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Magic Pills: Dokufilm über Homöopathie / Rezension von Heilpraktiker Tjado Galic

Die renommierte kanadische Homöopathin Ananda More wurde Opfer einer aggressiven Negativkampagne mit dem Ziel, Homöopathie als Aberglauben zu brandmarken. So musste sie erleben, wie ihre eigenen Interview-Aussagen in den Medien absichtlich verfälscht wiedergegeben wurden, um sie beruflich zu diskreditieren. Doch Ananda More kapitulierte nicht. Stattdessen beschloss sie, den Gegenbeweis anzutreten. Sie reiste kreuz und quer durch die Welt und traf
sich mit Wissenschaftlern, Therapeuten und Patienten. Ihr Ziel: Herauszufinden, ob Homöopathie wissenschaftlich fundiert und wirksam ist. Oder handelt es sich lediglich um ein perfektes Placebo, das Millionen Menschen täuscht und vielleicht sogar Leben gefährdet?

Über die Erfahrungen ihrer Reise hat Ananda More einen Film gedreht: MAGIC PILLS (seit 5.10. als DVD erhältlich, Sprache Deutsch) offenbart dem Zuschauer neue und faszinierende Einblicke in die Welt der Homöopathie. Eine eindrucksvolle und tiefgründige Dokumentation über Mythos, Hintergründe und Tatsachen dieser viel diskutierten, alternativen Heilmethode. Ein Film für Interessierte, Patienten und Therapeuten gleichermaßen.

Fazit: Der bis dato fundierteste und informativste Dokumentarfilm zum Thema Homöopathie.


(Filmdetails: Regisseurin: Ananda More, Busch Media, DVD, FSK: ohne Altersbeschränkung, Spieldauer: 88 Minuten, Sprache: Deutsch, Studio: ALIVE, EAN: 4260080326766, Erscheinungsdatum: 05.10.2018)


Ich habe den Heilpraktiker Tjado Galic aus Hannover (Link) um eine Rezension des Films gebeten. Er schreibt zu Magic Pills:

„Der Film ist vom journalistischen Standpunkt aus eine hervorragende Einführung in eine äußerst komplexe Problematik. Ausgewogen kommen primäre Homöopathie Gegner zu Wort und es werden Homöopathen in ihrer Arbeit am Patienten gezeigt. Die Spanne umfasst berechtigte skeptische Argumente unzureichender wissenschaftlicher Belege zum Wirkmodell ebenso wie die vorhandene klinische Forschung mit durchweg sehr positiven Resultaten. Gezeigt werden auch zufällige Begebenheiten, die zu unerwarteten Ergebnissen führten, wie z.B. der Leptospirose Rückgang in Cuba nach flächendeckender Anwendung potenzierter Arzneien sowie Ausblicke zur Grundlagenforschung: Sind die messbaren Effekte zur Nanopartikel Forschung nur Verunreinigung oder doch Stoff spezifische Präparationen, deren Wirkung wir noch zu erforschen haben?
Der Film geht jedoch noch tiefer und zeigt den Umgang mit dem Paradoxon „wie kann etwas wirken was wir nicht in unserem Weltbild erklären können?“
Ein ureigenes „Mensch sein Phänomen“ entblättert sich mit einer ebenso großen Spannweite, vom „wer als Wissenschaftler 24h Wissenschaft atmet weiß, was die Wahrheit ist“ (Schwarcz), bis zum naiven Petrischalen Modell: „Homöopathika töten gezielt Krebszellen“ Beweis (Banerji). Es wird deutlich, dass die Sachinformationslage nicht besonders präzise ist.
Das fängt schon in der Einleitung an, „Homöopathie gehe von der Existenz einer Lebenskraft aus“ (also ich bin einer und tue das nicht) und der Chinarinden Versuch Hahnemann’s ist auch nicht die Geburtsstunde der Homöopathie usw. Es gibt sehr viele solcher Bsp. im Film, welche letztlich die kommunikativen Barrieren zeigen und wie groß die Lücke zwischen Wissen, Theorie und Praxis ist.
Es herrscht wahrlich hoher Nachholbedarf. Wer 2018 mit Modellen von 1818 die Welt erklären will, muss sich nicht wundern, wenn er so nicht verstanden wird. Das ist eine berechtigte Skepsis an homöopathischen Theoriemodellen. Es verwundert nur warum der Diskurs so negativ geführt wird. Wer sich z.B. wie Steven Novella, Vorsitzender der Skeptikerbewegung Neuengland so große Sorgen macht, dass „wer zum Homöopathen geht nicht rechtzeitig richtig medizinisch behandelt wird“ beweist, dass er von der Praxis wohl keinen blassen Schimmer hat, weil in der Realität genau das Gegenteil tatsächlich geschieht: die Patienten kommen von der konventionellen Medizin zum Homöopathen und die Majorität aller Patienten macht beides.
Nachdenklich bleibt auch der Eindruck hängen, mit welcher Vehemenz positive Informationen zur Homöopathie allerorts derzeit medial verbannt werden. Das ist mehr, als wenn Herr Dr. Schwarcz von einer persönlichen Beleidigung seines wissenschaftlichen Ehrgefühls spricht und humorvoll Gummientchen als Symbole der Quacksalberei sammelt, nein das ist eher eine politische Zensur und hat mit Wissenschaftlichkeit nun überhaupt nichts zu tun. Es wirkt wie eine massive NEGATIV Kampagne, die ihre wahren Motive als „Kampf für den (ge)rechten Glauben“ tarnt. Historisch ist das ja hinreichend bekannt, auch welche Folgen das haben kann.
Es ist dem Mut der Autorin zu danken, dass einfach so ehrlich zu zeigen und kommentarlos stehen zu lassen. Für diesen Beitrag daher 5 Sterne.“

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3 Kommentare

  1. Dieser Film sei jedem Journalisten empfohlen der meint er fände nichts positives zur Homöopathie. Die unwissenschaftlichen Argumentationen der weltweit im Kampf gegen Homöopathen/Naturärzte gezogenen Friends of Science und Skeptikerbewegungen erklärt sich mir durch den Film noch deutlicher. Es geht dieser Bewegung, wie Herr Galic schreibt offensichtlich eben nicht um Wissenschaft, Neugierde, Weiterforschen es geht deutlich mehr darum Menschen mit anderen Erfahrungen und Erkenntnissen an den Pranger zu stellen ohne mit ihnen selbst zu sprechen, oder deren Wissen offen zur Kenntnis zu nehmen. Danke für diesen Blog der mir als Patient doch die Augen öffnet über so viel Unverfrorenheit und für diese Filmtipp!

  2. Es gibt inzwischen eine zweite positive Rezension zum Film:

    Wer infolge der gegenwärtigen medialen „Schlacht“ gegen die Homöopathie die Meinung gewonnen hat, diese verrückte und vermeintlich als vollkommen unwirksam entlarvte Heilweise gehöre nun endgültig auf dem Friedhof der Medizingeschichte entsorgt, wird nach diesem Film zumindest etwas ins Nachdenken kommen. Ob die in allen Gazetten verbreiteten „Beweise“ der Unwirksamkeit wirklich so „absolut sicher“ sind, wie von den Homöopathie-Gegnern immer wieder behauptet wird? Im Film kommen praktizierende Homöopathen und Skeptiker zu Wort, die die Homöopathie rundweg ablehnen. Die einen werden bei ihrer Arbeit beobachtet, die anderen halten Vorträge über die scheinbar nachgewiesene Unwirksamkeit. Und das offenbart schon, das Dilemma der ganzen Diskussion: Die einen argumentieren rein aus ihrer Erfahrung im medizinischen Alltag, die anderen über naturwissenschaftliches Wissen und darauf aufgebaute Studien. Bei solch einer Konstellation wird es schwierig, gemeinsam einen Konsens zu finden. Wie oft kollidieren doch praktische Erfahrungen mit naturwissenschaftlicher Erkenntnis?

    Dieser sehr gut gemachte Film über die Homöopathie wird diesen Graben nicht zuschütten können. Er wird diesen vielleicht sogar noch vergrößern, weil die Fronten inzwischen so verhärtet sind, dass allein die im Film gezeigte Behandlung von AIDS- und Krebskranken mit Globuli, einen wütenden Aufschrei im Lager der Gegner provozieren dürfte (obwohl die Homöopathen ihre Mittel nur ergänzend zur Schulmedizin geben und stets das Miteinander der Methoden betonen).

    Was bringt der Film also für die gegenwärtige Diskussion? Zumindest einen Einblick in die Arbeit mit Homöopathie (auch wenn er etwas einseitig die Therapie in den Entwicklungs- und Schwellenländern zeigt und nicht den alltäglichen „Kampf“ um die Findung des richtigen Similes, der Homöopathen und Homöopathinnen in unseren Breiten umtreibt).

    Die Homöopathie ist und bleibt eine Zumutung für den rein rational denkenden Geist. Im Wort Zumutung hat sich das Wort Mut versteckt. Es verlangt keinen Mut, die Homöopathie zu verdammen und sie aus der Medizin eliminieren zu wollen. Mutig ist es heutzutage hingegen, zu dieser Methode zu stehen, mehr Forschung und damit Geld einzufordern, sie als besondere Richtung in einer pluralen Medizin integriert zu sehen, Ärzten und Patienten weiterhin Therapiefreiheit zuzugestehen. Mut aber sollten auch die Homöopathen aufbringen, und ihre Heilweise anhand heutiger Erkenntnisse kritisch beleuchten. Die zentralen Fragen, die die Homöopathie aufwirft, löst man nicht, indem man sich hinter jahrhundertealten Dogmen verbarrikadiert – im Gegenteil: Damit macht man es den fundamentalistischen Gegnern umso leichter ihr (politisches) Ziel zu erreichen.

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