rettet homöopathie petition

Bundestag hat heute Homöopathie-Wahltarife abgeschafft / Verlierer der Folgen werden Ärzte und Patienten sein

Am 13. März hat der Gesundheitsausschuss vorgelegt, der Bundestag hat heute am 14. März um 10.21 Uhr vollstreckt. Der Bundestag hat mit der Mehrheit der Großen Koalition von SPD und CDU das Gesetzespaket TSVG verabschiedet, zu dem auch die Abschaffung der Wahltarife für Homöopathie gehört. In der einstündigen Bundestags-Aussprache spielte das Thema Homöopathie keine Rolle. Das Gesetz soll zum 1. Mai in Kraft treten.

Zum ersten Mal seit 14 Jahren wird somit ein Krankenkassen-Tarif für Homöopathie wieder abgeschafft. Seit 2015 arbeitet die Anti-Homöopathie-Lobby INH an diesem Ziel.

Die Entwicklung „Homöopathie Stück für Stück raus aus dem Gesundheitssystem wie in Großbritannien“ zeichnet sich auch innerhalb der Krankenkassen-Selektivverträge schon ab: die Techniker Krankenkasse hatte vor zwei Jahren die Erstattung von Homöopathie auf zwei Jahre beschränkt.

Von der Abschaffung der Wahltarife Homöopathie sind vor allem chronisch Kranke wie Tumorpatienten und Inkontinenzpatienten betroffen. Für sie hatte der Bundesrat als Vertretung der Länder noch im letzten Jahr seine Stimme erhoben: der Bundesrat hatte die Bundesregierung aufgefordert, die Wahltarife besonders für chronisch Kranke mit dem besonderen Hinweis auf Tumorpatienten zu erhalten (das Gesetz ist allerdings im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig).

Für den Erhalt der Wahltarife hatten sich auch über 70.000 Menschen eingesetzt, die eine Petition bei Change.org für Homöopathie unterzeichneten. Eine beim Bundestag im Januar eingereichte Petition für Erhalt der Wahltarife hatte der Petitionsausschuss und das Bundesgesundheitsministerium bis zur heutigen Abstimmung blockiert. Beide Petitionen waren von der Hahnemann-Gesellschaft eingereicht worden.

Das Thema Petition Wahltarife hatte zu Diskussionen und Polarisierung innerhalb der Homöopathie-Gemeinschaft geführt. Für den Erhalt der Wahltarife hatten sich die Hahnemann-Gesellschaft, der Fachverband Deutscher Heilpraktiker, der Homoeopathiewatchblog und 70.000 Unterzeichner der Petition eingesetzt.

 


 

Mein Kommentar zu den Folgen:

Die Abschaffung der Wahltarife wird der politische Dammbruch gegen Homöopathie-Tarife in Krankenkassen sein. Erstmals seit 14 Jahren wird ein Krankenkassen-Tarif für Homöopathie abgeschafft. Und die Reduzierung der Erstattung bei der TK auf zwei Jahre geht in eine ähnliche Richtung. Dabei wird es nicht bleiben.

Im Herbst wird voraussichtlich die neue Berliner Versorgungs-Studie vorgestellt mit negativen Ergebnissen für die Homöopathie. Krankenkassen werden die Studie argumentativ nutzen wollen, um die Homöopathie-Erstattungen weiter zurück zu reduzieren. So hat es ebenfalls in Großbritannien begonnen.

Davon werden mehrere tausend Ärzte – besonders des DZVHAE – für Homöopathie betroffen sein, denen Homöopathie als GKV-Einnahmequelle Stück für Stück weg brechen wird. Vor zwei Jahren hat die Techniker Krankenkasse die Leistung bereits auf zwei Jahre reduziert, was zu 1/3 weniger Umsatz bei Ärzten führte, wie mir Ärzte berichteten.

Homöopathische Patienten werden in der Folge, wenn die GKV die ärztliche Leistung für Homöopathie reduziert, verstärkt zu Heilpraktikern als Selbstzahler wechseln.

Der Homöopathie-Markt ist schon heute weitgehend ein Selbstzahler-Markt, was durch Abschaffung der Wahltarife und Reduzierung der Kassenleistung verstärkt wird: schon heute bezahlen Patienten den größten Teil der Homöopathika selbst, nämlich 85%.

 

 

 

 

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