homoeopathie weiter bei krankenkassen

Ärztliche Hahnemann-Gesellschaft kämpft mit Protestbrief an Bayern SPD für Homöopathie bei Krankenkassen und in Apotheken

Bei Ärzten für Homöopathie regt sich Widerstand gegen die Bayern SPD. Grund: die SPD hatte am 7.10. in Wahlprüfsteinen verkündet, dass sie Homöopathie nicht mehr von Krankenkassen erstatten lassen möchte. Dagegen protestiert die ärztliche Hahnemann-Gesellschaft für Homöopathie (Link) mit einem offenen Brief an den SPD-Vorstand Natascha Kohnen.

Die ÄrztInnen fordern die Bayern SPD auf, sich weiter wie die SPD im Bund für Homöopathie bei Krankenkassen und in Apotheken einzusetzen. Sie zitieren dazu aus einem pro-Globuli-Argumentationspapier der Bundes SPD für Homöopathie.

Und sie argumentieren mit einem Faktenpapier für Globuli:
• Homöopathie ist weltweit seit 200 Jahren bewährt,
• Krankenkassen erstatten Homöopathie seit 2005 seit der Evidenz-Studie von Prof. Witt,
• 81 von 113 Krankenkassen erstatten Homöopathie, Einsparpotential durch Globuli an konventionellen Medikamenten,
• geringe Ausgaben der Kassen für Globuli von 0,2% des gesamten Medikamentenbudgets,
• 7.000 Ärztinnen für Homöopathie nutzen Globuli,
• 75 Prozent der Patienten möchten integrative Medizin mit Homöopathie und Schulmedizin,
• Globuli sind nebenwirkungsarm,
• SPD auf Bundesebene ist für Globuli in Apotheke und bei Kassen.

Der Brief endet mit dem Satz: „Als Vorstände der auf Homöopathie spezialisierten Ärztinnen und Ärzte der Hahnemann-Gesellschaft fordern wir die Bayern-SPD auf, sich wie die SPD im Bund für den Erhalt der Homöopathie bei den Krankenkassen einzusetzen.“ Die Hahnemann-Gesellschaft bietet der Bayern SPD im Brief ein Gespräch zum Thema Homöopathie an.

Über die Gesellschaft: Die Hahnemann-Gesellschaft ist die Arbeitsgemeinschaft der spezialisierten Ärztinnen und Ärzte der Homöopathie, die sich für eine hohe Qualität in deren Anwendung einsetzt. Wir unterstützen Forschung und Wissenschaft durch Diskussion mit Wissenschaffenden auf der ganzen Welt. Wir fördern die homöopathische Lehre durch unseren Intensivkurs Homöopathie seit 1985, zur Zeit in Wiesbaden. Wir engagieren uns für die Vernetzung unserer Dozierenden zum gegenseitigen Austausch und der Integration moderner Lehrinstrumente zur Vorbereitung der Akademisierung.


Den Brief der ärztlichen Hahnemann-Gesellschaft an die Bayern SPD können Sie hier im HomöopathieWatchblog oder auch auf der Webseite der Hahnemann-Gesellschaft lesen (Link)


Absender: Hahnemann-Gesellschaft

Offener Brief an SPD-Vorstand Bayern

(natascha.kohnen@spd.de)
CC Bundespartei

Ärztliche Hahnemann-Gesellschaft protestiert gegen die Absicht der Bayern-SPD: diese will die Homöopathie als Kassenleistung entgegen der Absicht der Bundespartei, sowie gegen Patienten-, Arzt- und Kassen-Wunsch, sowie wissenschaftlicher Evidenz abschaffen.

Sehr geehrte Frau Kohnen,

mit Erstaunen lasen wir am 7.10. im HomoeopathieWatchblog, der sich auf die Wahlprüfsteine des Bundesverbandes der Patienten für Homöopathie (BPH) bezog, dass die Bayern SPD der Bundespartei widerspricht und die Homöopathie als Kassenleistung in Frage stellt. Als Arbeitsgemeinschaft der auf Homöopathie spezialisierten Ärztinnen und Ärzte möchten wir Sie, die SPD Bayern, auch im Namen unserer Patientinnen und Patienten auffordern, diese Absicht zu überdenken und sich weiter für Homöopathie als Kassenleistung einzusetzen.

Homöopathie hat Evidenz seit 2005 und wurde deshalb folgerichtig zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten in unser Gesundheitssystem implementiert.

Die Entscheidung der SPD Bayern widerspricht der Absichtserklärung der Bundespartei. Diese hat sich im letzten Jahr für Homöopathie als Kassenleistung eingesetzt.

Wir möchten die SPD-Bundespartei aus einem Wahlprüfstein von 2017 zitieren. Martina Stamm-Fibich als SPD-Mitglied des Gesundheitsausschusses im Bundestag schrieb: „Der Antrag „Transparenz bei homöopathischen Präparaten herstellen – freiwillige Finanzierung durch Krankenkassen nicht weiter zulassen“ des Bremer SPD-Landesverbandes findet bei mir keine Zustimmung. Homöopathie ist in der Bevölkerung eine sehr beliebte und verbreitete alternative Behandlungsmethode. Die Homöopathie ist ein Teil unseres Gesundheitswesens. Aus meiner Sicht sollte der Zugang zu homöopathischen Therapien und damit zu alternativen Therapien nicht erschwert werden. Mir als sozialdemokratischer Gesundheitspolitikerin ist es besonders wichtig, dass sich der medizinische Fokus zunehmend auf die Patientinnen und Patienten richtet. Therapie- und Arzneimittelfreiheit sind dafür unerlässlich. Wir dürfen die Patientinnen und Patienten, die sich für eine homöopathische Behandlung entscheiden daher nicht bevormunden.“ „Ich halte es deshalb für notwendig, dass homöopathische Therapien unter ärztlicher Aufsicht stehen.“ Zitat Ende der Bundespartei.

Die Entscheidung der Bayern-SPD gegen Homöopathie wäre eine Entscheidung gegen Patientinnen und Patienten, sowie Wählerinnen und Wähler, gegen ein wirksames etabliertes integratives Gesundheitssystem, gegen Evidenz, gegen 81 Krankenkassen, gegen ein kostengünstiges System und gegen tausende von Ärztinnen und Ärzten für Homöopathie – und gegen die eigene Bundespartei.

Wir möchten Ihnen im Sinn eines zielgerichteten Diskurses acht Fakten für die Relevanz von Homöopathie als Therapierichtung und für ein Verbleib als Kassenleistung aufführen:
1) Bewährt: Homöopathie ist seit 200 Jahre bewährt. Sie wird weltweit angewandt. Im April erst folgte eine Delegation der Hahnemann-Gesellschaft mit 12 Ärztinnen und Ärzten, sowie Wissenschaffenden aus 5 europäischen Ländern (Niederlande, Schweden, Deutschland, Österreich, Italien) einer Initiative der WHO zur Stärkung der traditionellen und komplementären Medizin, indem sie eine Einladung des türkischen Gesundheitsministeriums annahm, um dem Land bei der Implementierung der Homöopathie in ihr Gesundheitssystem ihre Expertise zur Verfügung zu stellen.
2) Wirkung: Homöopathische Zubereitungen wirken nachweislich und ihre Wirkung ist evidenzbasiert gesichert: Prof. Claudia Witt, Lehrstuhl Komplementärmedizin Zürich, konnte 2005 zeigen, dass 80% der chronischen Erkrankungen durch Homöopathie gebessert und 50% der Patienten von ihrem Leiden befreit werden[1]. In der Folgestudie nach 8 Jahren konnte gezeigt werden, dass dieser Effekt anhält [2]. Alle an dieser Studie beteiligten 103 Ärztinnen und Ärzte waren auf die Homöopathie spezialisiert, 30% Mitglieder der Hahnemann-Gesellschaft [1]. Die Evidenz für homöopathische Zubereitungen ist nicht rückgängig zu machen. Dies führte zu der folgerichtigen Erstattung durch die gesetzliche Krankenkassen bei ausgewählten Ärztinnen und Ärzten mit der Zusatzqualifikation Homöopathie.
3) Krankenkassen: Globuli sind bei den Krankenkassen implementiert. 81 von 113 Krankenkassen erstatten Leistungen der Homöopathie. Bundesminister Jens Spahn begrüßt dies. Er sprach sich im September 2018 dafür aus, dass Krankenkassen Homöopathie als Satzungsleistung erstatten können. Jeder Kasse solle es freigestellt sein, für ihre Versicherten zu entscheiden [3].
4) Kosten: Interpretiert man die zitierten wissenschaftlichen Ergebnisse unter [1] weiter, ist das Einsparpotential durch die Reduktion konventionell medizinischer Zubereitungen unter homöopathischer Therapie der in den Studien abgebildeten Ergebnisse riesig. Diese Qualität ist unser Ziel!
Globuli sind kostengünstig und machen bundesweit nur 0,223 % des Gesamtbudgets rezeptpflichtiger Medikamente aus [4]. Das Einsparpotential durch ihre Nichterstattung ist demnach verschwindend gering und deutlich geringer als z.B. bei anderen Medikamentenarten (z.B. Scheininnovationen, bei denen die Barmer GEK-Krankenkasse 3-4 Mrd. Euro Einsparpotential sieht).
5) Ärzte: Bundesweit nutzen 7.000 Ärztinnen und Ärzte Homöopathie für ihre Patientinnen und Patienten. Davon haben 4000 die Zusatzbezeichnung Homöopathie oder das höherwertige Homöopathie Diplom über langjährige Weiter- und Fortbildungen erworben[5]. Ärztinnen und Ärzte setzen sich für Versicherte ein, die Homöopathie als wirksame Therapie schätzen. Dringend notwendig für eine adäquate homöopathische Versorgung ist die längst überfällige Akademisierung!
6) Patienten: Globuli sind beliebt bei Patientinnen und Patienten. 56 Prozent der Deutschen nutzen diese, 75 Prozent möchten ein Nebeneinander von konventioneller Medizin und Homöopathie. Viele Globuli-Verwender erwerben ihre Medikamente selbst (85%) und entlasten so zusätzlich das Sozialsystem [6].
7) Nebenwirkungen: Globuli sind sicher. Jeder dritte Todesfall ist laut Cochrane-Institut auf Nebenwirkungen von konventionellen Medikamenten zurückzuführen [7].
8) Die SPD auf Bundesebene hat sich für Homöopathie als Kassenleistung ausgesprochen [8].

Als Vorstände der auf Homöopathie spezialisierten Ärztinnen und Ärzte der Hahnemann-Gesellschaft fordern wir die Bayern-SPD auf, sich wie die SPD im Bund für den Erhalt der Homöopathie bei den Krankenkassen einzusetzen. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass über die Entscheidung der SPD Bayern auch der Patientenverband für Homöopathie (BPH) mit mehreren tausend Mitgliedern entsetzt ist – und bereits erste Medien darüber berichten. Diesen offenen Brief werden wir der Öffentlichkeit im Sinne eines Diskurs-Anstoßes zur Verfügung stellen.

Für ein Gespräch, um Ihnen weitere Details zum Nutzen der Homöopathie und ihrer Vorteile im Kassensystem zu erläutern, stehen wir gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Fröhlich Ärztin | Dr. Elisabeth Häcker-Strobusch Ärztin | Hans Baitinger Arzt

Vorstand Hahnemann-Gesellschaft
Sekretariat Caro Korsch
Biebricher Allee 59 | 65187 Wiesbaden
fon 0611 8420303 | fax 0611 8420301

Die Hahnemann-Gesellschaft ist die Arbeitsgemeinschaft der spezialisierten Ärztinnen und Ärzte der Homöopathie, die sich für eine hohe Qualität in deren Anwendung einsetzt. Wir unterstützen Forschung und Wissenschaft durch Diskussion mit Wissenschaffenden auf der ganzen Welt. Wir fördern die homöopathische Lehre durch unseren Intensivkurs Homöopathie seit 1985, zurzeit in Wiesbaden.
Wir engagieren uns für die Vernetzung unserer Dozierenden zum gegenseitigen Austausch und der Integration moderner Lehrinstrumente zur Vorbereitung der Akademisierung.

Anhänge:

[1] Witt, Claudia M.; Lüdtke, Rainer; Baur, Roland; Willich, Stefan N. (2005): Homeopathic medical practice. Long-term results of a cohort study with 3981 patients. In: BMC public health 5, S. 115. DOI: 10.1186/1471-2458-5-115.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16266440

[2] Witt, Claudia M.; Lüdtke, Rainer; Mengler, Nils; Willich, Stefan N. (2008): How healthy are chronically ill patients after eight years of homeopathic treatment?–Results from a long term observational study. In: BMC public health 8, S. 413. DOI: 10.1186/1471-2458-8-413.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19091085

[3] Analyse des HomöopathieWatchblog auf Basis von Zahlen der Krankenkassen http://homoeopathiewatchblog.de/2018/10/06/welche-krankenkassen-erstatten-homoeopathie-71-prozent-die-liste-aller-kassen-im-homoeopathiewatchblog/
/ Zitat von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, in Apotheke Adhoc. Quelle: https://www.apotheke-adhoc.de//nachrichten/detail/politik/spahn-zu-valsartan-homoeopathie-und-docmorris/

[4] Analyse des HomöopathieWatchblog auf der Basis von Zahlen des BAH http://homoeopathiewatchblog.de/2018/09/17/0223-sparpotential-fuer-globuli-bei-krankenkassen-die-welt-der-homoeopathie-in-zahlen-teil-1-von-2/
/ Barmer GEK sieht Einsparpotential von 3-4 Mrd. Euro bei Scheininnovationen. Quelle: Barmer GEK Arzneimittelreport https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reports/arzneimittelreporte/report-2014-38474

[5] Bundesweit 7.000 Ärztinnen und Ärzte nutzen Homöopathie, davon 4.000 mit Zusatzqualifikation Homöopathie. Quelle: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) https://www.dzvhae.de/

[6] Umfrage zur Nutzung und Akzeptanz von Homöopathie bei Patienten von 2018. Quelle: Kantar TNS / DHU https://www.presseportal.de/pm/59441/4047043

[7] Jeder dritte Todesfall durch konventionelle Medikamente lt. Cochrane-Institut. Quelle: http://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/180931/index.html

[8] SPD auf Bundesebene plädiert für Homöopathie lt. MdB Martina Stamm-Fibich in Wahlprüfsteinen des DZVhÄ. Quelle: https://www.homoeopathie-online.info/wie-steht-die-spd-zur-homoeopathie/

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Ein Kommentar

  1. Gute Morgen, ich bin Mitglied im Bundesverband Patienten für Homöopathie und hoffe, dass auch mein Verband sich für den Erhalt der Homöopathie und für mich und meine Familie als Patienten politisch einsetzt. Es kann doch nicht sein, dass Journalisten und Politiker vor dieser Friends of Science Szene die absolut nicht meine Erfahrung und meine Wünsche vertreten mehr Gehör bekommen, wie wir als Patienten! Bitte leiten Sie meinen Wunsch an den BPH weiter. Ich habe gestern nacht noch weltweit im Netz recherchiert, England, Kanada, USA, Südamerika, Australien, Indien, Asien, Russland, eigenartig überall die selben Phrasen, die selben Vorwürfe und ständig nur Verbote und Diffamierungen. Bewusst gesetzte falsche Frames wie gestern in der Medical Tribune. Als kritisch denkender Mensch wünsche ich mir Schutz vor dieser destruktiven populistischen Scene. Auf der Seite des INH kein einziger Satz für eine positive Integration aller medizinischen Methoden. Kein Satz für eine enkeltaugliche Zukunft, für die Gesunderhaltung der Natur und Mikroorganismen. Unser Planet brennt, sagt der Journalist Franz Alt. Vielleicht sollten Sie ihn mal fragen wie seine Kollegen und die Politiker wachgerüttelt werden können damit sie merken, dass das wie das anscheinend schon länger läuft, nicht in Ordnung ist. Danke mit freundlichem Gruß

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