Ich bin zutiefst schockiert. Nicht nur über die Grünen, sondern das ohne dringenden Grund schwere Eingriffe in die Therapiefreiheit gefördert werden.
    Ich habe langsam Angst um Deutschland.

  2. Demisch: „tun dürfen“. Also „tun“ hätte ja gereicht. Was soll das „dürfen“. Überlegt man schon, dass Menschen auch keine Homöopathischen Arzneimittel mehr einnehmen dürfen? Irgendwie riecht die Politik mittlerweile nach Diktatur. Die Grünen sind doch Opposition zur Zeit – merkt man nur überhaupt nicht.

Ich freue mich auf Ihren Kommentar, bitte beachten Sie die Kommentarregeln und die DSGVO (siehe Menü). Danke und viel Freude

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