homöopathie

Arztverband DZVHAE will Vorstand um zusätzlichen PR-Vorstand erweitern: Interview mit Ulrike Fröhlich von der Hahnemann-Gesellschaft

Eine schlagkräftige PR ist mit das wichtigste Instrument, damit es der Homöopathie in Deutschland nicht wie in anderen Ländern ergeht, wo die Therapie an den Rand des Gesundheitssystems gedrängt wurde. Das sieht auch der Arztverband DZVHAE so und hat im letzten Jahr daher eine PR-Arbeitsgruppe eingerichtet. Und so soll daher konsequenterweise – nach Vorschlägen von DZVHAE-Mitgliedern – neben den bestehenden Vorständen ein weiterer zusätzlicher Vorstand für PR im Mai in Stralsund auf der Delegiertenversammlung gewählt werden. Ich sprach mit Ulrike Fröhlich, homöopathischer Ärztin und Vorständin der Hahnehmann-Gesellschaft, über die Krise der Homöopathie und warum sie sich als Vorstand PR für den DZVHAE zur Verfügung stellen möchte.

Christian J. Becker: Sie haben sich als sechster Vorstand des DZVHAE als Vorstand PR beworben, der die bisherigen Vorstände ergänzen und unterstützen möchte. Früher war es Usus, das HG-Vorstände auch im DZVHAE Vorstand waren. Es sieht mit Ihrer Bewerbung so aus, als wollten Sie diese Tradition wieder beleben.

Wie schätzen Sie die Situation der Ärzte des DZVHAE gesundheitspolitisch ein?

Ulrike Fröhlich: „Die Hahnemann Gesellschaft hat sich in ihrer Geschichte seit 1988 aus den Reihen ihrer Mitglieder immer wieder in die Vorstandsarbeit des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte eingebracht und zum erneuten Erstarken der Homöopathie im deutschen Gesundheitssystem maßgeblich beigetragen. Es ist selbstverständlich für uns in Krisenzeiten an der Seite unserer Kolleginnen und Kollegen zu kommen. Die Situation der Ärztinnen und Ärzte im DZVhÄ  ist im Moment schwierig und angespannt. Durch die professionelle PR Kampagne der Skeptizisten wird mit starken politischen Werkzeugen an der Verdrängung der Homöopathie aus dem Gesundheitswesen gearbeitet. Die Ausgangslage zum Verhandeln der IV-Verträge wird immer schlechter. Das bedeutet, dass wir uns von dem Ziel, Homöopathie auf hohem Niveau, für alle wählbar und bezahlbar, immer weiter entfernen. Diese Zuspitzung aktiviert zunehmend die Kolleginnen und Kollegen, um mit ihrer Expertise den Vorstand des DZVhÄ zu unterstützen.“

Christian J. Becker: Was ist der Grund für Ihre Bewerbung?

Ulrike Fröhlich: „In dieser zugespitzten Notsituation stelle auch ich mein Wissen und meine Fähigkeiten dem DZVhÄ zur Verfügung. Als klinisch erfahrene Homöopathin, niedergelassen seit 1999, die bereits als Studierende, gefördert durch die Karl und Veronica Carstens-Stiftung, parallel mit dem Medizinstudium in Studierendenarbeitskreisen die Homöopathie erlernte, stehe ich fachlich homöopathisch, als auch konventionell-medizinisch auf einem sicheren Fundament. Seit 2012 im Vorstand der Hahnemann Gesellschaft, jener Ärztinnen und Ärzte, die sich auf die Homöopathie spezialisiert haben, habe ich bereits Erfahrung in der Kriesenbewältigung sammeln können, die ich in der jetzigen Situation gerne unserer Gemeinschaft zur Verfügung stelle.“

Christian J. Becker: Was möchten Sie als Vorstand für die Ärzte und die Homöopathie und ihre Patienten bewegen?

Ulrike Fröhlich: „Als Vorständin möchte ich die Arbeitsbedingungen der homöopathisch arbeitenden Kolleginnen und Kollegen verbessern. Sie sollen Planungssicherheit für die Organisation ihrer Praxen haben. Für die Homöopathie setze ich mich für eine Akademisierung der Lehre ein mit dem Ziel, dass jede Ärztin und jeder Arzt zusätzlich zur konventionellen Medizin auch sachgerecht zur Homöopathie informieren kann. Jene Kolleginnen und Kollegen, die sich letztlich auf die Homöopathie spezialisieren, möchte ich mit einem Weiter- und Fortbildungsangebot auf höchstem Niveau den beruflich inhaltlichen Fortgang ebnen. Dies alles ist aus meiner Sicht unabdingbare Notwendigkeit, um den Bedürfnissen unserer Patientinnen und Patienten zu entsprechen, von denen sich über 74% für Homöopathie aussprechen. Diesem enormen Bedarf stehen zur Zeit lediglich 7000 Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie gegenüber. Diese Diskrepanz möchte ich schnellstmöglich, im Sinne der Patientensicherheit, überwinden helfen.“

 

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