fotos-gnadl-homoeopathie

80% der Antibiotika könnten mit Homöopathie eingespart werden / Interview mit Birgit Gnadl, der bekannten Expertin für Tierhomöopathie

Als normaler Globuli-User hat man bei Globuli nur den Menschen vor Augen. Jedoch gibt es auch in der Landwirtschaft einen spannenden Trend, den ich ab jetzt immer wieder im HW.Blog mit Blogartikeln begleiten werde: Homöopathie statt Antibiotika. Der Grund ist einleuchtend. Jährlich müssen beispielsweise 480 Millionen Liter Milch wegen Antibiotika entsorgt werden, das entspricht einem Gegenwert von 144 Millionen Euro.

In der Schweiz stellen Milchbauern ab 2019 auf Homöopathie um, um Antibiotika einzusparen. In Bayern arbeitet die Molkerei Berchtesgardener Land eng mit seinen Bauern zusammen, sodaß diese ebenfalls umsteigen und gleichzeitig auf Glyphosat verzichten. Diese Entwicklung vollzieht sich nicht zufällig, sondern es gibt treibende Kräfte dahinter. Bereits 1997 fand der erste Arbeitskreis Homöopathie für Tiere im Landwirtschaftsamt Traunstein statt. Initiatoren waren Josef Graspeuntner (Homöopath in Traunstein) und Frans Wimmer (Landwirt aus Kirchanschöring). Der Arbeitskreis existiert noch heute. Er findet mehrmals im Jahr mit je 100 Teilnehmern statt. Mit Traunstein als Vorbild folgten 10 weitere Regionen mit eigenen Arbeitskreisen, überwiegend in Bayern, aber auch in Österreich und Tirol.

Dieses Zukunftsthema mit der 200 Jahre alten Heilmethode Homöopathie besprach ich mit Birgit Gnadl, Tierhomöopathin und Seminarleiterin. Sie ist ein Kopf hinter dem Trend „Homöopathie statt Antibiotika in der Landwirtschaft“.

Einige Zahlen, um die Relevanz des Thema einzuordnen:

Gesamtzahl: in Bayern verwenden ca. 10.000 Bauern von insgesamt 30.000 Bauern Homöopathie
Aufteilung: 20% der homöopathischen Betriebe sind Biobetriebe, 80% konventionelle Betriebe
Behandlung: von 4 Millionen Milchkühen bekommt jede Zweite eine Euterentzündung, die mit Antibiotika oder Homöopathie behandelt wird
Wertverlust: bei Antibiotikabehandlung muss die Milch entsorgt werden. Das sind jährlich 480 Millionen Liter Milch im Wert von 144 Millionen Euro

Interview mit Birgit Gnadl:

Christian Becker: Bei Antibiotikabehandlung sind Milchkühe mindestens eine Woche gesperrt, ihre Milch muss entsorgt werden. Welche Kosten entstehen durch Antibiotikabehandlung im Detail?
Birgit Gnadl: „Jede 2. Kuh hat in Deutschland jährlich eine Euterentzündung. Wird diese mit Antibiotika behandelt, hinterlässt sie etwa in einer Woche 240 Liter Antibiotikamilch, die entsorgt werden muss. 4 Mio Milchkühe in Deutschland gibt es, 2 Mio davon bekommen eine Euterentzündung. Diese produzierten 480 Mio Liter Antibiotikamilch, die entsorgt werden muss.
Rechnet man das mit einem durchschnittlichen deutschen Milchpreis von 0,30 ct, den der Bauer erhält, dann entsteht ein Verlust für die Bauern nur für die nicht verwertbare Milch, von 144 Mio Euro. Hier sind die Kosten für Behandlungen noch nicht eingerechnet. Insgesamt kostet dem Bauern eine Euterentzündung bei der Kuh etwa 450.- Euro.

Statistisch fallen 2 ct./Liter Milch auf Tierarztkosten zurück.

Ein Betrieb mit etwa 40 Kühen produziert etwa 250 000 Liter Milch jährlich, darauf entfallen 12.500 Euro Tierarztkosten, das können sie viele Betriebe nicht mehr leisten.
Arbeitet der Bauer homöopathisch, hat er Gesundheitskompetenz erlangt, reduziert sich dieser Kostenanteil auf 20%, meist aber wird es im Laufe der Jahre noch weniger.“

Christian Becker: Warum stellen Landwirte auf Homöopathie um, nur aus monetären Gründen?
Birgit Gnadl: „Sicherlich spielt hier auch die Wirtschaftlichkeit des Betriebes eine Rolle, aber häufig gibt es eben auch in den Betrieben Probleme mit Antibiotika-Resistenzen. Herkömmliche Antibiotika wirken nicht mehr zuverlässig. Auch zwingt ein Nutztierarztmangel in einigen Regionen die Landwirte dazu sich mehr mit der Tiergesundheit zu beschäftigen. Über 80 % der Tiermedizin-Studienabgänger sind weiblich und Nutztierarzt zu sein ist ein harter Knochenjob. Frauen sind meist nicht so häufig hier zu finden. Zudem haben viele Tierarztpraxen Nachwuchsproblem, viele Praxen werden aufgegeben.“

Christian Becker: Wie stehen Molkereien zum Thema?
Birgit Gnadl: „ Verschiedene Molkereien besonders mit vielen Bergbauern wie beispielsweise die Milchwerke „Berchtesgadener Land“ bieten seit langem Homöopathie Seminare für ihre Milchlieferanten an. Die Genossenschaftsmolkerei, die den Bauern gehört, hat jährlich im Frühjahr und Herbst ein jeweils 14 tägiges breites Seminarangebot, das von den Bäuerinnen und Bauern rege genutzt wird. Es wird hier sogar auf der Milchpackung und im Radio mit Homöopathie geworben und der Verbraucher dankt es indem er diese qualitative, gesunde aber auch hochpreisige Milch kauft.“

Christian Becker: Was sagen die Tierärzte und Hersteller von Globuli dazu?
Birgit Gnadl: „In einer Studie konnte eine sehr gute Tiergesundheit und Wirksamkeit durch die eigenverantwortliche Behandlung der Tiere durch Homöopathie festgestellt werden. Die Hoftierärzte sind in die Diagnostik und Komplementären Behandlungen der Betriebe involviert und attestieren durch die Homöopathie hier eine sehr gute Tierbeobachtung und nachhaltige Behandlung durch die Betriebsleiter. Es gibt Betriebe die schon Jahrzehnte kein Antibiotika mehr gebraucht haben.“ „Der Österreichische Homöopathie Hersteller Remedia hat seit diesem Jahr die ersten für Nutztiere zugelassenen Globuli auf den Markt gebracht. Die sogenannte „RemaVet“-Serie darf für Lebensmitteltiere ohne Wartezeit angewendet werden. Homöopathische Mittel hatten Anfang des Jahres einen um 5 % erhöhten Absatz, das kann auf die Neueiführung der RemaVet Serie zurückzuführen sein, da Landwirte dadurch endlich eine Arzneimittelgesetzkonforme Homöopathische Behandlung beim Tier durchführen können.“

Christian Becker: Erzählen Sie den Lesern des HomöopathieWatchblog doch ein wenig über die Seminare für Homöopathie für Landwirte.
Birgit Gnadl: „Landwirte lernen dort ihre Tiere besser zu beobachten und Homöopathisch zu behandeln. Es werden alle relevanten Themen und Probleme in der Tiergesundheit aber auch Themen rund um die Landwirtschaft behandelt. Die Homöopathisch ausgebildeten Landwirte können durchschnittlich nach 3 Jahren auf 80 % Antibiotika zur Behandlung verzichten. Gleichzeitig verbessert sich die gesamte Kreislaufwirtschaft im Betrieb. Weniger Antibiotika bedeutet weniger Antibiotika-Milch die entsorgt werden muss. Weniger Antibiotika in der Gülle, bessere Bodengesundheit, weniger Grundwasserbelastung. In den Seminaren erlangen die Landwirte ein neues oder auch wiederentdecktes Bewusstsein für die Kreisläufe in Ihren eigenem Betrieb.“

Christian Becker: Wer veranstaltet die Seminare?
Birgit Gnadl: „Meist ist es die Initiative von Landwirtschaftsämter, Bauernverbände, Bioverbände, Molkereien, Landesvolkshochschulen und Landwirtschaftsschulen in Österreich, welche die Homöopathie im 3. Ausbildungsjahr der jungen Landwirte verankert haben.“

Christian Becker: Wie viele Landwirt nehmen an den Kursen teil und was passiert nach den Kursen?
Birgit Gnadl: „Jährlich haben Angela Lamminger und ich etwa 2000 Kursanmeldungen, alles Landwirte die fortbildungswillig sind. Die Landwirte vernetzen sich hernach über WhatsApp untereinander um Probleme und Erfahrungen zu teilen, diese Gruppen werden von „IGARI®“ mitbetreut und unterstützt. IGARI wurde von Birgit Gnadl gegründet und ist ein Verbund von Tierheilpraktikern, Tierhomöopathen, Dozenten und Homöopathisch arbeitenden Landwirten und hat einen Verteiler von über 10 000 Adressen.“

Christian Becker: Vielen Dank für das interessante Gespräch.

Diesen Beitrag teilen

Ein Kommentar

  1. Ein tolles Projekt, was eindeutig für die Homöopathie spricht. So viele Betriebe würden nicht umschwenken, wenn Homöopathie nicht funktionieren würde. Und beim Menschen könnte man auf die Wiese auch eine Menge Antibiotika einsparen. Das würde auch hier die Kosten reduzieren und den Resistenzen entgegen wirken.

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar, bitte beachten Sie die Kommentarregeln (siehe Menü) und die DSGVO (siehe Menü). Danke und viel Freude

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.