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CDU-Gesundheitspolitiker kündigt an, Gesetz gegen Homöopathie in 2020 in den Bundestag einzubringen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hatte im Juli angekündigt, dass er in der Großen Koalition mit Jens Spahn sprechen werde, damit die Koalition eine Regelung gegen die Erstattung von Homöopathie von Krankenkassen verabschiede. Sein Gespräch hatte offenbar Folgen. Einer der wichtigsten Gesundheitspolitiker der Union und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel, sagte Anfang September auf einer Veranstaltung von Pharmakonzernen: „Ich hoffe, dass wir die Erstattung im nächsten Jahr abstellen. Homöopathie ist eine Glaubensfrage und für Glauben sind die Kassen nicht zuständig.“ Dieses Ende der Erstattung der Homöopathie könne in einem eigenen Gesetzentwurf oder im Rahmen eines laufenden Gesetzgebungsverfahren besiegelt werden, so Rüddel laut Dt. Apotheker Zeitung.

Vielleicht ist es prophetisch zu sehen, dass Erwin Rüddel (2. v. l.) auf der Veranstaltung in Frankfurt genau unter drei Logos von Pharmakonzernen und dem Verband VFA Pharma saß, einem Kooperationspartner der Veranstaltung (Foto: Veranstaltungsorganisation via Twitter). Der Lobbyist des Verbandes VFA Pharma (Mitglieder sind die weltweit größten Pharmakonzerne), Norbert Schellberg (Mitglied der Grünen, Ex-Landtagsabgeordneter) agitiert auf Social Media intensiv gegen Homöopathie (Bericht). Schellberg hat z.B. auch der Anti-Homöopathie-Lobby INH öffentlich zum Geburtstag gratuliert (Bericht).

Mein Kommentar zur Politik gegen Homöopathie:

Rüddel ist in den letzten Monaten bereits zwei Mal mit Äußerungen gegen Homöopathie aufgefallen (Link 1 ZDF Zoom, Link 2 ), so konkret wie auf der Pharma-Veranstaltung war er allerdings bisher noch nicht. Rüddels Kollege Spahn hatte die politische Kampagne der Großen Koalition gegen Homöopathie im letzten Jahr gestartet – mit Abschaffung der Wahltarife. Ich hatte im Homoeopathiewatchblog vorausgesagt (Analyse), dass Spahns Attacke nur eine Testballon war, um zu testen, wie stark der Widerstand der Homöopathie-Community gegen Angriffe des Gesetzgebers auf die Therapie ist. Ich hatte vorausgesagt, dass nach dem Testballon Wahltarife der Angriff der Großen Koalition auf die komplette Erstattung erfolgen werde. So wie es der zweitwichtigste Gesundheitspolitiker nach Spahn, Rüddel nun ankündigt.

Am 4.12.18 analysierte ich im Watchblog: „Die Abschaffung der Wahltarife ist für Spahn nur ein Testballon. Wenn es keinen Widerstand von Ärzten gegen diese Gesetzesänderung gibt, dann folgen weitere Schritte. Ziel ist, wie es Josef Hecken, G-BA, und Karl Lauterbach, SPD, formuliert haben, die Erstattung von Homöopathie durch Krankenkassen langfristig komplett zu streichen. Auch die CDU Bundestagsabgeordnete Claudia Schmidt hat sich zur Kassenleistung ähnlich, aber verklausuliert, geäußert. Sie sagt, dass Patienten gerne Homöopathie selbst bezahlen dürfen. Sprich: Kassen sollen nach ihrer Ansicht nicht mehr bezahlen. Damit greifen Regierungsmitglieder wie Spahn, Regierungs-Politiker wie Schmidtke und Lauterbach, plus nachgeordnete wichtige Behörden wie G-BA die Homöopathie frontal an. Der ersten Gesetzesinitiative von Spahn werden weitere folgen. Hat ein Politiker erst einmal gespürt, dass er keinen Widerstand zu erwarten hat, dann startet er weitere Gesetzesinitiativen. Leidtragenden werden die Ärzte sein, deren Selektivverträge in längstens drei Jahren, so mein Tipp, vom Markt verschwunden sein werden.“

 

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Ein Kommentar

  1. Jetzt nimmt man dem leidgeplagten Patienten auch noch den Glauben an irgendeine Medizin oder Therapie, so können nur Menschen denken und handeln, die sich noch nie in die Lage versetzt gefühlt haben, Glauben an Heilung oder Besserung der Lebensqualität zu vermitteln.

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