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„Es geht nicht nur um eine Kinderklinik“: Homöopathie-Community soll mehr an einem Strang ziehen, wünscht sich Patientin, die sich mit Petition für homöopathische Ärztin einsetzt

Sandra Rauchenecker und ihr krebskranker Sohn haben erlebt, wie ihnen Homöopathie und die homöopathische Ärztin Sigrid Kruse geholfen haben. Im Interview mit dem Homoeopathiewatchblog schildert sie, warum sie sich mit einer Petition für die Ärztin einsetzt, deren Vertrag am Hauner´schen Kinderkrankenhaus in München an der LMU nicht verlängert wird (Watchblog berichtete). Ich fragte sie auch, wie sie als Patientin die Kampagne gegen Homöopathie bewertet und was sie sich von der Homöopathie-Community wünscht.

3000 Unterschriften hat Sandra Rauchenecker schon eingesammelt für die Ärztin. Die Unterschriften möchte sie öffentlich der Klinikleitung übergeben. Dazu freut sie sich über Unterstützung der Homöopathie-Community, z.B. noch viele weitere Unterschriften.

Hier können Sie die Petition von Sandra Rauchenecker unterschreiben (bei Campact): Klicken.

Unser Gespräch:

Christian J. Becker: Sie haben im April die Petition gestartet, um sich für die homöopathische Kinderärztin Sigrid Kruse am Hauner´schen Hospital an der LMU in München einzusetzen. Wie haben Sie die Vorteile der Homöopathie bei Ihrem Sohn erlebt, wie die Besonderheit einer homöopathischen Ärztin – auch in der Zusammenarbeit mit den konventionellen Ärzten?

Sandra Rauchenecker: „Eine Krebsdiagnose zu erhalten ist immer ein Schock – wenn es das eigene Kind betrifft, ist es einfach nur unbeschreiblich. Ich war positiv überrascht, als uns gleich beim ersten Gespräch auf der Station mitgeteilt wurde, dass uns auf Wunsch eine homöopathische Ärztin, Frau Dr. Kruse, begleitend zur Seite stehen würde. Das war einfach nur wunderbar und wir nahmen dieses Angebot von Herzen gerne an .Die Nebenwirkungen der Chemotherapie waren extrem belastend: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, aber auch offene Schleimhäute im Mund und im ganzen Verdauungstrakt, und Schmerzen und Ängste.
   Frau Dr. Kruse war immer eine kompetente Ansprechpartnerin und hat uns mit den Globuli immer wieder wirkungsvoll unterstützt. Und als es nach der Operation zu Wundheilungsstörungen kam, hat Frau Dr. Kruse auch hierfür ein Mittel gefunden, durch welches es dann wirklich bergauf ging und wir so schneller nach Hause konnten. Beeindruckend fand ich die Zusammenarbeit der Ärztinnen und Ärzten, „da gab es kein gegeneinander, sondern ein Miteinander der Disziplinen zum Wohle der Patienten.“

Christian J. Becker: Die Mehrheit der Deutschen nutzt (> 50%) oder befürwortet Homöopathie. Trotzdem gibt es eine öffentliche Kampagne gegen Homöopathie: es schreiben Medien tendenziös gegen Homöopathie, Politik schränkt Homöopathie im Gesundheitssystem ein (Bsp. Abschaffung Wahltarife) und die Lobbygruppe Die Skeptiker möchte Homöopathie aus dem Krankenkassensystem ausschließen. Eine Folge davon ist, dass immer mehr Krankenhäuser und Unis die Homöopathie einschränken, wie in München zu sehen ist.  Wie nehmen Sie als engagierte Patientin die Kampagne gegen Homöopathie wahr, was wünschen Sie sich als Patientin von der Gesundheitspolitik, Krankenkassen und Medien mit Blick auf das Thema Homöopathie?

Sandra Rauchenecker: „Ich als Patientin wünsche mir die Pluralität von Therapien. Als erwachsener, mündiger Bürger, möchte ich selbst entscheiden können für welche Therapieform ich mich entscheide und möchte auch und vor allem die Möglichkeit haben, unterschiedliche Angebote zu verbinden, um das bestmögliche Resultat für mich und meine Gesundheit zu erzielen.
   Gerade auch im Hinblick auf die Kostenexplosion im Gesundheitswesen sollte man Alternativen mit ins Boot nehmen. Es geht hier um ein Miteinander aller Disziplinen zum Wohle der Patienten, das wäre wünschens- und erstrebenswert.
   Die Kampagnen, die im Moment gegen die Homoöpathie im Gange sind, kann ich als Patient nicht nachvollziehen und würde mir hier eine „neutralere“ Berichterstattung wünschen.“

Christian J. Becker:  Welche Unterstützung wünschen Sie sich für Ihre Petition von der Homöopathie-Community von Ärzten, Heilpraktikern und Patienten? Was wünschen Sie sich von der Hauner´schen Klinik?

Sandra Rauchenecker: „Gemeinsam kann man viel erreichen, in den 2 Wochen seit Start meiner Petition habe ich fast 3000 Unterschriften gesammelt, ich wünsche mir, dass es noch viele mehr werden und dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Es geht hier nicht nur um die Kinderklinik und nicht nur um München. Hier könnte ein Statement gesetzt werden. Daher bitte ich alle zu unterschreiben, ob nun Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel…. Ob Münchner oder nicht.

Und ich hoffe sehr, dass das letzte Wort in der Haunerschen Klinik noch nicht gesprochen ist und die Homöopathie dort weiterhin einen Platz hat und alle zukünftigen Patienten davon profitieren können, wenn sie dies wünschen.“

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