homöopathie

Wie New York die Pandemie der Spanischen Grippe überlebte – unter Führung eines Gesundheitsministers, der homöopathischer Arzt war // Lernen aus der Geschichte

Die Geschichte der Homöopathie ist die Geschichte eines 200 Jahre langen Kampfes gegen und für die Therapie, der auch heute weiter geht (wie Sie hier im Homoeopathiewatchblog lesen können). Die Geschichte der Homöopathie ist auch eine Geschichte von Schlüsselmomenten, die den Kampf immer wieder für die Homöopathie entschied (wenn die Homöopathen sie aktiv nutzten). Ein Beispiel: im 19. Jahrhundert wurde die Homöopathie verboten. Dann kam die Cholera-Epidemie über Europa. Die Cholera war eine Chance für die Homöopathie zu zeigen, was in ihr steckte. Und sie zeigte, dass sie helfen konnte. Als Dank hob der österreichische Kaiser das Verbot auf und erlaubte die Homöopathie wieder.

Ein weiterer Schlüsselmoment für die Homöopathie war die Spanische Grippe, bei der die Homöopathie und homöopathische Therapeuten zeigten, was sie leisten konnten. So in New York 1918. Das Besondere: in New York zeigte die Homöopathie, was in ihr steckte unter Leitung eines Gesundheitsministers, der gleichzeitig homöopathischer Arzt war. Die bekannteste US-Zeitung, die New York Times, hat die Geschichte von Dr. Royal S. Copeland anlässlich des Coronavirus veröffentlicht (Link). Geschrieben von Pulitzer-Preisträger Mike Wallace.

Wallace erzählt: Das Virus kam am 11. August 1918 an Bord des norwegischen Schiffes Bergensfjord nach New York. Am 15. September starb der erste Mensch in der Stadt an der Spanischen Grippe. Am 17. September forderte Royal S. Copeland, ein homöopathischer Arzt, der im April zum Gesundheitsminister der Stadt ernannt worden war, die Ärzte auf, Grippe-Fälle zu melden. Am 30. September starben 48 Menschen. Im Oktober starben täglich bereits etwa 500 Menschen. Das Gesundheitministerium des homöopathischen Arztes von Royal S. Copeland entschied sich für eine zweiteilige Strategie: Infizierte behandeln und Ausbreitung verlangsamen. Kranke wurden in strenger Quarantäne gehalten und behandelt. Da es zu wenige Krankenhausbetten gab, wurden Turnhallen oder Obdachlosenheime in Krankenstationen umgewandelt. Um die Ausbreitung in der U-Bahn zu verringern, führte Copeland gestaffelte Arbeitszeiten ein. Schulen und Theater blieben offen, da sie damals oft hygienischer waren als Wohnungen. Die Schüler wurden jeden Tag von einem Schularzt inspiziert und kranke Schüler nach Hause geschickt und behandelt. In der Folge erkrankten nur wenige Kinder an der Krankheit. Copeland setzte auch auf öffentliche Aufklärungskampagnen mit Plakaten an allen öffentlichen Orten. Verboten wurde das damals üblich öffentliche Spucken. Wer dabei erwischt wurde, musste Strafe bezahlen. Copeland setzte auch auf Hausbesuche von Krankenschwestern zur Versorgung von Kranken, die von 150 Gesundheitszentren in der Stadt organisiert wurden.

Am 26. Oktober ließ die Zahl der Todesfälle durch Influenza nach. Anfang November waren die Todesfälle durch Influenza wieder auf das Jahres-typische Niveau zurückgekehrt.

Die Bilanz war bitter (aber besser als in allen anderen Städten): In der Stadt New York waren 30.000 Menschen an Influenza gestorben. In den USA starben über 600.000, weltweit 50 Millionen Menschen an der Virus-Pandemie. Die Sterblichkeitsrate in New York lag bei 4,7 von 1.000 Einwohnern und war viel niedriger als in anderen Städten.

Als Copeland in einem Interview der New York Times gebeten wurde, die quantitativen Ergebnisse zu berücksichtigen, führte er sie auf New Yorks lange Geschichte der öffentlichen Gesundheitsarbeit zurück, insbesondere auf seine Bemühungen, Epidemien zu lindern oder auszurotten. Darüber hinaus konnte er auf das viel größere Netzwerk der Zivilgesellschaft der Stadt zurückgreifen – Sozialarbeiter, Gewerkschaften, medizinische Forscher, Feministinnen, Wohnungsreformerinnen, fortschrittliche Aktivistinnen aller Art.

Der US-Homöopath Dana Ullmann schätzt Copelands Leistung aus heutiger Sicht so ein (Link):  „Dr. Royal Samuel Copeland (1868-1938) wurde von 1918 bis 1923 zum Präsidenten des New Yorker Gesundheitsamtes ernannt. Copeland war homöopathischer Arzt und zuvor Professor für Augenheilkunde und Otologie (Augen- und Ohrengesundheit). Ihm wird allgemein zugeschrieben, dass er dazu beigetragen hat, die Öffentlichkeit während dieser weltweiten Epidemie ruhig zu halten.
Darüber hinaus waren vier der führenden Krankenhäuser in New York zu dieser Zeit homöopathische Krankenhäuser, die alle während dieser Epidemie extrem niedrige Sterblichkeitsraten aufwiesen. Copeland verkündete, dass die Ergebnisse, die diese Krankenhäuser während der Influenza-Epidemie von 1918 erlebten, prozentual die wenigsten Todesfälle zeigten als jede andere Stadt der Welt. 13
Copelands medizinische Erfolge wurden so weit geschätzt, dass er 1922 versuchte, Senator aus New York zu werden, und Franklin D. Roosevelt als seinen Kampagnenmanager fungierte. Er wurde dreimal zum Senator gewählt und als Autor einer der wichtigsten Verbraucherrechtsgesetze, die jemals geschrieben wurden, verewigt: dem Bundesgesetz über Lebensmittel, Arzneimittel und Kosmetika von 1938.“

Lernen aus der Geschichte

Samuel Hahnemann hat die Homöopathie als Akutmedizin begründet (chronische Krankheiten waren zu seiner Zeit noch selten). Die Akutmedizin zeigte bei Epidemien und Pandemien, was sie leisten konnte. Auch das Coronavirus ist eine Pandemie. Sie kann wie die Cholera oder die Spanische Grippe ein weiterer Schlüsselmoment für die Homöopathie werden, wenn homöopathische Ärzte diese Chance auch wahrnehmen. Daher veröffentliche ich hier im Homoeopathiewatchblog auch belegte Fallberichte von Behandlungen, aus denen die Homöopathie-Community lernen kann (hier das weltweit erste Beispiel eines am Coronavirus erkrankten Arztes für Homöopathie, der sich selbst behandelte).


Foto: Royal S. Copeland, 1920, Library of Congress, Author: Bain (Wikipedia US)

 

 


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3 Kommentare

  1. Vielen Dank, Herr Becker, für den interessanten Artikel über die New Yorker Pandemie. Leider wird aber, bis auf die Tatsache, dass der amtierende Gesundheitsminister in New York hom.Arzt war, nirgends auf eine hom.Behehandlung der Erkrankten verwiesen. Es wäre toll, wenn Sie uns hierzu weitere Informationen herausfinden könnten. Es gibt wohl eine Reihe von Fallstudien, wie erfolgreich Hom. bei der Spanischen Grippe war. Zum Beispiel der schwedische Arzt Dr.Sjöberg, der über 900 Patienten behandelte und nur 1-2% Todesfälle hatte. Die Mittel waren Rhus-t, Bry, Gels und Ip.
    Es wäre wirklich interessant, etwas über die Anwendung der Hom. in New York zu erfahren!
    Bleiben Sie gesund,
    herzliche Grüße
    B.Mosenheuer

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