Warum die Verbände jetzt handeln sollten
Wer handelt, wird gesehen.
Wer sichtbar ist, wird gehört.
Wer gehört wird, hat Einfluss.
Die politische Lage rund um Homöopathie und Heilpraktiker ist ernst. Das ist keine Zuspitzung, sondern eine nüchterne Beschreibung der Situation. Mit der Böhmermann-Sendung läuft der größte mediale Angriff auf Heilpraktiker seit Jahrzehnten. Der Grünen-Parteitag ist allen in Erinnerung. Und nun schwenkt die CDU auch noch um. Parallel liegt mit dem empirischen Gutachten die deutlichste politische Rückendeckung für den Berufsstand seit Jahrzehnten vor. Zwei Extreme, die zeigen: Jetzt wird über die Homöopathie und auch die Heilpraktiker entschieden.
Und mitten in diese Phase fällt ein Termin, den man nicht unterschätzen sollte:
der 8. März – der Tag der Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Baden-Württemberg ist kein x-beliebiges Bundesland. Es ist eines der politischen Laboratorien der Republik. Was hier gedacht, formuliert und beschlossen wird, wirkt oft weit über das Land hinaus. Wer hier politisch sichtbar wird, setzt Themen. Wer hier schweigt, wird schnell übersehen. Und es ist das Land, in dem Homöopathie gut verankert ist. Im Land liefern sich die CDU und Grüne ein Rennen. Beide haben sich in den letzten Monaten gegen die Homöopathie positioniert.
Die Verbände und die Weihnachtspause
Viele Verbände wirken derzeit wie im verlängerten Winterschlaf. Man spürt noch den Nachhall der Weihnachtspause, die Trägheit des Jahresanfangs, das vorsichtige Abwarten. Das ist menschlich. Aber politisch ist es gefährlich. Denn die Debatte wartet nicht.
Während Medien Narrative setzen, Gutachten zitiert werden und politische Linien gezogen werden, senden viele Verbände weiter Newsletter mit Fortbildungen, Kongressen und Stammtischen. Alles wichtig. Aber nicht ausreichend.
Gerade deshalb habe ich in den vergangenen Wochen bewusst den Dialog gesucht und den Verbänden die Hand gereicht. Gemeint sind damit große, etablierte Organisationen wie DZVhÄ und VKHD, weils hilft, BPH, BDH etc., die über Strukturen und Mitglieder verfügen – diese Kraft aber derzeit kaum politisch sichtbar einsetzen. Ich habe diese Verbände zum Jahreswechsel alle angeschrieben, und ihnen vorgeschlagen, dass sie sich gern bei der Mitmachkampagne #rettedeinehomöopathie einbringen können. Zusammen ist man stärker.
Warum der 8. März ein politisches Fenster ist
Landtagswahlen sind immer auch gesundheitspolitische Wahlen. Parteien formulieren Programme, Kandidaten positionieren sich, Medien berichten, Bürger fragen nach, Politiker hören zu.
Der 8. März ist deshalb ein politisches Fenster, das man nutzen kann:
- für öffentliche Sichtbarkeit
- für politische Gespräche
- für klare Botschaften
- für Mobilisierung der eigenen Basis
Gerade jetzt, wo Homöopathie und Heilpraktiker unter Druck stehen, wäre es fahrlässig, diese Chance ungenutzt zu lassen.
Was Verbände konkret tun könnten
Im Homoeopathiewatchblog habe ich in den letzten Wochen viele Ideen veröffentlicht. Sie liegen auf dem Tisch. Man muss sie nur aufgreifen.
Hier einige Ideen zum 8. März:
Eine Briefaktion an die Kandidaten
Eine koordinierte Briefaktion an alle Landtagskandidaten in Baden-Württemberg. Kein Protestbrief, sondern ein sachlicher, klarer Wahlprüfstein.
Drei Fragen reichen:
- Wie stehen Sie zur Homöopathie in der Patientenversorgung?
- Wie stehen Sie zum Berufsstand der Heilpraktiker?
- Wie stehen Sie zur Therapiefreiheit?
Die Antworten lassen sich dokumentieren, veröffentlichen und politisch nutzen.
Eine Handzettel-Aktion in Praxen
Ein einfacher, gut gemachter Handzettel für alle Praxen von Ärzten und Heilpraktikern in Baden-Württemberg:
- Warum diese Wahl wichtig ist
- Warum Homöopathie politisch unter Druck steht
- Warum Patienten jetzt ihre Stimme nutzen sollten
Kein Parteiaufruf. Keine Wahlempfehlung. Sondern politische Aufklärung.
Ein offener Brief der Verbände
Ein gemeinsamer offener Brief von DZVhÄ, VKHD und weiteren Organisationen an die Landespolitik.
Sachlich. Klar. Faktenbasiert.
Mit einer einfachen Botschaft:
Homöopathie gehört zur medizinischen Versorgung. Heilpraktiker gehören zur Versorgungsrealität. Und beides braucht politischen Schutz.
All diese Aktivitäten lassen sich unter einem gemeinsamen Dach bündeln: #RetteDeineHomöopathie.
Nicht als Konkurrenz zu den Verbänden. Nicht als Ersatz.
Sondern als Plattform, die sichtbar macht, was geschieht.
Der Vorteil ist einfach:
– Wer handelt, wird gesehen.
– Wer sichtbar ist, wird gehört.
– Wer gehört wird, hat Einfluss.
Wenn Verbände aktiv werden, kann und sollte das auch öffentlich kommuniziert werden. Nicht zur Selbstbeweihräucherung, sondern um zu zeigen: Die Homöopathie-Gemeinschaft bewegt sich.
Was #rettedeinehomöopathie bewegen kann, hat sich bei Böhmermann gezeigt. Die Leser des Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog haben es geschafft, dass der ZDF-Fernsehrat eine formelles Verfahren gegen Jan Böhmermann und seine Sendung gegen Heilpraktiker eröffnet hat.
Eine Einladung, kein Ultimatum
Dieser Text ist eine erneute Einladung. Die Verbände haben Strukturen und Netzwerke. Der Watchblog hat Reichweite, Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit. Beides zusammen wäre politisch noch wirksamer.
Der 8. März ist ein Termin, den man nutzen kann. Oder den man verstreichen lässt. Die Entscheidung liegt bei den Verbänden.
Ich habe die Hand gereicht. Ich lege hier die Ideen auf den Tisch.
Und ich bin bereit, jede konstruktive Initiative sichtbar zu machen – im Rahmen von #RetteDeineHomöopathie.
Denn eines ist klar: Diese Debatte wird nicht in Weihnachtspausen entschieden. Sondern dort, wo Öffentlichkeit entsteht. Und dort, wo Politik gemacht wird.
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