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Schwaben will zur Schweiz werden: Krankenkassen mit Komplementärmedizin / BW-Regierung richtet Lehrstuhl in Tübingen ein

Während in Berlin die Grünen durch einen Anti-Homöopathie-Lobbyisten auffallen (Link) machen die Grünen im Schwabenland durch eine pro Komplementärmedizin-Aktion auf sich aufmerksam. Sie hat, in positivem Sinne, ihr politisches Fernrohr auf die Naturheilkunde ausgerichtet.

Die grün-schwarze Landesregierung lässt 2019 den ersten Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Baden-Württemberg an Uni Tübingen einrichten. Laut Koalitionsvertrag will Baden-Württemberg künftig eine Vorreiterrolle in der Erforschung der Komplementärmedizin einnehmen. Ihr Ziel ist es laut Koalitonsvertrag, die kostengünstige und wirksame Komplementärmedizin „in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung“ aufzunehmen. Das tut die Schweiz seit einem Jahr, und zwar mit großem Erfolg. Sie spart Medikamentenkosten ein, indem sie teure konventionelle Medikamente wie Antibiotika durch kostengünstigere und wirksame komplementärmedizinische Methoden ersetzt.

Ihren Schwerpunkt soll die schwäbische Komplemantärmedizin-Professur im Bereich Onkologie haben. Auch die Homöopathie soll innerhalb der Lehre beleuchtet werden, sagte Ingo Autenrieth, Dekan der Medizinischen Fakultät in Tübingen am Dienstag der dpa. Die Robert-Bosch-Stiftung finanziert die Professur in den ersten fünf Jahren mit 1,84 Mio Euro, danach soll das Land die Mittel bereitstellen.

Die grüne Wissenschaftsministerin Theresia Bauer begründete das Engagement, dass viele Menschen komplementäre Behandlungsmethoden und Naturheilkunde ganz selbstverständlich nutzen, beispielsweise als Ergänzung konventioneller Therapiemethoden. Diese könnten auch dabei helfen die schweren Nebenwirkungen von konventionellen Medikamenten bei Chemotherapien zu mindern, so die Ministerin im Schwäbischen Tagblatt. Die Forschung solle ermöglichen, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Therapien übernehmen, formuliert der Dekan das Ziel.

Der neue Lehrstuhl ist der Erste seiner Art in BW. Bundesweit existieren laut Hufelandgesellschaft Lehrstühle für Naturheilkunde an den Universitäten in Duisburg-Essen, Rostock, Witten/Herdecke und drei Stifungsprofessuren an der Berliner Charite.

Kürzlich hatte eine Fachhochschule (Diploma) einen komplementärmedizinischen Studiengang eingerichtet (Link), der zum Wintersemester 2018/19 startet.


 

Hintergrund:

Zitate aus grün-schwarzem Koalitionsvertrag in BW 2016-2021 (Seite 88)

„KOMPLEMENTÄRMEDIZIN FÖRDERN
Wir werden die Forschung im Bereich Komplementärmedizin fördern. Ziel ist es, dass alternative Heilmethoden langfristig in die Normalversorgung integriert und in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden.
Wir wollen im Land einen Lehrstuhl für Komplementärmedizin einrichten.“

„Gemeinsam mit den Einrichtungen der Universitätsmedizin werden wir die wissenschaftliche Forschung im Bereich der Komplementärmedizin und die geschlechterdifferenzierte Weiterentwicklung der Medizin voranbringen.“

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