homöopathie

Heilpraktikerin setzt sich durch: Grüne stimmen über pro-Homöopathie- und pro-Heilpraktiker-Antrag für das Parteiprogramm ab / Hier der weitere Zeitplan des Antrags plus notwendige Maßnahmen / Exklusiv für Globuli-Club-Mitglieder, um Infos vor Skeptiker-Trollen zu schützen

Auf dem letzten Parteitag wollten die Grünen beschließen, dass die Partei contra Homöopathie eingestellt wird. Das konnte u.a. mit der Petition #RetteDeineHomöopathie verhindert werden. Nun hat die Heilpraktikerin Gisela Glaser den Spieß umgedreht: Sie hat als Grünen-Mitglied für das Parteiprogramm 2021 den Änderungsantrag gestellt, dass sich die Partei pro Homöopathie und pro Heilpraktiker positioniert. Und sie hatte Erfolg. 

Damit sie die formale Hürde nehmen konnte, brauchte sie 50 Unterstützerunterschriften von Parteimitgliedern. Im Homoeopathiewatchblog und Heilpraktiker-Newsblog habe ich am 22. Juli öffentlich dazu aufgerufen, die Aktion zu unterstützen – 16.000 Menschen lasen den Artikel, über 800 Facebook-Seiten verbreiteten ihn weiter. Heilpraktiker-Verbände waren eher zurückhaltend bei der offenen Unterstützung, allein der Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH) wies auf seiner Facebook-Seite auf Glasers Antrag hin.

Und die Aktion der Homöopathie- und Heilpraktiker-Community war erfolgreich: Heilpraktikerin Gisela Glaser schaffte die notwendigen 50 Unterstützerunterschriften (sie holte sogar über 100). Damit diskutiert die Partei über ihren Antrag und stimmt über ihn ab.

So ist der weitere Zeitplan des Antrages: Die Änderungsanträge mit mehr als 50 Unterstützern – wie der von Gisela Glaser – fließen in einen geänderten Entwurf des Grundsatzprogramms ein, den der Grünen-Vorstand am 28. August als Antrag für die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen einreicht. Ab dann beginnt das reguläre Antragsverfahren. Bis zum 9. Oktober können Änderungsanträge zu dem Entwurf eingereicht werden. Auf dem Parteitag der Grünen am 20.-22. November beschließen die Grünen dann das Grundsatzprogramm – idealerweise mit dem Antrag von Gisela Glaser. Allerdings ist viel Gegenwind von Globuli- und Heilpraktiker-Gegnern gegen den Antrag zu erwarten. Die Homöopathie- und Heilpraktiker-Community muss den Antrag nun gemeinsam mit PR, politischer Kommunikation und Social Media unterstützten.

Zwei weitere Änderungsanträge pro Heilpraktiker und pro Homöopathie wurden von einem Heilpraktiker und einem homöopathischen Arzt eingereicht, erreichten aber nicht die notwendigen 50 Unterstützter bis 31. Juli.

Die beiden Heilpraktiker und der homöopathischen Arzt als Antragsteller betonen gegenüber dem Homoeopathiewatchblog, wie wichtig aus ihrer Sicht die professionelle Öffentlichkeitsarbeit mit einem reichweitenstarken Medium, und ganz besonders die Vernetzung und Zusammenarbeit der Homöopathie- und Heilpraktiker-Community ist, um ein konkretes Ziel wie einen Antrag für ein Parteiprogramm zu erreichen.

Ein Kommentar

  1. Lieber Herr Becker,

    auch der VFP e.V. (Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater) und der VUH e.V. (Verband unabhängiger Heilpraktiker) haben in ihren letzten Newslettern ihre Mitglieder ausgefordert, sich bei den “Grünen” für den Fortbestand der Heilpraktiker und ein klares Bekenntnis zur Naturheilkunde als komplementäres Verfahren zur Schulmedizin einzusetzen.

    Viele Grüße
    Dr. W. Weishaupt
    Präsident des VFP e.V.

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