homöopathie

Sechs Bremer Ärzt*innen verklagen Ärztekammer wegen Abschaffung der Homöopathie und kündigen Weg bis vor das Verfassungsgericht an

Am 10. Juli ist es endlich soweit: Sechs Monate nach Bremen als erstem Land mit abgeschaffter Zusatzbezeichnung Homöopathie ziehen Ärzt* innen vor Gericht gegen die Ärztekammer. Den Klageweg hatte ich im Homoeopathiewatchblog schon im Oktober letzten Jahres vorgeschlagen (Link zum Artikel), als sich abzeichnete, dass Bremen der Start einer Welle gegen die Homöopathie sein würde. Bereits in neun Bundesländern wurde seitdem die Zusatzbezeichnung „Arzt für Homöopathie“ abgeschafft.

Sechs Bremer Ärzt *innen für Homöopathie und von weiteren Fachrichtungen reichen am 10. Juli eine Klage gegen die Bremer Ärztekammer ein, wie der Homoeopathiewatchblog von den Ärzten heute erfuhr. Sie sehen in der Streichung der Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung eine „Demontage des sanften Medizinformen“, was sie angesichts der „vielen Toten durch schulmedizinische Medikamentenfolgen“ für „eine falsche politische Ausrichtung“ halten. Die sechs Bremer Ärzt *innen reichen daher Klage „gegen die willkürliche Entscheidung der Ärztekammer und gegen die Einschränkung der Methodenvielfalt“ ein. Notfalls werden die Klagenden bis zum Verfassungsgericht gehen, wie sie ankündigen.

Hinter der Entscheidung der Bremer Ärztekammer gegen die Zusatzbezeichnung „Arzt für Homöopathie“ sehen die klagenden Ärzt *innen „nach Jahrzehnten der Pluralität der Behandlungsmethoden und einem Nebeneinander von konventioneller Schulmedizin und komplementärer Alternativmedizin“ einen „Versuch eines Rollback seitens der Vertreter einer reinen Schulmedizin“. Als Beleg dafür stufen sie u.a. neben der Streichung der Homöopathie-Weiterbildung auch die Reduzierung der Akupunkturvergütung von den Krankenkassen um 40 % zum 1.4.20 ein, wodurch die Behandlung nicht mehr kostendeckend sei.

Die sechs Bremer Ärzt* innen kündigen für Mittwoch, 8. Juli, 14 Uhr, eine Pressekonferenz zur Klage gegen die Ärztekammer in Bremen an. Anwaltlich vertritt die Ärzt* innen der Rechtsanwalt Detlef Borrmann (ehemaliger Staatssekretär und Berliner Freie Universitäts-Präsident). Pressekontakt für interessierte Journalist*innen ist Petra Heitkötter (Kontakt info@petraheitkoetter.de).

Organisiert haben sich die sechs Bremer Ärzt* innen im Forum Integrative MedizinerInnen Bremen (IMB). Zu ihnen gehören die homöopathischen Ärzt *innen Oliver Borrmann und Dr. Christina Brauer-Peters, der Arzt für Chinesische Medizin Frank Brazkiewicz, der Integrativmediziner Dr. Jürgen Fuchs, der Orthopäde Dr. Detlef Meier sowie der Internist und Psychotherapeut Dr. Jürgen Borchert.

Bremen war am 9. September 2019 das erste von aktuell neun Bundesländern, das die Homöopathie-Weiterbildung strich. Es folgten Niedersachen, Nordrhein, Sachsen-Anhalt, Hessen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.


FORTSETZUNG DER STORY

20. Juli: Interview mit dem Bremer homöopathischen Arzt Oliver Borrmann
über die am 10. Juli eingereichte Klage und seine Empfehlung,
dass weitere homöopathische Ärzte den Klageweg bis vor das Bundesverfassungsgericht beschreiten sollten: Link

 

 

 


Titelfoto: sechs Ärzt *innen  des Forum IMB


 

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2 Kommentare

  1. Endlich! Das sollte wirklich bis vors Bundesverfassungsgericht gehen.
    Und als Heilpraktiker, der 30 Jahre unfallfrei, nebenwirkungsfrei und erfolgreich die Eigenbluttherapie durchgeführt hat wünsche ich mir dasselbe von unseren Verbänden.

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