homöopathie grüne

Grüner Landtagsabgeordneter aus NRW kritisiert den „Kreuzzug gegen Homöopathie“

Die Grünen sind beim Thema Homöopathie in zwei Lager gespalten: das laute Lager der Neoliberalen und das leisere Lager der pro-Homöopathen.

Das das grüne Lager der pro-Homöopathen meldet sich selten zu Wort, doch jetzt hat es sich geäußert.  Der grüne Landtagsabgeordnete Norwich Rüße aus NRW hat es auf den Punkt gebracht. In einem Statement auf Twitter am 6. August kritisiert er den „Kreuzzug gegen die Homöopathie“. Dieser Kreuzzug nehme nach seiner Ansicht „stellenweise schon religiöse Züge“ an. „Eigentlich genau das, was man seinem Feind (angesichts vieler Tweets das richtige Wort) unterstellt ….“, ergänzt er. Rüße ist Bio-Landwirt und Sprecher der Grünen für Natur- und Landwirtschaftspolitik in NRW.

Das grüne Lager der Neoliberalen formuliert aktuell mit Unterstützung der Anti-Globuli-Lobby INH einen Antrag gegen Homöopathie für den Parteitag im November (Bericht im Watchblog).

homöopathie grüne

 

Dem öffentlichen Initiator des Antrages, dem Grünen Tim Demisch, ist es wichtig, deutlich zu machen, dass Grüne und FDP gegen Homöopathie auf einer Wellenlänge liegen.

 

 

Die Aktivitäten der Grünen gegen Homöopathie kommentiere ich u.a. auf Twitter:

homöopathie grüne

 

Nachdem ich diesen Blogartikel am 7.8. auch auf Twitter weiter verbreitet habe, wurde der Politiker Rüße von der Anti-Homöopathie-Lobby für sein Wort „Kreuzzug gegen Homöopathie“ kritisiert.

Rüße ergänzt seine Aussage zur Anti-Homöopathie-Lobby mit einem Tweet:

homöopathie grüne

Die vom Abmahnverein Dt. Konsumentenbund bezahlte Lobbyistin Natalie Grams fragt den Grünen-Politiker via Tweet: „Bitte nennen Sie Beispiele. Denn dieser Vorwurf kam schon so oft und auf Nachfrage wurde dann nie was konkret …“

Ich habe dem Abgeordneten ein Beispiel vorgelegt, wie die Anti-Hom-Lobby agiert, am Beispiel von Edzard Ernst.

homöopathie ernst

 

 

Hintergrund: Kulturkampf von Schulmedizin gegen Alternativmedizin wie Homöopathie

Aktuell findet ein Kulturkampf von Politik und Pharmakonzernen mit ihren Lobbys gegen Patienten statt (der Grüne Norwich Rüße nennt es „Kreuzzug“), in dem Patienten (und manche Politiker wie Norwich Rüße) nicht mehr länger schweigen. Während Patienten Globuli lieben (jeder Zweite nutzt sie, 4 von 5 Patienten möchten sie von ihrer Kasse erstattet haben), wollen Politik und Pharmakonzerne mit Lobbys ihre Schulmedizin durchsetzen und den Patienten die Therapie und Alternativmedizin entziehen – aus rein pekuniären Gründen, da Globuli die Umsätze von Pharmakonzernen mit Schulmedizin schmälern (Globuli machen beispielsweise immerhin 10 Prozent des OTC-Marktes aus). Da Lobbygruppen der Pharmakonzerne uns Patienten die Anwendung von Globuli über ihre Medienarbeit nicht abspenstig machen können – wie Umfragen zeigen – , setzen sie bei der Politik an, um den Patienten über veränderte regulatorische Rahmenbedingungen (Verbot bei Kassen wie aktuell in Frankreich oder in Deutschland mit Wahltarifen, raus aus Apotheken, Verlust Arzneimittelstatus) die Globuli zu entziehen.

Das Ringen um die Globuli ist ein Kulturkampf, Rüße nennt ihn sogar „Kreuzzug gegen Homöopathie“: Politik und Pharmakonzerne möchten die teure Schulmedizin als alleinige Therapie durchsetzen und Globuli und Heilpraktiker vom Markt verdrängen, die Patienten möchten die Globuli und Therapeuten wie die Heilpraktiker*innen bewahren. Der Homoeopathiewatchblog sowie einzelne Patientenvereine wie BPH, Hahnemannia oder Homöopathische Vereine (z.B. HV-Dettingen.de oder HV Ansbach) und Patienten wie Kira Walkenhorst oder Prinz Charles und viele Patienten von Heilpraktikern (hier einige Stimmen von ihnen für ihre HPs) sind ein gutes Beispiel, dass sich Patienten diesen Kulturkampf von Politik und Pharma mit ihrer Lobby gegen Patienteninteressen nicht mehr widerstandslos gefallen lassen.


Foto: Bündnis 90/Die Grünen


 

 

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