Grüne Staatssekretärin Bärbl Mielich kritisiert Antrag der Grünen Jugend gegen Homöopathie

Zu entsetzten Reaktionen bei Heilpraktiker*innen und Ärzt*innen für Homöopathie hat der Antrag der Grünen Jugend für die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen im November geführt. Nun spricht sich auch eine grüne Staatsekretärin, Bärbl Mielich aus Baden-Württemberg, gegen den Antrag und für die Homöopathie aus.

In einem Brief an einen homöopathischen Arzt aus Baden-Württemberg (Brief vom 18. September liegt Watchblog vor) erklärt die Staatssekretärin Bärbl Mielich (Ministerium für Soziales und Integratition in BW): „Für uns ist die Homöopathie eine wichtige und unverzichtbare Ergänzung von Therapieformen, die allen PatientInnen zur Verfügung stehen muss. Homöopathie ist Bestandteil der Komplementärmedizin. Wir haben als Landesregierung bereits im Koalitionsvertrag mit der CDU festgelegt, dass wir diesen Bereich der Medizin stärken wollen.“ Den Anti-Homöopathie-Antrag ordnet die Staatssekretärin ein: „Es ist die Initiative der Grünen Jugend Bundesverband. Diese wollen in der Tat einen Antrag dazu auf der nächsten Bundesversammlung der Grünen einbringen und zur Abstimmung stellen. Wir vertreten in Baden-Württemberg die gegenteilige Meinung. … In der innerparteilichen Auseinandersetzung bin ich sicher, dass die bisherige Haltung der Grünen, Homöopathie als einen Bereich der Therapievielfalt zu erhalten, bestätigt wird.“

Im September wird damit innerhalb der Grünen die Fraktion der Homöopathie-Befürworter lauter. Die pflegepolitische Sprecherin Kordula Schulz-Asche kritisierte die „Diskriminierung der Homöopathie“ (Link).

Die Grünen wären die erste Partei, die die Botschaften der Anti-Homöopathie-Lobby INH und eine Anti-Homöopathie-Politik offiziell in ihr Parteiprogramm aufnimmt, wenn dem Antrag gegen Globuli stattgegeben wird. Die grünen Antragsteller wollen der Homöopathie den Arzneimittelstatus aberkennen lassen und sie als Teil der Gesetzlichen Krankenversicherung verbieten (hier geht es zum Antrag in voller Länge inkl. Analyse).

Die Antragsteller um den Grünen Tim Demisch hatten öffentlich erklärt, dass sie von der Lobby INH unterstützt werden (Link). Eine Auswertung des Homoeopathiewatchblog ergab, dass 98 % des Antrags mit Botschaften der Lobby INH homöopathieübereinstimmt – oft im Wortlaut. Mit Erfolg innerhalb einem Teil der Grünen: der Antragsteller twitterte, dass sein Anti-Homöopathie-Antrag der Antrag mit den meisten Unterschriften sei. Die Anti-Homöopathie-Lobby INH aus Roßdorf wird offiziell vom juristischen Abmahnverein Dt. Konsumentenbund finanziert, der Budget für Lobbyarbeit eintreibt, indem er Heilpraktiker*innen und Homöopath*innen für Webseiten abmahnt und sie vor Gericht zieht.

Zu den offiziellen Unterstützern des Antrages innerhalb der Grünen gehört der Antrags-Unterzeichner Matthias Oomen. 2016 löste er einen Skandal „#Bombergate“ aus, inkl. Rüge durch Parteivorsitzenden (Bericht), als er in einem Tweet dazu aufforderte, Dresden wie 1945 mit Fliegerbomben anzugreifen (weil ihm die politische Stimmung in Sachsen missfiel):

homöopathie

 

 

 

 

 

 

Den Antrag seiner Jugendorganisation begriff der Berliner Grünen-Politiker Matthias Oomen (Verkehrspolitiker und Bahn-Lobbyist) offenbar als Aufforderung, alle Hemmungen gegen Homöopathie fallen zu lassen. Auf Twitter hat Oomen eine Stellungnahme veröffentlicht, die außerhalb der Grünen zu großer Entrüstung geführt hat – innerhalb der Grünen nicht. Oomen hetzt darin gegen Kriegsopfer und verunglimpft Homöopathie. Oomen spielt in seinem Tweet auf den Bombenangriff auf Dresden am 13.2.1945 an, der vielen Menschen das Leben kostete:

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Foto: Sozialministerium BW

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