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Zwölf Ärzte für Homöopathie fordern mehr Aktivitäten, um Zusatzbezeichnung Homöopathie zu retten / Ergebnis der Umfrage des Homoeopathiewatchblog bei Ärzt*innen

Ohne großen Aufschrei der Standesvertretungen der Ärzte für Homöopathie hat die Bremer Ärztekammer als erste Ärztekammer die Zusatzbezeichnung Homöopathie abgeschafft, weitere Kammern folgen. Das betrifft Ärzte und  Patienten gleichermaßen. Den fehlenden öffentlichen Aufschrei finde ich bei der Relevanz des Thema erstaunlich. Daher möchte ich zu dem Thema Transparenz und mehr Öffentlichkeit schaffen. Ich habe mir die Frage gestellt, wie der Ärzteverband und einzelne Ärzte das Thema einschätzen und ob es Unterschiede in der Einschätzung zwischen Verband und Ärzten gibt.

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Ärzt*innen für Homöopathie habe ich persönlich sechs Fragen gestellt, wie sie die Abschaffung der Zusatzbezeichnung einschätzen. Alle fordern mehr Aktivitäten unterschiedlichster Art, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie für Ärzte zu retten.

Unter den Befragten sind PKV/GKV-Ärzte, Mitglieder des Verbandes/Verbandsfreie, Jüngere/Älter, Frauen/Männer. Zwölf Ärzte der angeschriebenen Ärzte für Homöopathie haben geantwortet. Hier eine Auswahl von je zwei typischen Antworten unterschiedlicher Ärztinnen. Unten finden Sie die Antworten der Ärztinnen komplett. Ich habe mit allen Ärzten Anonymität vereinbart.

– Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie?
• Ich finde es eine Katastrophe im Hinblick auf die sinnvolle Therapie-Vielfalt.
• Die Streichung der Zusatzbezeichnungen in unseren eigenen Ärztekammern wirkt wie ein Ausschluss aus unseren Berufsverbänden.
– Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer?
• Ich kann es mir nicht vorstellen dass das in Bayern auch passiert. Ich habe es mir aber auch für Bremen nicht vorstellen können.
• Der hier zu beobachtende Dominoeffekt wird sich fortsetzen, wenn keine neuen geeigneten Maßnahmen von Seiten der homöopathischen Ärzteschaft ergriffen werden.
– Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf? 
• Die Ausbildungszahlen werden weiter sinken. Schon heute kann der enorme Bedarf der Bevölkerung nicht abgedeckt werden. Es kommt zu einer weiteren Unterversorgung der Patientinnen und Patienten, zum Nachteil besonders der chronisch Erkrankten.
• Die Folgen für den ärztlichen Beruf: weniger individuelle Lösungen für Patienten, mehr Absicherungs- und Checklistenmedizin.
– Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung?
• Es ist zu befürchten, dass diese maßgeblich dahinter steht.
• Die Streichung konnte nur aufgrund der Anti-Homöopathie-Lobby entschieden werden. Es gibt außerhalb dieser Lobby-Arbeit überhaupt keinen Anlass oder Grund, irgendetwas an dem bestehenden Weiterbildungssystem zu ändern.
– Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?
• Meiner Meinung nach könnte und müsste hier mit mehr Vehemenz dagegen vorgegangen werden.
•  Der Einsatz der homöopathischen Verbände ist unterschiedlich, in großen Teilen aber defizitär. Während die Hahenmanngesellschaft sehr aktiv ist, ist vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) schon seit Monaten dazu nichts zu hören. Selbst mit dem Wechsel der 1. Vorsitzenden hat sich, wie es erhofft wurde, nichts verändert. Die Statements sind ausweichend, wenig konkret. Hören wir homöopathischen Ärzte etwas vom DZVhÄ in den Medien? Gar nichts. Der DZVhÄ unternimmt keine Intervention zum Erhalt der Homöopathie. Ich vermute, dass der DZVhÄ mit der Anti-Homöopathie-Lobby einen Schulterschluss eingegangen ist.
– Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?
• Betroffene Ärzte der jeweiligen Landesärztekammern könnten und müßten also dagegen klagen.
• Die homöopathischen Ärzteverbände, die Ärzte selbst und die Patienten müssen einschreiten, damit die Homöopathie nicht noch weiter geschädigt wird und dem Untergang geweiht ist. Patienten müssen dagegen protestieren, hier sollten die Ärzteverbände zusammen mit den Ärzten Kampagnen starten, um die Patienten zu informieren. Wo bleibt der Aufschrei und der Protest? Die Anti-Homöopathie-Lobby hat eine empfindliche Schneise geschlagen. Nur durch Öffentlichkeitsarbeit können wir Ärzte zusammen mit den Patienten dem etwas entgegensetzen.

 


 

Befragung von Ärzt*innen für Homöopathie im Oktober 2019 zum Thema „Wie schätzen Sie die Streichung der Zusatzbezeichnung Homöopathie durch immer mehr Ärztekammern ein?“

 
Fragen und Antworten von 12 Ärzt*innen im Original:
(Rechtschreibung wie in den Antworten)

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  • Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie?

Die systematische Arbeit der Skeptiker bis hinein in die Selbstverwaltungsinstitutionen von uns Ärzten und in die Politik ist erschreckend. Genauso die schon in vielen Bereichen der Medienwelt plazierten skeptischen Redakteure, die die öffentliche Meinung bestimmen.

  • Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer?

Ja, wenn unsere Berufsverbände sich nicht deutlich und auch persönlich einbringen. In Bayern haben wir aufgrund des persönlichen Engagements einzelner homöopathische Ärzte und HP noch ein vergleichbar gutes Standing. Die politische Arbeit des Landesverandes ist für mich nicht existent. bzw. bleib zumindest unbemerkt.

  • Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf?

Ich befürchte langfristig um die stabile, sozialpolitische und juristische Integration der Homöopathie in die Gesundheitslandschaft, im SGB5 und in der GoÄ.

  • Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung?

Dieser ist sehr hoch und intensiv. Zudem ist er systematische organisiert und strategisch geplant. Äußerst gefährlich, wenn man das unterschätzt.

  • Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?

Ich kann keinen sichtbaren erkennen. Die wenigen Hintergrundaktivitäten sind marginal.

  • Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

Direkte Gespräche von Vertretern der homöopathischen Berufsverbände auf Landes und Bundesebene mit Vertretern der Kammern, der Landespolitik, der Gesundheitsausschüsse und den Versicherern. Dies regelmäßig und zielorientiert, mit klaren Forderungen und Ansprüchen.

Sehr geehrter Herr Becker,

schön, dass Sie sich so für die Rechte und Interessen der homöopathischen Ärzte einsetzen. Zu Ihrer Umfrage wegen Streichung der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aus der Weiterbildungsordnung:

• wie bewerten Sie diese?

Ich finde es eine Katastrophe im Hinblick auf die sinnvolle Therapie-Vielfalt in unserem Land und völlig unbegreiflich und unsinnig bezüglich der günstigen Kosten und der vielfach in Studien und der alltäglichen Praxis belegten Erfolge, insbesondere weil diese Behandlungserfolge ohne gefährliche Nebenwirkungen vonstatten gehen und das Ziel verfolgt wird, dass der Patient tatsächlich – soweit wie möglich – wieder vollständig gesund wird und keine weitere Therapie mehr benötigt.

• andere Kammern?

Es bleibt zu hoffen, dass die übrigen Kammern so selbständig sind und den Mut haben, eigene Wege zu gehen und sich nicht unbedingt dem derzeitigen Mainstream anschließen.

• Folgen?

Es wird Folgen haben, allerdings zeigt die Geschichte der letzten 200 Jahre, dass die Homöopathie weltweit schon mehrere Krisen überstanden hat und ich denke sie wird auch weiterhin Bestand haben.

• Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby?

Leider sehr hoch, jedoch denke ich: auch das geht vorüber.

• Einfluss der hom. Arztverbände?

Ich denke hier könnte noch mehr geschehen. Vielleicht ist immer noch nicht der wirkliche Ernst der Lage erkannt oder es fällt schwer, adäquat darauf zu reagieren.

• Nötig zur Erhaltung der Zusatzbezeichnung?

Persönliche Kontakte zu den maßgeblichen Kollegen bei den Kammern und ernsthafte Erörterung der Problematik.

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  • Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie?

Der Druck auf die homöopathische Ärzteschaft wächst weiter. Die Streichung der Zusatzbezeichnungen in unseren eigenen Ärztekammern wirkt wie ein Ausschluss aus unseren Berufsverbänden.

Diese Entscheidungen stehen entgegen den Empfehlungen der Bundesärztekammer, die in der Musterweiterbildungsordnung eine ausgewogene Empfehlung ausgearbeitet hatte.

In Hessen wurden noch im Januar die Zusage gegeben, der MWBO zu folgen.

 

• Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer? 

Der hier zu beobachtende Dominoeffekt wird sich fortsetzen, wenn keine neuen geeigneten Maßnahmen von Seiten der homöopathischen Ärzteschaft ergriffen werden.

 • Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf? 

Die Ausbildungszahlen werden weiter sinken. Schon heute kann der enorme Bedarf der Bevölkerung nicht abgedeckt werden. Es kommt zu einer weiteren Unterversorgung der Patientinnen und Patienten, zum Nachteil besonders der chronisch Erkrankten.

• Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung? 

Die Einflussnahme der Anti-Homöopathie-Lobby ist eindeutig. Durch ihre gute Lobbyarbeit haben sie den  Zugang zu unseren Ärztekammern, was uns immer noch nicht ausreichend gelungen ist.

 • Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?

Die Wirksamkeit der Anti Homöopathie Lobby ist nur möglich, weil die Ärzteverbände unwirksam in den Ärztekammern agieren und auch keine Maßnahmen ergreifen, dies zu ändern. So findet die Demontage der homöopathischen Ärzteschaft dort still und in aller Ruhe ohne Widerstand statt.

 

• Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

Eine kollegiale Integration der auf Homöopathie spezialisierten Ärztinnen und Ärzte mit ihrer Expertise in die Beratungsgremien der Ärztekammern und transparente Entscheidungsprozesse.

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Die Bremer Ärztekammer hat als erste Ärztekammer die Zusatzbezeichnung Homöopathie aus ihrer Weiterbildungsordnung gestrichen. Die Kammer Sachsen-Anhalts folgte als zweite Kammer, eine dritte Kammer hat das Gleiche angekündigt.

—> von Sachsen-Anhalt wusste ich noch nichts, erschreckend.

• Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie?

—> komplette Katastrophe und Fassungslosigkeit, dass das so einfach gehen soll?!

• Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer?

—> Ich kann es mir nicht vorstellen dass das in Bayern auch passiert. Ich habe es mir aber auch für Bremen nicht vorstellen können. Ich habe mir auch eine Masern-Pflichtimpfung nicht vorstellen können. Bin erschrocken über die Lage der Welt, denn auch einen Trump habe ich mir nicht träumen lassen…

• Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf?

—> momentan sehe ich noch keine Folgen. Es könnte allerdings passieren, dass die Abrechnung erschwert wird, auch dort die HOmöopathie gestrichen wird. Das grösste Problem sehe ich auf die lange Sicht. Wer wird noch gut ausgebildet sein? Wie wird die Homöopathie sich im Gesundheitssystem widerspiegeln? Ich denke es wird bei der Bevölkerung ein grosses Erschrecken geben, aber vielleicht in 10-20 Jahren, wenn wir einen wirklichen Mangel an homöopathischen Ärzten messen können. Jetzt unmittelbar wird es den Patienten nicht auffallen, „es gibt ja noch genug“.

• Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung?

—> Gross! Wie sollte es sonst dazu gekommen sein?

• Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?

—> Gering! Die müssten doch Alarm schlagen und auf die Hinterfüße gehen! Ich habe z.B. in Bremen nichts mitbekommen, was nach Alarm klang.

• Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

—> Politik, leider (denn das ist gar nicht meins). Menschen, die Menschen kennen, Gespräche, Bekannte, Einschalten von persönlichen Beziehungen. Information, Alarmierung der Öffentlichkeit, der Patienten. Ich hätte gerne Infomaterial dass ich Jedem in die Hand drücken kann, was ich viral verschicken kann.. Ich selbst komme in der täglichen Praxis nicht dazu. Wobei das jeder sagen könnte, mir ist bewusst, dass ich momentan mit Praxis, finanziellem Druck und Familie mit kleinen Kindern die Öffentlichkeitsarbeit einfach hinten runter fallen lasse, obwohl jede Hand gebraucht würde. Aber ich schaffe es momentan nicht, das ist umso frustrierender.

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• Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie?

Mich erschreckt diese Entwicklung zutiefst, zeigt sie doch unter anderem, dass das INH/ die Anti-Globuli-Lobby mit Hartnäckigkeit und viel viel Energie wirklich alles versuchen wird, die Komplementärmedizin zu verdrängen – und das immer wieder und an allen möglichen Stellen.

Es ist nicht zu hoffen, dass der Anti-Homöopathie/ Anti-Komplementärmedizin-Lobby ihre Erfolge irgendwann „genug“ sein werden. Ich unterstelle, dass die Menschen, die diese Kampagnen führen, ihren Antrieb in Macht und Geld finden (wo dieses herkommt, lässt sich unschwer erahnen).

Die Streichung an sich ist in meiner Situation auch deshalb so furchtbar, weil ich als homöopathische Ärztin in Ausbildung bin und genau diese Ausbildung und die entsprechende Anerkennung meiner erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten in Gefahr ist.

Übertragen auf andere bedeutet dies auch: Medizinstudierende und junge, an der Homöopathie interessierte Kolleg_innen müssen schon sehr überzeugt und tatsächlich auf die Homöopathie fixiert sein, um sich nicht anderen Verfahren zuzuwenden, die (zumindest aktuell) weniger umkämpft sind und bessere wirtschaftliche Aussichten zulassen (denn auch darum geht es „jungen“ Leuten – wir müssen auch unsere persönliche Zukunft aufbauen, nicht nur versuchen, die Welt zu retten.)

• Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer?

Natürlich.

• Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf?

Das ist für mich nicht abschätzbar.

• Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung?

Die Streichung konnte nur aufgrund der Anti-Homöopathie-Lobby entschieden werden. Es gibt außerhalb dieser Lobby-Arbeit überhaupt keinen Anlass oder Grund, irgendetwas an dem bestehenden Weiterbildungssystem zu ändern.

• Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?

Ich warte noch auf konkrete Maßnahmen, die über den Apell, sich als Individuum zu engagieren, hinausgehen.

• Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

Klarer Protest von Verbänden, Individuen, Organisationen… an die Zuständigen aller Kammern. Wunderbar wäre natürlich, ein Engagement der komplementärmedizinisch denkenden Kolleg_innen auf Kammerebene…

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Die Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie kommt oder käme einem ungerechtfertigten Berufsverbot gleich!

Da entsprechendende schon erfolgte oder geplante Vorgänge in den jeweiligen Landesärztekammern auf der wissenschaftlich widerlegten Falschaussage „Es besteht für die Homöopathie keine Evidenz über Placebo-Effekt“ fußt, dürften diese Entscheidungen rechtlich nicht haltbar sein.

Betroffene Ärzte der jeweiligen Landesärztekammern könnten und müßten also dagegen klagen.

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• Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie?

Das finde ich außerordentlich bedauernswert , da gerade in einer Ärztekammer die Vielfalt der Medizin als Heilkunde gefördert werden sollte und die Tatsache, dass es viele erfolgreiche Behandlungsmethoden in Ergänzung zur klassischen Medizin gibt die (noch) nicht wissenschaftlich vollständig bewiesen sind, bekannt sein sollte.  Auch im Bereich der klassischen Medizin wird im Sinne wissenschaftlichen Fortschritts ständig geforscht und Medikamente werden im Off Label Use ,also ohne Zulassung, erfolgreich bei Krankheiten erprobt. Daher würde ich hier sehr eine Offenheit gegenüber neuen Erkenntnissen plädieren.

Zudem wird gerade chronische kranken Patienten eine optimale Behandlungsmöglichkeit dadurch genommen.

In meiner Praxis spart die Homöopathie zudem ca 45% der Arzneikosten.

  • Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer?  Ja selbstverständlich

• Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf?

Keine, da die Patienten weiterhin Homöopathie fordern und chronische Krankheiten sehr erfolgreich behandelt werden können.

• Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung?

Kann ich nicht beurteilen

  • Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?Das finde ich auf jeden Fall sehr sinnvoll und notwendig.
  • Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

Politischen Druck von Seiten der Patienten und von Patientenverbänden.

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  • Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie?

Ich beobachte die Entwicklungen mit großer Sorge. Eine Streichung der Zusatzbezeichnung, deren Ausbildung man ja erst nach der erfolgten Facharztausbildung beginnen kann, die bestimmte Qualitätsstandards und auch Prüfungen beinhaltet, ist respektlos. Warum sprechen sich eigentlich nicht die Inhalte nach der Offenlegung der australischen Studie herum? Stattdessen wird rhetorisch wiedergekäut, dass es keinen Wirksamkeitsnachweis zur Homöopathie gäbe. Leider müssen wir zunehmend schlechteren Journalismus beobachten, leider schlechtere Recherchen dafür mehr Polemik. Ich bedaure das, sehe da auch jenseits der Homöopathie ähnliche Tendenzen in anderen Feldern.

  • Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer?

Ich halte es leider für wahrscheinlich, dass andere Ärztekammern folgen werden.

– Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf?

Die Folgen für den ärztlichen Beruf: weniger individuelle Lösungen für Patienten, mehr Absicherungs- und Checklistenmedizin. Ich lege Werte darauf, dass ich nicht verallgemeinern möchte! Ja, wir brauchen Standards, wir brauchen Effizienz UND: wir brauchen die Sicht auf den Menschen „im“ Patienten! Dessen Ressourcen, dessen Fähigkeiten zur Gesundwerdung, dessen Motivation, gesund zu werden! Gleichzeitig erlebe ich bei den Patienten eine große Dankbarkeit, wenn sie in ihrer Individualität wahrgenommen werden. Das motiviert mich, meine ärztliche (homöopathische oder auch andere ganzheitliche) Arbeit fortzusetzen!

• Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung?

Die Anti-Homöopathie-Lobby hat einen großen Stellenwert an der Entwicklung. Dennoch sehe ich eine große Akzeptanz pro Homöopathie/ Osteopathie/ TCM in der Bevölkerung, eine Suche zu individuellen Lösungen, eine Suche nach Gesundheit und nicht dem Fernbleiben einzelner Symptome nimmt zu.

• Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?

die Verbände homöopathisch arbeitender Ärzte („homöopathische Arztverbände“ ist ein ungeschickter Ausdruck, sorry;-)) können nicht wirklich viel ausrichten. Die Aktiven in diesen Vereinen haben alle eigene Praxen, arbeiten täglich mit Patienten und sind kaum in der Lage, gesponserten Lobbyisten zeitlich Paroli zu bieten. Mir geht es übrignes auch so, dass bei mir der Patient an erster Stelle steht, die Vereinsarbeit kommt da zu kurz und ist oft sehr ermüdend.

  • Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

weiß ich nicht. Ich bedaure sehr, dass es zu wenig Zusammenarbeit mit Kollegen gibt, die auch komplementär arbeiten. In meiner Zusammenarbeit mit Osteopathen laufe ich da übrigens offene Türen ein. Da gibt es sehr viel gegenseitige Unterstützung und Akzeptanz. Das sollten wir „auf dem kleinen Dienstweg“ – übrigens zum Wohle der Patienten – ausbauen!

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Ich arbeite seit 26 Jahren als Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie und habe so viele gute Verläufe mit der homöopathischen Heilmethode gesehen, so viele dankbare Patienten und habe selber so viel Freude homöopathisch zu arbeiten, dass ich tief betroffen bin von den Nachrichten der Landesärztekammern, die Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung streichen wollen.

Wir sind das Mutterland der Homöopathie, haben mehrere tausend gut ausgebildete Ärzte in Homöopathie, ich selber bin seit über 20 Jahren in der Weiterbildung tätig.

Ich befürchte eine Ausweitung auf weitere Landesärztekammern und aus meiner Sicht käme das auf Dauer einem Berufsverbot für Homöopathie gleich und das in einem so wohlhabenden und gebildetem Land einfach unglaublich .Es waren doch alle zufrieden, die Patienten, die Kassen, wir als homöopathische Ärzte, was sind das denn für perfide Kräfte, die die Homöopathie so verunglimpfen müssen?

Ich halte es für immens wichtig möglichst zeitnah zu versuchen, die Landesärztekammern Bremen und Sachsen Anhalt zu einer Revidierung ihrer Entscheidung zu bewegen und sei es bei der nächsten Hauptversammlung in einem Jahr.

Eigentlich wäre das die Aufgabe unseres Zentralvereines homöopathischer Ärzte,

Bedauerlicherweise ist der Informationsfluss nicht ausreichend und auch die Reaktionen sind sehr verzögert. Es wäre jetzt dringend notwendig gezielte und profunde Aufklärungsarbeit zu leisten.

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• Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie? 

 In meinen Augen ist dies ein Skandal. Funktionäre, die keine Ahnung von Homöopathie haben und denen die tatsächliche Studienlage dazu offenbar auch nicht bekannt ist, fällen hier Entscheidungen ohne jegliche Kompetenz und ohne, soweit ersichtlich, die Expertise der Homöopathen dabei zu berücksichtigen. Es ist zudem ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in die Therapiefreiheit der Ärzte. Es ist aber auch ein Vertrauensbruch gegenüber denjenigen Ärzten und Zwangsmitgliedern der Ärztekammer, die homöopathisch tätig sind. Die Funktionäre sind den Interessen aller Mitglieder ihrer Ärztekammer verpflichtet. Sie verraten mit diesen Vorgehen die Interessen der homöopathischen Ärzte, die mit ihren Kammerbeiträgen diese Funktionäre leider auch noch unfreiwillig finanzieren. Dies ist ein Tiefpunkt innerärztlicher Solidarität und in meinen Augen ein Verstoß gegen die Amtspflichten der Funktionäre, die qua Amt verpflichtet sind,  den Interessen aller Kammermitglieder zu dienen und nun stattdessen massiv die Interessen einer Minderheit verraten.

 • Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer? 

ja

 • Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf? 

 es ist eine Einschränkung der ärztlichen Therapiefreiheit und der vom Gesetz garantierten Methodenpluralität im Gesundheitswesen

 • Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung? 

 Es ist zu befürchten, dass diese maßgeblich dahinter steht.

 • Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?

 Meiner Meinung nach könnte und müsste hier mit mehr Vehemenz dagegen vorgegangen werden.

 • Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

 Ein energischeres Vorgehen der Verbände, eine bessere Repräsentanz der Komplementärmedizin in den Gremien der Kammern und der KV, ein abgestimmtes Vorgehen der homöopathischen Ärzte eines Kammerbezirks unter Koordination der Verbände, eventuell auch die Prüfung juristischer Schritte (wird hier die vom Gesetz garantierte Methodenpluralität und der Schutz der besonderen Therapierichtungen verletzt ?)

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• Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie? 

Als neue Eskalationsstufe der seit ca. 2 Jahren intensiviert betriebenen Hexenjagd.


• Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer?

Ja, Westfalen-Lippe ist hier durch den „Münsteraner Kreis“ besonders gefährdet.


• Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf?

Die Homöopathie soll offenbar aus dem ärztlichen Kosmos herausgedrängt werden.


• Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung?

Ohne die Lobby wäre es wahrscheinlich nicht dazu gekommen. Hier ist allerdings noch zu bedenken, dass die MedizinerInnen bereits im Studium massiv in Richtung eines mechanistischen und chemistischen 

Weltbildes gedrängt und indoktriniert werden. M. E. findet hier eine Art Gehirnwäsche statt. Das führt dazu, dass viele ärztliche KollegInnen solche Beschlüsse quasi freiwillig unterstützen.


• Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?

Ich kann bisher keinen Einsatz erkennen, der diese Bezeichnung verdient.

 

• Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

Da wir homöopathischen Ärzte einerseits Zwangsmitglieder der Ärztekammern sind, andererseits aber in unserer ärztlichen oder auch heilenden Berufsausübung durch diese Beschlüsse massiv beeinträchtigt werden, müssen seitens des DZVhÄ neben publizistischen und politischen Maßnahmen sicherlich auch juristische bzw. verfassungsrechtliche Schritte ernsthaft in Erwägung gezogen werden.

In welchem Staat leben wir hier eigentlich? Es wäre ja schön, wenn auf dem kommenden Parteitag der Grünen mal eine kontroverse Diskussion vor größerem Publikum in Gang käme. Ich habe durchaus noch etwas Hoffnung, dass die Absurdität der Hexenjagd dadurch für das breite Publikum erkennbar wird.

Obwohl wir dringend Nachwuchs brauchen, habe ich große Zweifel, ob ich meinen Kindern das Studium der Medizin überhaupt noch empfehlen kann. Vielleicht trennen sich hier auch die Wege der „Schulmedizin“ und der Homöopathie, ggf. dann auch mit eigener „Homöopathenkammer“, deren Einrichtung wiederum Aufgabe der Politik und der Berufsverbände wäre. Wünschenswert wäre es allerdings, wenn auch die Ärzteschaft am medizinischen Pluralismus, wie er in den letzten Jahrzehnten unter den BÄK-Präsidenten Hoppe und Montgomery gepflegt wurde, festhält, auch im Interesse der medizinischen Wissenschaft und besonders unserer Patientinnen und Patienten.

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• Wie bewerten Sie diese Streichung als Arzt/Ärztin für Homöopathie? 

Die Streichung der Zusatzbezeichnung ist nicht akzeptabel, zumal sich der Ärztetag 2018 klar zur Homöopathie bekannt hat. Als Arzt bin ich von den Ärztekammern enttäuscht, immerhin finanziere ich über meinen Pflichtbeitrag die Ärztekammer.

 • Befürchten Sie eine Ausweitung auf andere Kammern, auch z.B. auf Ihre Kammer? 

 Andere Ärztekammern werden mitziehen.

 • Welche konkrete Folgen sehen Sie für den ärztlichen homöopathischen Beruf? 

 Die Folgen werden negativ für den ärztlich homöopathischen Beruf sein, da die Akzeptanz der Homöopathie empfindlich angegriffen wird.

 • Wie bewerten Sie den Einfluss der Anti-Homöopathie-Lobby auf diesen Entscheidung? 

 Den Einfluss sehe ich als sehr hoch an. Schon bei der Bremer Ärztekammer gab es deutliche Einflüsse durch die Anti-Homöopathie-Lobby, die dem Vorgehen von Pharmafirmen zur Durchsetzung ihrer Interessen entspricht.

 • Wie bewerten Sie den Einsatz von homöopathischen Arztverbänden für die Verteidigung der Zusatzbezeichnung?

 Der Einsatz der homöopathischen Verbände ist unterschiedlich, in großen Teilen aber defizitär. Während die Hahenmanngesellschaft sehr aktiv ist, ist vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) schon seit Monaten dazu nichts zu hören. Selbst mit dem Wechsel der 1. Vorsitzenden hat sich, wie es erhofft wurde, nichts verändert. Die Statements sind ausweichend, wenig konkret. Hören wir homöopathischen Ärzte etwas vom DZVhÄ in den Medien? Gar nichts. Der DZVhÄ unternimmt keine Intervention zum Erhalt der Homöopathie. Ich vermute, dass der DZVhÄ mit der Anti-Homöopathie-Lobby einen Schulterschluss eingegangen ist.

 • Was halten Sie für notwendig, um die Zusatzbezeichnung Homöopathie bei Ärztekammern zu erhalten?

 Die homöopathischen Ärzteverbände, die Ärzte selbst und die Patienten müssen einschreiten, damit die Homöopathie nicht noch weiter geschädigt wird und dem Untergang geweiht ist. Patienten müssen dagegen protestieren, hier sollten die Ärzteverbände zusammen mit den Ärzten Kampagnen starten, um die Patienten zu informieren. Wo bleibt der Aufschrei und der Protest? Die Anti-Homöopathie-Lobby hat eine empfindliche Schneise geschlagen. Nur durch Öffentlichkeitsarbeit können wir Ärzte zusammen mit den Patienten dem etwas entgegensetzen.

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